Tragischer Irrtum

„Eine Menge unbedeutender Menschen halten sich für große Geister und starke Seelen, nur weil sie den christlichen Glauben verachten.”
Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (Französischer Philosoph, 1715-1747)

„Warum brauchen Sie dann noch Jesus?“

Auch der Atheist muss vertrauen können

Auch der Atheist muss vertrauen können, einen doppelten Boden hat er dafür nicht. Er muss auf seine Sinne vertrauen und kann das Wahrgenommene nicht andauernd infrage stellen. Darum geht es letztlich jedem Menschen, ob Atheist, Esoteriker, Christ, ob Maschinenbauer, Chemiker, Webdesigner oder Bäcker: um die Hoffnung auf die für ihn ideale Ordnung. Um die Geborgenheit im Diesseits. Um das Heil in Gemeinschaft. Um den Rausch der spirituellen Erfahrung. Im Vertrauen versichert sich das Individuum seiner selbst. Wer glaubt, hofft. Wer hofft, vertraut. Und wer vertrauen kann – lebt der nicht glücklicher?
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/01/Glaube-Religion-Psychologie/seite-2

„Tun Sie nicht so, als wären Sie Gott, Professor Dawkins!“

„Er (Gott) ist ein „psychotischer Krimineller“, den verrückte und verwirrte Leute erfunden haben.“ Das ist eine von Richard Dawkins milderen Feststellungen. Dawkins, Professor an der Universität von Oxford, ist auf einem Kreuzzug. Ziel dieses Kreuzzuges ist es, die Welt von einem ihrer größten Übel zu befreien: Religion. „Wenn dieses Buch („Der Gotteswahn“) wirkt, wie ich es mir vorgestellt habe“, meint er, „dann werden religiöse Leser dieses Buch aufschlagen und es als Atheisten wieder bei Seite legen.“ Aber er gibt auch zu, dass dieses Ergebnis sehr unwahrscheinlich ist. „In der Wolle gefärbte Fromme sind immun gegen Argumente“, meint Dawkins. Weiterlesen

Die Widersprüchlichkeit einer militanten Toleranz

Wieviel Respekt darf man im 21.Jh. religiösen Überzeugungen entgegenbringen, die keiner „aufklärerischen Perspeltive“ entspringen? Der Philosoph, Schriftsteller und bekannte Religionskritiker Michal Schmidt Salomon versucht in seinem kürzlich erschienen Zeit Artikel dieser Frage nachzugehen:
„Respekt“ (von lateinisch „respectus“: Zurückschauen, Rücksicht) bezeichnet eine Form der Achtung und Ehrerbietung gegenüber einer anderen Person, ihren Handlungen oder Überzeugungen. Keine Frage: Für aufgeklärte Zeitgenossen ist es eine pure Selbstverständlichkeit, Menschen als Menschen wertzuschätzen. Doch gilt dies auch für alle Überzeugungen, die Menschen an den Tag legen? Ganz gewiss nicht.
Wie etwa könnten wir aus einer aufklärerischen Perspektive heraus Glaubensüberzeugungen respektieren, die noch immer – im 21. Jahrhundert! – gegen Schwule und Ehebrecherinnen agitieren?
Nein, hinter solchem Respekt verbirgt sich meist bloß Ignoranz beziehungsweise Feigheit, die sprichwörtlich geworden ist: Der Klügere gibt nach – was der Dummheit schon häufig zum Sieg verholfen hat.
(Der ganze Artikel findet sich hier:
Zeit.de  http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-09/religion-ideologie-respekt )
Schmidt-Salomos Artikel birgt einen unverkennbaren Widerspruch: Seine Forderung der Respektlosigkeit gegenüber der religiösen Meinung derjenigen, die nicht sein aufklärerisches Weltbild teilen, legitimiert Schmidt-Salomo durch die (angebliche) Respektlosigkeit religiöser Menschen gegen Andersdenkende. Die Inkonsequenz ist offensichtlich: Schmidt-Salomo verurteilt die Meinung religiöser Menschen, da diese nicht seinem Weltbild entspricht und begeht damit genau den Fehler, den er den Gläubigen vorwirft. Gleichzeitig verfehlt er es zu erkennen, wie sehr seine persönliche Hoffnung in die „aufklärerische Perspektive“ zutiefst von dogmatischen Überzeugungen geprägt ist.
Nicht zuletzt zeugt seine Verallgemeinerung der Religionen, welche das Christentum auf eine Ebene mit den Überzeugungen islamistischer Gruppen stellt, von entweder seiner eigenen Unkenntnis oder seiner geschickten Verwendung der gesellschaftlichen Unkenntnis zur Polemisierung gegenüber den Gruppen, die andere Vorstellungen als er selbst haben.
Schmidt-Salomon predigt Wasser und trinkt Wein. Er fordert Toleranz, schafft es aber nicht selbst tolerant zu sein. Und genau in seiner Kritik der Werte religiöser Gruppen verbirgt sich seine als Toleranz getarnte Intoleranz. Warum auch nicht? Im blinden Glauben an eine Weltsicht, die vor allem von dem Dogma lebt alles Dogmatische zu dämonisieren, kann Schmidt-Salomon auch zu keinem anderen Schluss kommen als „Toleranz für alle, die genauso denken wie ich“ zu fordern.
Natürlich müssen auch religiöse Menschen Kritik vertragen können. Aber ebenso muss es Herr Schmidt-Salomo, genauso wie Homosexuelle und Ehebrecher, deren Unantastbarkeit das Dogma einer anti-dogmatischen Gesellschaft geworden ist.
Kritikfähigkeit ja! Dann aber Bitte für alle gleich!
http://gesellschaftsfaehig.blogspot.de/2012/09/die-widerspruchlichkeit-einer.html

