Ohne Glaube nützt alles Leben und gutes Handeln nichts

Erstens muss man wissen, dass es keine guten Werke gibt außer denen, die Gott selbst geboten hat, so wie es auch keine Sünde gibt außer der, die Gott verboten hat. …

Zweitens: Das erste, höchste und alleredelste gute Werk ist der Glaube an Christus, … in diesem Werk müssen alle anderen Werke wurzeln und ihre Gutheit wie ein Lehen von ihm empfangen. …

Es ist eben kein Glaube, kein gutes Gewissen Gott gegenüber vorhanden. Darum fehlt den Werken der Kopf, und alles Leben und gutes Handeln nützt nichts.

… Da kennt er keinen Unterschied in den Werken, tut das Große, Lange, Viele so gern wie das Kleine, Kurze, Wenige und umgekehrt und all das mit fröhlichem, friedlichem, sicherem Herzen – als freier Mensch.

… nicht um Verdienste und Werke anzusammeln, sondern weil es ihm eine Lust ist, Gott auf diese Weise zu gefallen.

… Darum fängt der Glaube nicht bei den Werken an. Diese machen ihn auch nicht aus, sondern er muss aus dem Blut, den Wunden und dem Sterben Christi quellen und fließen.

Martin Luther. Von den guten Werken (1520). Vom ersten guten Werk nach dem ersten Gebot.

„postfaktisch“

Gefragt, was „postfaktisch“ bedeute, war mein erster Verdacht, daß das ein neues postmodernistisches Werkzeug sei. Falsch geraten. Es ist ein Werkzeug, um zu behaupten, daß die gegnerische Meinung falsch sei, und dabei davon abzulenken, daß man keine Gründe für diese Behauptung vorgetragen hat. Man nennt den Gegner „postfaktisch“ und transportiert damit die Behauptung, daß die die Meinung des Gegners offensichtlich falsch und die eigene offensichtlich wahr und „bewiesen“ („Die Wissenschaft hat festgestellt…“) sei. Der Gegner werde von Unvernunft oder bösen Motiven getrieben. Was ja stimmen kann, aber der Propagandavorwurf trifft da erst einmal auf den Sprecher zu. Es gibt ja schon viele Strategien, um inhaltliche Auseinandersetzungen und den Austausch von Argumenten zu vermeiden. Oft kann man eben eine Meinung wirkungsvoller verbreiten, wenn man keine Gründe dafür vorträgt, denn wenn man einen Grund nennt (d.h. ein Argument vorträgt), fängt der Zuhörer an, darüber nachzudenken, ob der Grund stichhaltig ist. https://www.facebook.com/profile.php?id=100013129871729
Daniel von Wachter 7. Dezember um 10:55 ·

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„Wir weigern den Gehorsam“

Wir weigern den Gehorsam und stehn in deinem Heer, wir singen dir Gesänge, doch unser Herz bleibt leer.
Wir nennen dich den Richter und brechen frech das Recht, wir künden die Erlösung und sind so oft noch Knecht.
Lös‘ du uns von uns selber und mach für dich uns frei, dass Leben und Bekenntnis zu deiner Ehre sei. Fritz Woike (1890-1962)

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Konservativ

Wer das Alte, das er für wertig erkannt hat, erhalten will, darf nicht konservativ, sondern muss progressiv sein. Zum Erhalt braucht es immer wieder eine Revolution. Wer seinen weißen Gartenzaun erhalten will, darf ihn nicht sich selbst überlassen, sondern muss ihn regelmäßig neu streichen, sonst wird er schwarz. Bewahren geschieht durch regelmäßige Erneuerung. Erneuert man es nicht, wird man von dem, was man zu bewahren versucht, letztendlich tyrannisiert. G. K. Chesterton

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Der Professor und sein Knochen

