SIE FOLGEN ALLE ZUSAMMEN DER SELBEN IRDISCHEN KLUGHEIT

“Ich sehe die tausend Geistlichen, beziehungsweise theologischen Kandidaten des Landes; ich sehe, sie unterscheiden sich voneinander dadurch, dass die einen dies als orthodox ansehen, die anderen jenes. Aber, wenn es darauf ankommt, ein Amt zu erhalten, in ein besseres Amt aufzusteigen, wenn es darauf ankommt, sich Gefahren auszusetzen, wirklich auf irdische Vorteile zu verzichten – dann sehe ich, DASS SIE ALLE GLEICH SIND; SIE FOLGEN ALLE ZUSAMMEN DER SELBEN IRDISCHEN KLUGHEIT.” Kierkegaard: Tagebücher

Es wird selten der Versuch gemacht, wirklich zu verstehen, wie es kam, dass Christi Leben mit dem Kreuzestod endete

“Es wird selten der Versuch gemacht, wirklich zu verstehen, wie es kam, dass Christi Leben mit dem Kreuzestod endete. (…) Dass Christus willig war, sein Leben zu opfern, bedeutet nicht, dass er den Tod suchte oder die Juden zwang, ihn totzuschlagen. Christi Bereitschaft enthält nur eine Auffassung der Welt: DIE WELT WAR SO BÖSE, DASS DER HEILIGE UNBEDINGT STERBEN MUSSTE. Nur wenn er danach gestrebt hätte, ein Sünder oder eine mittelmäßige Person zu werden, dann wäre er erfolgreich in der Welt gewesen.
Es ist unglaublich, wie wenig Menschen eine Vorstellung von einer wesentlichen Anschauung des Daseins haben. Ihr Leben ist ein Narrenstreich. Sie gehen hinaus und sagen: ‘Vielleicht werde ich etwas Grosses, vielleicht werde ich nichts, vielleicht werde ich auch verfolgt.’ Welche Dummheit! BEHAGE NUR ZU WÄHLEN, SO BRAUCHST DU NICHT ZU RATEN! DIE SPEZIFISCHEN VERHÄLTNISSE DES DASEINS LASSEN SICH AUSGEZEICHNET BERECHNEN. WILLST DU UNBEDINGT ALLES FÜR DAS GUTE WAGEN – SO WIRST DU VERFOLGT, TERTIUM NON DATUR. Willst Du feilschen, ja dann kannst Du wirklich im Ungewissen eines Narrenstreiches leben, denn es kann sein, dass Du etwas Grosses wirst; das Gegenteil ist aber auch möglich.
Ihr klugen Priester solltet deshalb lieber gleich sagen: ‘Die wichtigste Betrachtung des Daseins haben wir ausgelassen und abgeschafft. Das, was wir predigen, ist Lebensweisheit, das EVANGELIUM DER SPIESSBÜRGER und besonders geeignet für Lotteriespieler.’
Christi Tod ist das Produkt von zwei Faktoren. Die Schuld der Juden, item die Bosheit der Welt überhaupt, wird dadurch festgestellt. Da Christus der Gottmensch ist, kann sein Kreuzestod nicht bedeuten, dass die Juden zufällig damals demoralisiert waren und dass Christus, wenn ich so sagen darf, in einem unglücklichen Augenblick kam. CHRISTI SCHICKSAL IST EIN EWIGES; AN IHM IST DAS SPEZIFISCHE GEWICHT DES MENSCHENGESCHLECHTES ABLESBAR. CHRISTUS WÜRDE ES ZU JEDER ZEIT SO GEHEN.” Sören Kierkegaard: Tagebücher

Glück und Reichtum

Eigentlich stellt man sich unter Glück Reichtum, ein sorgenfreies Leben, einen angemessenen Lebensstandard und freundliche Behandlung vor. Aber Jesus sprengt diese Vorstellungen. Die Eigenschaften, für die Jesus Glückseligkeit als Belohnung verspricht, verblüffen uns. Es sind Erfahrungen, die wir gewöhnlich ängstlich meiden. In einer Zeit, in der die Betonung auf der religiösen Aktivität liegt, erscheint es uns seltsam, daß Jesus den passiven Eigenschaften so hohen Wert beimisst. Jede Seligpreisung beginnt im Originaltext mit dem Ausruf: O Glückseligkeit!“ „O Glückseligkeit der Armen im Geiste!“ „Glückselig“ bezeichnet eine tiefe Freude, die nicht von den ständig wechselnden Lebensumständen abhängt, sondern das Geheimnis der Freude in sich selbst birgt. Man könnte auch übersetzen mit „in höchstem Maße glücklich, beneidenswert sein, beglückwünscht werden. O. Sanders

