Das Evangelium Gottes

Paulus, Knecht Christi Jesu, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes.  (Röm 1,1)
Wir haben davon gesprochen – und es wird wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein – daß der Apostel hier den reichen Inhalt seines Evangeliums in eine Nußschale preßt. Er stellt es gewissermaßen in einem komprimierten Abriß dar. Umso wichtiger ist es für uns, etwas von dem zu verstehen, was er in so wenigen Worten zusammenfaßt. Wir werden uns mit ihnen sorgfältig beschäftigen müssen. „Ich bin ausgesondert“, sagt er, „für das Evangelium Gottes.“ Nun, es kommt mir oft so vor, als ob wir mit dem Wort, Evangelium’ viel zu vertraut sind, als daß wir noch seinen tiefen und überwältigenden Grundgedanken recht erfassen könnten. Evangelium bedeutet, wie wir alle wissen, gute Botschaft‘, und eben das ist es, was wir leicht vergessen, wie ich manchmal fürchte. Wir schlagen in unseren Wörterbüchern nach, finden dort, daß Evangelium, gute Botschaft‘ heißt und geben uns damit zufrieden. Wir sind Philologen, interessieren uns für die Bedeutung und Herkunft der Wörter, und hei diesen Wörtern endet oft unser ganzes Schriftstudium. Wir begnügen uns mit dem Buchstaben, doch es gelingt uns nicht, zum Geist durchzudringen. Wenn wir wissen, daß Evangelium, gute Botschaft‘ bedeutet, dann stellt sich uns die wichtige Frage, ob wir das Evangelium auch als eine gute Botschaft erfahren haben. Haben wir wirklich Verständnis für die Sache selbst oder nur für seine Bezeichnung? Der Apostel Paulus war tief davon ergriffen. Er kann dieses Wort oder einen verwandten Begriff niemals aussprechen, ohne bis in die Tiefen seines Wesens erschüttert zu sein. Und ich glaube, daß er das Wort .Evangelium‘ bereits hier anführt, um gewisse Vergleiche zu ziehen. Er ist jetzt ein Prediger guter Nachrichten und nicht mehr im Gegensatz dazu ein Gesetzeslehrer. Gesetzeslehrer ist er gewesen; er war ein Pharisäer und ein großer Experte, wie wir gesehen haben. Hoch beim Gesetz handelt es sich nicht um eine gute Botschaft. Das Gesetz war niemals als gute Botschaft gedacht. „Das Gesetz“, wie er an anderer Stelle sagt, „wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt.“ Es „ist daneben hereingekommen“, um die Sünde als Sünde kenntlich zu machen. Niemals sollte es als ein Mittel oder eine Methode oder ein Weg zum Heil dienen. Keinesfalls können wir uns das Gesetz als eine gute Botschaft vorstellen, obwohl sicherlich auch ein Element von Gnade darin enthalten ist. Doch an sich ist das Gesetz keine gute Botschaft. Viele Menschen verstehen das nicht. Sie sind scheinbar der Meinung, Gott habe dem Volke Israel das Gesetz als ein Mittel zur Selbsterlösung gegeben. Doch dem Apostel wird es ein ernstes Anliegen sein, uns zu zeigen, daß das eine tragische Fehldeutung des Gesetzes ist. Die Vorstellung, das Evangelium sei als eine nachträgliche Überlegung eingeführt worden, nachdem das Gesetz versagt hatte, zeigt, daß beides nicht verstanden worden ist, weder das Gesetz noch das Evangelium. Nein, so ist es nicht, sagt Paulus. Er ist nicht länger ein Gesetzeslehrer, er ist ein Herold guter Nachrichten. Ebensowenig verkündigt das Evangelium lediglich die Bereitschaft Gottes zur Sündenvergebung. Denn auch das gab es schon in der alten Haushaltung. Das Alte Testament enthält eine bedeutende und wunderbare Lehre von der Sündenvergebung. Auch das ist nicht das Einzigartige des Evangeliums. Es ist wiederum ein Mißverständnis, wenn wir das Evangelium nur als eine Botschaft von der Sündenvergebung ansehen. Darüber gibt es zahlreiche Aussagen in den Schriften des Alten Testaments. Das ist es nicht; das ist nicht die gute Botschaft. Noch eine weitere Auffassung müssen wir ablehnen: Die Verkündigung des Evangeliums ist nicht vorrangig ein Appell an uns, etwas zu tun. Auch das würde keine gute Botschaft sein. Bekanntlich gibt es viele, die das Evangelium, die christliche Botschaft, lediglich als ein Aufruf an die Menschen ansehen, ein ordentliches Leben zu führen, sich moralisch, ethisch einwandfrei zu verhalten usw. Bei jeder nationalen oder öffentlichen Veranstaltung geht