86 Jahre nach der Niederschrift so aktuell wie eh und je:
Es ist noch kaum jemand aufgefallen, wie hilflos die Wissenschaft in bezug auf die prähistorischen Tatsachen herumtappt. Hier hinkt die Wissenschaft, deren moderne Wunder wir alle anstaunen, nach und sammelt nur unablässig neue und immer neue Daten. Bei allen praktischen Erfindungen, bei den meisten naturwissenschaftlichen Entdeckungen lässt sich die Wahrheinlichkeit stets durch Experimente bekräftigen, aber die Wissenschaft ist unfähig, experimentell einen Menschen herzustellen, ja, sie kann nicht einmal beobachten, was die ersten Menschen taten. Ein Erfinder vermag Schritt um Schritt die Konstruktion eines Aeroplans zu fördern, und wenn er auch nur mit Stöcken und Metallabfällen auf seinem Hinterhof herumprobiert. Sollte ihm bei seinen Berechnungen ein Irrtum unterlaufen sein, so wird das Flugzeug diesen Fehler dadurch berichtigen, dass es auf dem Boden zerschellt. Aber der Forscher hat keine Möglichkeit, zu beobachten, wie das ‚Missing Link‘ sich auf seinem eigenen Hofe entwickelt. Und wenn ihm ein Irrtum in bezug auf die Baumlebensweise seiner Ahnen unterlaufen ist, dann sieht er nicht, ob seine auf Bäumen lebenden Vorfahren von dem Baum herunterplumpsen. Er kann auch einen Höhlenmenschen nicht einer Katze gleich auf dem Hofe halten und durch Beobachtung feststellen, ob dieser tatsächlich Menschenfresserei treibt, oder sich seine Eheliebste durch Raub erobert. Er kann nicht einen Stamm primitiver Menschen wie eine Hundemeute im Zwinger halten, um festzustellen, inwieweit sie von Herdeninstinnkten beeinflusst werden. Wenn er bemerkt, dass sich ein spezieller Vogl auf eine ganz spezielle Art benimmt, kann er sich andere Vögel beschaffen und beobachten, ob diese sich in gleicher Weise verhalten; doch wenn er in einer Berghöhle einen Schädel oder den Bruchteil eines Schädels entdeckt, so kann er dieses Stück nicht zu einer Vision des Tales der Gebeine vervielfältigen. Beim Studium einer Vergangenheit, die fast gänzlich ausgetilgt ist, kann der Forscher sich nur vom Augenschein und nicht vom Experimente leiten lassen, und das Beweismaterial ist schwerlich ausreichend, um beweiskräftig zu sein. Während die meisten Wissenschaften sich in einer Art Kurve bewegen, die ständig durch neues Beweismaterial korrigiert wird, entflieht diese Wissenschaft in grader Linie unkorrigiert durch die Erfahrung ins Leere. Aber die Gewohnheit, Schlüsse zu ziehen, wie sich solche tatsächlich auf fruchtbareren Betätigungsfeldern ziehen lassen, ist dem wissenschaftlichen Denken so tief eingewurzelt, dass er auch hier nicht widerstehen kann, ins Blaue hinein zu reden. Der Wissenschaftler spricht über die durch ein Bruchstück eines Knochens angeregte Idee, als handle es sich um ein Flugzeug, das doch zum wenigsten aus einem ganzen Haufen von Metallabfall gebaut worden ist. Das Schlimme bei dem Professor  der Prähistorie ist, dass er es nicht über sich bringt, seinen Abfall zum Abfall zu werfen. Das wunderbare, triumphierende Flugzeug ist aus hundert Irrtümern entstanden. Wer dem Ursprung der Dinge nachforscht, kann nur einen Irrtum begehen und bleibt an diesem dann haften. … Manchmal wird ein Professor mit seinem Knochen fast so bösartig wie ein Hund mit seinem Knochen. Aber der Hund leitet wenigstens von seinem Knochen keine Theorie ab und will nicht beweisen, dass sich das Menschtum auf die Hunde vererbte – oder von ihnen herstammte.
G. K. Chesterton. Der unsterbliche Mensch. Carl Schünemann: Bremen, 1930. (47-49)
http://hanniel.ch/2016/11/12/zitat-der-woche-der-professor-und-sein-knochen/

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Manfred Krug

„Vielleicht bin ich kein Christ geworden, weil es mir von Kindheit an schwer fiel, an den lieben Gott zu glauben. Aber die Bibel habe ich freiwillig gelesen, und sie hat mir geholfen, mich gegen andere über weite Strecken wie ein Christ zu benehmen.“ – Manfred Krug –

