Ruf zur geistlichen Reife

1. Christen sollten sich schämen, sich über ihre Stärken, Fähigkeiten, Siege, Dienste, Erfolge und Früchte zu rühmen – als ob sie diese einerseits verdienen oder selbst hervorbringen oder als ob diese sie andererseits vor unserem Herrn Jesus Christus akzeptabler machen. Was haben wir, das wir nicht empfangen haben? Und wenn wir es empfangen haben, warum rühmen wir uns dessen (1Kor 4,7)?
2. Christen sollten schnell ihre Schwachheiten einräumen, denn wenn sie dies tun, dann werden sie die Kraft Christi erheben und ihn verherrlichen. Ich weiß von einem christlichen Leiter, der seine Mitbrüder anweist, niemals Schwäche zu zeigen, da man seinen Gegnern einen Vorteil verschaffen würde. Dieser Leiter mag ein Christ sein, aber sein Denken ist heidnisch.
3. Auf jeden Fall sollten Christen nicht unkritisch weltliche Maßstäbe zur Beurteilung ihrer selbst übernehmen, wenn die zugrunde liegenden Werte nicht mit einer biblischen Nachfolge Jesu Christi vereinbar sind. Die tiefe Ironie des Rühmens des Paulus ist nicht das Werk eines Menschen, der von Natur aus zurückhaltend ist. Hinter seinen Aussagen zeigt sich ein Apostel, der mit Gottes Gnade die Konsequenzen seiner Jüngerschaft und Nachfolge Jesu Christi durchdacht hatte; er hatte es in großem Maße gelernt, in Übereinstimmung mit seiner Berufung zu denken und zu handeln. Sein Verständnis der Gnade und sein Wunsch, seinem Erlöser gleich zu werden, sind das Motiv für sein Rühmen.
Die Lösung für ein übersteigertes Selbstwertgefühl und Selbsterhöhung ist weder ein künstlicher Selbsthass, noch der mutige Versuch, härter gegen sich selbst zu sein. Die Lösung besteht in der bedingungslosen Hingabe an Jesus Christus. D. A. Carson
D. A. Carson, A Modell of Christian Maturity, Baker Books, Grand Rapids, Michigan, 2007, S.137-138.
http://distomos.blogspot.com/search?updated-max=2010-11-04T06%3A19%3A00-07%3A00&max-results=7

Schreibe einen Kommentar