es in den Ansprachen um unsere Rechtschaffenheit und Treue zum Vaterland. Das ist kein Evangelium, keine christliche Botschaft, obwohl es vielfach dafür angesehen wird. Ein Aufruf an die Bevölkerung kann nicht mit der Verkündigung einer guten Botschaft verglichen werden. Und ebenso wenig ist es gute Botschaft, die Menschen zu ermahnen, sich zu bessern, sich Mühe zu geben. In der Tat, es ist ziemlich genau das Gegenteil. Doch Paulus nennt sich einen, Herold‘ des Evangeliums; er ist beauftragt, eine gute Botschaft zu bringen. Was bedeutet das nun: Offensichtlich geht es um etwas sehr Außergewöhnliches, dessen Einzelheiten er uns später ausführlich erklären wird. Gleich hier gibt er uns den Hinweis, daß es den Sohn Gottes betrifft; ja daß es Gotl selbst betrifft und das, was Er getan hat. Ich wiederhole: es ist nicht in erster Linie ein Aufruf an uns, irgend etwas zu tun. Es ist eine Bekanntmachung, eine Proklamation an uns von dem, was Gott bereits getan hat. Seht, wie großartig er es in den Versen 16 und 17 ausdrückt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht“, warum nicht? „ist es doch Gottes Kraft zum Heil“ nicht eine Ermahnung an die Menschen, sich selbst zu retten, sondern Gottes Heilsweg – „Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen. Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin geoffenbart.“ Das ist das Neue. Das ist etwas, was wir im Alten Testament nicht finden. Wohl finden wir dort die Vergebung, aber die eingehende Darstellung der Gerechtigkeit Gottes ist neu, ist das Besondere und Einzigartige, wodurch das Evangelium zum Evangelium wird. Und weil Paulus das erkennt, bewegt es ihn immer wieder aufs neue. Diese Form der Aussage, wie ich sie soeben zitiert habe, nannte man eine Litotes. „Ich schäme mich nicht“, womit er eigentlich sagen will, ich bin stolz darauf, ich rühme mich dessen, es gibt nichts Größeres für mich. Um das Gemeinte hervorzuheben.) wird das Gegenteil verneint. Er sagt: „Ich schäme mich nicht“, meint aber: Ich bin tief ergriffen davon, ich kann kaum an mich halten. Das ist also das erste, was wir uns in bezug auf das Evangelium immer wieder klarmachen wollen. Und nach der Bibel zu urteilen, sollte es stets ein Charakteristikum des Evangeliums sein. Wenn wir zurückgehen ins Alte Testament und die Prophezeiungen über das kommende Heil lesen, entdecken wir, daß sie alle in lyrischer Form verfaßt sind. Denken wir an Jesaja 55! „Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen.“ So klingt es uns entgegen. Der Gedanke daran, die Vorstellung allein genügt, um Lob, Jubel und Dank hervorzurufen. Genau das gleiche lesen wir im zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums, Verse 1-20. Ein Engel erscheint den Hirten bei Nacht auf dem Feld und sagt: „Siehe, ich verkündige euch große Freude.“ Das ist die charakteristische Note – frohe Nachrichten -Evangelium! Und nachdem die Hirten nach Bethlehem gegangen waren, um die Sache zu sehen, heißt es: „Sie kehrten zurück, priesen und lobten Gott über alles, was sie gehört und gesehen hatten.“ So wird das Evangelium eingeführt; die himmlischen Chöre sangen: „Herrlichkeit Gottes in der Höhe, und Frieden auf Erden in den Menschen seines Wohlgefallens!“ Zweifellos, hier handelt es sich um einen wichtigen und hervorstechenden Wesenszug des Evangeliums. Nun, meine Freunde, es hat keinen Wert fortzufahren, ehe ich nicht eine Frage gestellt habe, und noch einmal ist es die gleiche wie zuvor: Haben wir das Evangelium so erfahren? Können wir jetzt, in diesem Augenblick, aufrichtig sagen, daß es die größte und beste Botschaft ist, die wir je gehört haben? Wenn nicht, dann – ich will mich vorsichtig ausdrücken – sollten wir hinter unser Christsein ein Fragezeichen setzen. Entweder ist es die herrlichste und beste Botschaft, die wir je gehört haben, oder nicht; und wenn nicht, dann hat das seine Gründe. Wenn du nicht von der Tatsache überzeugt bist, daß es die herrlichste Botschaft ist, die je in dieser Welt von Menschen gehört worden ist, dann mag es an deiner unzureichenden Vorstellung von der Sünde liegen. Natürlich gibt es Menschen, die