Vom Ideal der reinen Vernunft

Nie wird das Erkennen so frei, so autoritätslos sein, wie es dem Ideal der reinen Vernunft entspricht, nie wird es aus seinem eigenen Prinzip leben können, sondern es wird die Autorschaft des Wortes Gottes in allen seinen Sätzen und Aussagen an der Stirn tragen, und das Leben, dem dies Erkennen gilt, wird immer verborgen bleiben: „meditatio vitae futurae“ [dt. Meditation über das Leben zu kommen].
Hans-Joachim Iwand (Nachgelassene Werke, Bd. 1, Glauben und Wissen, 1962, S. 21)

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Der Gottesdienst und die Psalmen

In vielen Kirchen werden sonntäglich oder sogar täglich Psalmen im Wechsel gelesen oder gesungen. Diese Kirchen haben sich einen unermeßlichen Reichtum bewahrt, denn nur im täglichen Gebrauch wächst man in jenes göttliche Gebetbuch hinein. Bei nur gelegentlichem Lesen sind uns diese Gebete zu übermächtig in Gedanken und Kraft, als daß wir uns nicht immer wieder zu leichterer Kost wendeten. Wer aber den Psalter ernstlich und regelmäßig zu beten angefangen hat, der wird den anderen, leichten, eigenen „andächtigen Gebetlein bald Urlaub geben und sagen: ach, es ist nicht der Saft, Kraft, Brunst und Feuer, die ich im Psalter finde, es schmeckt mir zu kalt und zu hart“ (Luther).
Wo wir also in unseren Kirchen die Psalmen nicht mehr beten, da müssen wir den Psalter um so mehr in unsere täglichen Morgen- und Abendandachten aufnehmen, jeden Tag mehrere Psalmen möglichst gemeinsam lesen und beten, damit wir mehrmals im Jahr durch dieses Buch hindurchkommen und immer tiefer eindringen. Wir dürfen dann auch keine Auswahl nach eigenem Gutdünken vornehmen, damit tun wir dem Gebetbuch der Bibel Unehre und meinen besser zu wissen, was wir beten sollen, als Gott selbst. In der alten Kirche war es nichts Ungewöhnliches, „den ganzen David“ auswendig zu können. In einer orientalischen Kirche war dies Voraussetzung für das kirchliche Amt. Der Kirchenvater Hieronymus erzählt, daß man zu seiner Zeit in Feldern und Gärten Psalmen singen hörte. Der Psalter erfüllte das Leben der jungen Christenheit. Wichtiger als dies alles aber ist, daß Jesus mit Worten der Psalmen auf den Lippen am Kreuz gestorben ist.
Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben; Das Gebetbuch der Bibel, Werkausgabe, Bd. 5, S. 115–116

Die Grünen haben bewiesen, dass man eine Nation zu Jüngern machen kann

Es macht mich traurig, in einem Land zu leben, in dem es soweit kommen konnte. Aber als Christ muss ich mir eingestehen, für diesen traurigen Zustand mitverantwortlich zu sein. Gottfried Sommer bringt es mit seiner zugespitzten Aussage auf den Punkt:
„Die Grünen haben bewiesen, dass man eine Nation zu Jüngern machen kann. Der durchschnittliche Deutsche hat eher ein schlechtes Gewissen, wenn er den Müll falsch trennt als wenn er die Ehe bricht. Die Grünen konnten das, weil es die Christen versäumt haben.“

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Revolutionen sind nicht gleich Reformen

 

Die Kommunisten dachten, die Völker durch bewaffnete Revolutionen umwälzen zu können, mussten aber feststellen, dass Revolutionen nicht gleich Reformen sind – so wenig, wie Unkrautjäten dasselbe ist wie Gartenbau. Die Wurzeln der Korruption reichen tiefer als bis zu einzelnen führenden Persönlichkeiten und Regimen.
Durch die Entthronung der Herrscher oder die Zerschlagung eines ‚Systems‘ entsteht selten etwas nachhaltig Gutes. Das Böse wurzelt in unseren Herzen und Gedanken (Markus 7,21). Letzten Endes ist es unser Innenleben – unsere Denkvoraussetzungen und Werte, unsere Weltanschauung, unsere Wünsche, Emotionen und Einstellungen – sowie unsere Beziehungen, die transformiert werden müssen. Die Kommunisten konnten das Utopia nicht erschaffen, das sie sich erhofft hatten, weil verschiedene Glaubenssysteme zu verschiedenen Resultaten führen.““ Das Buch der Mitte Vishal Mangalwadi (S. 290–291)

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„Die Heilige Schrift nicht zu kennen heißt, Christus nicht zu kennen.“

