Archiv für die Kategorie „Bibelkreis“

1. Petrus 1,16 – 17 Denn es steht geschrieben (3.Mose 19,2): “Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ V.17 Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben, solange ihr hier in der Fremde weilt, in Gottesfurcht;

Montag, 5. April 2010

Das Ziel der Gläubigen ist im Neuen Testament dasselbe, wie im Alten Testament, wenngleich der Weg dazu verschieden ist. Das Heiligwerden des Menschen geschieht durch ein Teilnehmen des Menschen an der Heiligkeit Gottes in Christo, Hebr.12, 10; 3 Mose 20,8
Gerade dem 1.Petrusbrief geht es um die Heiligkeit „in der ganzen Lebensführung”, also um die Ungeteiltheit, Ganzheit und Ausschließlichkeit dieses „heiligen” Lebens, das sich nach 2,12 nicht in Isolation und Rückzug aus der Welt vollzieht, sondern in mitten der Heiden und der Welt in der Distanz zu ihren Kriterien und Standards bewährt sein will. (weiterlesen…)

1.Petrus 1,15 sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.

Sonntag, 4. April 2010

Statt die gottlose Welt mit ihren Verrücktheiten und Moden zu kopieren, sollte unser Leben ein Spiegel des heiligen Charakters dessen sein, der uns berufen hat. Die Verse 15 und 16 formulieren keine Vorschriften, sie sind lediglich eine Mahnung an die christliche Verantwortung sowohl im inneren Glaubensleben als auch in der äußeren Lebensgestaltung. Auch wenn niemand in diesem Leben zur absoluten Heiligkeit kommen kann, so sollen doch alle Lebensbereiche sich in einem ständigen Verwandlungsprozeß hin zu dem vollkommenen und heiligen Willen Gottes befinden. (weiterlesen…)

1.Petrus 1,13 Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.

Montag, 29. März 2010

Beim Lesen dieses Aufrufs spürt man etwas von der Bestimmtheit des Petrus. Er will uns sagen, dass jetzt nicht die Zeit zum Abschalten, zur Apathie ist. Schaut man sich die Eindringlichkeit an, mit der er sagt: „Haltet euch bereit! Bleibt nüchtern! Setzt eure ganze Hoffnung auf die Gnade!“ Der Rhythmus dieser Sätze ist ein hartes Stakkato. Heute würden wir es vielleicht so sagen: „Kommt zur Sache, Leute! Die Lage ist ernst!“ Man lässt sich so leicht von der Welt berieseln und in den Schlaf wiegen. Wenn wir uns aber von diesem Narkosemittel befreien wollen, müssen wir uns seinem Einfluss widersetzen. Ich habe das Empfinden, dass Petrus hier sagt: „Ihr müsst euch klarmachen, dass ihr zwar in diesem Kosmos lebt, aber dass ihr euer Denken, euren Blick, euer Wesen jenseits des Hier und Jetzt richten müsst. Ganz egal, wie knüppeldick es auch kommen mag: richtet eure Hoffnung jenseits der gegenwärtigen Umstände, denn sonst fällt ihr dem Kosmos-Denken zum Opfer. (weiterlesen…)