mit sich selbst zufrieden sind. Sie tun Gutes, führen ein ordentliches Leben und können infolgedessen im Evangelium keine frohe Botschaft erkennen. Sie wissen nichts von dem Gefühl der Hilfsbedürftigkeit. Darum bleiben sie unberührt; es fehlt ihnen der Blick für seine wunderbare Größe. Und demjenigen, der glaubt, er schafft es alleine, geht es nicht anders. Das steht außer Frage. Die Hauptursache dafür, daß wir uns nicht allezeit im Herrn freuen und die Herrlichkeit dieser Botschaft nicht erkennen, muß eine mangelnde Einsicht in unsere Sündhaftigkeit sein. Darum wollen wir uns prüfen. Fehlt dir die Freude, dann hat es keinen Sinn, dich selbst künstlich hineinsteigern zu wollen. Geh zur Bibel, zum Gesetz, und erkenne deine Sündhaftigkeit! Der rechte Weg zur Freude führt immer durch die Tiefen der Sündenerkenntnis. Das wäre das eine. Ein anderer Grund für unseren Mangel an Freude könnte auch unsere Verständnislosigkeit für die Folgen der Sünde sein. Wenn wir die moderne Philosophie und Lehrmeinung übernehmen, glauben wir nicht mehr an die Hölle und ewige Strafe. Stattdessen leben wir in der Vorstellung, am Ende würden wir alle irgendwie zurechtkommen, denn Gott ist ja Liebe. Oder wenn wir meinen, unsere Seelen würden nach dem Tod vernichtet, oder eine zeitlich begrenzte Strafe würde ein barmherziges Ende finden – nun wenn wir auf solche Weise den Glauben an die Bestrafung der Sünden einschränken und nur bedingt für wahr halten, dann schränken wir auch die Bedeutung des Evangeliums ein. Und das ist natürlich eine Ursache für mangelnde Freude. Nur noch einen weiteren Grund möchte ich erwähnen. Es ist unser Unvermögen, das Ausmaß der Errettung an sich zu erkennen, weil wir dazu neigen, sie einzig auf die Sündenvergebung zu beziehen. Viele unter uns sind im wesentlichen darauf bedacht, der drohenden Höllenstrafe zu entfliehen. Darum suchen wir Vergebung, und sobald wir sie erfahren, sind wir zufrieden. Wir haben die gute Botschaft nicht in ihrer Höhe und Tiefe, in ihrer Breite und Länge erkannt – wir verkennen ihre Ausmaße. Der Apostel dagegen ist offensichtlich an der Größe und Herrlichkeit des Evangeliums interessiert. Das ist der Grund, warum er den Christen in Rom diesen Brief schreibt. Sie sollen es auch erkennen. Er weiß wohl, daß sie bereits im Glauben stehen, aber er fragt sich, inwieweit sie ihn wirklich erfaßt haben. So greift er zur Feder, und mit der vollen Autorität eines berufenen und inspirierten Apostels beginnt er, das Evangelium in all seiner Fülle und all seiner Erhabenheit vor ihnen auszubreiten. Das Evangelium! O wie glatt geht uns das Wort über die Lippen. Wie leichtfertig sprechen wir es nach! Ich bin da nicht weniger schuldig als irgend jemand. Es sollte uns unmöglich sein, das Wort .Evangelium‘ auszusprechen, ohne gleichzeitig eine Lob- und Dankhymne anzustimmen. Gute Botschaft von Gott, das ist das Evangelium. Und so komme ich nun zum wichtigsten Punkt. Es ist das Evangelium von Gott. Mit anderen Worten, es ist die Botschaft von dem, was Gott getan hat, um den Menschen zu retten. Hier ist das Einzigartige und Neue. „Ich werde euch nicht über irgend eine menschliche Philosophie berichten“, sagt der Apostel; „ich werde euch nicht mitteilen, wie man meiner Meinung nach sein Leben einrichten sollte; ich werde überhaupt nicht davon reden, was der Mensch zu tun hat; ich werde euch sagen, was Gott getan hat.“ Das ist es! Die gute Botschaft von Gott! Gewiß werdet ihr mir zustimmen, daß diese Beschreibung und Definition des Evangeliums besonders aussagestark ist. Es gibt andere Bezeichnungen im Neuen Testament. Es wird das Evangelium des Friedens, das Evangelium des Reiches, das Evangelium des Heils, das ewige Evangelium genannt, und noch weitere Namen und Beifügungen werden gebraucht; aber sicher wird -insbesondere von Paulus – keine so häufig in der einen oder anderen Form angewandt wie ,das Evangelium Gottes‘. Doch selbst damit gibt sich der Apostel noch nicht zufrieden. Er sagt etwas zusätzliches, auf das ich nun im folgenden besonders eingehen muß. Und es ist mein Gebet, daß der Heilige Geist uns befähigen möge, die unbedingte Priorität und zentrale Bedeutung dieser Aussage zu erkennen. Wir stellen fest, daß der Apostel bereits hier die große, zentrale Lehre von der Dreieinigkeit anführt. Hören wir ihn: „Paulus … ausgesondert“, sagt er, „für das Evangelium Gottes (wir überschlagen Vers 2) über seinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der aus der Nachkommenschaft Davids gekommen ist dem Fletsch nach und als Sohn Gottes in Kraft eingesetzt dem Geiste der Heiligkeit (dem Heiligen Geist) nach auf Grund der Totenauferstehung.