Wenn wir nun also bedenken, zu welchem Zweck er (Gott) die Nahrungsmittel geschaffen hat

Wenn wir nun also bedenken, zu welchem Zweck er die Nahrungsmittel geschaffen hat, so werden wir finden, daß er damit nicht bloß für unsere Notdurft sorgen wollte, sondern auch für unser Ergötzen und unsere Freude! So hatte er bei unseren Kleidern außer der Notdurft auch anmutiges Aussehen und Anständigkeit als Zweck im Auge. Kräuter, Bäume und Früchte sollen uns nicht nur mancherlei Nutzen bringen, sondern sie sollen auch freundlich anzusehen sein und seinen Wohlgeruch haben. Wäre das nicht wahr, so könnte es der Prophet nicht zu den Wohltaten Gottes rechnen, daß „der Wein des Menschen Herz erfreut“ und daß „seine Gestalt schön werde vom Öl“ (Ps.104,15). Dann könnte uns die Schrift auch nicht immer wieder zum Lobpreis seiner Güte daran erinnern, daß er selbst solches alles den Menschen gegeben hat! Auch die natürlichen Gaben der Dinge selbst zeigen uns ausreichend, wozu und wieweit man sie genießen darf. Hat doch der Herr die Blumen mit solcher Lieblichkeit geziert, daß sie sich unseren Augen ganz von selber aufdrängt, hat er ihnen doch so süßen Duft verliehen, daß unser Geruchssinn davon erfaßt wird – wie sollte es dann ein Verbrechen sein, wenn solche Schönheit unser Auge, solcher liebliche Duft unsere Nase berührte? Wie, hat er denn nicht die Farben so unterschieden, daß die eine anmutiger ist als die andere? Wie, hat er nicht Gold und Silber, Elfenbein und Marmorstein solche Schönheit geschenkt, daß sie dadurch vor anderen Metallen und Steinen kostbar werden? Hat er nicht überhaupt viele Dinge über den notwendigen Gebrauch hinaus kostbar für uns gemacht?  Institutio III 10,2

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Tragischer Irrtum

„Eine Menge unbedeutender Menschen halten sich für große Geister und starke Seelen, nur weil sie den christlichen Glauben verachten.”
Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (Französischer Philosoph, 1715-1747)

Einschläfrig predigen

Wenn man vom Artikel der Rechtfertigung predigt, so schläft das Volk und hustet. Wenn man aber anfängt, Historien und Exempel zu sagen, da reckt es beide Ohren auf, ist still und hört fleißig zu. Martin Luther

Reformationsjahr 2017

Erstens: Luthers Ruf als „Fürstenknecht“ ist falsch. Er lehrte präzise, wie Despoten zu entmachten seien: immer ohne Insurrektion, weil diese zur Herrschaft des Pöbels führe, der ja „keinen Verstand“ habe. In der NS-Zeit handelten Carl Goerdeler und Dietrich Bonhoeffer nach lutherischen Widerstandslehren. Zweitens: Als Journalist bin ich ein Priester. Luther sagte, wer seinen Beruf aus Liebe zum Nächsten ausübe, der verrichte den höchsten Gottesdienst. Diese befreiende Doktrin orientiert den Blick des Menschen um – weg von sich selbst und hin zum Mitmenschen. Dies ist das wirksamste Antidot gegen die weltweite Narzissmus-Epidemie. Uwe Siemon-Netto http://www.zeit.de/2016/43/reformationsjahr-2017-martin-luther-biografen

Unser Problem sind nicht die Flüchtlinge

Unser Problem sind nicht die Flüchtlinge oder allgemein Menschen aus anderen Ländern. Unser Problem ist, wenn wir es nicht schaffen, ihnen vorurteilsfrei, mit Respekt und voller Selbstbewusstsein zu begegnen.
Unser Problem ist auch nicht der Islam. Unser Problem ist, wenn wir es nicht schaffen, allen Menschen, auch Muslimen, die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes, die uns in Jesus erreicht, nahe zu bringen.
Unser Problem ist auch nicht die Gottvergessenheit unserer Gesellschaft. Unser Problem ist die Gottvergessenheit in unserem eigenen Herzen. (Roland Werner)

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Weil Wir Jesus Lieben

Christen glauben nicht an eine Vielfalt der Wahrheit. Es gibt die Wahrheit und die ist uns durch Gottes Wort über seinen Sohn Jesus Christus geoffenbart worden. Wieso glauben wir das? John Stott erklärt:
„Es ist nicht, weil wir stockkonservativ, obskurant oder reaktionär sind, oder sonst irgendwie unangenehm  sind, wie einige uns vorwürfen. Es ist viel mehr, weil wir Jesus Christus lieben. Wir sind entschlossen, mit Gottes Hilfe, Zeugnis zu seiner einzigartigen Herrlichkeit und absoluten Genüge zu leisten. In Christus, und im biblischen Zeugnis zu Christus, ist Gottes Offenbarung vollständig. Irgendwelche unsere Wörter zu seinem vollbrachten Werk hinzufügen, würde Christus herabwürdigen.“ Aus David Brooks, Who Is John Stott?