Vom Respekt in einer Demokratie

Der für seine atheistischen und humanischen Streitschriften bekannte Philosoph Michael Schmidt-Salomon hat sich in der derzeitigen Diskussion um Religion und Toleranz ebenfalls zu Wort gemeldet. Die Frage danach ob es sinnvoll sei, Gläubigen aller Religionen mehr Respekt entgegenzubringen, beantwortet er nicht überraschend mit einem klaren Nein. Vielmehr geht er sogar so weit Gläubigen gar keinen Respekt zu zollen, da ihnen grundsätzlich der Respekt vor Andersdenkenden fehlt. Um dies zu untermauern, hat er einige Zitate aus Koran und Bibel aus dem Kontext gerissen, und als eine Art Essenz der jeweiligen Grundaussagen der Religionen präsentiert. Dazu muss man sagen, dass man eine solch schlampige Arbeit Studenten der Theologie wahrscheinlich schon im ersten Semester um die Ohren gehauen hätte. Im weiteren Verlauf schert der Autor Gläubige und fanatische Fundamentalisten einfach mal über einen Kamm, fordert dazu auf sie mit möglichst viel Kritik und Satire zu versorgen und warnt vor einem falschen, also schädlichen Respekt. Im Abschluss gemahnt er noch, hätten die Aufklärer mehr Toleranz gegenüber religiösen Gefühlen geübt, würden noch heute die Scheiterhaufen in Europa brennen.
An sich könnte man ein derartiges Sammelsurium von Fehlern einfach lesen und dann vergessen. Schmidt-Salomon reißt Zitate aus Zusammenhang und geschichtlichen Hintergrund, setzt Fanatiker die Gewalt einsetzen mit Gläubigen, die ihre demokratischen Rechte wahrnehmen gleich, verschweigt dass auch Anhänger der großen Religionen einen nicht geringen Anteil an der Aufklärung hatten und vergisst dass beileibe nicht alle Opfer der Hexenverfolgung auf das Konto von Katholiken und Protestanten gehen. So gesehen wäre es am einfachsten diese Ansammlung von Plattitüden schnell zu übergehen, wenn sie nicht gefährliche Grundgedanken aufweisen würde. Ich bin der Ansicht dass Respekt vor seinen Mitmenschen ein sehr wichtiger Standpfeiler in einer Demokratie ist. Durch Respekt lerne ich Menschen zu tolerieren und sie als mir gleichwertig anzusehen. Dazu braucht es keine Religion oder Weltanschauung, es ist ein ganz normaler Vorgang, den auch die allermeisten Menschen praktizieren. Im besonderen Fall Religion bedeutet das nicht, dass keine Kritik mehr geübt werden soll, aber ich kann Kritik so formulieren dass ich niemanden beleidige.
Gefährlich an Schmidt-Salomon ist, dass er sich zum Herren darüber macht, wem Respekt gebührt und wem nicht. Das Gegenteil von Respekt ist Respektlosigkeit und im schlimmsten Fall Verachtung. Er propagiert die grundsätzliche Respektlosigkeit gegenüber gläubigen Menschen, was genaugenommen schon eine Verletzung einiger der Grundrechte darstellen kann. Zudem halte ich Anschauungen die manchen Menschen mehr und anderen weniger Wert zusprechen grundsätzlich für gefährlich. Dabei ist es mir egal ob sich jemand auf einen heiligen Text oder den Humanismus beruft, denn der Tenor bleibt letztlich gleich: Ich bin etwas besseres als du. Wohin solches Gedankengut auf die Spitze getrieben führen kann, haben wir im letzten Jahrhundert in vielen Varianten erlebt. Insofern kann man einer Demokratie nur wünschen, dass vermeintlich aufgeklärte Menschen wie Schmidt-Salomon weiterhin Philosophen bleiben und keine Macht in die Finger bekommen.
http://www.sanktleibowitz.org/vom-respekt-in-einer-demokratie.html

