Fast am Ende kam der Anfang

Ich mach‘ Schluss! – So dachte ich mit 16 Jahren. Ich mach‘ Schluss, aber wie? Schusswaffen besaßen meine Eltern nicht, Schlaftabletten auch nicht. Pulsadern aufschneiden ging auch nicht. Außer, dass das sehr schmerzhaft ist, dauert das Verbluten auch zu lange. Ich könnte möglicherweise gerettet werden, was ich auf keinen Fall wollte. Also wie sollte ich mein Leben beenden? Monatelang kreisten meine Gedanken um dieses Thema. Aber der Entschluss stand für mich fest: Ich wollte nicht mehr leben. Schon viele Jahre vorher hatte ich mich in mich selbst zurückgezogen. Kontakte hatte ich auf das Notwendigste begrenzt. Ich funktionierte irgendwie. Außerdem boten mir meine Bücher eine Rückzugsmöglichkeit, die keiner infrage stellte. So las ich (fast) alles, was ich in die Hände bekam.

Ich besaß auch seit Jahren eine eigene grüne Gideonbibel. Woher ich sie habe, weiß ich nicht mehr. Gideons hatte ich als Schüler nie kennengelernt. Mein drei Jahre älterer Bruder wollte einige Zeit vor meinen Selbstmordgedanken diese Bibel unbedingt haben und tauschte sie gegen eine blaue, im Format etwas größere Bibel ein. Da mir dieses Buch nichts bedeutete, willigte ich in den Tauschhandel natürlich ein.

Nun, mit 16 Jahren und meinen Suizid-Gedanken stand diese Bibel immer noch ungelesen in meinem Bücherregal. Bis dahin. Irgendwann hatte ich keine Bücher mehr, die ich noch lesen konnte, außer dieser Bibel. Also nahm ich sie und fing an zu lesen. Wenn man im Neuen Testament mit Matthäus 1 beginnt, können diese „Zeugungsgeschichten“ schon etwas abschreckend sein. Einige Namen kannte ich aus dem Religions- oder Konfirmandenunterricht: Mose, David, Abraham. Trotzdem las ich weiter, das ganze Neue Testament, über die Psalme bis zu Sprüche 31. Es war kein bestimmter Vers, der mich ansprach. Es war tatsächlich das ganze Buch, der ganze Inhalt, sein Thema. Also las ich es nochmals. Im zweiten Durchgang unterstrich ich mir Verse, die ich nicht nur verstand, sondern die mir auch etwas sagten. Verse, die einem das ewige Leben versprechen. Verse, die einen vor dem Gericht Gottes warnen. Verse, die mir zeigten, was für ein Mensch ich wirklich bin: ein Sünder, der es tatsächlich nicht verdiente zu leben. Aber das war nicht alles: Ich las auch Verse, die zeigten, dass Jesus gerade für mich gestorben und auferstanden ist.

Ich las diese Bibel ein drittes Mal durch – ebenfalls von ganz vorne bis ganz hinten, das dritte Mal innerhalb eines Jahres. Mit diesem Gott wollte ich weiterleben, diesem Jesus wollte ich ganz gehören. Also kniete ich mit 17 Jahren eines Abends vor meinem Bett nieder, erzählte Gott all das aus meinem Leben, was ER eigentlich schon wusste, und bat Jesus Christus darum, Herr über mein Leben zu sein. Seitdem, das ist jetzt über 30 Jahre her, gehört mein Leben IHM. Selbstmordgedanken waren und sind kein Thema mehr. Mein Leben gehört nicht mir, sondern IHM.

Die Bibel ist für mich kein altes Buch. Ich weiß, was Leute meinen, die sagen: Die Bibel ist ein Brief Gottes an uns. Trotzdem ist sie für mich kein Brief Gottes, der vor langer Zeit einmal aufgeschrieben wurde. Sie ist für mich das aktuelle Reden Gottes in mein Leben

https://mystory.me/story/peter-g/em .

Frühere US-Turnerin konfrontiert im Gerichtssaal den Mann, der sie missbrauchte

Am Mittwoch wurde Larry Nasser, der ehemalige Arzt der amerikanischen Frauen Turnmannschaft, wegen massenhaften sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von bis zu 175 Jahren verurteilt. Im September 2016, offenbarten Rachael Denhollander und eine andere Betroffene, dass Nassar sie mehrmals während ärztlicher Behandlungen sexuell missbraucht hatte. Im weiteren Prozess wurden 156 Frauen und junge Mädchen angehört, darunter auch einige Olympiateilnehmerinnen. Immer wieder verurteilte die Richterin Judge Auqilina Larry Nasser mit scharfen Worten wie: „Ich würde nicht einmal meine Hunde zu ihnen schicken“. Auch die deutsche Presse berichtete von dem Prozess (u.a. Frankfurter Allgemeine, Welt, Tagesschau).