„Insider-Information“

Samstag, 27. März 2010

Nichts verkauft sich so gut wie Prophezeiungen. Es ist wahr. Eine Gemeinde oder ein Missionswerk kann eine dämliche Theologie, einen komischen Leiter und unsinnig strikte Regeln haben, wenn sie jedoch ein paar Weltkarten, eine Schere und einen Stapel von Zeitungen, zusammen mit einem Prediger, der sich halbwegs gut ausdrücken kann, dann, so scheint es, werden die Menschen ihnen eimerweise Geld schicken.
Menschen fürchten sich vor dem Unbekannten und sie kennen die Zukunft nicht. So scheint es, dass irgendein alter Straßenhändler, der des Weges kommt und behauptet, dass er die Zukunft kennt, eine ganz schöne Gefolgschaft zusammentrommeln kann, wenn er klug genug ist, Gottes Unterschrift für seine Vorhersagen zu fälschen, indem er Bibelstellen wir ein Zirkuskünstler jongliert.
Aber eine Sache, über die wir uns im Klaren sein müssen, ist folgende: Bei der biblischen Prophetie geht es nicht um die Zukunft. Es geht darum, dass wir Jesus Christus erkennen.
Wenn Sie nach prophetischen Vorhersagen süchtig sind, dann händigen sie Ihren Verstand nur den selbst ernannten Boten Gottes aus, sodass sie ihn mit Erfindungen darüber füllen können, welcher besondere Despot tatsächlich der „König des Südens“ oder der „König des Nordens“, oder „das Tier“ oder „der falsche Prophet“ oder das zehnte „Horn“ ist. Es wird viel Spaß machen, sehr aufregend sein, und beinahe geistlich so nützlich sein, wie wenn man für den Rest seines Lebens Dungeons and Dragons (Kerker und Drache) spielt.
Oder Sie könnten von dem Apostel Petrus lernen. Der hatte einige Gedanken zur Prophetie – ihren Ursprung, ihren Wert und ihren Zweck. Er wusste, worum es dabei ging. Und er gab uns diese Informationen im 1. Petrusbrief weiter.
„10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist, 11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. 12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, – was auch die Engel begehren zu schauen.“ (1Pt 1,10-12).
Hier ist nun die „Insider-Information“ für uns, direkt von Petrus:
1. Der Geist Christi, der Heilige Geist, ist die Quelle der Prophetie (Offenbarung 19,10 sagt das Gleiche aus).
2. Der Zweck der Prophetie war die Vorhersage des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.
3. Wenn man das Evangelium gehört hat, hat man alles gehört, was es zum Thema Prophetie zu wissen gibt.
Und was hat Petrus von seinen Lesern, die diese Informationen erhielten, erwartet? Einfach dies: „Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.“ (V. 13).
Unseren Sinn auf die Gnade zu richten, bedeutet, dass man die „Wiedergeburt“ (V. 3) durch den Glauben auslebt, während wir „einander beständig lieben aus reinem Herzen“ (V. 22).

1. Petrus 1,11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.

Montag, 22. März 2010

Die große Ehre für die Propheten, Weissagungen aussprechen oder niederschreiben zu dürfen, machte es nicht unnötig oder nutzlos, diese Weissagungen ernsthaft zu untersuchen, damit sie etwas verständen von dem, was sie aus der Fülle Gottes hatten mitteilen dürfen. Ganz offensichtlich verstanden sie folgendes nicht: Die Identität der Person, die als Messias kommen würde. Die „Zeit“ seines Kommens. Sie wurden vom Geist Gottes inspiriert, um „die Leiden“ des Messias und „die Herrlichkeiten danach“ vorherzusagen. Doch sie verstanden nicht, daß diese beiden Vorgänge mindestens 1900 Jahre auseinander liegen würden. Wie man es oft dargestellt hat, sahen sie zwei Bergspitzen 1. Golgatha, wo Jesus gelitten hat, und 2. den Ölberg, auf dem er in Herrlichkeit wiederkehren wird. Doch sie konnten nicht das Tal dazwischen sehen, d.h., das gegenwärtige Zeitalter der Gnade, in dem wir uns befinden. (weiterlesen…)

