Wie man in einem postmodernen Zeitalter über Sünde reden kann

Als ich damit begann, die Bibel zu lesen, habe ich nach einem verbindenden Thema Ausschau gehalten. Ich schloss, dass es viele gibt und dass, wenn wir eines davon zu dem Thema machen (wie „Bund“ oder „Reich“), wir dann Gefahr laufen, eine Engführung zu betreiben.

Aber eine grundlegende Art, die Bibel zu lesen, ist, darin einen langen Kampf zwischen wahrem Glauben und Götzendienst zu sehen. Am Anfang wurden die Menschen dazu geschaffen, Gott anzubeten und ihm zu dienen und über alle geschaffenen Dinge im Namen Gottes zu herrschen (1Mose 1,26-28). Paulus versteht die ursprüngliche Sünde der Menschen als einen Akt des Götzendienstes: „Sie haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht … und dem Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer“ (Röm 1:23.25). Anstatt für Gott zu leben, haben wir angefangen, für uns selbst zu leben und für materielle Güter. Wir haben die ursprünglich gedachte Ordnung umgekehrt. Weiterlesen

Was ist Apologetik?

Apologetik ist eine systematisch-theologische Disziplin, die den Gläubigen dabei hilft, den in 1Petr 3,15 formulierten Auftrag in die Tat umzusetzen. Apologetik ist demnach denkerische Rechtfertigung und Verteidigung der christlichen Hoffnung.

Ihren besonderen Charakter gewinnt die Apologetik dadurch, dass sie Fragen (und Klagen) Andersdenkender aufgreift und für diese formal nachvollziehbar zu beantworten sucht. Petrus erwartet von den Christen, dass sie den Grund für ihre Hoffnung vernünftig kommunizieren können. Ein Apologet glaubt nicht nur, er kann auch erklären und begründen, warum und woran er glaubt. Ein Apologet versucht plausibel darzulegen, warum ein Christ Christ ist und Nicht-Christen Nachfolger von Jesus Christus werden sollten.

Apologetik ist keine Disziplin für Spezialisten. Bei allen denkbaren Gelegenheiten und gegenüber jedermann (vgl. 1Petr 3,15) sollen Christen zur Rechenschaftslegung bereit sein. Somit ist nicht nur die akademische Auseinandersetzung Forum für die Apologetik, sondern das gesamte Gemeindeleben einschließlich der Katechese, Verkündigung, Seelsorge oder Evangelisation.

Wir können zwischen reflektierender, defensiver und offensiver Apologetik unterscheiden. (In der Literatur findet sich manchmal die Unterscheidung zwischen negativer und positiver Apologetik. Ich ziehe defensive und offensive Apologetik dieser traditionellen Bezeichnung vor, da sprachlich präziser.)

(a) Reflektierende Apologetik. Sie richtet sich nach innen, also an die Gemeinde der Christusgläubigen. Diese Form der Apologetik liefert den Gläubigen einsichtige und prüfbare Gründe für ihren Glauben. Auch Gläubige haben Zweifel und werden durch leere und verführerische Gedankengebäude angefochten (vgl. Kol 2,8). Jesus und die Apostel haben den Gläubigen überzeugende und tragfähige Gründe für ihre Nachfolge gezeigt (vgl. z. B. Joh 20,24–31; 1Kor 15,1–11). Reflektierende Apologetik hilft dabei, Vernunftsschlüsse, die sich gegen die Erkenntnis Gottes richten, aufzudecken und alles Denken in den Gehorsam gegenüber Christus zu führen (vgl. 2Kor 10,5).

Reflektierende Apologetik klärt also Fragen des Glaubens und Unglaubens im Kreis der Kirche. Defensive und offensive Apologetik wendet sich vor allem an den Kreis der Menschen, die (noch) nicht an Jesus Christus glauben.

(b) Defensive Apologetik. Sie liefert Belege und Argumente für die Verteidigung des christlichen Glaubens gegenüber Einwänden und Angriffen. Sie reagiert auf Argumentationen, die von außen an die Kirche herangetragen werden. Einige Reden des Apostels Paulus gehören zu dieser Form der Apologetik, da er das Evangelium gegenüber Anklagen von Juden und Griechen verteidigte. Ebenso wurden viele Reden Jesu durch verbale Angriffe der Pharisäer und Schriftgelehrten provoziert (vgl. Abschnitt „Adressaten der Apologetik im Neuen Testament“). Wie wir bereits gesehen haben, sind Apologien überwiegend defensiv ausgerichtet. Theologen bemerken, dass die Gläubigen in den Gemeinden durch populäre Geistesströmungen verunsichert werden und bei ihren evangelistischen Bemühungen Überzeugungskraft verlieren. Um Zweifel auszuräumen und die Gemeinden geistlich, intellektuell und ethisch zu stärken, verteidigen sie das historische Christentum durch eigene Schriften.

