1. Petrus 2,6 Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): „Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“

Der Schreiber kehrt zum Thema, „Christus als Eckstein“ zurück und entwickelt es weiter. Dies tut er mit einer frei aus Jes 28,16 zitierten Stelle. Dort wird berichtet, daß die Obersten dem Volk von Jerusalem Rettung schaffen wollten dadurch, daß sie mit dem Tode und mit der Lüge einen Bund machten. Und die Führer Israels, die dem Gericht Gottes frech entgehen wollten. Sie meinten, sie hätten sich abgesichert, sogar gegenüber dem Tod, und könnten so ungestraft die Armen ausbeuten. Dem setzt Gott sein Rettungshandeln entgegen. Die Wortwahl sowie das Bild vom festgegründeten Eckstein drückt das souveräne, machtvolle Handeln Gottes so massiv aus, daß man spürt: wer das nicht respektiert, wer sich dem widersetzt, steht gegen Gottes entschiedenen Willen und wird daran zugrunde gehen. Schon im Judentum wurden diese Worte auf den Messias gedeutet. Die Apostel sahen in ihnen das Ostergeschehen geweissagt.
Durch Siehe soll die Aufmerksamkeit geweckt werden: Achtung! Hier geschieht etwas, was niemand ohne Schaden übergeht. Im Ostergeschehen ist Gott dem Verwerfungsurteil der Menschen entgegengetreten, hat das Urteil der Menschen korrigiert und ein Heil geschaffen, das der ganzen Welt gilt.
Während die von Menschen gebauten Tempel verschwinden, steht hier etwas, was alle Zeit überdauert. Hier wurde dieser große Stein in Zion gelegt. Der geographische Hinweis erstreckt sich auf Jerusalem in dem Abschnitt aus Jesaja (28,14). Zion ist der Bereich des neuen Bundes der Gnade in Gegensatz zum alten Bunde des Gesetzes vom Berg Sinai (Hebr 12,22-24). Dieser Stein ist der „Haupteckstein“. In Jes 28 wird von einem Grundstein gesprochen. Wir können ihn den „Eckstein des Fundamentes“ nennen. Es ist der Stein, der zwei Wände miteinander verband und von dem alle Messungen vorgenommen wurden. So ist es auch mit Christus, dem „Haupteckstein“. Er verbindet den alten und den neuen Bund in sich selbst. Er bringt in einer Verbindung Juden und Heiden zusammen (Eph 2,14-16) Die Kirche ist errichtet auf den Propheten und den Aposteln, die durch den entscheidenden Eckstein – Christus – zusammen gehalten werden ( Eph.2,20 ).
“wer an ihn glaubt“ In der hebr. Grundsprache haben die Worte „glauben“ und „gründen“ die gleiche Sprachwurzel: aman. Daran wird deutlich, daß Glauben nicht nur mit den Gedanken geschieht, sondern mit dem ganzen Leben. Weil es um die zeitliche und ewige Existenz geht, ist die Zusage so wichtig; Wer sich auf den von Gott gesetzten Eckstein „gründet“, ihm sich anvertraut, der wird nicht zuschanden.
Das Wort zuschanden meint, in seinem Vertrauen missbraucht worden zu sein oder seine Hoffnung auf jemanden gesetzt zu haben, der sie zunichte gemacht hat. Menschen, die ernsthaft an Christus als ihren Herrn und Heiland glauben, werden von ihm niemals enttäuscht (Röm 10,11-13; vgl. Jer 17,7-8).

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