Viele versuchen heute Jesus gegen die Bibel auszuspielen. Sie wollen nur den vorgeblich toleranten und ausschließlich liebenden Jesus. Die Bibel scheint ihnen häufig zu hart und viel zu fordernd. Jesu Reden meint man vor allem in der eigenen Gefühlswelt zu hören.
Solche Entwicklungen gab es auch in der Kirchengeschichte immer wieder. Menschen waren überzeugt, Jesus in den Beschlüssen der Kirche, in Äußerungen von Propheten, in eigenen Erfahrungen oder sogar in fremden Religionen zu finden. Manche Christen kommen deshalb heute zu dem Schluss, dass alle, die bekennen „Jesus zu lieben“ als Brüder und Schwestern anzusehen sind; auch wenn ihre Vorstellung von Jesus vor allem durch Esoterik, kirchliche Lehrentwicklungen oder subjektive Erwartungen bestimmt sind.
Vor diesem Hintergrund ist die Aussage des Kirchenvaters Hieronymus bis heute aktuell und herausfordernd: „Die Heilige Schrift nicht zu kennen heißt, Christus nicht zu kennen.“ Wer Jesus näher kennenlernen und ihm folgen will, kommt an der Bibel nicht vorbei. Umgekehrt gilt, wer über Jesus redet ohne seine Aussagen aus der Bibel zu begründen, spekuliert und verweist häufig nur auf eine private religiöse Projektion und nicht auf den wahren Sohn Gottes.
Die Bibel ist nicht nur eine Darstellung von geschichtlichen Ereignissen, ein Grundbuch christlicher Lehre oder eine beständige moralische Ermahnung. Vor allem ist die Bibel ein Gesprächsangebot Gottes und eine einmalige Möglichkeit, Jesus Christus authentisch und umfassend zu begegnen. Wer betend und offen in der Bibel liest, der wird die Worte Jesu verstehen und gewinnbringend im eigenen Leben anwenden können. Michael Kotsch FB

Die Zehn Gebote

Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Das ist die Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind. Dietrich Bonhoeffer
https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/287-die-zehn-gebote-enthalten-k/

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Die Tötung der Frucht im Mutterleib ist Verletzung des dem werdenden Leben von Gott verliehenen Lebensrechtes.

“Die Tötung der Frucht im Mutterleib ist Verletzung des dem werdenden Leben von Gott verliehenen Lebensrechtes. Die Erörterung der Frage, ob es sich hier schon um einen Menschen handele oder nicht, verwirrt nur die einfachen Tatsache, daß Gott hier jedenfalls einen Menschen schaffen wollte und daß diesem werdenden Menschen vorsätzlich das Leben genommen worden ist. Das aber ist nichts anderes als Mord.
Daß die Motive, die zu einer derartigen Tat führen, sehr verschieden sind, ja daß dort, wo es sich um eine Tat der Verzweiflung in höchster menschlicher oder wirtschaftlicher Verlassenheit und Not handelt, die Schuld oft mehr auf die Gemeinschaft als auf den einzelnen fällt, daß schließlich gerade in diesem Punkt Geld sehr viel Leichtfertigkeit zu vertuschen vermag, während gerade bei den Armen auch die schwer abgerungene Tat leichter ans Licht kommt, dies alles berührt unzweifelhaft das persönliche und seelsorgerische Verhalten gegenüber den Betroffenen ganz entscheidend, es vermag aber an dem Tatbestand des Mordes nichts zu ändern.”Dietrich Bonhoeffer, Ethik, 8. Auflage, München 1975, Seite 187

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Chemnitz

Nach „Chemnitz“ grenzen sich auch immer mehr Evangelikale scharf von allem aus der rechtskonservativen, rechtsradikalen, rechtsnationalen, rechtswasimmerwas Ecke ab. Gewiss, mit den Hitlergrüßen ist eine Art Grenze überschritten, aber man sollte sich dennoch die Mühe machen, sich mit den politischen Grundbegriffen näher zu beschäftigen. Empfehle dieses knapp gehaltene Buch von Rahim aus Wien. Holger Lahayne
Linke & Rechte: Ein ideengeschichtlicher Kompass für die ideologischen Minenfelder der Neuzeit (Analysen) Taschenbuch – 10. April 2017 von Rahim Taghizadegan

 

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Konsequent zu Ende gedacht ist leugnet der Agnostiker die Existenz Gottes

Konsequent zu Ende gedacht ist leugnet der Agnostiker die Existenz Gottes, so wie er ist. Da ist Gottes Wort sehr klar. … Was mich … abstößt, ist diese ewige Gejammere, dass man die Befindlichkeiten irgendwelcher Leute stören könnte, wenn man Tatsachen beim Namen nennt.
„Der größte mir bekannte Teil der freikirchlichen Christen ist so bedacht, auf die Befindlichkeiten der „Unerreichten“, dass aus dem Salz und Licht wohl eher Puder und Nebel geworden ist. Und wie wir alle feststellen können hat diese Haltung ja nicht gerade zu gewaltigen Erweckungen geführt. Ich sage das ganz bewusst so, weil ich eben nicht denke, dass irgendeine Strategie oder ein Konzept Leute rettet, sondern die Wahrheit! Das man die „Unerreichten“ in Watte packt ist vielmehr lieblos. Die Wahrheit ist meistens unbequem. Die Hölle aber auch.“ Armin Gritzan

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Das Evangelium zusammengefasst auf vier Fragen

  1. Glauben Sie, dass Gott existiert, dass er ein persönlicher Gott ist und dass Jesus Christus Gott ist – wobei wir festhalten, dass wir nicht von dem Wort oder Begriff ‚Gott‘ sprechen, sondern von dem unendlich-persönlichen Gott, der wirklich da ist?
  2. Erkennen Sie, dass Sie diesem Gott gegenüber schuldig sind – wobei wir nicht von Schuldgefühlen sprechen, sondern von wirklicher moralischer Schuld?
  3. Glauben Sie, dass Jesus Christus in Raum, Zeit und Geschichte am Kreuz gestorben ist und durch seinen Tod ein völlig ausreichendes Sühnewerk vollbracht und die Strafe Gottes für die Sünden auf sich genommen hat?
  4. Haben Sie sich aufgrund der Verheißung Gottes in der Bibel, seiner schriftlichen Mitteilung an uns, in diesem Christus als Ihrem persönlichen Heiland geborgen – ohne sich auf irgend etwas zu stützen, was Sie selbst je getan haben oder je tun werden?

    Francis Schaeffer – Gott ist keine Illusion. Seite 152

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