(c) Offensive Apologetik. Sie präsentiert Argumente für die Wahrheit des christlichen Glaubens mit dem Ziel, die weltliche Weisheit als Torheit zu überführen (vgl. Spr 9,6; Ps 53,2; 1Kor 1,18–21). Offensive Apologetik ist also „angriffslustig“, sie attackiert die gottlosen Denksysteme und Lebensentwürfe mit der Offenbarung Gottes. Nicht-christliches Denken ist dem Wahn verfallen (Röm 1,21). Offensive Apologetik will nun dieses verfinsterte Denken aufdecken und überzeugende Denkalternativen entfalten. Apologetik in diesem Sinn zeigt, dass der Glaube an Christus wahr ist. https://theoblog.de/was-ist-apologetik/32589/

Evangelikale Moral

Das praktische Leben vieler evangelikaler Christen nähert sich zusehends dem gesellschaftlichen Durchschnitt. Manchen sind Bibelverse dabei vollkommen egal, weil Glaube für sie nur noch darin besteht, ein Leben nach dem Tod für wahrscheinlich zu halten und darauf zu vertrauen, dass Gott hier auf der Erde schon alles segnet, was sie bereits für sich geplant haben. Eine wirkliche Lebensveränderung wird zumeist nicht einmal in Betracht gezogen. Was man sich wünscht, wird als richtig erklärt. In die eigenen Entscheidungen will man sich weder von Gott noch von Glaubensgeschwistern hineinreden lassen. Andere Christen spüren noch ein vages geistliches Unwohlsein. Doch statt sich der Prägung Gottes auszusetzen und dann auch unangenehme Entscheidungen zu treffen, suchen sie intensiv nach Möglichkeiten klare biblische Aussagen wegzuerklären. Die einfachste Strategie ist dabei natürlich die Feststellung, dass Gott genau zu dieser Frage schweigt und deshalb alles erlaubt ist. Wenn sich dann doch eine biblische Anweisung findet, dann wird erklärt, das gelte nur für die damalige Zeit. Heute sei alles anders, entweder, weil wir als Christen heute im Zeitalten der Freiheit und Gnade leben oder weil die Ausgangslage heute halt ganz anders sei als im alten Israel oder zur Zeit des Paulus. In Wirklichkeit aber wollen die betreffenden Christen garnichtmehr auf Gott hören, sie suchen lediglich noch einen einfachen Weg das stille Rufen ihres Gewissens zu beruhigen.
Natürlich ist die Argumentation, in der Bibel wird dies oder das nicht ganz deutlich verboten, also muss es wohl erlaubt sein, Unsinn. Mit dieser Logik könnte man auch behaupten, das Neue Testament verbietet Entführungen nicht deutlich genug, folglich sind Entführungen für einen Christen legitim. Oder: Das Neue Testament verbietet keine Ehen mit Tieren, also sind sie von Gott erlaubt. Wenn man wirklich nach dem Willen Gottes sucht, sollte man zuerst nach den deutlichen, positiven Aussagen zu einem Themenbereich suchen und den dann umsetzen. Dadurch regeln sich manche Sonderfragen weitgehend von alleine. Bei der Frage, ob Mann und Frau vor der Ehe zusammenziehen dürfen, sollte man also nicht nach einem strengen Verbot suchen, sondern nach Aussagen, wie Ehe positiv definiert und gelebt wurde (z.B. 1Mo 29, 21). Natürlich sollte es dabei schon zum Nachdenken bringen, dass im Alten Testament Sex zwischen Unverheirateten bestraft werden sollte (2Mo 22, 15; 3Mo 19, 29; 5Mo 22, 28f.; 5Mo 22, 13-21). An diesen Stellen wird auch deutlich unterschieden zwischen „Sex haben“ und „verheiratet sein“, weshalb man kaum behaupten kann, durch das Zusammenleben oder den Sex sei man vor Gott bereits verheiratet (vgl. 5Mo 20,7).
