Armut

Im „Spiegel“ der vergangenen Woche (Nr. 35) stellt der Beitrag „Vermessung der Republik“ (ab S. 78) eine Untersuchung vor, die die Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft analysiert hat. Unter Punkt 5 zur Armut zeigt sich das ganze begriffliche Dilemma unseres Wohlfahrtsstaates. Eingangs wird gleich eingestanden, dass nicht alle gleiches Einkommen und Vermögen haben müssen; absolute Gleichheit wird also abgelehnt. „Doch eines der unbestrittenen Ziele des Wohlfahrtsstaates ist die Abwesenheit von Armut.“ Und nun der nächste Satz (neuer Absatz): „Armut ist ein relativer Begriff.“ Es folgt die weitgehend akzeptierte Definition von relativer Armut: Ein Haushalt gilt als armutsgefährdet, „wenn er weniger als 60 Prozent des Medien-Einkommens zur Verfügung hat…“
Der „Spiegel“ verdient viel Respekt dafür, dass er alle seine Beiträge von einer Extra-Abteilung auf Fakten checkt. Das bedeutet jedoch nicht, dass mitunter grobe gedankliche Fehler unterlaufen. Hier liegt uns ein Beispiel vor. Eine Definition von Armut in dem vorgestellten Sinne relativer Armut ist mit der Abwesenheit bzw. Abschaffung von Armut unvereinbar! Denn selbst in einer äußerst wohlhabenden Gesellschaft, ja in einem Stadium kurz vor dem Himmel auf Erden, in dem es noch einige Unterschiede im Ausmaß des Reichtums gibt (und das wird ja eingangs zugestanden), muss es rein statistisch immer eine mehr oder weniger große Gruppe geben die unter diese 60 Prozent-Schwelle fällt. Die Quote dieser relativen Armut sagt daher wenig über das tatsächliche Wohlstandsniveau in einer Gesellschaft aus. Ich kann also objektiv recht wohlhabend sein, aber nur etwas weniger reich als die Reicheren und damit unter Umständen immer noch relativ „arm“. Niemand wäre vor Jahrhunderten auf den Gedanken gekommen, den Begriff Armut so zu gebrauchen.
Wenn also in den Sätzen der gleiche Armutsbegriff gebraucht wird, dann müsste man ehrlicherweise sagen: das Ziel wird nie erreicht werden! Aber das wäre natürlich entlarvend: Heute werden in Deutschland hunderte Milliarden in die Armutsreduzierung gesteckt, und dennoch wird die Quote durch den Rückgriff auf die relative Armut nie deutlich sinken? Also opperiert lieber mit unterschwellig unterschiedlichen Definitionen. Das rechtfertigt ein Aufrechterhalten des Sozialstaatsapparates.
Nimmt man aber die weitgehende Abschaffung von Armut ernst (was moralisch doch wohl zu loben wäre), dann kann es nur um absolute Armut gehen. Und hier haben wir in Europa tatsächlich diese Armut im Sinne von existentieller Not weitgehend beseitigt. So eine Aussage ruft Widerspruch auf den Plan. Keine Armut mehr?? Soll etwa keine Hilfeleistung für die Schwächeren usw. getan werden? Natürlich nicht. Das wird immer und überall nötig sein. Ich helfe doch längst nicht nur Menschen, die in unmittelbar ihr Leben bedrohenden Situationen sind. Wenn es um die Beseitigung von existentieller Not geht, dann könnte und müsste man auch einmal nach den wesentlichen Ursachen fragen. Und dann landen wir beim demokratischen Kapitalismus, netter freie Marktwirtschaft genannt. Das wiederum schmeckt den Apologeten des Wohlfahrtsstaates natürlich nicht, denn wozu ist der dann in so wohlhabenden Ländern da? Gleichheit schaffen? Aber wie weit soll das getrieben werden? Wer legt das fest? Also wird die Sprachverhunzung und die Unklarheit der Sprache weitergetrieben. Man redet von Armutsbekämpfung und nutzt die uralten Gefühle, die damit verbunden sind. Ehrlicher wäre es, in Europa von Umverteilung von den Wohlhabenderen zu den weniger Wohlhabenden zu reden, doch dann stellt sich schnell die Frage: Wozu und warum eigentlich? Eine Schaffung von Ausgleich kann ja durchaus legtim sein (wie z.B. in der Kirche), aber rechtfertigt dies Zwangsmaßnahmen wie Steuern usw.? Holger Lahayne
https://www.facebook.com/holger.lahayne/posts/10213613025378074

Offener Brief an die Lidl-Geschäftsleitung.

