1.Petrus 2,16 als die Freien und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes.

Die Freiheit, die nach 1.Petrus 1, 18 so teuer erkauft wurde, ist eine ganze Freiheit, nicht nur ein raffiniertes Kleid über zerrissener Unterwäsche oder ein Truhendeckel, unter den man die ganze Unordnung stopft. Wer die Freiheit nur haben wollte wie eine Schminke, die bloss die Oberfläche deckt, und nicht als ganze, den Menschen in seiner Totalität beanspruchende und in Dienst stellende, der hat nicht verstanden, was sie ist. Die wirkliche Freiheit findet nur, wer sich bis in all seinem Tun und Sein hinein freimachen lässt von der Herrschaft aller anderen Mächte und Gewalten, der also zum Knecht Gottes geworden ist und so seine Bestimmung erreicht hat. So ist das ganze christliche Leben nichts anderes als das völlige Geltenlassen der geschenkten Freiheit, der Gnade Gottes.
Die Unterwerfung unter die staatliche Autorität negiert nicht die christliche Freiheit (vgl. Gal 5,1.18). Die Christen sollen den bürgerlichen Gesetzen aus freiem Willen gehorchen, weil Gott es so will und nicht aus Furcht. Die christliche Freiheit ist stets von der christlichen Verantwortung begrenzt (vgl. Gal 5,13) und darf nie als Deckmantel (epikalymma, wörtlich „Schleier“) der Bosheit benutzt werden. Die wahre Freiheit erleben die Christen dann, wenn sie Gott gehorchen. Auch als Freie sollen sie die Knechte (douloi, wörtlich „Sklaven“; vgl. Röm 6,22) Gottes sein.
Eingesehene Literatur
Züricher Bibelkommentare NT 15 Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1998
Roger M. Raymer Walvoord Multimedia Bibel 1. Petrus

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