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Wir sind in einer postfaktischen Gesellschaft angekommen.

„Die Wissenschaft sei mit ihrem alten Versprechen gescheitert, an die Stelle von Religion und Aberglauben eine auf Vernuft und Überprüfbarkeit gebaute Welt zu setzen. ….“ So die Zeitschrift „Der Spiegel“ 01/2017
Der Spiegel führt weiter aus, dass die Wissenschaft die Sinnlücke nicht füllen konnte, im Gegenteil. Wir sind in einer postfaktischen Gesellschaft angekommen. „Zuerst verliert die Wissenschaft an Glaubwürdigkeit und danach alle anderen Instanzen, und dann erfasst die Erosion … den Alltag. Was kann man noch glauben? … Was machen?“ Wir haben eine Errosion des Vertrauens!
34% der Deutschen versuchen die komplizierte Welt mit Verschwörungstheorien zu erklären.
Ganz ehrlich: Wäre es nicht dran, die Wahrheit wieder bei Jesus Christus zu suchen? Wir feiern ja dieses Jahr 500 Jahre Reformation (#Luther2017 ). Die grösste Errungenschaft der Reformation war, einen unverstellten Blick auf Jesus zu ermöglichen. Ich finde einfach vor dem Fürwahrhalten von verrückten Verschwörungsthreorien, wäre ein Blick in die Bibel dran.
https://www.bibleserver.com/text/HFA/R%C3%B6mer15%2C13
Peter Schneeberger

Ohne Glaube nützt alles Leben und gutes Handeln nichts

Erstens muss man wissen, dass es keine guten Werke gibt außer denen, die Gott selbst geboten hat, so wie es auch keine Sünde gibt außer der, die Gott verboten hat. …

Zweitens: Das erste, höchste und alleredelste gute Werk ist der Glaube an Christus, … in diesem Werk müssen alle anderen Werke wurzeln und ihre Gutheit wie ein Lehen von ihm empfangen. …

Es ist eben kein Glaube, kein gutes Gewissen Gott gegenüber vorhanden. Darum fehlt den Werken der Kopf, und alles Leben und gutes Handeln nützt nichts.

… Da kennt er keinen Unterschied in den Werken, tut das Große, Lange, Viele so gern wie das Kleine, Kurze, Wenige und umgekehrt und all das mit fröhlichem, friedlichem, sicherem Herzen – als freier Mensch.

… nicht um Verdienste und Werke anzusammeln, sondern weil es ihm eine Lust ist, Gott auf diese Weise zu gefallen.

… Darum fängt der Glaube nicht bei den Werken an. Diese machen ihn auch nicht aus, sondern er muss aus dem Blut, den Wunden und dem Sterben Christi quellen und fließen.

Martin Luther. Von den guten Werken (1520). Vom ersten guten Werk nach dem ersten Gebot.

„postfaktisch“

Gefragt, was „postfaktisch“ bedeute, war mein erster Verdacht, daß das ein neues postmodernistisches Werkzeug sei. Falsch geraten. Es ist ein Werkzeug, um zu behaupten, daß die gegnerische Meinung falsch sei, und dabei davon abzulenken, daß man keine Gründe für diese Behauptung vorgetragen hat. Man nennt den Gegner „postfaktisch“ und transportiert damit die Behauptung, daß die die Meinung des Gegners offensichtlich falsch und die eigene offensichtlich wahr und „bewiesen“ („Die Wissenschaft hat festgestellt…“) sei. Der Gegner werde von Unvernunft oder bösen Motiven getrieben. Was ja stimmen kann, aber der Propagandavorwurf trifft da erst einmal auf den Sprecher zu. Es gibt ja schon viele Strategien, um inhaltliche Auseinandersetzungen und den Austausch von Argumenten zu vermeiden. Oft kann man eben eine Meinung wirkungsvoller verbreiten, wenn man keine Gründe dafür vorträgt, denn wenn man einen Grund nennt (d.h. ein Argument vorträgt), fängt der Zuhörer an, darüber nachzudenken, ob der Grund stichhaltig ist. https://www.facebook.com/profile.php?id=100013129871729
Daniel von Wachter 7. Dezember um 10:55 ·

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