Sehr geehrter Herr Højer, sehr geehrte Damen und Herren der Geschäftsleitung,
wir protestieren scharf gegen die fototechnische Demontage des Kuppelkreuzes der Kuppelkirche auf Santorin auf den Produkten des Eridanous-Sortiments. Im März 2015 wurde in den Medien berichtet, dass islamistische Kämpfer des IS in der irakischen Stadt Mossul Kreuze von orthodoxen Kirchen herunterrissen, Kirchengebäude und Klöster schändeten. Der Discounter Lidl sitzt im satten und friedlichen Europa und demontiert das Kreuz einer orthodoxen Kirche.
Wir gestehen zu, dass Sie aus anderen Motiven handeln. Der IS hasst das Kreuz, weil Muslime die Vorstellung eines gekreuzigten Gottessohnes ablehnen. Ihnen dagegen geht es mit Rücksicht auf atheistische und muslimische Käuferschichten um die Werbewirksamkeit und den Profit Ihrer Produkte. Auch die Mittel unterscheiden sich: In Mossul wurden Planierraupen und Vorschlaghämmer verwendet. Sie verwenden die Bildbearbeitungssoftware Ihres Computers.
Doch das Ergebnis ist gleich. Das Kreuz verschwindet.
Vor zweitausend Jahren kam der Apostel Paulus nach Griechenland. Er brachte den Griechen und ganz Europa die gute Nachricht von Jesus Christus, der für die Sünden der Welt an einem Kreuz starb und den Gott von den Toten auferweckt hatte. Der Apostel Paulus schrieb an die Christen in Korinth: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft“ (1 Kor 1,18). Der allmächtige Gott hat die Völker Europas im Zeichen des Kreuzes gesegnet. Von diesem Segen profitieren wir alle bis heute. Wenn wir uns von der Botschaft des Kreuzes abwenden und uns des Kreuzes schämen, werden wir diesen Segen verlieren. Das gilt für den Einzelnen genauso wie für ein Unternehmen oder die europäische Völkergemeinschaft.
Wir fordern hiermit im Namen unserer Mitglieder und Freunde die umgehende Zurücknahme der Retuschierung. Bitte teilen Sie uns mit, wie Sie verfahren werden. Wir werden unsere Mitglieder und Freunde über diesen Vorgang informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Johann Hesse (Geschäftsführer des Gemeindehilfsbundes)
http://www.gemeindenetzwerk.de/?p=14893