“ Das ist das Evangelium, wozu er ausgesondert worden ist; ein Evangelium, an dem Gott, der Vater, Gott, der Sohn, und Gott, der Heilige-Geist beteiligt sind. Es ist das Werk, das außerordentliche Werk, der drei Personen; jede von ihnen hat Anteil daran. Wie wir schon sagten, schreibt der Apostel unter dem Einfluß, der Führung und Inspiration des Heiligen Geistes. Wenn er es daher auf diese Weise formuliert, geschieht das nicht zufällig. Er schreibt nichts, was er auch hätte auslassen können. Was er schreibt, ist absolut notwendig und muß gerade hier besonders betont werden. Ich will versuchen, das zu erklären. Manche Menschen denken beim Evangelium lediglich an den Vater. Wenn man mit ihnen spricht, bezeichnen sie sich als Christen, die an das Evangelium glauben. Fragt man sie dann, was sie unter dem Evangelium, was sie unter einem Christen verstehen, so werden sie es uns sagen. Aber indem man ihnen zuhört, muß man entdecken, daß sie den Namen des Herrn Jesus Christus nicht ein einziges Mal erwähnen. Sie reden eine Menge über Gott und sagen auch, daß Gott ihnen vergeben habe. Sie erzählen von ihren Gebeten zu Gott, sprechen von göttlichen Führungen usw.; doch bis zum Ende ihrer Rede hört man nichts von dem Namen des Sohnes Gottes – trotzdem halten sie sich für Christen. Sie scheinen eine Art Christentum ohne Christus zu haben. Nun, das ist immer eine besondere Gefahr bei mystisch veranlagten Menschen gewesen. Mystiker glauben nicht nur an Gott; sie wissen, sie glauben darüber hinaus, daß es dem Menschen möglich ist, zu einer vollkommenen Erkenntnis Gottes zu gelangen, zu einer unmittelbaren Erfahrung Gottes. Das mag nicht falsch sein. Aber im allgemeinen wird es bei ihnen problematisch, weil sie ihr Ziel ohne den Herrn Jesus Christus zu erreichen suchen. Sie greifen zu ihren Handbüchern der Mystik, durchschreiten, die dunkle Nacht der Seele‘ und weitere Stufen, bis sie den höchsten Grad, die Vereinigung, erreicht haben. Hier liegt die ständige Gefahr bei den Mystikern. Sie sagen, du muß dich in dich selbst versenken, dich selbst prüfen, in dein Inneres schauen – Gott ist in dir. Es gibt viele Bücher, die so lehren, und einige von ihnen waren recht populär. Ich erinnere an ein Buch mit dem Titel, In Tune with the Infinite‘ (In Harmonie mit dem Unendlichen), das vor vierzig Jahren viel gelesen wurde. Selbst unter Christen erfreute es sich großer Beliebtheit. Und doch war es ein typisches Beispiel für das, was ich sage. Es bietet uns eine direkte Erfahrung mit Gott an, ohne die unbedingte Mittlerschaft des Herrn Jesus Christus. -Das wäre also die eine Gefahr: nur der Vater. Doch laßt uns ehrlich sein und zugeben, daß andere scheinbar die ganze Betonung auf den Sohn legen und den Vater völlig vergessen. Ja sie erwecken gelegentlich den Eindruck, Gott, der Vater, würde uns nur widerstrebend vergeben. (Man findet es in einigen Liedern.) Sie schildern den Herrn Jesus Christus, als ob Er vor den Vater treten und Ihn bitten müsse, uns zu vergeben… Ich bin für sie gestorben, ich habe sie erkauft so als oh Er versuche, Gott zu überreden, uns zu vergeben. Für sie besteht das ganze Christentum nur aus dem Sohn, und der Vater ist jemand, der keinen Anteil daran hat und nur widerstrebend auf die Bitte Seines Sohnes hört. – Das ist die zweite Gefahr. Und dann ist da natürlich auch noch die dritte, wo man dazu neigt, die ganze Betonung auf den Heiligen Geist zu legen. Ist es nicht erstaunlich, wie leicht wir alle fehlgehen und in Irrtümer verfallen.