1.Petrus 2,18 Ihr Sklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den gütigen und freundlichen, sondern auch den wunderlichen.

In diesem Abschnitt wechselt Petrus von der Politik zur Arbeit und befiehlt den Gläubigen, die Diener oder Knechte sind, sich ihren Dienstherren unterzuordnen. Im weiteren Sinne bedeutet das, dass christliche Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber respektieren und sich ihnen unterstellen sollen. Um die Mahnung an die Sklaven recht zu verstehen, muß man sich vergegenwärtigen, daß die neutestamentliche Zeit durch ein Riesenheer von Sklaven gekennzeichnet war, das aus dem Sozial- und Wirtschaftsgefüge der Antike nicht wegzudenken ist. Oft akzeptiert die Bibel gesellschaftliche Zustände als gegeben – sie stimmen deswegen aber noch lange nicht mit Gottes Willen überein! Auch die urchristlichen Gemeinden zählten viele Sklaven zu ihren Gliedern. Das erweisen die vielen Sklavennamen in den Grußlisten der Briefe oder Stücke wie 1. Kor. 7,20 ff., der Phlm.-Brief u. a. Christen werden auch innerhalb der bestehenden Gesellschaftsformen, aus denen sie nicht entlassen werden und in denen sie ihre Verpflichtungen gewissenhaft zu erfüllen haben, auf den gewiesen, der der eigentliche Herr und allein zu fürchten ist.
„Ihr Sklaven“ In diesem Vers fällt auf, daß die christlichen Sklaven eigens angeredet werden, und zwar nicht als douloi, Sklaven, sondern als oiketai, wörtlich: Hausgenossen, Hausangestellte, Fachwort dann für Hausklaven, das auf alle Fälle freundlicher klingt als doulos. Sklaven werden in heidnischen Dokumenten jenes Kulturraumes bezeichnet als »lebendes Werkzeug«, »beseeltes Eigentum« (Aristoteles, Plato), »ein Ackergerät, das sprechen kann« (Varro).
„ordnet euch“ Das Wort, das mit „ordnet euch unter“ (hypotassomenoi) übersetzt ist, ist der Nominativ eines Partizips, das den Gedanken der Unterordnung, der schon in 1. Petrus 2,13 durch den Aorist Imperativ hypotagete anklingt, fortführt. Diese Mahnung sprach einen großen Teil der Leser des 1. Petrusbriefes an. Doch Petrus fordert die christlichen Sklaven zu einem neuen Verhalten auf, das von ihnen Unterordnung und Ehrerbietung selbst solchen Herren gegenüber verlangt, die sehr streng sind. Das deutsche Wort wunderlich gibt das griechische skolios, wörtlich „krumm, verdreht, falsch“ wieder (der medizinische Fachbegriff „Skoliose“, der eine Verkrümmung des Rückgrats bezeichnet, kommt von diesem Wort).
Dieser Vers betrifft also antike Haus- und Dienstverhältnisse, ist aber offen für Dienstverhältnisse aller Zeiten. Deswegen hier einige Ratschläge von einer Unternehmensberatung für Berufsstrategie und Bewerbung.
Knigge Umgangsformen im Beruf: Der Chef – Loyalität signalisieren
Egal, welche Meinung Sie Ihrem Chef gegenüber haben: Respekt vor ihm und seinem Rang sowie Diskretion über Firmeninterna sind absolute Pflicht – schon aus Eigeninteresse. Das gilt innerhalb des Unternehmens ebenso wie für außerbetriebliche Gelegenheiten. Loyalität ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Karriere. Klatschen und lästern sollten für Sie ebenso Tabu sein, wie Kritik hinter dem Rücken des Vorgesetzten. Denn ein solches Verhalten bleibt nicht unbemerkt und schadet dem eigenen Ansehen empfindlich. Auch nach dem Austritt aus einer Firma sind negative Meinungskundgebungen nicht angebracht. Ihr zukünftiger Arbeitgeber sucht Mitarbeiter, bei denen er nicht befürchten muss, dass Sie bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit Firmendetails hausieren gehen.
http://www.berufsstrategie.de/bewerbung-karriere-soft-skills/knigge-umgangsformen-berufsalltag.php
Eingesehene Literatur
W. Schrage, Der erste Petrusbrief, in: Die ‚Katholischen Briefe‘. die Briefe des Jakobus, Petrus,. Johannes und Judas. 2. Auflage 1980 NTD Band 10 Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen. Seite 70-71
Der erste Brief des Petrus erklärt von Uwe Holmer Wuppertaler Studienbibel Taschenbuch – Sonderausgabe 1983
Roger M. Raymer Walvoord Multimedia Bibel 1. Petrus
Der Erste und Zweite Petrusbrief Der Judasbrief Übersetzt und erklärt von Otto Knoch Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1990
Charles R. Swindoll Zeit der Hoffnung: Hoffnung ist der feste Glaube, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, Asslar: Projetktion J, 1996,.

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