An allen Stellen im Neuen Testament, wo direkt oder im übertragenen Sinn von Ehe gesprochen wird, beginnt diese durch eine öffentliche Zeremonie. Mit einer gegenseitigen Verpflichtung wurde vor der ganzen Umwelt deutlich gemacht, dass man nun dauerhaft mit allen Rechten und Pflichten zusammengehört (Mt 22, 1-14; 25, 1-12; Joh 2, 1-11). Maria beispielsweise lebte nicht mit Joseph zusammen und hatte vor der Ehe auch keinen Sex mit ihm (Lk 1, 34; vgl. 1Kor 7, 36). Auch Paulus macht deutlich: entweder heiraten und zusammenleben oder alleine bleiben. In dieser Hinsicht soll es keinen Zwischenzustand geben (1Kor 7, 8f.). Der potentielle Partner sollte abgesehen von anderen positiven Eigenschaften gläubig sein (1Mo 28, 1ff.; 5Mo 7, 1-4; Spr 31, 30; 2Kor 16, 14; Jak 4,4). Außerdem untersagen zahlreiche Texte des Neuen Testamentes mit dem Begriff „Unzucht“ (Porneia) jeden Sex außerhalb der Ehe, also auch den vor der Hochzeit (1Kor 6, 15ff.; Eph 5, 3-8; Hbr 13, 4).
Wenn man wirklich eine Ehe nach Gottes Vorstellungen leben will, dann hindert auch nichts an einer offiziellen Hochzeit. Wenn man die Phase des Zusammenlebens aber eher als Probezeit versteht oder nur deshalb nicht heiratet, weil man keine dauerhafte Verpflichtung eingehen will, dann ist man offensichtlich nicht bereit, eine Beziehung in Treue und Liebe zu führen, wie Gott sie ursprünglich vorgesehen nat.
Evangelikale Christen bauchen wieder neu den Mut, Glauben nicht nur als Gefühl in einem Anbetungskonzert zu verstehen, sondern als konsequente und vertrauensvolle Beziehung zu Gott. Man muss Gott dann allerdings auch das Recht einräumen, mit Autorität ins eigene Leben hineinzusprechen. Gott ist aber schließlich auch derjenige, der den größeren Überblick hat, nicht wie ein Mensch mit seinem immer begrenzten Einschätzungsvermögen. Wenn Christen glaubhaft sein wollen, wenn sie Gottes Realität auch im Alltag erleben wollen, dann müssen sie sich von den ganz „normalen“ Vorstellungen des Zeitgeistes lösen und Gottes Maßstäbe akzeptieren, statt sie elegant wegzureden. Das ist dann eine echte Alternative, die vielleicht nicht kurzfristig jede Lust befriedigt, auf längere Frist hin aber erfüllend und erfolgreich sein wird. – Selbstverliebte Christen dürfen nicht erwarten, dass Gott sie auch noch in diesem eigensüchtigen Weg unterstützt. Am Ende werden sie halt leben wie Millionen anderer Zeitgenossen auch, durchschnittlich glücklich oder unglücklich, aber eben nicht mehr. Auch wenn es nicht populär wirkt, es lohnt sich, auch in ganz konkreten Fragen der Lebensführung nach Gottes Regeln zu fragen, statt immer nur das rechtfertigen zu wollen, wozu man gerade Lust hat.
„Und richtet euch nicht nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lasst die Art und Weise, wie ihr denkt, von Gott erneuern und euch dadurch umgestalten, sodass ihr prüfen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob es Gott gefallen würde und ob es zum Ziel führt!“ (Römer 12, 2) Michael Kotsch