Die Absurdität des Lebens ohne Gott

Die Absurdität des Lebens ohne Gott
Der moderne Mensch dachte, dass wenn er Gott loswerden würde, hätte er sich selbst von allem befreit, was ihn gehemmt und unterdrückt hatte. Stattdessen erkannte er, dass das Töten Gottes auch der eigene Tod bedeutet. Weil wenn es keinen Gott gibt, dann wird das Leben des Menschen absurd. Weiterlesen

Bemerkungen zu drei atheistischen Argumenten gegen den Gottesglauben

Das geistige Klima der vergangenen Jahre wurde oft mit dem Ausdruck ,postmodern‘ gekennzeichnet. Damit war der prinzipielle Abschied von Weltanschauungssystemen und absoluten Wahrheiten gemeint, gepaart mit einer damit einhergehenden Toleranz, die es dem Einzelnen selber überlässt, seine ganz persönlichen Wertvorstellungen und Glaubensinhalte zu wählen.
Im Hinblick auf das Christentum hat dieses Klima einerseits zum Niedergang der Autorität der, Institution Kirche‘ geführt, zugleich aber einen Freiraum des Subjektivismus eröffnet, in welchem auch der Glaube des Individuums kreativ und ungebremst gedeihen kann. Der alte Gegensatz zwischen Glaube und Unglaube schien überwunden, zumindest seines Konfliktpotentials entkernt. Denn ‚jeder glaubt schließlich irgendetwas‘. Der damit verbundene Traum eines toleranten multikulturellen Zeitalters ist jedoch schwieriger zu verwirklichen als anfänglich gedacht. Und so hat sich, vor allem unter dem Eindruck der Stosskraft des Islam, für den viele junge Moslems offenbar zu sterben bereit sind, der von manchen schon tot geglaubte Atheismus wieder zu Wort gemeldet. Religion und Gottesglaube seien inkompatibel mit Toleranz, Freiheit und Demokratie; diese könnten sich vielmehr nur unter Voraussetzungen des Atheismus entfalten.
In der sich hier und da wieder abzeichnenden Theismus-Atheismus-Debatte tauchen einige Argumente gegen den Gottesglauben auf, die ich kurz beleuchten möchte. Manche Einwände richten sich gegen den Gottesglauben im Allgemeinen (Theismus), andere machen nur Sinn im Hinblick auf den christlichen Glauben. Im Wesentlichen sind es drei Argumente, die in mannigfachen Variationen vorgebracht werden. Weiterlesen

Der letzte Hort für Atheismus-Argumente scheint die Psychologie zu sein.

