Reformationsjahr 2017

Erstens: Luthers Ruf als „Fürstenknecht“ ist falsch. Er lehrte präzise, wie Despoten zu entmachten seien: immer ohne Insurrektion, weil diese zur Herrschaft des Pöbels führe, der ja „keinen Verstand“ habe. In der NS-Zeit handelten Carl Goerdeler und Dietrich Bonhoeffer nach lutherischen Widerstandslehren. Zweitens: Als Journalist bin ich ein Priester. Luther sagte, wer seinen Beruf aus Liebe zum Nächsten ausübe, der verrichte den höchsten Gottesdienst. Diese befreiende Doktrin orientiert den Blick des Menschen um – weg von sich selbst und hin zum Mitmenschen. Dies ist das wirksamste Antidot gegen die weltweite Narzissmus-Epidemie. Uwe Siemon-Netto http://www.zeit.de/2016/43/reformationsjahr-2017-martin-luther-biografen

Unser Problem sind nicht die Flüchtlinge

Unser Problem sind nicht die Flüchtlinge oder allgemein Menschen aus anderen Ländern. Unser Problem ist, wenn wir es nicht schaffen, ihnen vorurteilsfrei, mit Respekt und voller Selbstbewusstsein zu begegnen.
Unser Problem ist auch nicht der Islam. Unser Problem ist, wenn wir es nicht schaffen, allen Menschen, auch Muslimen, die Liebe und Menschenfreundlichkeit Gottes, die uns in Jesus erreicht, nahe zu bringen.
Unser Problem ist auch nicht die Gottvergessenheit unserer Gesellschaft. Unser Problem ist die Gottvergessenheit in unserem eigenen Herzen. (Roland Werner)

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Weil Wir Jesus Lieben

Christen glauben nicht an eine Vielfalt der Wahrheit. Es gibt die Wahrheit und die ist uns durch Gottes Wort über seinen Sohn Jesus Christus geoffenbart worden. Wieso glauben wir das? John Stott erklärt:
„Es ist nicht, weil wir stockkonservativ, obskurant oder reaktionär sind, oder sonst irgendwie unangenehm  sind, wie einige uns vorwürfen. Es ist viel mehr, weil wir Jesus Christus lieben. Wir sind entschlossen, mit Gottes Hilfe, Zeugnis zu seiner einzigartigen Herrlichkeit und absoluten Genüge zu leisten. In Christus, und im biblischen Zeugnis zu Christus, ist Gottes Offenbarung vollständig. Irgendwelche unsere Wörter zu seinem vollbrachten Werk hinzufügen, würde Christus herabwürdigen.“ Aus David Brooks, Who Is John Stott?

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Wir sind in einer postfaktischen Gesellschaft angekommen.

„Die Wissenschaft sei mit ihrem alten Versprechen gescheitert, an die Stelle von Religion und Aberglauben eine auf Vernuft und Überprüfbarkeit gebaute Welt zu setzen. ….“ So die Zeitschrift „Der Spiegel“ 01/2017
Der Spiegel führt weiter aus, dass die Wissenschaft die Sinnlücke nicht füllen konnte, im Gegenteil. Wir sind in einer postfaktischen Gesellschaft angekommen. „Zuerst verliert die Wissenschaft an Glaubwürdigkeit und danach alle anderen Instanzen, und dann erfasst die Erosion … den Alltag. Was kann man noch glauben? … Was machen?“ Wir haben eine Errosion des Vertrauens!
34% der Deutschen versuchen die komplizierte Welt mit Verschwörungstheorien zu erklären.
Ganz ehrlich: Wäre es nicht dran, die Wahrheit wieder bei Jesus Christus zu suchen? Wir feiern ja dieses Jahr 500 Jahre Reformation (#Luther2017 ). Die grösste Errungenschaft der Reformation war, einen unverstellten Blick auf Jesus zu ermöglichen. Ich finde einfach vor dem Fürwahrhalten von verrückten Verschwörungsthreorien, wäre ein Blick in die Bibel dran.
https://www.bibleserver.com/text/HFA/R%C3%B6mer15%2C13
Peter Schneeberger