Gebot oder Gnade?

Wie gehen wir als Gemeinde oder als Christen mit unserem Versagen um? Meine erste Empfehlung lautet: Wir brauchen das Gebot und die Gnade.
Etliche Gemeinden, die mit bewundernswerter Sorgfalt am biblischen Gebot festhalten, verschließen die Augen vor den Nöten und Kämpfen ihrer Mitglieder. Wenn etwa mit Gesten der Selbstverständlichkeit sexuelle Reinheit eingefordert wird, entsteht schnell der Eindruck, unter Christen gäbe es so etwas wie Versagen in diesem Bereich nicht. Da das Thema sowieso sehr schambesetzt ist, findet kaum jemand den Mut, die persönlichen Nöte ans Licht zu bringen. Das Brodeln unter der Oberfläche wird gar nicht wahrgenommen. Offiziell scheint alles in Ordnung zu sein. So kann sich eine pharisäische Gesinnung etablieren, ein doppelter Standard. Vordergründig ist alles geklärt, aber hinter dem Vorhang sieht das Leben anders aus. Das Sollen wird so stark betont, dass das Sein nur noch verzerrt wahrgenommen wird. Weiterlesen

Wo ist die Hölle geblieben?

„Die Hölle ist weg. Keiner hat es bemerkt“
Der Philosoph Bertrand Russell meinte in Why I Am Not a Christian (Warum ich kein Christ bin, 1927) selbstsicher, Jesus habe einen „schweren Charakterfehler“ gehabt. Russell glaubte, dass niemand, „der zutiefst menschenfreundlich ist, an eine ewigwährende Strafe [in der Hölle] glauben kann.“ Und Christus „glaubte ganz gewiss an eine ewige Strafe“. „Rachsüchtige Wut“ finde sich in den Evangelien, aber nicht bei Sokrates. Die ganze Lehre von der Hölle sei eine „grausame Lehre“, ja sie habe sogar „die Grausamkeit in die Welt gebracht“.
Der Psychiater Franz Buggle, ein weiterer Atheist, schrieb in Denn sie wissen nicht, was sie glauben (1992) zur Hölle, diese sei „eine Strafandrohung, deren unheilvolle, psychisch verheerende Wirkung in der Geschichte des Christentums auf unzählbare Menschen gar nicht übertrieben werden kann… Kann ein ethischer und religiöser Lehrer…, kann ein solcher Mann heute noch als Verkörperung des absolut Guten, der absoluten Liebe, als Gott verkündet werden?“ „Ewig dauernde Qualen“ sind für ihn neben der Kreuzeslehre der eigentlich „unheilbare Skandal“ des Neuen Testaments.
Die Kritik der säkularen Kultur ist also äußerst massiv. So massiv, dass führende Kirchenvertreter im Westen sich nicht mehr zur Hölle bekennen wollen. Im Jahr 2013 interviewte der deutsche „Spiegel“ (30/2013) die bekannteste evangelische Pastorin des Landes, die ehemalige Hannoversche Bischöfin und EKD-Ratsvorsitzende (2009–2010) Margot Käßmann: „Glauben Sie eigentlich noch an Himmel und Hölle?“ Sie glaube an die Auferstehung, aber „ob es eine ewige Verdammnis der Sünde und eine Hölle gibt, diese Frage überlasse ich lieber Gott.“ Die lutherische Theologin kritisiert diejenigen, die den „strafenden Donnergott“ zurückhaben wollen. „Es gibt die Hölle auf Erden…“ „Aber als Jenseitsort?“ fragt „Der Spiegel“ bohrend zurück. Antwort: „Ich glaube, dass der Mensch für seine Taten nach dem Tod Rechenschaft ablegen muss. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott Menschen Jahrhunderte in irgendeinem Feuer brennen lässt. Das sind für mich eher die Vorstellungen von Leuten, die ihren Feinden das Schlimmste wünschen.“ „Die Idee der ewigen Verdammnis hat auch etwas Tröstliches“, wenden die Journalisten ein. So würde schlimmen Verbrechern Gerechtigkeit widerfahren. Käßmann sieht hinter so einem Denken allerdings nur „Rachebilder“. Weiterlesen

Ist jeder Christ ein Theologe?

Wir sind wahrscheinlich damit vertraut, dass es im Raum unserer Gemeinden und Kirchen unterschiedliche Auffassungen über den Nutzen der Theologie gibt. Auf der einen Seite des Spektrums haben wir Leute, die überhaupt nicht wiedergeboren sind, aber Theologie studieren. Sie treten mit dem Anspruch auf, dass nur ein studierter Theologe das Recht habe, theologische Aussagen zu machen. Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es Christen, die die Theologie für ein Werk des Teufels halten. Sie treten in der Regel sendungsbewusst auf und sind sich – so jedenfalls meine Erfahrung – sehr sicher, dass die Beschäftigung mit der Theologie in den allermeisten Fällen den persönlichen Glauben und die Lehre in der Gemeinde beschädige. Weiterlesen

Eine Geschichte von zwei Reichen

Es gibt keine bessere Zeit, uns an die Zwei-Reiche-Lehre zu erinnern, als in Wahlperioden, wenn Protestanten oft mehr durch ihre politische Meinung als durch ihren Glauben und ihre Praktiken getrennt werden.
In den Nachwehen der Plünderung Roms durch die Germanen im Jahr 410 schrieb der große Kirchenvater Augustinus, Bischof von Hippo, sein berühmtes Werk Vom Gottesstaat. Hieronymus, ein weiterer bekannter Kirchenvater, war in Verzweiflung zusammengebrochen: „Was wird aus der Kirche werden, jetzt wo Rom gefallen ist?“ Als Patriot fühlte Augustinus ohne Zweifel die gleiche Verletzung, aber als christlicher Pastor begrüßte er das Ereignis als eine Gelegenheit, die durch Gottes Vorsehung herbeigeführt wurde: Gott hatte das Missionsfeld zu den Missionaren gebracht. Die Frage war nur, ob noch viele „Missionare“ in einem Reich übriggeblieben waren, das den Glauben genau in dem Maße geschwächt hat, wie es ihn mit einer bürgerlichen Religion verschmolzen hat.
Egal ob wir vor einer gleichen Gefahr in unserer Zivilisation stehen, wir brauchen auf jeden Fall die Weisheit, mit der Augustinus dieser Krise begegnet ist. Wie alle großen Bücher wird sein Gottesstaat von verschiedenen Schulen ziemlich unterschiedlich interpretiert. Aber es ist unbestreitbar, dass das Buch dabei geholfen hat, das zu schaffen, was später als die Lehre von den zwei Reichen bekannt wurde. Weiterlesen

Blutspende?