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Gottesbeweise

„Auch wenn die Gottesbeweise nicht zum Ziel führen, sollten sie nicht pauschal abgetan werden. Sie können als Hinweise auf Gott verstanden werden und zur „Verunsicherung des Atheismus“ beitragen. Gottesbeweise sollen dem Menschen die Ruhe der Fraglosigkeit nehmen und ihn in die Unruhe des Suchens führen. Wie die Raupe, auf dem Wege nach oben an die Spitze des Grashalms gelangt, sich aufrichtet und nach allen Seiten streckt, um eine Möglichkeit der Fortsetzung ihres Weges zu finden, so wird der Mensch durch die Konsequenz der Argumente für die Existenz Gottes aufgestört und nicht auf eine letzte Sinnlosigkeit gewiesen, sondern zur Suche motiviert.“ aus Klaus Bockmühl, Die Argumente für die Existenz Gottes.

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Die Tyrannei der Wissenschaft

Die Institution, die tatsächlich versucht, andere mit Hilfe des Staates zu tyrannisieren, ist die Wissenschaft. Die Institution, die den säkularen Arm tatsächlich bemüht, ist die Wissenschaft. Und das Bekenntnis, das tatsächlich Abgaben einfordert und in die Schulen vordringt, das Bekenntnis, das tatsächlich mit Zwangsgeldern und Gefängnis durchgesetzt wird, das nicht per Predigt, sondern per Vorschrift verkündet und nicht von Pilgern, sondern von Polizisten verbreitet wird – dieses Bekenntnis ist das grosse, aber umstrittene Denksystem, an dessen Anfang die Evolution und an dessen Ende die Eugenik steht. Tatsächlich ist der Materialismus unsere Staatsreligion; denn dessen Häretiker werden tatsächlich von Staats wegen verfolgt. … Wenn der Begriff der Durchsetzung einer weithin umstrittenen, einem endgültigen Beweis nicht zugänglichen Theorie mit Hilfe der Staatsgewalt bezeichnet – dann sind heute nicht unsere Priester, sondern unsere Ärzte Inquisitoren. Dass sie Dogmen solcher Art durchzusetzen vermag, macht eine Staatskirche aus – in einem älteren und umfassenderen Sinn, als man ihn heute irgendeiner religiösen Glaubensgemeinschaft anheften könnte.
G. K. Chesterton. Eugenik und andere Übel. suhrkamp: Berlin, 2014. (142-143) http://hanniel.ch/2016/10/23/zitat-der-woche-die-tyrannei-der-wissenschaft/

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Der gefährlichere Feind des Guten

Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.
Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch mit Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden, ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. …
Bei genauerem Zusehen zeigt sich, daß jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. …
Das Wort der Bibel, das die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei (Sprüche 1, 7), sagt, daß die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist. Dietrich Bonhoeffer
Quelle: Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 26 ff
http://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/id/604

Das Christentum ist für das normative Selbstverständnis der Moderne nicht nur eine Vorläufergestalt oder ein Katalysator gewesen.

„Das Christentum ist für das normative Selbstverständnis der Moderne nicht nur eine Vorläufergestalt oder ein Katalysator gewesen. Der egalitäre Universalismus, aus dem die Ideen von Freiheit und solidarischem Zusammenleben, von autonomer Lebensführung und Emanzipation, von individueller Gewissensmoral, Menschenrechten und Demokratie entsprungen sind, ist unmittelbar ein Erbe der jüdischen Gerechtigkeits- und der christlichen Liebesethik. In der Substanz unverändert, ist dieses Erbe immer wieder kritisch angeeignet und neu interpretiert worden. Dazu gibt es bis heute keine Alternative. Auch angesichts der aktuellen Herausforderungen einer postnationalen Konstellation zehren wir nach wie vor von dieser Substanz. Alles andere ist postmodernes Gerede“. From Jürgen Habermas – „Zeit der Übergänge“ (Suhrkamp Verlag, 2001) p. 174f.

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