1. Petrus 2,8 ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Psalm 118,22; Jesaja 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind.

Man kann über Jesus nicht zur Tagesordnung übergehen und an ihm vorbei Zukunft bauen. Wer ihm begegnet, wird durch die Begegnung auf alle Fälle verändert: Er wird sehend, „lebendiger Stein, oder stößt sich an ihm wie ein Blinder und kommt zu Fall, d.h. er verfehlt seinen Schöpfer und Erlöser und damit seine Bestimmung.
„Stein des Anstoßes“ meint einen Steinblock, gegen den man anrennt und an dem man sich Schaden holt. Das wird unterstrichen durch den Ausdruck Fels, der zu Fall bringt“. Der Stein, den die Bauenden verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden, und ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses. Ob der kostbare Eckstein dem Menschen Kostbarkeit ist oder Anstoß zum Fallen wird, das kommt nicht schicksalhaft über ihn, sondern hat seine Ursache im Glauben oder im Ungehorsam gegenüber dem „Wort“.
Nun verschiebt sich das Bild ein wenig von Christus als dem Prüfstein und Eckstein zum Stein des Anstoßes.
Mit Psalm 118,22 beschreibt Petrus noch einmal die Ausstoßung und Verurteilung Jesu durch die Führer Israels. Sie hielten sich für „Bauleute, wollten Gottes Herrschaft in Israel bauen, aber Jesus passte nicht in ihren frommen, so eigensüchtigen Bauplan. Deshalb haben sie ihn „verworfen“. „Hinweg mit ihm, kreuziget ihn!“, schrie damals die aufgehetzte Volksmenge vor dem Richterstuhl des Pilatus. Gott aber hat durch Kreuz, Leiden, Sterben und Auferstehung den Sohn zum kostbaren »Eckstein«, zum Ersten der neuen Schöpfung gemacht.
Während nach Jes. 8,14 Israel an Gott selbst zu Fall kommt, wenn es in seiner Politik nicht mit Gott rechnet, stolpert der Unglaube nun über Christus.
“wozu sie auch bestimmt sind“ –, weil sie dem Evangelium nicht glauben und gehorchen. Gott bestimmt Menschen nicht aktiv zum Unglauben; aber er verhängt das Gericht über jeden Ungläubigen (Joh 3,18.36; 8,24; 2Thes 1,6-9; Hebr 3,19; 4,11). Gott richtet Ungläubige als eine Folge ihrer mangelnden Liebe zu ihm, ihres Ungehorsams gegenüber seinem Wort und ihrer Weigerung, an ihn zu glauben. Paulus schrieb den Korinthern: „Wenn jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebt, der sei verflucht!“ (1Kor 16,22).
Hier wird sowohl die freie Gnadenwahl Gottes als auch die Verantwortung des Menschen aufgezeigt. Die Menschen sind verdammt ( nehmen Anstoß«), „weil sie dem Wort nicht glauben“. Doch auch dieser Ungehorsam vollzieht sich nicht außerhalb des souveränen göttlichen Willens (Rom 9,14-24). 2,9 f. Durch seine Sprache, die er hier gebraucht indem er Begriffe, die im AT auf Israel bezogen waren, auf die Gemeinde anwendet stellt Petrus beide als das eine Gottesvolk vor.

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