Die ehemalige Turnerin Rachael Denhollander, heute Mutter von drei Kindern und Anwältin, hatte etwa 40 Minuten Zeit für ihre Rede im Gerichtssaal. Dort saß auch der Mann, der sie vor 16 Jahren als 15-jähriges Mädchen in seiner Klinik (Michigan State University) sexuell missbraucht hatte. Was sie dem Mann sagte, der sich in böser Weise sexuell an ihr und zahlreichen anderen Mädchen vergriff, ist ein wunderbares Zeugnis der Gerechtigkeit und Gnade Jesu Christi. Die Richterin Judge Aquilina sagte zu Denhollander nach ihrer Rede: „Sie sind der demütigste Mensch, dem ich je gegenübergestanden habe. Mit ihnen begann die Flutwelle.“

(Rachael Denhollander beginnt ab 25:40 direkt an Larry Nasser gewandt zu reden und spricht das Evangelium in sein Leben hinein.)

Die gesamte englische Mitschrift lässt sich auf CNN nachlesen. Hier ein Auszug:

„Du bist zu einem Mann geworden, der von selbstsüchtigen und perversen Begierden gesteuert wird, ein Mann, bestimmt von seinen wiederholten täglichen Entscheidungen, diese Selbstsucht und Perversion zu nähren. Du hast dich dafür entschieden, dieser Bosheit nachzugehen, egal was es andere kostet. Für mich ist das Gegenteil von dem, was du getan hast, mich dazu zu entscheiden, aufopferungsvoll zu lieben, egal was es mich kostet.

In unseren ersten Anhörungen hast du deine Bibel mit in den Gerichtssaal gebracht und hast von Gebeten um Vergebung gesprochen. Und auf dieser Grundlage appelliere ich an dich. Wenn du die Bibel gelesen hast, die du bei dir trägst, weißt du, dass die Definition von aufopferungsvoller Liebe, Gottes aufopferungsvolle Liebe ist. Er gab nämlich alles auf, um die Strafe für Sünde zu zahlen, die er nicht begangen hatte. Durch seine Gnade habe ich mich entschieden, auf diese Weise zu lieben.

Du hast von Gebeten um Vergebung gesprochen. Aber Larry, wenn du die Bibel gelesen hast, die du bei dir trägst, weißt du, dass Vergebung nicht daherkommt, indem wir gute Dinge tun, so als ob gute Dinge das ausradieren könnten, was wir Böses getan haben. Sie kommt durch Umkehr, die voraussetzt, dass man sich der Wahrheit stellt und sie anerkennt, darüber, was du getan hast in all der äußersten Verdorbenheit und dem äußersten Schrecken, ohne es abzuschwächen, ohne es zu entschuldigen, ohne so zu tun, als ob gute Taten das ungeschehen machen könnten, was du heute hier im Gerichtssaal gehört hast.

Die Bibel, die du bei dir trägst, spricht davon, es sei besser für einen Verführer, ihm einen Mühlstein um den Hals zu legen und ihn damit ins Meer zu werfen (vgl. Mt 18,6), als dass auch nur eines dieser Kinder durch ihn zu Fall kommt. Und du hast Hunderten geschadet.

Die Bibel, die du bei dir trägst, spricht von einem Endgericht, in dem Gottes ganzer Zorn und ewiger Schrecken über Männer wie dich ausgegossen wird. Wenn du jemals an den Punkt kommen solltest, an dem du wirklich verstehst, was du getan hast, wird dich diese Schuld zerbrechen. Und genau das macht das Evangelium von Christus so wunderbar. Da es die Gnade, Hoffnung und Barmherzigkeit auf Bereiche ausdehnt, wo sie nicht mehr zu finden sein sollten. Und sie werden da sein für dich.

Ich bete, dass du die seelenzerstörende Last deiner Schuld erfährst, damit du eines Tages echte Umkehr und echte Vergebung von Gott erfährst, die du vielmehr nötig hast als meine Vergebung – dennoch will ich dir auch meine Vergebung anbieten.