Eine unmittelbar anwendbare Bibelstelle zum medizinisch begründeten Blutspenden gibt es nicht. Ganz eindeutig wird sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament der Konsum von Blut (z.B. 1. Mose 9,2-4; 3. Mose 7,26.27; 5. Mose 12,23-25; Apg. 15, 19-21; 21, 25 ) und das Vergießen von menschlichem Blut (z.B. 1Mose 9, 6) verboten. Auf eine Blutspende treffen beide Aussagen nicht zu. Zum einen wird dabei kein Blut gegessen; schon gar nicht aus religiösen Gründen, wie es zur Zeit des Alten Testaments weit verbreitet war. Zum anderen wird beim Blutspenden im alttestamentlichen Sinne kein „Blut vergossen“ (darunter wird im biblischen Zusammenhang die Tötung eines Menschen verstanden).
Manchmal wird in entsprechenden Diskussionen auch auf die Aussage „im Blut ist das Leben / die Seele“ (z.B. 3. Mose 17,11.12) hingewiesen. Auch hier besteht aber kein direkter Bezug zur Blutspende. Es geht an diesen Stellen ganz offensichtlich um den Verlust der Gesamtheit des Blutes, um die Tötung eines Menschen (z.B. Hes. 14, 19; 28, 23). Wenn ein Mensch alles Blut verliert, verliert er auch seine Seele. Da die Seele aber keine materielle, sondern eine geistliche Größe ist, kann man sie nicht vereinfacht mit der Materie Blut identifizieren. Mit einer kleinen Menge Blut, die man infolge eines Unfalls oder beim Blutspenden vergießt, verliert man eben nicht einen Teil seiner Seele. Im Alten Testament werden zahlreiche Kämpfe beschrieben, bei denen durch Verletzungen selbstverständlich auch eine gewisse Menge Blut vergossen wurde. An keiner Stelle aber wird in diesem Zusammenhang von einer Schädigung oder dem Verlust der Seele / des Lebens berichtet. Die Seele / das Leben des Menschen wird nur dann unwiederbringlich geschädigt, wenn jemand sein ganzes Blut verliert, bzw. den größten Teil.
Blutspenden kann aber auch als Akt christlicher Nächstenliebe gedeutet werden, mit dem Menschen in medizinischen Notlagen das Leben erhalten wird. In diesem Fall wäre sie sogar positiv zu werten, solange keine andere biblische Norm verletzt wird.
Bei der „Spende“ lebensnotwendiger Organe ergibt sich das schwerwiegende ethische Problem, der angemessenen Todesdefinition; weil der Körper des Hirntoten bis zur Explantation des Herzens abgesehen vom Gehirn eben noch lebt. Auf die Blutspende trifft dieser Sachverhalt natürlich nicht zu, weil hier das Leben des Spenders in keiner Hinsicht gefährdet wird. Insofern ist Blutspende aus christlicher Sicht durchaus legitim. Allerdings kann und soll niemand dazu gedrängt werden, weil es sich dabei um eine sehr persönliche Entscheidung handelt, nicht um eine biblische Verpflichtung. Michael Kotsch
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9