Buddhisten verfolgen Muslime

Manche wird es überraschen, aber Fanatismus und Gewalt sind nicht an eine spezielle Religion oder eine Weltanschauung allein gebunden. Sicher, Religionen wie dem Islam fällt es leichter Gewalt zu legitimieren, weil schon ihr Gründer Mohammed gerne zur Waffe gegriffen hat um seine Überzeugungen durchzusetzen. Auch Kommunisten haben gewöhnlich weniger Hemmungen Gewalt als Mittel der Politik zu nutzen, weil ihrer Ansicht nach keiner mehr über ihnen steht dem gegenüber sie Rechenschaft schuldig sind und, weil für sie der einzelne Menschen nur beliebiges, zufällig entstandenes Menschenmaterial ist. Doch eigentlich hat Fanatismus weit mehr mit dem Charakter eines Menschen zu tun, natürlich auch mit seinem Umfeld, seiner Erziehung usw.
Die Bibel benennt das Herz als die Instanz, die über das Handeln des Menschen bestimmt. Hier im Kern der eigenen Persönlichkeit wird entschieden, den anderen als Feind zu betrachten oder als Freund, ihn mit den Fäusten zu bekämpfen oder ihn zu umarmen. Hat man einmal damit begonnen jemanden abzulehnen, dann fällt es auch nicht schwer jede Menge Gründe dafür zu sammeln, dass der Andere wirklich ein schrecklicher Mensch ist. Immer ist natürlich der Andere schuld an dem sich anbahnenden Konflikt. Ich muss vorgeblich nur reagieren, mich verteidigen oder schützen. Aber der Andere ist rücksichtslos, ideologisiert, böswillig usw. So lief das schon immer in der Weltgeschichte, auf der Ebene von Staaten, Religionen und auch ganz im Privaten. Mancher lebt sogar erst richtig auf, wenn sein Feind wieder einmal wie erwartet gehandelt hat, oder zumindest, wenn man glaubt, er hätte es getan. In den neuen Medien ist das sogar noch viel einfacher. Hat die Computeranalyse einmal die Vorliebe des Benutzers für gewisse Feindbilder festgestellt, werden einem nur noch gleichlautende Meldungen präsentiert, die dabei helfen, die eigene Meinung weiter zu zementieren.
Die, auch religiös begründete Gewalt, die sich momentan in Burma (Myanmar) abspielt, gibt ein trauriges Beispiel für die Universalität von gewaltbereitem Fanatismus. In dem ostasiatischen Land befinden sich gegenwärtig rund 60 000 Muslime auf der Flucht, vorwiegend ins benachbarte Bangladesch. Allein in der letzten Woche wurden von Buddhisten mehr als 2600 Häuser muslimischer Familien zerstört und 400 Personen getötet. Viele Muslime sind von buddhistischen Soldaten bei lebendigem Leib verbrannt worden. Aufgrund der schon jahrelangen Verfolgungen durch die buddhistische Bevölkerungsmehrheit haben mittlerweile 400 000 Muslime das Land verlassen.
Hass und Gewalt haben ihren Ursprung im Innersten des Menschen. Gibt man diesen Gefühlen Raum, werden sie immer größer und entwickeln eine zerstörerische Macht, die irgendwann auch das Reden und Handeln beeinflusst.
Christen lassen sich von Jesus Christus prägen, der selbst seine Feinde liebte und auch bei weinig liebenswerten Menschen noch positive Aspekte erkannte. Christen sollten sich gegen jede religiös oder ideologisch begründete Gewalt wenden und für Frieden beten. Ohne blind für die gewalttätige Realität dieser Welt zu sein sollten sie mit ihren Worten und Taten Friedensstifter sein.
„Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden.“ (Römer 12, 18)
„Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.“ (Jakobus 3, 18) http://www.zeit.de/2013/21/myanmar-buddhisten-muslime
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1055984314541346