Während dieses Prozesses habe ich mich an ein Zitat von C.S. Lewis geklammert, in dem er sagt:

„Mein Argument gegen Gott war, dass das Universum so grausam und ungerecht erschien. Doch woher hatte ich diese Idee, die zwischen gerecht und ungerecht unterscheidet? Niemand wird eine Linie krumm nennen, wenn er nicht zuerst eine Idee davon hat, was gerade ist. Womit habe ich das Universum verglichen, als ich es ungerecht nannte?“

Larry, ich kann, was du getan hast, schlimm und böse nennen, weil es das war. Und ich weiß, dass es böse und schlimm war, weil diese gerade Linie existiert. Diese gerade Linie wird nicht durch dein Ermessen oder das Ermessen irgendeines anderen bestimmt. Das bedeutet, ich kann die Wahrheit meines Missbrauchs aussprechen, ohne ihn zu verharmlosen oder abzuschwächen. Und ich kann sagen, dass er böse war, weil ich weiß, was gut ist. Deswegen habe ich Mitleid mit dir. Denn wenn eine Person die Fähigkeit verliert, zwischen gut und böse zu unterscheiden, wenn sie nicht weiß, was schlecht ist, kann sie nicht länger wissen, was wirklich gut ist. Sie kann das Gute nicht genießen.

Wenn jemand in der Lage ist, einem anderen Menschen ohne echtes Schuldbewusstsein zu schaden, vor allem einem Kind, hat er die Fähigkeit verloren, echt zu lieben. Larry, du hast dich verschlossen für alle wirklich schönen und guten Dinge in dieser Welt, die dir Freude und Erfüllung bringen könnten und sollten. Ich habe deswegen Mitleid mit dir. Du hättest alles haben können, was du vorgabst zu sein. Jede Frau, die hier aufgestanden ist, mochte dich wirklich, wie ein unschuldiges Kind eine Bezugsperson mag. Sie liebten dich aufrichtig. Doch das reichte dir nicht aus.

Ich erlebe diese seelenerfüllende Freude, Sicherheit, Zärtlichkeit und Zuwendung in der Ehe, die auf aufopferungsvoller Liebe beruht. Ich erlebe echte Intimität in ihrer tiefsten Freude, Schönheit, Unantastbarkeit und Herrlichkeit. Das ist eine Freude, von der du dich abgeschnitten hast, sie jemals zu erleben. Deshalb habe Mitleid mit dir.

Ich habe junge Turnerinnen unterstützt und ihnen geholfen, sich von schwierigen kleinen Mädchen zu wunderbaren, schönen und selbstbewussten Athleten zu entwickeln und habe mich über ihren Erfolg gefreut, weil ich das Beste für sie wollte. Das ist eine Freude, die du nicht erfahren kannst, da dein Wunsch zu helfen, nichts anderes war als eine Fassade für deinen Wunsch, ihnen zu schaden.

Ich erlebe tiefe Erfüllung, wenn ich meine kleinen Kinder in meinen Armen trage, damit sie sich warm und sicher fühlen. Ich bin sicher, dass das ein großer Reichtum ist, der über das hinausgeht, was ich in Worte fassen kann. Du hast dich hingegen von solch einer Erfahrung abgeschnitten, weil du unsicher warst. Deshalb habe ich Mitleid mit dir.

Da du die Fähigkeit verloren hast, das Böse zu benennen, ohne es abzuschwächen, ohne es zu verharmlosen; du hast die Fähigkeit verloren zu wissen, was Liebe ist und was gut ist. Du kannst das Gute nicht genießen. Du hast dir selbst ein Gefängnis gebaut, das weitaus, weitaus schlimmer ist als irgendeines, in das ich dich stecken könnte und ich habe deswegen Mitleid mit dir.“


Der Artikel geht zurück auf einen Artikel von Justin Taylor, der bei The Gospel Coalition erschienen ist. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Die Einleitung ist vom E21-Team.

Vom Atheisten zum Christen

Andreas Solymosi

Vom Atheisten zum Christen

Als junger Mann, aufgewachsen im Ostblock, war ich überzeugter Atheist, Marxist. In der Schule und an der Universität wurde jedem gelehrt, dass es keinen Gott gibt. Das marxistische Weltbild erschien mir so logisch, so wissenschaftlich, dass ich damals nicht nur daran geglaubt, sondern auch meine ganze Lebensphilosophie auf diese Denkweise gebaut habe. Wenn mir damals jemand behauptet hätte, ich würde mich irgendwann mit Fragen in Zusammenhang mit Gott beschäftigen, hätte ich ihn ausgelacht. Das war für mich Aberglaube. Ich meinte, dass Kirche, Beten und Bibel für alte Tanten und für hässliche Mädchen sind, die in der Diskothek nicht ankommen. Ich philosophierte aber sogar beim Tanzen gerne über die Theorie der Erkennbarkeit der Welt und behauptete, dass der Geist bloß das Nebenprodukt einer extrem komplex organisierten Form der Materie sei. Ich hatte griechische Philosophen gelesen, Hegel und Mao; von Marx und Lenin musste ich Prüfungen ablegen; aber auch von der Bibel meinte ich, dass es zur Allgemeinbildung gehört, sie gelesen zu haben.