Ohne Glaube nützt alles Leben und gutes Handeln nichts

Erstens muss man wissen, dass es keine guten Werke gibt außer denen, die Gott selbst geboten hat, so wie es auch keine Sünde gibt außer der, die Gott verboten hat. …

Zweitens: Das erste, höchste und alleredelste gute Werk ist der Glaube an Christus, … in diesem Werk müssen alle anderen Werke wurzeln und ihre Gutheit wie ein Lehen von ihm empfangen. …

Es ist eben kein Glaube, kein gutes Gewissen Gott gegenüber vorhanden. Darum fehlt den Werken der Kopf, und alles Leben und gutes Handeln nützt nichts.

… Da kennt er keinen Unterschied in den Werken, tut das Große, Lange, Viele so gern wie das Kleine, Kurze, Wenige und umgekehrt und all das mit fröhlichem, friedlichem, sicherem Herzen – als freier Mensch.

… nicht um Verdienste und Werke anzusammeln, sondern weil es ihm eine Lust ist, Gott auf diese Weise zu gefallen.

… Darum fängt der Glaube nicht bei den Werken an. Diese machen ihn auch nicht aus, sondern er muss aus dem Blut, den Wunden und dem Sterben Christi quellen und fließen.

Martin Luther. Von den guten Werken (1520). Vom ersten guten Werk nach dem ersten Gebot.

„postfaktisch“

Gefragt, was „postfaktisch“ bedeute, war mein erster Verdacht, daß das ein neues postmodernistisches Werkzeug sei. Falsch geraten. Es ist ein Werkzeug, um zu behaupten, daß die gegnerische Meinung falsch sei, und dabei davon abzulenken, daß man keine Gründe für diese Behauptung vorgetragen hat. Man nennt den Gegner „postfaktisch“ und transportiert damit die Behauptung, daß die die Meinung des Gegners offensichtlich falsch und die eigene offensichtlich wahr und „bewiesen“ („Die Wissenschaft hat festgestellt…“) sei. Der Gegner werde von Unvernunft oder bösen Motiven getrieben. Was ja stimmen kann, aber der Propagandavorwurf trifft da erst einmal auf den Sprecher zu. Es gibt ja schon viele Strategien, um inhaltliche Auseinandersetzungen und den Austausch von Argumenten zu vermeiden. Oft kann man eben eine Meinung wirkungsvoller verbreiten, wenn man keine Gründe dafür vorträgt, denn wenn man einen Grund nennt (d.h. ein Argument vorträgt), fängt der Zuhörer an, darüber nachzudenken, ob der Grund stichhaltig ist. https://www.facebook.com/profile.php?id=100013129871729
Daniel von Wachter 7. Dezember um 10:55 ·

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„Wir weigern den Gehorsam“

Wir weigern den Gehorsam und stehn in deinem Heer, wir singen dir Gesänge, doch unser Herz bleibt leer.
Wir nennen dich den Richter und brechen frech das Recht, wir künden die Erlösung und sind so oft noch Knecht.
Lös‘ du uns von uns selber und mach für dich uns frei, dass Leben und Bekenntnis zu deiner Ehre sei. Fritz Woike (1890-1962)

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Konservativ

Wer das Alte, das er für wertig erkannt hat, erhalten will, darf nicht konservativ, sondern muss progressiv sein. Zum Erhalt braucht es immer wieder eine Revolution. Wer seinen weißen Gartenzaun erhalten will, darf ihn nicht sich selbst überlassen, sondern muss ihn regelmäßig neu streichen, sonst wird er schwarz. Bewahren geschieht durch regelmäßige Erneuerung. Erneuert man es nicht, wird man von dem, was man zu bewahren versucht, letztendlich tyrannisiert. G. K. Chesterton

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Der Professor und sein Knochen