Fakes und Falschmeldungen

Mit gutem Vorbild voran!?
Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Öffentlichkeit mit dem ganz realen Problem gefälschter Nachrichten. Insbesondere in Sozialen Netzwerken kursieren Millionen von gefakten „Tatsachen“, „Dokus“, Behauptungen und Beschimpfungen. Vielfach ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, ob es sich dabei um eine echte Nachricht oder bloß um einen Fake handelt.
Besonders beliebt ist es, echte mit falschen Informationen zu mischen, weil es Lesern dann umso schwerer fällt, eine Meldung sachgerecht zu überprüfen. Dann werden beispielsweise echte Bilder eines Politikers mit gefälschten Zitaten versehen.
Oft spiegeln die Aussagen schon die ungefähre Meinung des Dargestellten wieder; aber sie werden verdreht oder überspitzt, um auf diese Weise die eigenen Anhänger zufriedenzustellen oder die dargestellte Person ins gesellschaftliche Aus zu bugsieren. Manchmal werden aus ideologischen oder wirtschaftlichen Gründen Meldungen auch ganz frei erfunden, bei denen nicht mehr als die genannten Orte und Daten stimmen.
Damit auch zukünftig noch echte Gespräche möglich sind und zuverlässige Information, ist es nötig Grenzen zu definieren und gegebenenfalls gesetzlich mit entsprechenden Strafen zu sanktionieren. Anderenfalls besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass irgendwann eher der falsche als der echten Meldung geglaubt wird, weil sie viel mehr zu den eigenen Erwartungen oder Befürchtungen passt.
Nun ist es eine kleine Katastrophe, dass gerade diejenigen, die in der Praxis solche gesetzlichen Grenzen definieren und sich immer wieder lautstark über Fake- News beschweren, selber ziemlich bedenkenlos solche Falschmeldungen in die Welt setzen, wenn es ihren eigenen Interessen passt.
Beispiel 1: Seit Tagen verbreiten die CSU und die Junge Union Bayern auf Sozialen Netzwerken gefälschte Zitate des SPD- Spitzenkandidaten Martin Schulz. Demnach solle Schulz die Ausschreitungen Linksautonomer Terroristen in Hamburg heruntergespielt haben, weil er in ihnen künftige Koalitionspartner sieht. Obwohl die CSU auf die Falschmeldung aufmerksam gemacht wurde, nahm sie die entsprechenden Aussage erst aus dem Netz, als sie mit Bußgeldandrohung vom Hamburger Landgericht dazu aufgefordert wurde. Ganz offensichtlich steht hier der Stimmenfang eindeutig vor der Wahrheitsliebe.
Beispiel 2: Abgesehen von übelsten Beschimpfungen gegen den Bundesjustizminister Heiko Maas scheute der AfD-Fraktionschef von Thüringen, Björn Höcke, nicht davor zurück, im Internet ein gefälschtes Cover des neuesten Buches von Maas zu verbreiten. Der darauf zu lesende Titel lautete nun „Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen das Recht“. Damit sollten eigene Anhänger in ihrer Ablehnung des Bundesjustizministers bestärkt und potentielle Neuwähler geworben werden. Erst nach einer Klagedrohung des Verlages war der AfD- Politiker bereit, die Fälschung aus dem Internet zu nehmen.
Beispiel 3: Die Partei der Grünen hat jüngst eine ganze Kampagne gestartet, in den Porträts des FDP- Parteivorsitzenden Christian Lindner mit gefälschten Zitaten versehen werden, um den politischen Gegner öffentlich lächerlich zu machen. Auch hier findet sich keinerlei Einsicht. Weil die Fälschung ja nur der FDP schadet, hält man das Ganze für einen akzeptablen Scherz.
In einer Welt die sich immer weiter von Gott verabschiedet ist es kaum verwunderlich, dass auch die biblischen Maßstäbe mit- entsorgt werden. Viele Politiker schreien offensichtlich nur, wenn Falschinformationen ihren Interessen zuwiderläuft. Wenn sie damit selber Vorteile erlangen können, sind sie gerne bereit, ein bisschen zu mogeln und zu fälschen.
Hier sind Christen aufgerufen sich nicht von einer sukzessiven Erosion der Wahrheit mitreißen zu lassen. Für einen Christen sollte Lügen generell Tabu sein, vor Gott, vor dem Gericht und im persönlichen Umfeld; aber eben auch im Internet, insbesondere auf Sozialen Plattformen. Gott kennt keinen Unterschied zwischen Wahrheit, Halbwahrheit, Spaßlüge und gefährlicher Lüge. Immer wenn man nicht hundertprozentig sicher sein kann, dass der Andere „einen Scherz“ auch erkennen kann oder, dass es sich nicht um eine kulturell bekannte Floskel („Wie geht es?“) handelt, sollte sich jeder Christ bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben; auch wenn man gelegentlich mit Lügen mehr erreichen kann.
„Halte dich ferne von einer Sache, bei der Lüge im Spiel ist.“ (2.Mose 23,7)
„Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Gräuel; aber dein Gesetz habe ich lieb.“ (Psalm 119, 163) https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1033980756741702

 

 

Aber was hier gelehrt wird, hat mit evangelikaler Theologie nichts, aber auch gar nichts zu tun