Problem der modernen Theologie

„Obwohl ihre Position also auf einem kritisch-liberalen Schriftverständnis beruht, ist doch das eigentliche Problem der modernen Theologie nicht ihr Bibelverständnis, sondern ihr Konzept der zweigeteilten Wahrheit.“ S. 58
„Die moderne Theologie (Neo-Orthodoxie, D.J.) bedient sich jedoch gewisser religiöser Wörter, die den Zuhörer an Persönlichkeit und einen festen Inhalt denken lassen. Tatsächlich herrscht aber keine wirkliche Kommunikation, sondern lediglich die Illusion einer Kommunikation, indem Wörter mit einem weiten Bedeutungshorizont gewählt werden. Der Inhalt des unaussprechlichen existentiellen Grenzerlebnisses wird mit Hilfe von assoziationsbeladenen religiösen Wörtern nur scheinbar mitgeteilt.“ S. 61
„Am besten lässt sich die Konzeption der modernen Theologie als ‚Glaube an den Glauben‘ beschreiben, im Gegensatz zu einem Glauben an ein tatsächlich vorhandenes Gegenüber.“ S. 67
„In der modernen Theologie dagegen ist der Glaube nach innen gekehrt, denn er hat kein festes Gegenüber, und die Verkündigung unangreifbar, denn sie kann nicht rational diskutiert werden.“ S. 68
„Es gibt keinen grundlegenden Unterschied zwischen Heideggers weltlichem Mystizismus und dem Mystizismus der modernen Theologie.“ S. 76
„Bei näherer Betrachtung kann man die Theologen des oberen Bereichs entweder als Atheisten im klassischen Sinne oder als Pantheisten bezeichnen, das hängt nur von der Perspektive ab. Auch ihr Gott ist tot.“ S. 88
„Den einzigen Ausweg aus ihrem Dilemma bildet die Rückkehr zur Methodologie der Antithese. Ohne diesen Schritt geht alles Reden über die leibliche Auferstehung Christi am Kern des Problems vorbei.“ S. 89
„Dennoch werden die Theologen ihre hoffnungslosen Versuche bestimmt weiter fortsetzen, denn einerseits ist der Zwiespalt unerträglich, sie müssen ihn aber auch aufrecht erhalten, weil die Zweiteilung der Wahrheit die Grundlage der modernen Theologie ist.“ S. 91
„Inzwischen dürfte klar sein, dass Christentum und moderne Theologie lediglich in einer gemeinsamen Terminologie übereinstimmen – und selbst diese ist mit verschiedenen Inhalten gefüllt.“ S. 110
„Wer die ersten drei Kapitel der Bibel ablehnt, der kann weder eine wahrhaft christliche Position vertreten, noch die Lösung des Christentums verkünden.“ S. 116
„Der Christ ist der eigentliche Revolutionär unserer Generation, denn er widersetzt sich der monolithischen modernen Auffassung, nach der alle Wahrheit relativ ist – wir glauben an die Einheit der Wahrheit.“ S. 120
„Der moderne Mensch muss sich die Frage gefallen lassen, ob er die Antwort des Christentums nicht deshalb ablehnt oder einfach übergeht, weil er bereits in blindem Glauben die Denkvoraussetzung der Naturkausalität in einem geschlossenen System übernommen hat.“ S. 125
„Da nun das Christentum die Wahrheit verkündet über das, was wirklich da ist, bedeutet seine Ablehnung aufgrund eines anderen philosophischen Systems eine Entfernung von der wirklichen Welt.“ S. 135
„Der christliche Glaube ruht auf zwei Eckpfeilern: Der Wirklichkeit der Existenz Gottes, also der Tatsache, dass er da ist, und der Einsicht, dass das Dilemma des Menschen moralisch und nicht metaphysisch begründet ist.“ S. 149
„Das Denken geht dem Glauben voraus. Nur so verstehen wir die Bibel richtig. Wenn wir erklären, dass nur der Glaube, der aufgrund von Erkenntnis an Gott glaubt, wahrer Glaube ist, so sagen wir etwas, das in der Welt des zwanzigsten Jahrhunderts wie eine Explosion wirkt.“ S. 159
„Die Bibel, die historischen Glaubensbekenntnisse und die Orthodoxie sind deshalb wichtig, weil Gott da ist; diese Tatsache verleiht ihnen letztlich erst ihre Wichtigkeit.“ S. 162
„Christliche Wahrheit gründet sich also auf das, was existiert – und letztlich auf den Gott, der existiert. Dann bedeutet wahres geistliches Leben, das rechte Verhältnis zu dem Gott haben, der wirklich da ist – zunächst im einmaligen Akt der Rechtfertigung, dann im Erleben dieses Verhältnisses als fortwährende existentielle Realität. Das meint die Bibel mit wahrem geistlichem Leben – eine andauernde existentielle Beziehung zu dem Gott, der existiert.“ S. 163
Der Sinn des Lebens: „Dieser besteht nicht in der Rechtfertigung, sondern in der Wiederherstellung unserer persönlichen Beziehung zu einem persönlichen Gott, die wir erlangen, wenn wir Christus als unseren Erlöser annehmen.“ S. 174
Francis A. Schaeffer, Gott ist keine Illusion: Ausrichtung der historischen christlichen Botschaft an das zwanzigste Jahrhundert (Originaltitel: The God who is there), Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1984.

Umkehr im Neuen Testament

​​​​​​Dies ist der zweite Teil der biblischen Theologie der Umkehr. Der erste Teil „Umkehr und die Geschichte Israels“ kann hier gelesen werden.

Umkehr lässt sich als „das Abwenden von der Sünde und dem Hinwenden zu Gott” definieren. Der Vers, der das wahrscheinlich am besten zusammenfasst, steht im ersten Thessalonicherbrief 1,9: „Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.“

Wir sehen hier die beiden Elemente der Bekehrung sehr deutlich – ein Abwenden von Götzen und ein Hinwenden zu Gott.

Umkehr im Neuen Testament: Von der Verheißung bis zur Erfüllung

Der im Alten Testament verheißene Triumph Gottes über die Schlange (1Mo 3,15) wird im Neuen Testament zur Realität. Das Alte Testament verhieß einen neuen Bund, eine neue Schöpfung, einen neuen Exodus und neue Herzen für Gottes Volk. Die Erfüllung all dieser Verheißungen wurde durch das Leben, Sterben und die Auferstehung von Jesu Christi, die im Neuen Testament verkündigt werden, eingeleitet.

Umkehr in den Synoptikern

In den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas), wird das Rettungswerk Gottes, das im Alten Testament verheißen wurde, mit dem Begriff „Reich Gottes“ zusammengefasst und spielt eine zentrale Rolle in den Synoptikern. Allerdings müssen wir auch verstehen, dass das Reich Gottes zur Umkehr aufruft. Die zwei Elemente der Umkehr können auch mit den Begriffen „Buße” und „Glaube” beschrieben werden.

Wir lesen in Mk 1,14-15: „Jesus kam nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!” (Mk 4,17) Die von Jesaja angekündigte gute Nachricht der Rückkehr aus dem Exil, die gute Nachricht der Erfüllung der Verheißung auf Rettung, wird nur denen zuteil, die sich von ihren Sünden abkehren und dem Evangelium glauben.