Ich hatte viele Freunde und Freundinnen. Es war mein Ziel, dass die Menschen mich mögen. Ich war überzeugt: Wer nicht so glücklich ist wie ich, sei selber schuld. Ich war nicht eingebildet, aber stolz, und meinte, dieser Zustand würde ewig andauern, weil er nur an mir liegt. Dann kam eine Krise. Das erste Mal in meinem Leben geriet ich in eine Situation, wo ich genau wusste, wie meine Philosophie funktionieren sollte, sie tat es aber nicht. Ich verlor den Boden unter meinen Füßen. Ich blieb alleine, wurde krank. Die Todesangst ließ mich einsehen, dass in einer materialistischen Welt mein Leben keinen Sinn hat. Ich wurde verzweifelt, und habe nur deshalb keinen Selbstmord begangen, weil auch das keinen Sinn hatte.

Dann erinnerte ich mich daran, was ich in der Bibel gelesen hatte, und begriff: Meine einzige Chance ist, wenn das, was sie behauptet, wahr ist. Ich nahm sie wieder zur Hand und fand darin mich selbst beschrieben. Es ging um den Menschen, der nicht glaubt, nur an sich selbst; genau wie ich. Aber ich musste einsehen, dass das ein Irrglaube war: Ich war nicht in der Lage, mein Leben zu meistern. Die Bibel empfahl mir einen anderen Weg: Wenn ich mich Gott anvertraue, sorgt er für mich. Damals wusste ich noch nicht, ob es einen Gott gibt; aber meine alleinige Aussicht war, es auszuprobieren, und ich probierte es aus. Nachdem ich mich entschieden hatte, in das Risiko einzugehen, stellte sich heraus, dass es ihn gibt und was die Bibel von ihm sagt, stimmt.

Wie hat sich das herausgestellt? Heute, als gläubiger Christ, kann ich sagen, dass meine Sünde mich in die Krise hineingerissen hatte. Damals sah ich das natürlich anders: Wenn es keinen Gott gibt, dann gibt es auch keine Sünde. Da habe ich nur festgestellt, dass ich nicht so bin, wie ich sein müsste, um der glückliche Menschen zu werden, den ich aus mir machen wollte. Ich habe beschlossen, mich zu ändern. Und das ist nicht gelungen. Ich wollte meine Sünde loswerden, aber ich konnte nicht. Jesus Christus hat mich aber davon befreit; wozu ich nicht in der Lage war, hat er getan: Er hat mich verändert.

Heute, als Wissenschaftler und Hochschullehrer, sehe ich, dass diese Veränderung mein ganzes Leben bestimmt. Dass ich in der Lage bin, als Vater von vier Kindern auch in meinem Beruf zu bestehen, ist ohne Gottes Kraft nicht denkbar. Aus diesem Grund sehe ich auch als meine Verantwortung, mich auch über das Fachliche hinaus um meine Studenten als von Gott geliebte Menschen zu kümmern. Meine Beziehung zu meinen Kollegen und Mitarbeitern, Nachbarn und Freunden, wird von meiner Beziehung zu Gott geprägt. Meine tägliche Gemeinschaft mit Ihm gibt mir die Weisheit für anstehende Entscheidungen, sei es in der Kindererziehung, Betreuung von Studenten oder aktuelle Lebenssituationen. Hierdurch erfahre ich täglich, dass das Leben, das Er für mich bereitet und durch das Er mich führt, das einzige ist, das sich lohnt zu leben. https://mystory.me/story/andreas-solymosi/de/

Schuldbekenntnis der FeG-Bundesleitung zum Nationalsozialismus im Wortlaut:

