Meine innere Überzeugung zeigt sich im Alltag.

„und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Heiden, damit die, die euch verleumden als Übeltäter, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.“ 1. Petrus 2,12 Luth.1984
Viel beredter als Worte ist das Zeugnis guter Werke, die mit Freude getan werden und die eine gute Arbeitsqualität aufweisen. Menschen mit Beredsamkeit und Argumentationsgeschick können in einem Wortstreit mit einem Gläubigen scheinbar gewinnen. Sie können seine Überzeugungen widerlegen und seine Botschaft verspotten, doch können sie die Anziehungskraft eines christlichen Lebens, das in der Gemeinschaft mit Gott gelebt wird, nicht bestreiten.
Es ist nicht immer leicht und dennoch werden besonders Christen immer wieder dazu aufgerufen: Ein anständiges und rechtschaffenes Leben zu führen. Wobei darunter nicht zu verstehen ist, dass man seinen Müll sorgsam trennt und jeden Samstag die Strasse kehrt. Was aber ist nun gemeint? Zum einen ist kein Untätig sein gemeint, dass Christen also nur beobachtend außerhalb der Gesellschaft stünden; sie leben, handeln und arbeiten vielmehr in ihrer Gesellschaft. Zum anderen wendet sich solches christliche Tun dem Nächsten zu. Auch hier gibt es keinen Rückzug von den Menschen. Wir leben bewusst in der Welt. „unter“ den Menschen die Gott nicht kennen.
Das Leben der Christen soll „rechtschaffen“ sein. Im Griechischen steht ein ganz allgemeines Wort in der Bedeutungsbreite von „schön, sittlich gut, tüchtig, brauchbar, edel“. „Gute Werke“ meint nicht einfach bürgerliches Wohlverhalten. Petrus spricht hier Jesus nach, der seine Jünger in der Bergpredigt ebenfalls zu „guten Werken“ vor den Menschen ruft (vgl. Mt 5,16). Die guten Werke des Christen sind von dem her bestimmt, „der allein gut ist“ (vgl. Lk 18,19). Es sind ganz einfach gute Taten, etwa: Hungernde speisen, Nackte bekleiden, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Kranke und Gefangene besuchen. Äußerlich sehen also die guten Werke der Christen genauso aus wie das Tun der bürgerlich Ehrbaren. Aber der Antrieb ist ein völlig anderer.
Im 1. Jahrhundert war der Ausdruck Übeltäter (kakopoiōn) mit vielen Anschuldigungen verknüpft. Die Christen wurden fälschlicherweise beschuldigt, gegen die Regierung zu rebellieren. Man bezichtigte sie unberechtigt des Terrorismus der Brandstiftung in Rom; des Atheismus (weil sie weder Götzen noch den Kaiser verehrten), des Kannibalismus (Gerüchte über das Mahl des Herrn), der Unmoral (wegen ihrer gegenseitigen Liebe), der Schädigung von Handel und sozialem Fortschritt und der Anstachelung von Sklaven zum Aufstand. Vgl. Apg 16,18-21; 19,19.24-27.
Das mit guten (griechisch kalēn) übersetzte Wort hat eine weitreichende und vielschichtige Bedeutung und meint normalerweise „von schöner äußerer Form“. Mindestens sechs weitere deutsche Begriffe geben einen guten Einblick in seine Bedeutung: schön, herrlich, einnehmend, liebenswürdig, schön anzusehen und nobel. Der Begriff suggeriert die schönste Art sichtbarer Güte.
Die Welt soll die guten Werke der Christen„sehen“. Das griechische Wort meint „genau beobachten, überwachen“. Der Christ steht auf dem Prüfstand der Welt, wird genauestens beobachtet. Aus den Taten der Christen wird ihr Herr erkannt – das ist eine große Verheißung. Vor den kritischen Augen verleumderischer Menschen und ihren falschen Anschuldigungen können die guten Taten der Gläubigen Gott preisen (vgl. Mt 5,16; Röm 15,6; 1. Kor 6,20) und andere für den Glauben gewinnen.
Im AT ein üblicher Ausdruck (Jes 10,3; Jer 27,22), der vor Gottes „Heimsuchung“ warnt, d.h. vor dem Kommen Gottes entweder zum Gericht oder zum Segen. Im NT spricht »Heimsuchung« von der Erlösung (Lk 1,68; 7,16; 19,44). Petrus lehrte hier: Wenn die Gnade Gottes das Herz eines Ungläubigen heimsucht, wird er mit rettendem Glauben reagieren und Gott verherrlichen. Grund für diese Reaktion ist, dass der bisherige Ungläubige sich an das Zeugnis von Gläubigen erinnert, die er beobachtet hat.

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