Das Evangelium in den Synoptikern konzentriert sich auf den Tod und die Auferstehung Jesu, was in allen drei Bibelbüchern einen großen Anteil ausmacht. Es ist der Höhepunkt der Geschichte! Denn ohne das Kreuz gäbe es kein Reich Gottes. Jesus kam „um sein Volk von seinen Sünden zu retten“ (Mt 1,21) und diese Rettung geschah allein durch seinen stellvertretenden Tod, als er „sich als Lösegeld für viele“ gab (Mt 20,28; Mk 10,45). Einige, die über das Reich Gottes sprechen, reden nur wenig über Umkehr, doch schon ein kurzer Blick in die synoptischen Evangelien zeigt wie grundlegend die Umkehr ist. Denn ohne Umkehr kann niemand in das Reich Gottes hineinkommen (Mk 10,17-31).

Umkehr im Johannesevangelium

Die Zentralität der Umkehr ist auch im Johannesevangelium klar zu erkennen. Schließlich schrieb Johannes sein Evangelium, damit Menschen „glauben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes und dass sie durch den Glauben Leben haben in seinem Namen“ (Joh 20,31). Johannes verwendet das Verb „glauben“ ganze 98 Mal in seinem Evangelium und unterstreicht damit die Bedeutung dieses Themas. Der Glaube im vierten Evangelium ist nicht passiv. Johannes gebraucht eine Reihe von Begriffen, die vermitteln sollen, dass der Glaube etwas Aktives ist: glauben ist wie essen, trinken, hören, ausharren, kommen, eintreten, empfangen und gehorchen. Die Radikalität der Umkehr wird auch dadurch deutlich, dass Johannes verschiedene Verben gebraucht um zu zeigen, was es bedeutet, dass Jesus der Messias ist. Umkehr bildet den Kern der Botschaft des Johannesevangeliums. Ewiges Leben (Leben im kommenden Zeitalter) wird nur denjenigen zuteil, die an Jesus als das „Lamm Gottes [glauben], das hinwegnimmt die Sünde der Welt“ (Joh 1,29). Mit anderen Worten, nur diejenigen, die umgekehrt sind erleben auch das ewige Leben.

Umkehr und das Königreich in der Apostelgeschichte

Es scheint klar zu sein, dass Umkehr eine zentrale Rolle in den Evangelien spielt. Ebenso lassen sich klare Schlussfolgerungen aus der Apostelgeschichte ableiten. Hier finden wir eine ganze Reihe von Predigten, in denen das Evangelium den Zuhörern erklärt wird (z.B. Apg 2,14-41; 3,11-26; 13,16-41). Die Zuhörer werden häufig zur Buße aufgefordert (Apg 2,38; 3,19; 8,22; 17,30; 26,20), was auch als „sich zu Gott wenden“  definiert wird (3,19; 9,35.40; 11,21; 14,15; 15,19; 26,18.20; 28,27). Die Evangeliumsbotschaft beinhaltet einen dringlichen Aufruf sich von der Sünde und dem alten Leben abzuwenden. Zur selben Zeit werden all jene, die die gute Nachricht hören, aufgefordert ihr zu glauben und im Glauben zu leben (Apg 16,31; 26,18). Das Wort „glauben“ wird in der Apostelgeschichte fast 30 Mal verwendet um Christen zu charakterisieren. Das zeigt, dass der Glaube ein Merkmal derer ist, die zu Christus gehören.

Es ist keine Überraschung, dass Umkehr eine wesentliche Rolle in der Apostelgeschichte spielt. Denn schließlich berichtet sie davon, wie sich das Evangelium von Jerusalem bis nach Rom ausbreitet (Apg 1,8; vgl. auch 16; 14,22). Doch sollte man nicht übersehen, dass das Reich Gottes ein ebenso zentrales Thema in der Apostelgeschichte ist. Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, von Anfang (Apg 1,3) und bis Ende (Apg 28,31). Paulus hat das Königreich in Rom verkündigt (Apg 20,35; 28,23.31) und Philippus „verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und den Namen Jesu Christi“ (Apg 8,12), womit sie zeigen, dass das Evangelium im Zentrum des Königreichs steht. Wie wir gesehen haben rief das verkündigte Evangelium die Hörer dazu auf umzukehren und zu glauben. Dies zeigt wie grundlegend die Umkehr für jegliche Verkündigung des Reiches Gottes ist. Die Erneuerung der Welt unter Gottes Herrschaft ist die herrliche Hoffnung der Gläubigen. Doch nur diejenigen, die umkehren und glauben werden die neue, kommende Welt genießen. Diejenigen, die sich weigern zu glauben, wie es die Apostelgeschichte immer wieder betont, werden gerichtet werden.