‘ Und ist es darum nicht unser einziger Trost, daß wir „sein Werk“ sind und „daß der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird …“? Wenn Er nicht mit Seinem Werk in uns fortführe, würden wir alle auf die eine oder andere Weise abirren, wie z.B. hier: einige – nur der Vater; andere – nur der Sohn; und wieder andere – nur der Heilige Geist. Die letzte Gruppe strebt wieder nach Erfahrung oder Kraft; darum wendet sie sich instinktiv der Lehre über den Heiligen Geist zu. Es ist eine sehr feingesponnene Gefahr. Und vielleicht sollte ich aus diesem Grund hier die Gelegenheit für ein persönliches Bekenntnis wahrnehmen. Ich bin mir dieser dritten Gefahr durchaus bewußt, weil ich selbst eine Zeitlang in ihr gestanden habe. Mit anderen Worten, du kannst dich für die Wiedergeburt interessieren, ohne die absolute Notwendigkeit der Versöhnung zu erkennen. Dafür gibt es bei uns heute (Dr. Ll.-J. spricht so im Jahre 1955, d.U.) viele Beispiele. Da sind solche, die ganz richtig und verständig von der Wiedergeburt, dem neuen Leben aus Gott, zu reden wissen, aber sie halten nichts von der Versöhnung. Sie sind sich der Notwendigkeit eines neuen Lebens und einer neuen Kraft bewußt, sehen, daß beides angeboten wird – und greifen unmittelbar danach; aber sie umgehen das Kreuz. Es sind Menschen, die davon reden, daß sie durch den Heiligen Geist in Verbindung mit dem lebendigen Christus stehen, doch Golgatha wird völlig außer acht gelassen. Das stellvertretende Versöhnungswerk wird von ihnen übersehen. Das ist eine wirklich heimtückische Gefahr. Nun, es ist einfach meine Aufgabe, uns an diese drei Gefahren zu erinnern und an die Möglichkeit, durch sie vom rechten Weg abzuirren – es sei denn, wir sind sehr wachsam. Jede von ihnen beruht auf einem Irrtum, aber in jeder von ihnen steckt auch ein Körnlein Wahrheit, und das macht sie gefährlich. Nichts ist verderblicher, als einen Teil der Wahrheit als ganze Wahrheit in den Vordergrund zu schieben. Was sie sagen, ist bis zu einem gewissen Grad ganz richtig, aber sie verschleiern andere Bereiche der Wahrheit, die genau so entscheidend und wichtig sind. Denn, wie wir hier sehen, lehrt die Schrift, daß die Errettung das Werk der drei Personen in der Dreieinigkeit ist. Ursprünglich ist es das des Vaters – das Evangelium Gottes über Seinen Sohn. Der Vater zuerst! Es ist der Plan des Vaters, die Absicht des Vaters. Es ist der Vater, der den Anstoß gibt. Es ist der Vater, der Adam und Eva die erste diesbezügliche Verheißung im Garten Eden gab. Das müssen wir sehen! Wir können nicht weitergehen und uns mit dem beschäftigen, was der Sohn getan hat, was der Heilige Geist getan hat und noch tut, ehe uns nicht die Vorrangstellung des Vaters absolut klar ist. Der Ursprung all dessen ist im Vater selbst. Ist es nicht verwunderlich, daß wir das überhaupt vergessen können? Wenn es einen Vers in der Bibel gibt, den jeder kennt, dann ist es Johannes 3,16. Und Johannes 3,16 sagt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab (Gott, der Vater, gab) …“ Wir sehen die Reihenfolge. Es ist Gott, der es getan hat. Es ist Gott, der den Anfang macht. Er ist gewissermaßen der Urheber und der Urheber des gesamten Werkes – Gott, der Vater. Dem Herrn Jesus Christus war es selbst immer wieder ein großes Anliegen, dies zu betonen. Wir lesen es besonders im Johannes-Evangelium. Wenn du einmal darauf achtest, wirst du feststellen, wie Er wieder und wieder sagt: „Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir seihst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke.“ Es sind die Werke des Vaters. Das betont Er beständig. Und die beste Zusammenfassung findest du im 17. Kapitel dieses Evangeliums, wo unser Herr in Seinem hohenpriesterlichen Gebet sagt: „Vater, … das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast.“ Er war vom Vater gesandt. Das Werk, das Er tun sollte, war Ihm vom Vater gegeben worden. Durch den Heiligen Geist wurde Er unterstützt und befähigt, es auszuführen, aber es war der Vater, der Ihn sandte. Es war der Vater, der das Werk vorschrieb. Es war der Vater, der Ihm die Menschen aus der Welt gab. Immer ist es das, was der Vater getan hat. Er kam, um den Vater zu verherrlichen. „Vater“, sagt Er, „ich habe dich verherrlicht auf der Erde …“ Das war der Mittelpunkt Seines Lebens: die Herrlichkeit des Vaters in dem Werk, das der Vater Ihm gegeben hatte, um es zu tun. Es versteht sich wohl von selbst, daß wir die gleiche Herausstellung des Vaters auch allenthalben in den Briefen des Apostels Paulus finden. Was ist das Evangelium? Das ist es: „Gott war in Christus und hat die Welt mit sich selbst versöhnt.“ – „Den, der Sünde nicht kannte, hat er (Gott) für uns zur Sünde gemacht.“ – „Als die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, damit er die loskaufte, die unter Gesetz waren.“ Ich könnte fortfahren, Paulus ausführlich zu zitieren, und so zeigen, wie er immer wieder die Betonung auf Gott, den Vater legt. Und doch wird das von vielen übersehen. Sie sind christozentrisch, wenn ich so sagen darf, und vergessen den Vater selbst, von dem alles kommt. Auch in ihren Gebeten zeigt es sich. Stets beten sie zu dem Herrn Jesus, nicht zu dem Vater. Sie drehen sich nur um den Sohn. Doch dies, meine Freunde, ist falsch, wenn man Ihn zum Mittelpunkt macht, weil Er nicht der Mittelpunkt ist. Das Zentrum ist der Vater. Wir erinnern uns, wie der Apostel Petrus es ausdrückt: „Christus ist für Sünden gestorben“, aus welchem Grund? Nun, „damit er uns zu Gott führe“ (1Petr 3,18). Der Sohn hatte nur ein Ziel bei der Ausführung Seines Werkes: uns zu Gott, dem Vater, zu führen. Nehmen wir beispielsweise Seine Erklärung des ewigen Lebens: „Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“. Stets findet sich diese Reihenfolge. Er ändert sie nie. Er war gekommen, um den Vater zu verherrlichen. Er wußte, alles beginnt mit dem Vater und kommt vom Vater. Der Urheber des Heils ist Gott, der ewige Vater. Nun, meine Freunde, ich muß hier noch einmal anhalten, um das zu betonen und zu fragen: Haben wir eine solche Vorstellung von unserem Heil? Wenn wir an unsere Errettung denken, sehen wir dann den Vater in Seiner Herrlichkeit vor uns? So sollte es sein. Wir dürfen nicht bei uns selbst oder bei irgendeiner Erfahrung, die wir vielleicht gehabt haben, stehen bleiben. Wir mögen mehr Freude haben; wir mögen Sieg über gewisse Sünden haben – ausgezeichnet! Danken wir Gott dafür! Doch wenn das Zeugnis von deiner Errettung damit endet, wenn du nicht fortfährst den Vater zu verherrlichen, dann ist deine Auffassung von dem Heil Gottes sehr mangelhaft – in der Tat, sie bleibt weit hinter dem zurück, was wir im Neuen Testament finden. Und nicht nur das. Unser Leben und unser Verhalten, das Ergebnis der Errettung, muß in die gleiche Richtung weisen. Zweck der Errettung ist die Verherrlichung Gottes. Was ist Sünde? Sünde ist das Versäumnis, Gott zu verherrlichen. Aber so sehen wir es im allgemeinen nicht, oder? Fragt man uns: „Was ist Sünde?“ -Dann antworten wir: „Sünde ist, wenn man dies oder das oder jenes tut, was man nicht tun sollte.“ Und wenn du nun bekehrt bist, bezeugst du: „Diese Dinge tue ich jetzt nicht mehr; sie interessieren mich nicht mehr. Ja, ich habe all das getan; ich war ein Trinker, aber nun trinke ich nicht mehr.“ Nun, das ist sehr gut, wie ich schon sagte, aber weißt du, es ist trotzdem eine sehr ärmliche, sehr unzulängliche und negative Art und Weise, seine Errettung zu beschreiben. Das Wesen der Sünde ist das Versäumnis, Gott zu verherrlichen. Wie sagt es der Kleine Katechismus (Westminster Katechismus, d.U.)? „Höchstes Ziel des Menschen ist es, Gott zu verherrlichen und sich Seiner ewig zu freuen.“ Und, siehst du, sobald wir Sünde auf diese Weise beschreiben, nämlich als das Versäumnis, Gott zu verherrlichen, werden wir sehen, wie jeder ein Sünder ist, ja wir werden erkennen, daß die ehrenwertesten Leute unter Umständen die schlimmsten Sünder sind. Sie haben sich zwar niemals gewisser Sünden schuldig gemacht -natürlich nicht, aber sie verherrlichen Gott nicht, sie verherrlichen sich selbst. Wie viele sagen: „Ich bin kein Sünder, bin nie einer gewesen.