Vom Diktat der Gefühle

Zitat

Was uns Plakatwände, Werbeunterbrechungen, Prospekte, Umfragen schon lange einreden, hat sich in unserem ganzen Leben und auch in unserer Gottesbeziehung festgesetzt: Wir vergleichen unsere Gefühle laufend mit unseren Erwartungen. Unsere Gefühle geben den Ausschlag – nicht nur dafür, ob wir das Hotel wieder buchen, sondern auch, ob die Ehe erträglich und ob der Gottesdienst genügend anregend ist. Nicht nur Waren und Dienstleistungen sind emotional aufgeladen. Unser ganzes Leben scheint dem Diktat unserer Gefühle folgen zu müssen. Hanniel Strebel
http://www.hanniel.ch/wp-content/uploads/fac04_2012_S42_45.pdf
http://www.hanniel.ch/?p=6008

Der Mensch weiss keinen Ausweg

“Unsere Aufmerksamkeit richtet sich also unausweichlich auf das Grundsätzliche – auf die Krise der modernen technischen Zivilisation insgesamt. Auf jene Krise, die Heidegger als die Ratlosigkeit des Menschen der planetaren Macht der Technik gegenüber beschreibt. Die Technik – dieses Kind der modernen Wissenschaft, die wiederum ein Kind der neuzeitlichen Metaphysik ist – glitt dem Menschen aus der Hand, hörte auf, ihm zu dienen, versklavte ihn und zwang ihn, ihr bei der Vorbereitung seines eigenen Verderbens zu assistieren. Der Mensch weiss keinen Ausweg. Er verfügt über keine Idee, keinen Glauben, geschweige denn über eine politische Konzeption, die ihm die Herrschaft über die Situation zurückgeben könnte. Er schaut ohnmächtig zu, wie ihn jene gefühllos funktionierende Maschine, die er geschaffen hat, unaufhaltsam verschlingt, wie sie ihn aus allen seinen natürlichen Bindungen herausreisst. Zum Beispiel aus seiner “Heimat” in den verschiedensten Bedeutungen des Wortes.”  Vàclav Havel Versuch, in der Wahrheit zu leben (Originaltitel: “Die Macht der Ohnmächtigen”, 1978)

Glauben wir, dass Jesus alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist?

Er hat die Kontrolle über die Natur, die Herrscher der Welt, den Geschichtsverlauf, die Gemeinde, die Krankheiten, die Okkulten und selbst über den Teufel. Deine und meine Lebensumstände liegen vollkommen in seiner Hand! Wenn wir glauben, dass er regiert, wollen wir uns heute wieder in seinen Dienst stellen und tun, wozu er uns beauftragt (Matthäus 28,18-20). Lasst uns ihm unser Vertrauen schenken und nicht so ängstlich sein. Jesus Christus herrscht und wird für seine Brüder und Schwestern sorgen!
Luther und Melanchthon befanden sich auf der Reise nach Wittenberg. Sie kamen an die Elbe, die Hochwasser führte. Der kleine Kahn, in dem sie übersetzen wollten, schwankte bedenklich auf den wilden, vom Sturm gepeitschten Wogen. Ein schweres Gewitter stand drohend am Himmel. Luther wollte beherzt in den Kahn springen. Aber der zaghafte Melanchthon packte ihn am Arm, riss ihn zurück und rief: „Martin, Martin, steig nicht ein! Die Sternenläufe sind gegen uns!” Darauf rief Luther zurück: „Wir sind des Herrn, und darum sind wir die Herren auch über die Sterne!”, riss sich los und sprang in den Kahn. Handeln wir so, als ob Jesus Christus wirklich herrscht?
Christi Himmelfahrt ist nicht der leise Abgang Jesu von dieser Weltbühne, sondern seine ehrende Erhöhung und der Antritt seiner allumfassenden Herrschaft. Wir dürfen jedes Jahr aufs Neue seine Krönung und Thronbesteigung feiern. Der größte und herrlichste Machthaber aller Zeiten und Orte, unser Erlöser Jesus Christus hat es verdient!