Dieser Vortrag hat mich gestern sehr aufgewühlt. Die Theologen von Worthaus sind auch unter vielen Evangelikalen sehr beliebt, sie sprechen in evangelikalen Einrichtungen, Ausbildungsstätten, Veranstaltungen und Konferenzen. Aber was hier gelehrt wird, hat mit evangelikaler Theologie nichts, aber auch gar nichts zu tun. Dr. Breuer lehrt zur Entstehung des Osterglaubens: Das Grab war voll! „Ich bin überzeugt: Wenn man damals eine Videokamera am Grab Jesu installiert hätte, wäre nichts zu sehen gewesen. Nichts!“ „Auch bei den Erscheinungen des Auferstandenen hätte eine Videokamera nichts gefilmt. Es handelte sich um ein inwendiges Geschehen, das nicht mit äußeren Sinnen wahrgenommen werden konnte.“ Nur „sehr konservative Christen“ legten Wert auf das leere Grab. Aber eigentlich sei es (genau wie die Jungfrauengeburt) für den Glauben nicht von Bedeutung. Die Paulus-Briefe (die ja älter als die Evangelien seien) würden schließlich nichts vom leeren Grab berichten. Das zeige: Entweder habe Paulus nichts vom leeren Grab gewusst oder er habe keinen Wert darauf gelegt. Paulus eigene Begegnung mit dem auferstandenen Jesus sei eine „legendarische Ausschmückung“ von Lukas. Zwar sei der Tod Jesu ein historisches Ereignis, aber Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten auf keinen Fall. Die Tagesangaben zwischen diesen Ereignissen hätten nur metaphorische Bedeutung, die einen liturgischen Zweck erfüllen (weil der Mensch nicht gleichzeitig den Tod Jesu betrauern und sich gleichzeitig über die Auferstehung freuen kann). Die Auferstehung war nur eine „Erkenntnis“ der Jünger, dass Jesus im Geist unter ihnen ist.
Der Vortrag ist ein drastisches Beispiel dafür, wie weit sich die historisch kritische Theologie vom biblischen Zeugnis entfernt hat und die Glaubensgrundlagen der Kirche zerstört. Worthaus schwimmt offensichtlich voll auf dieser bibel- und glaubenszersetzenden Linie. Ich verstehe nicht, wie es Evangelikale geben kann, die mit der Worthaus-Theologie sympathisieren. Wer das tut sollte so ehrlich sein und klar aussprechen, dass er sich aus der evangelikalen Welt verabschiedet hat. Ich werde am Thema Worthaus weiter dran bleiben und freue mich über Meinungen dazu.
Worauf gründet sich die Glaube an die Auferweckung Jesu von den Toten? | 2.3.2 — Worthaus
Da wird ein jüdischer Wanderprediger in einer Provinz des römischen Reiches gekreuzigt. Das hätte eigentlich das todsichere Ende seiner Karriere bedeuten müssen. Seine Hinrichtung befördert ihn eigentlich unweigerlich in den Abgrund des Vergessens, verurteilt ihn zum Versinken in die historische Bed…worthaus.org
https://www.facebook.com/till4one?hc_ref=ART96QmNaQkn8eE87BYZeao-2b-2puTaXqEuTMgW386VrQjNrxOK3k4oDiqatyy7HoU&fref=nf

Gottloser Westen

„Es ist nicht schwer herauszufinden, dass die Kirche weithin diesem kulturpolitischen Mainstream folgt. … In der Hoffnung, sich auf dem spirituellen Markt erfolgreich platzieren zu können, wird das Grelle des christlichen Glaubens wegretuschiert, bis er zu den sanften Pastelltönen einer postmodernen Kuschelreligiosität passt. Besonders das bittere Leiden Jesu am Kreuz, das schon zu Zeiten des Paulus ein Skandal erster Ordnung war, stört die Harmonie: Zu viel Schmerz, Leid und Blut, und das noch als Wegweiser zur Liebe Gottes. Überhaupt wirkt Jesus mit seinem Anspruch, der von Gott zur Versöhnung mit der Welt gesandte Messias zu sein, in der religiösen Landschaft postmoderner Beliebigkeit einzigartig deplatziert. Aber die Strahlkraft und Attraktivität des christlichen Glaubens für postmoderne Sinn- und Gottsucher liegt gerade in der absoluten Einzigartigkeit der Person Jesu Christi. Das ist auch eine Lektion, die wir aus dem weltweiten Aufbruch des Christentums und aus der Theologie Martin Luthers lernen können. Der christliche Glaube entfaltet seine Kraftwirkung durch das Kreuz, ,denn das Wort vom Kreuz ist eine Kraft Gottes‘ (1. Korinther 1,18). Von dem her, was am Kreuz geschah, wirkt der Geist Gottes, erfahren die Menschen Befreiung und Seligkeit und fliehen die antigöttlichen Mächte. Die Einzigartigkeit Jesu ist auch das Alleinstellungsmerkmal der Kirche auf dem ‚religiösen Markt‘, wenn das Bild hier gestattet sei. Wer dort bestehen will, muss ein erkennbares Profil haben. Was Menschen in der Kirche finden sollen, ist nicht eine Allerwelts-Spiritualität, sondern einen menschenfreundlichen Gott, der Annahme, Liebe und ein tiefes Lebensglück schenkt, weil Christus sich verschenkt – am Kreuz und im Kommen Seines Geistes in die Herzen derer, die ihn aufnehmen. … Christliche Spiritualität aber ist Jesus-Frömmigkeit, kein allgemein religiöses ‚Blabla‘, bei dem es letztlich darum geht, das Ego spirituell aufzufrisieren. Der Mensch ist aufgefordert, die Erlösung in Christus zu erfahren und ihm nachzufolgen. Oder mit Luther: ‚Dass Christus dein Erlöser ist, der dir die Vergebung deiner Sünden bringt, das musst du fühlen und bekennen in deinem Herzen. Fühlst du das nicht, so denk nur nicht, dass du den Glauben habest.'“

Alexander Garth, Gottloser Westen? Chancen für Glauben und Kirche in einer entchristlichten Welt (Leipzig: 2017), S. 145-147.