1Petr.1,10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist,

Mittwoch, 17. März 2010

So fest stehen im Glauben kann die Gemeinde nur, weil sie gegründet ist in der Schrift. Der Hinweis auf das Alte Testament ist nicht nur eine geschichtliche Erinnerung; etwa in dem Sinn; dass das Alter für Richtigkeit bürge. Nein, damit ist ausgesagt, dass es sich hier nicht um irgendeine Religiosität, um irgendeinen Glauben handelt, sondern um die Offenbarung Gottes. Nicht der Mensch hat sich in seiner Religiosität allerhand Frommes und Schönes zusammengedacht über Gott, sondern Gott ist umgekehrt von sich aus zu den Menschen getreten. Was wäre das auch für ein Gott, den man erdenken könnte, der nur ein Ding bliebe unter all den (sichtbaren oder unsichtbaren) Dingen, die wir mit unserem Denken bewältigen können! Der Gott der Gemeinde Jesu ist der Gott Israels. Gott ist nicht heute mal so, und bald so, einmal zornig, dann wieder gnädig. Er ist im alten wie im neuen Bund der eine Gott, Richter und Heiland zugleich (s. zu 1,7). Darum heisst der Inhalt der prophetischen Verkündigung auch Gnade, freies, bedingungsloses Schenken Gottes. (weiterlesen…)

1Petrus 1,7 damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.

Dienstag, 23. Februar 2010

In einem anschaulichen Bild wird die Läuterung des Glaubens durch die Prüfung mit der Läuterung des Goldes durch das Feuer verglichen.
Calvin bemerkt, daß es eine zweifache Bewährung des Goldes durch das Feuer gibt, zum einen, wenn es von der Schlacke gereinigt wird, zum anderen, wenn das Blei abgetrennt wird (sinngemäß nach Jes 1,25).
Weil der Glaube sich oft vermischt mit manchen unlauteren Beimengungen, darum muß Gott den Schmelzprozeß vornehmen.
Die verschiedenen Anfechtungen, auf die Petrus hier anspielt und die eher mit Verfolgungen als mit alltäglichen Problemen in Zusammenhang zu stehen scheinen, lösen zwei Dinge aus: (1) Sie läutern oder reinigen den Glauben – wie Gold … durchs Feuer geläutert wird, wenn seine Schlacken entfernt werden, und (2) sie prüfen die Echtheit des Glaubens. Belastung vertieft und verstärkt den christlichen Glauben und bringt seine Wahrhaftigkeit an den Tag. (weiterlesen…)