Umkehr bei Paulus

Auch wenn Paulus den Begriff „Reich Gottes” nicht häufig verwendet, steht seine bekannte eschatologische Weltsicht im Einklang mit dem eschatologischen Charakter des Königreiches. Wie die Evangelien, so verkündigt auch Paulus eine „schon und noch nicht“ Eschatologie. Die meisten Exegeten sind sich darüber einig, dass Glaube und Buße wesentliche Themen in den Paulusbriefen sind. Paulus lehrt häufig, dass Rechtfertigung und Rettung Menschen allein durch Glauben zuteilwerden (vgl. Röm 3,21-4,25; 9,30-10,17; 1Kor 15,1-4; Gal 2,16-4,7; Eph 2,8-9; Phil 3,2-11). Zwar gebraucht er das Wort „Buße” nicht ganz so häufig, doch kommt es an einigen Stellen vor (z.B. Röm 2,4; 2Kor 3,16; 1Thess 1,9; 2Tim 2,25). Paulus gebraucht mehrere Begriffe für das Rettungswerk Gottes in Christus, z.B. Rettung, Rechtfertigung, Erlösung, Versöhnung, Adoption, Sühne, usw. Daher muss man nicht darüber diskutieren, ob das Rettungswerk Gottes in Christus in der paulinischen Theologie eine zentrale Rolle spielt. Allerdings zeigt auch das, dass Rettung nur denjenigen zuteil, die glauben und Buße getan haben.

Laut Paulus warten die Gläubigen sehnsüchtig auf die Wiederkunft Jesu Christi und auf die Erneuerung der Schöpfung (Röm 8,18-25; 1 Thess. 4,13-5,11; 2 Thess 1,10) und nur diejenige, die sich bekehrt haben, werden Teil der neuen Schöpfung sein. Deshalb arbeitet Paulus hart daran das Evangelium zu den Heiden zu bringen (Kol 1,24-2,5), die es noch nie gehört haben (Röm 15,22-29), damit auch sie zu den Erretteten gehören werden.

Umkehr in den allgemeinen Briefen

Auch die weiterenBriefe des Neuen Testamentes, die in ganz konkrete Situationen hineingeschrieben wurden, bringen die Bedeutsamkeit der Umkehr zum Ausdruck – oder implizieren diese zumindest. Ein Beispiel davon finden wir im Hebräerbrief. Hier erklärt der Schreiber, dass nur diejenigen in die endzeitliche Ruhe einkehren werden, die glauben und Gottgehorchen (Heb 3,18.19; 4,3; 11,1-40). Auch wenn Jakobus häufig falsch verstanden wird, so lehrt er, wenn richtig verstanden, dass Glaube maßgeblich durch Buße gekennzeichnet ist, was notwendig für die Rechtfertigung ist (Jak 2,14-26). Genauso lehrt Petrus, dass Rettung allein durch Glaube kommt (1Pet 1,5; 2Pet 1,1) und der erste Johannesbrief wurde geschrieben um den Gläubigen zu versichern, dass sie wirklich ewiges Leben haben (1Joh 5,13).

Umkehr in der Offenbarung

Das Buch der Offenbarung bringt die biblische Geschichte zu ihrer Vollendung. Es versichert den Gläubigen, dass Gottes Reich, das durch Jesus Christus angebrochen ist, vollendet werden wird. Diejenigen, die Böses tun und Kompromisse mit dem Tier eingehen, werden für immer bestraft werden. Doch diejenigen, die zum Ende ausharren, werden in die himmlische Stadt einziehen, dem neuen Jerusalem. Die Offenbarung betont, dass nur diejenigen, die Buße tun Leben finden werden (Offb 2,516. 21. 22; 3,3. 19; 9,20. 21; 16, 9. 11).

Nicht das zentrale Thema, aber grundlegend für die ganze Geschichte

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Umkehr sicherlich nicht das zentrale Thema der Schrift ist. Denn Gläubige wurden geschaffen, um Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen, sowohl in dieser als auch in der kommenden Welt.

Doch Umkehr ist grundlegend und wichtig für die ganze Geschichte. Denn nur diejenigen, die sich bekehrt haben, werden auch die neue Schöpfung genießen. Menschen müssen sich von ihrer Sünde abwenden und sich zu Gott wenden, um gerettet zu werden. Sie müssen von ihren Sünden umkehren und dem Evangelium Jesu Christi, seiner Kreuzigung und Auferstehung, glauben. Auch wenn jemand einen kleinen oder sogar einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Welt beigetragen hat (so hilfreich das auch sein mag), wird es am letzten Tag keinen Trost geben für diejenigen, die sich nicht zuvor von ihrer Sünde hin zu Gott bekehrt haben.
Thomas R. Schreiner ist Professor für Neues Testament am The Southern Baptist Theological Seminary in Louisville, Kentucky und einer der Ältesten in der Clifton Baptist Church. Außerdem ist er Autor zahlreicher Bücher. Der Artikel erschien zuerst bei 9Marks. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.