Trump ist blöd

Ich muss schon sagen, dass es mich ärgert, wenn die großen deutschen Medien mich andauernd für dumm verkaufen wollen. Anders kann ich mir diese endlose mediale Litanei nicht erklären mit der uns eingehämmert wird: „Trump ist blöd!“ – „Trump ist blöd!“ Jeden Tag gibt es eine neue Nachricht, was der gute Mann wieder angestellt hat. Angesichts dieser Unfähigkeit scheint es fast wie ein Wunder, dass die USA nicht schon lange im Chaos untergegangen ist oder gar die übrige Welt in massiven Kriegswirren verwickelt wurde. Aber wahrscheinlich liegt das an den noch nachwirkenden positiven Energien der letzten Amtszeit von Obama!?
Jedem, der mir in der Seelsorge oder einfach im alltäglichen Smalltalk so viel Negatives über eine Person auftischt, würde ich mit gutem Grund misstrauen. Deshalb wundert es umso mehr, dass die großen deutschen Medien, die ständig ihre Unabhängigkeit und Differenziertheit vor sich hertragen, diesen Grundsatz journalistischer Arbeit so sträflich vernachlässigen. Es gibt keinen Menschen, der so ausschließlich blöd ist, wie Trump uns jeden Tag vorgestellt wird. Und es gibt auch keinen Präsidenten, der so heldenhaft positiv ist, wie uns Obama im Rückblick mystifiziert wird.
Ein echter journalistischer Leckerbissen wäre in der momentanen Situation doch eine Dokumentation oder ein Leitartikel, der klar benennt, was Trump im vergangenen halben Jahr richtig und vorbildlich gemacht hat. Und selbst, wenn man Trumps Politik grundsätzlich ablehnt, würde man als objektiver Beobachter schnell fündig werden. Offensichtlich ist vielen deutschen Medienschaffenden ihre private politische Überzeugung jedoch weit wichtiger, als ihre journalistische Objektivität.
Gerade jüngst hat sich das wieder deutlich gezeigt, anlässlich der Berichterstattung über die rechten Ausschreitungen im amerikanischen Charlottesville. Eigentlich niemand in der großen Politik kann sich mit den Parolen der dort demonstrierenden Nationalisten identifizieren. Mit Argusaugen jedoch verfolgten deutsche Journalisten, wie heftig sich Präsident Trump von den rechten Spinnern distanzierte. Ein „Es gibt linke Extremisten und es gibt rechte Extremisten!“ war ihnen natürlich viel zu wenig. Denn wenn es um rechte Gewalt geht, dann ist das eine Katastrophe, dann steht die Demokratie kurz vor dem Kollaps. Linke Extremisten hingegen sind lediglich irregeführte Weltverbesserer oder „engagierte Bürger“. Die von deutschen Medien erwartete absolute Verteufelung rechter Gruppen aber ist in der Realität einseitig und unrealistisch.
Gerade weil in Deutschland noch vor wenigen Tagen linke Terroristen auf sich aufmerksam gemacht haben, als sie ganze Stadtteile von Hamburg verwüsteten, Sachschaden in Millionenhöhe verursachten und rund 300 Polizisten so attackierten, dass diese ärztlich behandelt werden mussten, wirkt die momentane Pauschalkritik an Trump so seltsam. Der halbherzige Protest gegen diese gefährlichen linken Extremisten war hierzulande schnell verraucht. Keine öffentlichkeitswirksamen Programme zum Ausstieg aus linkem Terrormilieu wurden auf den Weg gebracht. Wichtige Politiker der Grünen und der Linken hatten die Terroristen sogar in Schutz genommen und verteidigt. – Wenn Journalisten wirklich mit gleichem Maßstab messen würden, dann hätten sie bei deutschen Politikern viel mehr auf einer pauschalen Verurteilung linker Terroristen bestanden, wie eben jetzt bei Präsident Trump.
Letztlich sind alle Spitzenpolitiker gleichermaßen selbstverliebt und machthungrig, auch wenn sie in Interview natürlich genau das Gegenteil behaupten. Da sollte man sich auch bei seiner Lieblingspartei keine Illusionen machen. Als Christen können wir froh sein, wenn Politiker uns vor Verbrechen schützen und auch sonst einen friedlichen Rahmen gewährleisten, in dem wir unseren Glauben ausleben und verbreiten können.
„So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.“ (1.Timotheus 2, 1f.)  Michael Kotsch