1Petr.1,6 Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen,

Samstag, 20. Februar 2010

Was fängt man heute mit dieser Vertröstung auf ein Jenseits an? Gegenfrage: Was fangen wir mit einer Welt an, die ohne solche Zukunftssicht himmellos und hoffnungslos geworden ist? Sicher darf Hoffnung nicht zur Flucht ins Jenseits führen. Nach unserer Stelle führt sie gerade umgekehrt in eine Art von Training und damit auch in Not, die um des Zieles willen sein „muss“.
Luther übersetzt mit „dann werdet ihr…“. Das Griechische kann aber deutlicher mit „darüber“ wiedergegeben werden und so durchaus die jetzige Zeit mitbeschreiben.
„euch freuen“ Das Wort freuen wird gern verwendet, um die Freude über Gottes Heil, meist in der Vollendung, auszudrücken (Ps. 96, 11-13, Jes. 55 12f; Mt 5,12; Offb 19,7 u. a.). Jubelnd und freuen. D.h. sich übermäßig zu freuen und überschwänglich zu jubilieren. Diese Art von Freude basiert nicht auf veränderlichen, zeitlichen Umständen, sondern spricht von einer Freude, die hervorgeht aus einer unveränderlichen, ewigen Beziehung zu Gott. Christliche Freude mitten im Leid ist weder mit bloßer Vorfreude noch aber in schwärmerischer Weise mit endzeitlichen Jubel zu verwechseln; sie ist vielmehr Präludium und Vorschein der „unaussprechlichen und verklärten Freude“ (V. 8), auf die die Christen zugehen vgl. auch Ps. 126 .
die ihr jetzt eine kleine Zeit“
„jetzt“
deutet einen vorübergehenden Zustand an.
Sie währt für “eine kleine Zeit“. Das Wort oligos wird anderweitig als “wenig, klein, gering, kurz” übersetzt. Alle diese Ausdrücke beinhalten die zeitliche Komponente des Leidens. „Eine kleine Zeit“ – das können, Irdisch gerechnet, Monate oder gar Jahre sein, und doch ist es eine kleine Zeit im Blick auf die Ewigkeit. Es können sehr heftige Leiden sein, und doch ist es in Blick auf die Größe der Herrlichkeit, um die es geht, „wenig“. Damit sollen die Leiden keineswegs verharmlost werden – das ist nie eine Hilfe für .Angefochtene -, wohl aber ins rechte Licht treten, nämlich ins Licht Gottes.
traurig seid in mancherlei Anfechtungen“,
Petrus ist da ganz nüchtern, wenn er schreibt: „die ihr … traurig seid in mancherlei Anfechtungen“.
Die Prüfungen sind mancherlei Art: „mancherlei“, ist das Wort eines Künstlers, der die vielen Farbschattierungen auf der Palette des Leides beschreibt. Es bedeutet “vielfarbig”, “vielfältig”. Er gebraucht es auch später (4,10), um die “mannigfache Gnade” Gottes zu beschreiben, um damit anzudeuten, daß es für jede Nuance des Leides einen entsprechende, komplementäre “Farbe” der Gnade gibt, um das Leid zu erleichtern.
„Anfechtungen“ (wörtlich: „Prüfung, Erprobung“, eigentlich „etwas durchbohren“, auf Kernechtheit prüfen) ist dabei Gottes Tun und soll die Echtheit des Glaubens zeigen und vertiefen. Anfechtungen wollen nicht kaputtmachen, sondern eingründen, festigen und vertiefen, zu unserem „Besten dienen“ (vgl. Röm 8,28). Petrus fügt noch tröstend zwei Anmerkungen dazu. Zum einen dauert diese Trauer durch die Anfechtungen eine „kleine Zeit“ („klein“ als „kurz“ oder auch als „beschränkt“ verstanden).
Die gleiche griechische Wendung (poikilois peirasmois, “mancherlei Anfechtungen“) verwendet Jakobus. Auch er betrachtet Anfechtungen als Anlaß zur Freude (Jak 1,2). Sie mögen zwar vorübergehendes Leid bringen, doch sie können die tiefe, unvergängliche Freude, die in der lebendigen Hoffnung auf Christus Jesus wurzelt, nicht auslöschen.
Die Leiden werden hier Prüfungen oder auch „Erprobungen“ genannt. Das Wort „Prüfung“ zeigt an, daß diese Leiden nicht sinnlos sind sondern daß sie in Gottes Plan hineingehören, daß eine göttliche, liebende Absicht dahinter steht. Darin liegt ein großer Trost. Sicher Ist für die urchristliche Anschauung von der Prüfung oder Versuchung das Hiob-Buch wichtig. Danach gestattet Gott es, daß Satan den Gläubigen versucht, um dessen Glauben an Gott zu erproben. Und Gott selbst bestimmt dabei Maß und Grenze der Prüfungsleiden, auch wenn er sie nicht selbst vornimmt, so dient sie, wenn sich der Glaube bewährt, der Ehre Gottes, obwohl Satan sie in böser Absicht ausführt.
Alle Heilsgüter, deren sich die Jünger Jesu rühmen, sind zukünftiger und gegenwärtig zugleich.

1Petr.1,5 die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Sonntag, 14. Februar 2010

