1.Petrus 2, 20 Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr um schlechter Taten willen geschlagen werdet und es geduldig ertragt? Aber wenn ihr um guter Taten willen leidet und es ertragt, das ist Gnade bei Gott.

Petrus bringt sein Argument in einer negativen rhetorischen Frage zum Ausdruck, gefolgt von einer positiven Aussage. Die angedeutete Antwort auf seine Frage: Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr geduldig Schläge ertragt, weil ihr gesündigt habt?, lautet: „Da ist kein Ruhm.“ Gläubige, die sündigen, haben Züchtigung verdient (vgl. Ps 66,18; Jer 5,25; Dan 9,8; Hebr 12,5-11), und sie sollten sie geduldig ertragen.
Wieder zeigt sich die biblische Nüchternheit. Nicht alles Martyrium ist gottgewollt. Es gibt auch selbstverschuldetes Leiden. Selbstmitleid und falsches Leidenspathos haben in der Bibel keinen Platz (vgl. zu 4, 15).
Doch Petrus zeigte auch die positive Seite auf: Wenn ihr aber für Gutestun leidet und es geduldig ertragt, das ist Gnade bei Gott. Die gläubigen Sklaven mussten für Gutestun leiden, so als hätten sie die Bestrafung verdient gehabt. Sie mussten wiederholte körperliche Misshandlungen ertragen und wurden mit Fäusten oder Gegenständen geschlagen (vgl. Mk 14,65). Manche wurden möglicherweise auch für ihren christlichen Glauben bestraft. Doch diejenigen, die solche Leiden geduldig ertrugen, fanden Gnade bei Gott. Es ist immer nach seinem Wohlgefallen, wenn Gläubige Widrigkeiten treu akzeptieren (vgl. 3,14; 4,14.16; Mt 5,11-12; 1Kor 4,11- 13; 2Kor 12,9-10; Jak 1,12).
Das Ende des Verses: „das ist Gnade“ zeigt, daß wir inhaltlich eine Wiederholung des im V 19 Gesagten vor uns haben, der ja mit derselben Aussage begann. Beide Male wird gezeigt, was Gnade ist. V 20b wiederholt dabei mit anderen Worten den V 19 genau: Wer „Gutes tut“ und darum „leidet“, der (so hieß es vorher) „erleidet in der Bindung an Gott ungerechterweise Schweres“.
Diese Gnade ereignet sich im „Ausharren“ (wörtlich: Darunter – bleiben). Das Wort steht in der Zukunftsform. Der Verfasser traut es seinen Lesern zu, dass das immer wieder bei ihnen Wirklichkeit werden wird.
Eingesehene Literatur:
Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1972 TVZ Theologischer Verlag Zürich
Züricher Bibelkommentare NT 15 Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1998
Der 1. Brief des Petrus John F. MacArthur
Norbert Brox Der erste Petrusbrief – Reihe: Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament 288 Seiten,  Auflage von 1978 Band XXI Benziger Verlag Neukirchener Verlag

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