Ehe wird Privatsache

Ganz geschickt haben Grüne und Liberale die Situation vor der Bundestagswahl genutzt, um noch schnell ihre Sexualvorstellungen weiter zu zementieren. Wieder einmal haben sich all diejenigen als unverbesserliche Idealisten erwiesen, die vor zehn Jahren den Beteuerungen der Schwulenlobby geglaubt haben, man strebe nur eine gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften an, aber keine vollkommene Gleichstellung mit der Ehe. Jedem erfahrenen Politikbeobachter aber hätte eigentlich klar sein müssen, dass es genau darauf hinauslaufen würde. –Und noch sind wir ganz sicher nicht am Ende des Weges sexueller Liberalisierung.
„Ehe für alle“ heißt das trügerische Motto der jetzigen Aktion. In Wirklichkeit wird hier die breite Öffentlichkeit aber wieder einmal durch klug gewählte Begriffe manipuliert. Tatsächlich wird natürlich keine „Ehe für alle“ gefordert. Mehrere Partner gleichzeitig zu heiraten bleibt auch jetzt noch verboten. Pädophile und Zoophile müssen glücklicherweise auch weiterhin auf ihren staatlich sanktionierten Partner verzichten. „Ehe für alle“ klingt aber auf den ersten Blick so demokratisch und so gerecht. Endlich könne eine unverständliche Ungleichberechtigung aufgehoben werden, wird hier suggeriert. In Wirklichkeit geht es natürlich nur darum, das Genderkonzept ungezügelter Sexualität weiter zu festigen und gegen alle anderen Auffassungen durchzusetzen, in Deutschland und international.
Schon vor Jahren hat die deutsche Regierung den Begriff der „Familie“ neu definiert. Offiziell versteht man darunter nicht mehr die lebenslange Verbindung eines Mannes mit einer Frau und ihren Kindern, sondern eine Gruppe in der „Erwachsene mit Kindern zusammenleben“. Um wie viele Erwachsene oder Kinder es sich handelt, wie und ob sie miteinander verwandt sind oder welches Geschlecht sie haben ist bei dieser neuen Sichtweise von „Familie“ weitgehend irrelevant geworden. Nun ist auch der offizielle Sprachgebrauch von „Ehe“ ganz von seinem ehemals christlich- biblischen Hintergrund gelöst worden. „Ehe“ meint heute eben nur noch das zeitweilige Zusammenleben von mehreren Erwachsenen, nicht mehr und nicht weniger. Christen aber verstehen unter „Ehe“ die dauerhafte, exklusive und liebevolle Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau.
Es kann nicht mehr lange dauern bis sich der Staat ganz aus allen Partnerschaftsfragen verabschieden wird. Spätestens dann müssen sich Christen wieder ganz neu auf Gottes Vorstellungen von Ehe besinnen und unabhängig von gesellschaftlichen und politischen Moden verpflichtende Partnerschaft leben. Wahrscheinlich ist die Zeit nicht mehr weit, in der die eigentliche Eheschließung nicht mehr vor dem Standesamt stattfindet, sondern vor der Öffentlichkeit der Gemeinde. Auch wenn bequemerweise christliche und staatliche Vorstellungen von Ehe jahrhundertelang Hand in Hand gingen, ist das heute endgültig vorbei. Gottes Vorstellungen von einer christlichen Ehe gehen weit über die staatlicher Vorgaben hinaus. Christen sollten sich neu darauf besinnen, dass nicht alles was deutsche Gesetze legitimieren auch vor Gott akzeptabel ist.
Zu erwarten, dass ein säkularer, gottferner Staat christliche Perspektiven vertritt ist eben illusionär. Und selbst wenn Politiker so etwas versuchen würden, haben sie damit in einer materialistisch- genußorientierten Welt kaum Aussicht auf Erfolg. Statt christliche Moral im Staat herbeizusehnen müssen wir uns als Christen eben immer mehr darauf besinnen, selber vorbildlich zu leben und tatkräftig auf Jesus Christus hinzuweisen. Wenn dann diejenigen, die alles ausprobiert haben, die nur noch nach Lust und Laune gelebt haben das Scheitern und die Öde dieser Existenz erfahren haben, dann sind manche offen für die glaubwürdige Alternative echter Treue und dauerhafter Partnerschaft zwischen einem Mann und einer Frau.
Lasst uns beten für die Verantwortungsträger unseres Landes; aber nicht so sehr für eine kosmetische Erhaltung christlicher Hüllen, sondern weit eher für geistliche Weisheit und echte Umkehr. Vor allem aber ermutigt einander, treu Jesus nachzufolgen und seinen Maßstäben zu vertrauen, auch wenn der Zeitgeist sexuelle Grenzenlosigkeit bewirbt.
Michael Kotsch