Aber nicht nur in den Himmeln wird das Erbe bewahrt, sondern auch auf Erden werden diejenigen bewahrt, denen das Erbe zugedacht ist. Das ist umso nötiger, als das irdische Gedränge den Christen nicht erspart wird.
Das Wort „Macht” weist hin auf die Stärke nach dem inneren Vermögen. Im Griechischen steht kein Geschlechtswort davor; das bedeutet, dass der Nachdruck nicht so sehr auf der Macht selbst als auf dem Charakter dieser Macht liegt. Es ist göttliche Macht! Auch vor “Glauben” steht kein Geschlechtswort.
Diese Bewahrung geschieht nicht zwangsweise, sondern „durch den Glauben“, an denen also, die Gott ganz vertrauen. Gott zwingt auch seine Hilfe niemandem auf, aber wer glaubt, wird gerettet. Wird über „Glauben” (ohne Geschlechtswort) gesprochen, dann ist die geistliche Energie in uns gemeint, die glaubt (annimmt), was Gott offenbart hat. Diese Bedeutung liegt also auch hier in 1Petr 1, 5 vor.
Das Wort „bewahrt” in Vers 5 ist ein anderes als das Wort “aufbewahrt” in Vers 4. Letzteres bedeutet “weglegen, dafür sorgen, dass es nicht verloren geht”. In Vers 5 ist es ein militärischer Ausdruck. Es bedeutet: mit einer Wache bewachen oder einschließen (Gal 3,23). In diesem Wort liegt auch der Gedanke, dass diese Bewachung mit Wachsamkeit geschieht, wobei man den Gegenstand nicht aus den Augen verliert und das Auge auf das richtet, was abgewehrt oder verhindert werden soll. Diese Bewachung (Phil 4,7) kann sich sowohl auf Gefahr von außen beziehen als auch darauf, ein Entkommen zu verhindern (2Kor 11,32). Die Zeitform, in der das griechische Wort gebraucht wird, zeigt, dass es sich um eine dauernde Bewahrung oder Beschützung handelt.
Die Bibel redet von Seligkeit (Errettung) in zweifacher Weise: einerseits von einer bereits geschehenen – „ihr seid errettet“ ( Eph. 2, 8 ) — und andererseits von einer zukünftigen. Wer durch Jesus von seinen Sünden errettet ist, darf wissen, daß er auch von dem kommenden Zorn Gottes errettet werden wird (1 Thes. 1, 10; Rö 8, 24). Die Errettung der Auserwählten ist schon perfekt, von Gott bereitet.
Aber gerade weil sie jetzt noch verborgen ist, wird sie dann enthüllt werden, wenn es darauf ankommt, nämlich in der letzten Zeit. Im Grie. gibt es für Zeit zwei Ausdrücke: chronos ist die gleichmäßig ablaufende, meßbare Zeit, hingegen ist kairos die gefüllte, von bestimmten Ereignissen geprägte Zeit, der von Gott bestimmte Zeitpunkt, der Termin, die Frist. An unserer Stelle steht kairos. Der Begriff kann im NT geradezu estatologischer Terminus für den Tag der Parusie und des Gerichtes sein, also für die endgültige und totale Durchsetzung der Gottesherrschaft (vgl. Lk 21, 8; 1Pt 5, 6; Offb. 1, 3; 11, 18). Diese Sinngebung des Begriffs beginnt bereits in LXX: 1 Mo 6, 13; Hes 22, 3; 7,12; Klagel. 1, 21; 4, 18 Es wird den Glaubenden gehen wie der Hure Rahab (Jos 2 und 6, 22ff): Als die große Not über die Stadt Jericho kam, wurde Rahab errettet. Im Lager der Sieger war diese Errettung vorher schon beschlossene Sache. So ist die Errettung der Kinder und Erben Gottes schon festbeschlossene Sache im Himmel. Petrus macht hier die gewissesten Aussagen, um ja keinen Zweifel an der Errettung aufkommen zu lassen. .Ja, In Kraft Gottes werden sie bewacht durch Glauben zur Errettung. Das ist kein Synergismus“. Es ist ganz Gottes Kraft, die die Erben des Himmels bewacht zur Errettung; sie ihrerseits aber vertrauen sich dieser Kraft Gottes an, die sie durchträgt. Das heißt: durch Glauben. So erfahren sie die Verheißung ihres Herrn „und niemand wirf sie mir aus meiner Hand reißen“ (Jo 10, 27 f.).