http://www.lgvgh.de/wp/tag/1-petrus-322

Christenverfolgung

“In den liberalen Gesellschaften nimmt die Verfolgung die Form von Trivialisierung, Abwertung und Fehldeutung an. Es ist zweifellos dramatischer, den Löwen zum Fraß vorgeworfen zu werden, aber es kann vielleicht noch mehr schmerzen, der Lächerlichkeit preisgegeben zu sein. Außenseiter leiden so oder so. In jeder Gesellschaft hat die Bekehrungserfahrung, das Erwachen der Selbsterkenntnis, immer auch eine tragische Dimension, weil nun einmal das “Reich Gottes” nicht zusammenpassen. An bestimmten, wichtigen Punkten des Lebens klaffen die spirituellen und die materialistischen Werte immer weiter auseinander. Der Grund dafür lieg vielleicht im Innern: in der Kluft zwischen dem Ego und dem wahren Selbst. Doch wenn wir den Mut finden, den Weg zu beschreiten und anzunehmen, den die Bekehrung uns zugänglich macht, wird die Freude ein unzerstörbarer Bestandteil unseres Lebens. Auch hier finden wir das Paradoxon und die Ironie, die wir von allen Aspekten der christlichen Identität kennen. Die Ironie zeigt sich darin, das man Zugehörigkeit findet zu einer Gruppe von Außenseitern.” L. Freeman

Das christliche Ideal

Selbst diejenigen, die das Christentum verleugnet und angegriffen haben, folgen in ihrem Innersten immer noch dem christlichen Ideal. Denn bisher war weder ihre Scharfsinnigkeit noch der Eifer ihres Herzens in der Lage, ein höheres Ideal an Menschlichkeit und Tugend zu schaffen, als das Ideal, das von alters her durch Christus gegeben ist. Wurde es versucht, war das Ergebnis immer nur grotesk.  Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Der Christ, das seltsame Wesen

Ein wahrer Christ ist eigentlich ein seltsames Wesen. Er empfindet höchste Liebe für jemanden, den er nie gesehen hat. Er spricht in vertrauter Weise täglich mit jemandem, den er nicht sehen kann, erwartet, in den Himmel zu gehen kraft eines Anderen, leert sich selbst, damit er gefüllt sein möge, gesteht sein Unrecht ein, damit er für gerecht erklärt wird und lässt sich fallen um aufzustehen. Er ist am stärksten, wenn er am schwächsten ist, am reichsten, wenn er am ärmsten ist und am glücklichsten, wenn er sich am schlimmsten fühlt. Er stirbt, damit er leben kann, verzichtet, damit er hat, gibt auf, damit er behalten kann, sieht das Unsichtbare, hört das Nichthörbare und weiß, was das Wissen übersteigt.
Aiden Wilson Tozer

Dieser Glaube passt nicht in unser Jahrhundert

In den Auseinandersetzungen von heute hat sich die schwachsinnige Gewohnheit herausgebildet, zu verkünden, dieser oder jener Glaube passe in das eine Zeitalter, in einanderes hingegen nicht mehr. Ein bestimmtes Dogma, so erklärt man uns, sei im zwölften Jahrhundert glaubwürdig gewesen, habe im zwanzigsten Jahrhundert aber keine Überzeugungskraft mehr. Genausogut könnte man sagen, eine bestimmte Ansicht sei am Montag vertretbar, am Dienstag dagegen nicht. Ebensogut könnte man von einer bestimmten These über die Welt sagen, sie sei um halb vier angebracht, um halb fünf indes fehl am Platz. Was einem Menschen glaubwürdig erscheint, hängt von seiner Grundeinstellung ab, nicht von der Uhrzeit oder dem Jahrhundert. G. K. Chesterton. Orthodoxie. Fe Medienverlags GmbH: Kissling 2011. (149-150)