„Wie man Freunde gewinnt“ — biblisch weitergedacht (Teil 2)

In einem vorherigen Blogeintrag haben wir versucht, Dale Carnegies Klassiker Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden biblisch zu beleuchten. Wie schon erläutert lautet Carnegies Grundtenor: “Bringe deinem Gegenüber Wertschätzung entgegen—dann wirst du in der Lage sein, ihn für dein Anliegen zu gewinnen!”
Carnegies Ansatz entspringt in erster Linie nicht irgendwelchen psychologischen Überlegungen sondern, wie er in dem Vorwort seines Bestsellers beschreibt, empirischer Untersuchungen von unzähligen Zeitungsartikeln, Unterlagen aus Familiengerichten, den Werken der alten Philosophen und neuen Psychologen und vor allem auch Biographien von großen Politikern und einflussreichen Menschen. In all’ diesen Untersuchungen ging es Carnegie darum herauszufinden, wie diese Menschen mit anderen umgegangen sind und sie so für ihr Anliegen gewinnen konnten.
Aber hier ist der Clue: in diesen Nachforschungen ist Carnegie auf etwas gestoßen, was – wenn wohl auch für ihn unbewusst – Gott in seine Schöpfung, den Menschen, gelegt hat und was sich in seinem Wort widerspiegelt: die positive Auswirkung von Lob und Bestätigung. In seinem Buch Practicing Affirmation: Weiterlesen

„Wie man Freunde gewinnt“ — biblisch durchdacht

Vor 80 Jahren ist Dale Carnegies Klassiker Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden auf Englisch erschienen (1937). Seitdem ist dieses Buch fünfzehn Millionen mal verkauft, in unzählige Sprachen übersetzt und 2011 vom Time Magazine auf Rang #19 der 100 einflussreichsten Bücher eingestuft worden. Schon das kurze Überfliegen der dreißig Verhaltensregeln im Umgang mit Menschen(siehe am Ende dieses Artikels), bei denen man beliebt sein und die man beeinflussen will, zeigt dass Carnegies Grundtenor wie folgt lautet: „Bringe deinem Gegenüber Wertschätzung entgegen”. William James drückt den Grundgedanken, von dem Carnegies Ansatz entspringt, wie folgt aus:
„Das tiefste Bedürfnis im Menschen ist die Sehnsucht nach Anerkennung.” (Engl.: „The deepest principle in human nature is the craving to be appreciated.”)
Aus christlicher und biblischer Sicht wirft Carnegies Klassiker so einige Fragen auf und ist vielleicht so manchem suspekt: „Ich bringe meinem Gegenüber Wertschätzung entgegen, damit er mich mag und mich in meinen Vorhaben unterstützt?!” Dies ist vielleicht nur eine von vielen Fragen, die die unten aufgelisteten Umgangsregeln aufwerfen (und das nicht nur für einen Menschen, der sein Leben auf dem Fundament der Bibel ausrichtet). Andererseits liegt unserem christlichen Umgang miteinander der Gedanke des „einer den anderen Höher achten als sich selbst” (Phil. 2, 3) zu Grunde, der in vieler Hinsicht auf den zwischenmenschlichen Umgang hinausläuft, den Carnegie beschreibt.
Obwohl Carnegie nicht beabsichtigt, seinen Ansatz an einem biblischen Menschenbild auszurichten, trifft er jedoch im Kern etwas, was jeder Christ lernen sollte in seinem Umgang mit seinem Nächsten zu pflegen: Bestätigung, Affirmation und Zuspruch über positive Dinge, die man in dem Leben des anderen beobachten kann. Solch eine christliche Wertschätzung seinem Nächsten gegenüber sollte jedoch nicht dazu dienen, dass man sich versucht, bei dem anderen beliebt zu machen, oder man mit seinen eigenen persönlichen Vorhaben weiterkommt, sondern letztendlich der Ehre Gottes. Weiterlesen