1Petr.1,4 zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch,

Samstag, 13. Februar 2010

In V 3 wurde deutlich, daß mit der lebendigen Hoffnung nicht nur ein innerliches Hoffen, sondern wirkliches Hoffnungsgut gemeint ist.
Nach der Hoffnung V 3 nennt die Eulogie (Lobrede) ein „Erbe im Himmel“ als weiteres Privileg, das den Christen durch die „Wiedergeburt“ geschenkt wurde.
Hoffnung ist nicht nur Denkvorgang oder Gemütszustand. Sie lebt auch abgesehen von unserem Verhalten, „objektiv“ als unser „Erbe“.
Das Wort Erbe macht die Hoffnung real, denn ein Erbe existiert nicht in Gefühlen sondern in Realität. Im NT finden wir das Wort besonders bei Paulus Rö 8, 17; Gal. 4, 7; Kol. 3, 24; Tit. 3, 7; Apg. 20, 32). An allem, was ihm gehört, erhalten sie Anteil. Das Wort Erbe ist besonders treffend: Man kann heute schon Erbe sein und doch das Erbteil noch nicht „haben“. „Schon“ Erben und doch ‚noch nicht“ völlige Besitzer – das kennzeichnet die Lage der Wiedergeborenen.
Diese absolut sichere Hoffnung der Christen richtet sich auf ein zukünftiges Erbe (kleronomian). Derselbe Begriff wird in der Septuaginta für den Israel verheißenen Besitz des gelobten Landes benutzt (vgl. 4. Mose 26,54.56; 4. Mose 34,2; Jos 11,23). Das Land war Israels Eigentum, das ihm von Gott geschenkt wurde.
Wie kann man das Erbe näher beschreiben? Dafür reicht die menschliche Vorstellungswelt und Sprache nicht aus. Darum wird das Erbe durch negative Ausdrücke näher bestimmt: Im vergänglich und unbefleckt und unverwelklich. Diese negativen Beifügungen drücken die wunderbare Überlegenheit des himmlischen Erbes über jedes irdische Gut aus. Der Apostel verwendet in einer Steigerung drei Begriffe, die alle mit dem gleichen Buchstaben beginnen und auf derselben Silbe enden, um die Dauerhaftigkeit dieses Erbes zu beschreiben: unvergänglich (aphtharton), unbefleckt (amianton), unverwelklich (amaranton). Das Erbe der Christen ist so unzerstörbar wie das Wort Gottes (vgl. 1. Petr 1,23, wo Petrus wieder das Wort aphtharton gebraucht). Es wird von Gott für die Gläubigen im Himmel aufbewahrt oder “bewacht”, so daß es ihnen nicht verloren gehen kann (vgl. Gal 5, 5).
Das „Erbe“ ist jetzt schon da: Es „wird aufbewahrt im Himmel für euch“. „Aufbewahrt“ ist dieses Erbe im Wortsinn von „behütet, gehegt, gepflegt“: Gott wacht darüber, unser Herr Jesus Christus, dass wir das ewige Erbe nicht verlieren. Das hat Petrus von seinem Herrn gehört, als dieser zu seinen Jüngern sagte: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen… Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten“ (Joh 14,2). „In meines Vaters Hause …“, sagt Jesus; Petrus umschreibt Gottes Wohnort mit „im Himmel“ (im Griech. ist das ein Plural: „in den Himmeln“). Gemeint ist mehr als ein Ort – „aller Himmel Himmel können dich nicht fassen“ (1. Kön 8,27). „Die Himmel«, das ist die umfassende Wirklichkeit Gottes, seine Dimension, die alles andere einschließt (vgl. 1. Mo 11,4; 2. Mo 20,4; 5. Mo 4,39; 5. Mo 10,14; Ps 2,4; Ps 11,4; Ps 115,3; Jes 63,19; Jes 66,1; Jer 23,24; Dan 7,13; Mt 3,16; Mt 5,12; Mt 6,1; Mt 18,10; Mk 16,19; Joh 3,13; Joh 6,38; 2. Kor 5,1; 2. Kor 12,2; Eph 2,6; Eph 4,10; Kol 1,5; Offb 4,2; Offb 21,1). Dort, bei Gott selbst, ist schon alles bereit gelegt »für euch«, schreibt Petrus den bedrängten Christen.