86 Jahre nach der Niederschrift so aktuell wie eh und je:
Es ist noch kaum jemand aufgefallen, wie hilflos die Wissenschaft in bezug auf die prähistorischen Tatsachen herumtappt. Hier hinkt die Wissenschaft, deren moderne Wunder wir alle anstaunen, nach und sammelt nur unablässig neue und immer neue Daten. Bei allen praktischen Erfindungen, bei den meisten naturwissenschaftlichen Entdeckungen lässt sich die Wahrheinlichkeit stets durch Experimente bekräftigen, aber die Wissenschaft ist unfähig, experimentell einen Menschen herzustellen, ja, sie kann nicht einmal beobachten, was die ersten Menschen taten. Ein Erfinder vermag Schritt um Schritt die Konstruktion eines Aeroplans zu fördern, und wenn er auch nur mit Stöcken und Metallabfällen auf seinem Hinterhof herumprobiert. Sollte ihm bei seinen Berechnungen ein Irrtum unterlaufen sein, so wird das Flugzeug diesen Fehler dadurch berichtigen, dass es auf dem Boden zerschellt. Aber der Forscher hat keine Möglichkeit, zu beobachten, wie das ‚Missing Link‘ sich auf seinem eigenen Hofe entwickelt. Und wenn ihm ein Irrtum in bezug auf die Baumlebensweise seiner Ahnen unterlaufen ist, dann sieht er nicht, ob seine auf Bäumen lebenden Vorfahren von dem Baum herunterplumpsen. Er kann auch einen Höhlenmenschen nicht einer Katze gleich auf dem Hofe halten und durch Beobachtung feststellen, ob dieser tatsächlich Menschenfresserei treibt, oder sich seine Eheliebste durch Raub erobert. Er kann nicht einen Stamm primitiver Menschen wie eine Hundemeute im Zwinger halten, um festzustellen, inwieweit sie von Herdeninstinnkten beeinflusst werden. Wenn er bemerkt, dass sich ein spezieller Vogl auf eine ganz spezielle Art benimmt, kann er sich andere Vögel beschaffen und beobachten, ob diese sich in gleicher Weise verhalten; doch wenn er in einer Berghöhle einen Schädel oder den Bruchteil eines Schädels entdeckt, so kann er dieses Stück nicht zu einer Vision des Tales der Gebeine vervielfältigen. Beim Studium einer Vergangenheit, die fast gänzlich ausgetilgt ist, kann der Forscher sich nur vom Augenschein und nicht vom Experimente leiten lassen, und das Beweismaterial ist schwerlich ausreichend, um beweiskräftig zu sein. Während die meisten Wissenschaften sich in einer Art Kurve bewegen, die ständig durch neues Beweismaterial korrigiert wird, entflieht diese Wissenschaft in grader Linie unkorrigiert durch die Erfahrung ins Leere. Aber die Gewohnheit, Schlüsse zu ziehen, wie sich solche tatsächlich auf fruchtbareren Betätigungsfeldern ziehen lassen, ist dem wissenschaftlichen Denken so tief eingewurzelt, dass er auch hier nicht widerstehen kann, ins Blaue hinein zu reden. Der Wissenschaftler spricht über die durch ein Bruchstück eines Knochens angeregte Idee, als handle es sich um ein Flugzeug, das doch zum wenigsten aus einem ganzen Haufen von Metallabfall gebaut worden ist. Das Schlimme bei dem Professor  der Prähistorie ist, dass er es nicht über sich bringt, seinen Abfall zum Abfall zu werfen. Das wunderbare, triumphierende Flugzeug ist aus hundert Irrtümern entstanden. Wer dem Ursprung der Dinge nachforscht, kann nur einen Irrtum begehen und bleibt an diesem dann haften. … Manchmal wird ein Professor mit seinem Knochen fast so bösartig wie ein Hund mit seinem Knochen. Aber der Hund leitet wenigstens von seinem Knochen keine Theorie ab und will nicht beweisen, dass sich das Menschtum auf die Hunde vererbte – oder von ihnen herstammte.
G. K. Chesterton. Der unsterbliche Mensch. Carl Schünemann: Bremen, 1930. (47-49)
http://hanniel.ch/2016/11/12/zitat-der-woche-der-professor-und-sein-knochen/

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