“ So reden sie aber, weil sie an bestimmte Sünden denken; wenn sie doch nur verstehen könnten, daß Sünde nichts anderes ist als das Versäumnis, Gott mit ihrem ganzen Sein jetzt und allezeit die Ehre zu geben. Dann würden sie mit Schrecken einsehen, welch große Sünder sie sind. Wenn das Sünde ist, dann verstehen wir, daß uns die Errettung umwandelt und in eine Stellung, einen Stand versetzt, wo wir zur Verherrlichung Gottes leben. Von nun an ist Er der Mittelpunkt unseres Lebens, der Mittelpunkt unserer Gespräche. Wie oft verherrlichen wir Gott, wenn wir Zeugnis ablegen? Das ist das Kriterium des Christseins. Der Apostel Paulus fängt damit an – es ist, das Evangelium Gottes‘. Und ich denke, wenn er hier so beginnt, dann wundern wir uns nicht, daß er es im Brief an Timotheus, das Evangelium der Herrlichkeit des seligen Gottes‘ nennt. Es ist der Plan des Vaters. Es ist das große Werk des ewigen Gottes selbst. Durch den Sohn und mittels des Sohnes ist es verwirklicht worden; dazu sandte der Vater den Sohn. Aber es ist „das Evangelium Gottes über seinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn“. Gott sandte ihn. Und so kommt der Sohn an zweiter Stelle und in dieser Weise. Und drittens, erinnert uns der Apostel, ist es der Heilige Geist. Durch Ihn wird uns das Evangelium zugeeignet. Der Heilige Geist befähigte den Sohn. Wir wissen, Er kam auf Ihn, als Er dort im Jordan von Johannes getauft wurde. Er stieg in Gestalt einer Taube auf Ihn herab. Und wie das Johannes-Evangelium sagt, gibt Gott Ihm den Geist nicht nach Maß. Er erfüllt Ihn damit und befähigt Ihn, durch den Geist Sein Werk zu vollenden. So sind die drei Personen zwangsläufig beteiligt, und wann immer der Apostel das Wort. Evangelium‘ anführt, denkt er an die drei Personen der Dreieinigkeit. Das Evangelium, das uns errettet, ist somit das machtvolle Handeln Gottes, des Vaters, Gottes, des Sohnes, und Gottes, des Heiligen Geistes. Es ist Gottes Vorkehrung für uns in unserer verzweifelten Notlage. Es fand bereits unter der alttestamentlichen Haushaltung Erwähnung; „doch nun ist es geschehen“, sagt Paulus, „und darum nenne ich es, gute Botschaft‘, und ich werde euch genau berichten, was sich ereignet hat.“ Wieder müssen wir anhalten, um darauf aufmerksam zu machen, daß der Apostel in einer Weise vorgeht, wie sie für die gesamte biblische Lehre charakteristisch ist. So und nicht anders belehrt uns die Bibel über die Dreieinigkeit. Nirgendwo in der Schrift wird diese Wahrheit direkt ausgesprochen, immer nur indirekt. Es gibt keine ausdrückliche Aussage über die Tatsache, daß Gott drei Personen ist – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Eine solche Definition gibt es nicht. Überall in der Bibel wird es so wie hier bei dem Apostel angeführt: „Das Evangelium Gottes über seinen Sohn“ und dann „dem Geiste der Heiligkeit nach“ – der Heilige Geist. Ich möchte kurz auf einige andere Beispiele hinweisen, damit wir es uns einprägen. Wir lesen z.B. davon bei der Taufe unseres Herrn. Da steht der Sohn in den Wassern des Jordan, der Heilige Geist, in Gestalt einer Taube, steigt auf Ihn herab, und die Stimme des Vaters kommt aus den Himmeln: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe“ – Vater, Sohn, Heiliger Geist. Wieder keine ausdrückliche Aussage, aber die Drei sind zusammen – drei verschiedene Personen in der einen Gottheit. Der Sohn sagt: „Ich und der Vater sind eins.“ So können wir noch andere derartige Feststellungen finden. Nehmen wir z.B. die Lehre im 14-Kapitel des Johannes-Evangeliums, wo unser Herr Seinen Jüngern sagt, daß Er im Begriff steht, sie zu verlassen, doch werde Er sie nicht als Waisen zurücklassen. Er wird ihnen den Heiligen Geist senden. Dabei spricht Er von dem Heiligen Geist als einem, Er’. Und weil der Heilige Geist zu ihnen kommt, stehen Er und der Vater im Begriff, Ihre Wohnung in dem Gläubigen zu nehmen. Wieder sehen wir die gleiche Wahrheit – die drei Personen und doch eine Gottheit, ein Gott. Das ist die Art und Weise, wie wir in der Bibel über diese Wahrheit belehrt werden. Ein weiteres Beispiel finden wir am Ende des Matthäus-Evangeliums, wo unser Herr seinen Aposteln den großen Auftrag erteilt, hinzugehen und alle Nationen zu Jüngern zu machen, „indem ihr diese tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Die