„Wir als Freie evangelische Gemeinden haben während des Hitler-Regimes versagt. Politische Abstinenz, ein falsches Obrigkeitsverständnis und sicher auch Angst haben uns schweigen lassen. Mit dem gettohaften Leben als Gemeindebund wollten wir einen Freiraum für gemeindliches Leben bewahren, aber dieser Freiraum kann das Unrecht nicht aufwiegen, an dem wir durch unser Stillschweigen mitgewirkt haben. Wie viele Juden und andere Menschen wurden bestialisch ermordet?! Das von uns (Deutschen) ausgegangene Leid sprengt jedes Vorstellungsvermögen. Wir haben gesündigt‘, betet Daniel angesichts der Schuld seines Volkes (Dan. 9,15). Aber zu der Schuld, die wir als Deutsche auf uns geladen haben, kommt die Schuld als Männer und Frauen, deren Leben Christus gehört.
Salz und Licht der Welt werden solche Leute im NT genannt (Mt. 5,13-14). Als solche hätten wir gegen das Unrecht aufstehen müssen. Wir haben es nicht getan. Wir haben gesündigt und sind schuldig.
Wir leben von Vergebung. Wir vertrauen darauf, dass Gott sie uns schenkt. Wir können angesichts der Geschichte nur vertrauen, dass er vergibt und mit uns weitermacht. Weil wir das erfahren haben, erfüllt uns Hoffnung. Unsere Hoffnung liegt in Jesus Christus und der erneuernden, Leben rettenden und schaffenden Kraft dieser Vergebung.“
Die Bundesleitung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden
Deutschland, Dietzhölztal-Ewersbach, 20. September 2014

Besser Gott als Geld

Der Amerikaner Stephen Curry gilt derzeit als einer der besten Basketball-Spieler weltweit. Vielen denen es so ergeht wie Curry, steigt der plötzliche Ruhm zu Kopfe. Plötzlich halten einen alle für wahnsinnig wichtig. Viele suchen die Freundschaft eines bekannten Sportlers. Ständige Interviews mit den Medien vermitteln den Eindruck, irgendetwas Besonderes zu sein. Viele nehmen Abstand vom Glauben, wenn sie erst berühmt geworden sind. Irgendwie scheint ihnen die Bibel plötzlich peinlich und provinziell.
„Gott hat mich dazu vorbereitet, ihn auf dem Basketball-Feld zu repräsentieren und ein Zeugnis für ihn zu sein“, berichtete Curry dem „Fellowship of Christian Athletes“-Magazin. „Meine Mutter sagte mir während meiner Uni-Zeit, dass Gott seine Leute in verschiedenen Bereichen des Lebens stellt, damit sie noch mehr Menschen für ihn erreichen können. Und ich versuchte, diese Zeit zu seiner Ehre zu nutzen.“
Curry kann das, wovon tausende andere nur träumen: von seinem Hobby leben. Trotzdem ist sich der All-Star-Athlet bewusst, dass ihm trotz seines Erfolgs noch einiges fehlt. „Gott hat mir das Talent gegeben, vom Basketball leben zu können, aber ich muss trotzdem jeden Tag hart arbeiten, um mich zu verbessern. Ich weiß, dass dies letztlich nur ein Spiel ist … Aber ich liebe es, dass ich beim Basketball die Chance bekomme, andere Leute … auf den Mann hinzuweisen, der für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Ich weiß, dass durch ihn im Himmel ein Platz für mich bereit ist, und das ist etwas, das kein Preis und keine Trophäe dieser Erde je toppen könnte. Das wichtigste ist, … Christus lebt in mir!“
Stephen Currys Wunsch, andere Menschen auf Jesus Christus aufmerksam zu machen lässt sich der Top- Sportler auch etwas kosten. Kürzlich verzichtete er auf einen 2,5-Millionen-Werbevertrag mit Nike, weil man ihm nicht erlauben wollte, seinen Lieblingsbibelvers auf die Schuhe drucken zu lassen.
Auch zu Beginn jedes Spiels macht Curry ganz offensiv auf seinen Glauben aufmerksam: „Ich schlag mir auf die Brust und zeige zum Himmel. … Das mache ich jedes Mal, wenn ich auf den Platz komme, um mich daran zu erinnern, für wen ich spiele. … Die Leute sollen wissen, wen ich repräsentiere und warum ich bin, wer ich bin. Denn das bin ich wegen Jesus, meinem Herrn und Retter!“
Für die meisten „normalen“ Christen kostet es weit weniger auf Jesus hinzuweisen, als für einen Prominenten, der Gefahr läuft, von Millionen ausgelacht zu werden. Auch wenn der Glaube von vielen säkularen Medien in Deutschland tabuisiert worden ist, sollten Christen ihre Menschenangst überwinden und frei von Jesus sprechen. Der Glaube an Gott hat sich millionenfach bewährt. Vielen anderen kann noch geholfen werden, wenn sie ein neues Leben mit Gott beginnen. Da lohnt es sich allemal, mutig von Jesus Christus zu reden.
Michael Kotsch