Der letzte Hort für Atheismus-Argumente scheint die Psychologie zu sein. Denn irgendwie haben die Leute den Eindruck, die Psychologie habe den lieben Gott als so eine Art kleinen Mann im Ohr entlarvt, den man bei Bedarf mit guter Psychologie wegmachen könne. Kronzeuge ist Sigmund Freud (1856-1939), der in seinen religionskritischen Schriften gute Argumente geliefert habe. Doch wer diese Schriften kennt, der weiß, dass sie bloß einige wolkige Spekulationen auf der Basis spärlicher und längst überholter paläontologischer Literatur enthalten. Gewiss sind aber auch C. G. Jung und Victor Frankl, die sich ausdrücklich gegen den Atheismus Sigmund Freuds wandten, mit ihrer bild- und wortreichen psychologischen Beschwörung des Religiösen intellektuell nicht wirklich anregend. Da sehnt man sich nach der bildlosen Nüchternheit Freuds zurück. Die Psychologie jedenfalls ist für die Frage, ob Gott existiert oder nicht, nicht ergiebig. Oder etwa doch? Weiterlesen

Christopher Hitchens hat Speiseröhrenkrebs

„Der Herr ist kein Hirte“ heißt Hitchens´ wohl bekanntestes Buch.
Jetzt hat Christopher Hitchens Speiseröhrenkrebs.
Im August 2008 ließ sich der Autor und Journalist Christopher Hitchens von einem Arzt bestätigen, dass er – 59, übergewichtig, geschätzte 15000 Zigaretten im Jahr. Das Herr Hitchens auch ziemlich viel Alkohol trinkt, ist kein Geheimnis.
Und Hitchens? Der hat im Mai den berühmten Proust-Fragebogen ausgefüllt und „Wie möchten Sie sterben?“ beantwortet mit: „entweder streitend oder vortragend“. Jetzt entschuldigte er sich in seinem Blog: Leider habe er wegen der Chemotherapie Vortragstermine absagen müssen. Vielleicht ist Gott ja nachtragend.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2868214_Times-Mager-Der-Atheist.html

Zur Person: Christopher Hitchens
Journalist (Vanity Fair, Wallstreet Journal)
ehemaliger Trotzkist
„God is not great“ erreichte Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste

Hitchens Religionskritik
Krieg zwischen Christen in Nordirland
Massaker in Bosnien-Herzegowina und Kroatien

Todesdrohung des Ayatollah Khomeini gegen den iranischen Schriftsteller Salman Rushdie („Die Satanischen Verse“)Attentate vom 11. September 2001Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche
Genitalverstümmelungen
Islam untersagt Impfungen gegen Polio

Zeugen Jehovas erlauben keine Bluttransfusionen

Mormonen verheiraten ihre Töchter bevorzugt mit Verwandten
Hitchens Kritik am christlichen Glauben
1. Er stellt die Ursprünge des Menschen und des Universums völlig falsch dar,
2. er verbindet infolge dieses Irrtums ein Höchstmaß an Unterwürfigkeit mit einem Höchstmaß an Ichbezogenheit,
3. er ist Folge und Ursache einer gefährlichen sexuellen Repression,
4. er fußt auf Wunschdenken.
Hitchens Weltbild
Notwendigkeit einer neuen Aufklärung; Vernunft ersetzt Religion
Unser Dasein ist zufällig, ein Abfallprodukt biologischer und geschichtlicher Prozesse.
Anstelle des christlichen Glaubens setzt Hitchens auf „die tröstende Wirkung der Philosophie“
Studium guter Literatur (Shakespeare, Dostojewski und Tolstoi) löst die Lektüre heiliger Texte ab
Mit zunehmenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen erweist sich Religion als überflüssig
Kritische Würdigung
Zutreffend benennt Hitchens Schwachpunkte in der Geschichte und der heutigen Praxis des christlichen Glaubens
Allerdings trifft seine Kritik Entstellungen des Glaubens und nicht den christlichen Glauben oder gar Gott selbst
Nirgendwo wird so sehr Selbstkritik betrieben wie in der Bibel
Es fehlt ein überzeugender Gegenentwurf
Hitchens gibt keine Antworten auf die entscheidenden Fragen des Lebens: Woher beziehe ich meine Hoffnung? Was kommt nach dem Tod?
Fazit
1. Es gibt für Christen keinen Grund, die neue Atheismuswelle zu fürchten.
2. Geboten ist es, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen.
3. Die Diskussion um den Atheismus bietet die Chance den christlichen Glauben ins Gespräch zu bringen.
4. Christen sollten dabei freundlich und gelassen bleiben.
5. Der Herr bleibt der Hirte!