Tatsache, daß wir auf den Namen der Drei getauft werden sollen, ist ein überwältigender Beweis dafür, daß die Drei gleichrangig, gleichewig sind. Es ist zugleich eine Zusammenfassung der Lehre von der Dreieinigkeit. Und dann denken wir daran, wie der Apostel Paulus am Ende seines zweiten Briefes an die Korinther schreibt: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“ – wieder sehen wir die drei Personen. Er setzt sich nicht hin und schreibt: „Es sind also drei Personen in der Dreieinigkeit“; sondern er bringt es indirekt zum Ausdruck. Das ist die biblische Methode, leider wird sie von vielen nicht verstanden. Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel haben wir in Hebräer 9,14, wo wir lesen: „Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat …“ So gibt es noch viele Beispiele, ich habe nur einige herausgegriffen, um uns darauf aufmerksam zu machen. Wie wichtig ist es, daß wir beim Lesen und Studieren der Schrift diese Dinge nicht übersehen. Sie sind da, wir müssen nur darauf achten, dürfen sie nicht überlesen. Sieh, was Paulus hier sagt: „Das Evangelium Gottes über seinen Sohn, … dem Geiste der Heiligkeit nach.“ Laßt uns beim Lesen unserer Bibel immer ein Auge dafür haben, wie diese herrlichen und gewaltigen und ewigen Wahrheiten ganz unvermittelt angeführt werden. Andererseits ist es nicht erstaunlich, daß der Apostel damit beginnt. Denn, meine Freunde, das steht außer Frage, die Lehre von der Dreieinigkeit ist die Lehre, die das Christentum von allen Religionen unterscheidet. Ein bekannter Theologe sagte einmal: „Die Lehre von der Dreieinigkeit ist das Herz des Christentums“, und er hat unbedingt recht. Sie macht das Evangelium absolut einmalig. Es gibt Religionen, die einen Gott bekennen, aber da ist keine, die die Wahrheit von der Dreieinigkeit verkündigt und lehrt. Darum ist es für uns als Christen außerordentlich wichtig, eine klare Vorstellung von dieser Lehre zu haben – die drei Personen in der Gottheit, gleichrangig, gleichewig. Und doch haben sie das Werk zur Errettung des Menschen geteilt. Wie lebensnotwendig ist es, daß wir das verstehen. Es wird unser ganzes Denken beeinflussen. Nun gibt es in unserer Zeit Leute, die sich von der sog. Apologetik begeistern lassen. So lesen sie z.B. in ihren Zeitungen, die Wissenschaft sei nahe daran, die Jungfrauengeburt für möglich zu halten – Parthenogenese (Jungfernzeugung, d.U.). Wir lesen davon, und manche Christen halten das für wunderbar, weil sie glauben, unsere Stellung würde dadurch gefestigt. Meine teuren Freunde, wenn eure Stellung von dem abhängt, was die Wissenschaftler sagen oder auch nicht sagen, dann zittere ich um euch. Sie haben ihre Moden. Heute sagen sie etwas, was sie morgen wieder verwerfen. Es mag bis zu einem gewissen Grad gut gemeint sein. Wir denken an die berühmten .Beweise‘ für die Existenz Gottes – gut und schön. Aber laßt uns nicht vergessen: Als Christen sind wir nicht nur Menschen, die an Gott glauben; wir glauben an die Dreieinigkeit – wir glauben an den dreieinigen Gott. Auch die Mohammedaner glauben an Gott. Und es gibt andere, die an Gott glauben. Doch das Wesen des Christentums ist der Glaube an die Drei Personen – einen Gott. Paulus beweist im folgenden, daß Jesus der Sohn Gottes ist, „der aus der Nachkommenschaft Davids gekommen ist dem Fleische nach, als Sohn Gottes in Kraft eingesetzt …“ J a, er ist Gott, der Sohn; und ebenso wahr ist es, von Gott, dem Heiligen Geist, zu sprechen. Wir müssen Trinitarier sein. Wir können es uns nicht leisten, diesbezüglich gleichgültige oder ungenaue Auffassungen zu haben. Es ist gewissermaßen das Herz des Christenstums, das Zentrum unseres Standpunktes, daß die drei herrlichen und ewigen Personen für uns Menschen, für unser Heil, so gewaltige Dinge getan haben, wie sie der Apostel nun in diesem wunderbaren Brief entfalten wird. O möge Gott uns befähigen, die Vorrangigkeit, die zentrale Stellung, die allumfassende Bedeutung der Lehre von der Heiligen Dreieinigkeit zu erkennen.
Eine Auslegung des Briefes an die Römer (Kapitel 1,1) Dr. D. Martyn Lloyd-Jones Bibel und Gemeinde 4/94