Alleine leben

Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein Gemeinschaftswesen, wie bereits der antike griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v.Chr.) zutreffend feststellte. Ohne Gemeinschaft kann der Mensch kaum vernünftig überleben. In einer vollkommen individualisierten Welt, in der sich jeder selbst für den Nabel der Welt oder den Mittelpunkt des Universums hält, in der jede Werbung einem suggeriert, dass alles nach dem eigenen Willen und für das eigene Wohl zu geschehen habe, da scheint diese gottgewollte Lebensweise des Menschen zu kippen. Die Zahlen sprechen diesbezüglich eine eindeutige Sprache, wie neuste Statistiken belegen.
Einer aktuellen Erhebung entsprechend waren 2018 57 % aller Haushalte in Regensburg Einpersonenhaushalte. Damit nimmt die bayrische Stadt einen absoluten Spitzenplatz ein. Im Bundesdurchschnitt gab es „lediglich“ 38 % Singlehaushalte. Gerade noch in 32 % der Haushalte leben Kinder. Ganz offensichtlich bahnt sich hier eine drastische Veränderung der Gesellschaft an, in der ein auf sich selbst zentrierter, kinderloser Lebensstil zum Topmodell avanciert.
Wirklich glücklich scheint sich der postmoderne Mensch zwischenzeitlich aber weder in Gemeinschaft noch alleine zu fühlen. Auf der einen Seite sucht er nach anderen Menschen, vorzugsweise Gleichgesinnten; besser noch Verehrern oder Followern. Andererseits will sich der selbstzentrierte Mensch nicht wirklich dauerhaft mit anderen Personen abgeben, die ihn schnell nerven oder zu ungewollten Zugeständnissen bezüglich seiner Tagesplanung drängen. Die passende Selbstvermarktung scheint häufig wichtiger als der wirklich interessierte Blick auf den Anderen. Epidemisch breiten sich bei dieser Lebensweise allerdings psychische Erkrankungen, Selbstzweifel, Einsamkeit und eine gern verdrängte Sinnlosigkeit aus.
Christen können hier mit gelingenden Partnerschaften und lebendigen Gemeinden vorbildliche Akzente für gemeinschaftliches Leben setzen, das dem Menschen in seinem von Gott angelegtem Wesen entspricht. Ganz offensichtlich hat Gott den Menschen nicht als isoliertes Einzelwesen, sondern für die Gemeinschaft geschaffen, Gemeinschaft mit ihm und mit anderen Personen.
„Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei …“ (1Mose 2, 18)
„Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn nun der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib!, gehört er deshalb etwa nicht zum Leib?“ (1Kor 12, 12-15) Miachel Kotsch

Mondfinsternis

Wort und Wissens Foto.
Wort und Wissens Foto.
Ein faszinierendes Naturschauspiel: Mondfinsternis vom 21. Januar
Mond- und Sonnenfinsternisse sind relativ selten, weil sich Erd- und Mondbahn nicht genau in einer Ebene befinden. Nur ab und zu stehen Erde, Mond und Sonne bei Neumond oder Vollmond genau genug in einer Ebene. Dann kommt es zu einer Sonnen- oder Mondfinsternis. Der Erdschatten ist mehr als groß genug, um den ganzen Mond abzudunkeln. Bei totalen Sonnenfinsternissen reicht die relative Größe des Mondes meist knapp aus, um die Sonne gerade noch komplett zu bedecken. Im Durchschnitt sind die relativen Größen von Sonne und Mond aus unserer Perspektive fast völlig identisch – nur ein großer Zufall? (Wegen der elliptischen Bahnen schwanken die relativen Größen.)
Die beiden Bilder wurden uns freundlicherweise von Winfried Borlinghaus zur Verfügung gestellt. Wort und Wissen Beitrag.
 

19 Achtundsechziger blicken zurück, 1 Antiachtundsechziger blickt nach vorne

Anlässlich der «Suisse 1968»-Ausstellung im Bernischen Historischen Museum habe ich mir das dazugehörige Buch gekauft: Samuel Geiser, Bernhard Giger, Rita Jost, Heidi Kronenberg, «Revolte, Rausch und Razzien: Neunzehn 68er blicken zurück» (Bern: Stämpfli, 2018). Vorab: Es war das traurigste Buch, das ich in meinem Leben je gelesen habe. Viele Achtundsechziger waren politisch gesehen zwar erfolgreich und politisierten im Gemeinde-, Kantons- oder sogar Nationalrat. Aber persönlich sind meines Erachtens viele gescheitert: Hoffnungslosigkeit, Scheidung, Konkubinat, Esoterik als Stichworte genügen. Natürlich verurteile ich sie nicht, sondern warne vor ihrem Lebenswandel.
Im Buch outet sich ein Doktor der Theologie zum Atheismus, ein anderer zum Konkubinat (Ehe ohne Trauschein) und eine Pfarrerin bekennt, dass sie nicht mehr in die Kirche geht… dass die reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn dieses Buchprojekt trotzdem finanziell unterstützt hat, finde ich gelinde gesagt eine Frechheit, zumal sich die Ideologie der Achtundsechziger in fast allen Punkten vom biblischen Christentum unterscheidet. Es zeigt, dass die reformierte Kirche der Schweiz dringend eine Reformation (Erneuerung unserer Gesellschaft) gemäss der Bibel braucht!
Dieses Buch kann ich gar nicht wiederlegen, weil es 19 Biographien (Lebensgeschichten) mit Erfahrungen enthält. Trotzdem habe ich – auch als Reaktion zu diesem Buch — zu Feder und Tinte gegriffen und zwei Artikel verfasst, um eine Gegenposition einzunehmen:
– Revolution oder Reformation? Auseinandersetzung mit der 1968er Ideologie http://bekennende-kirche.de/2018/09/revolution-oder-reformation-auseinandersetzung-mit-der-1968er-ideologie/
Nochmals: Als Pfarrer verurteile ich keine Menschen, weil jeder Mensch Gottes Ebenbild (vgl. 1.Mose 1,26-27) und damit unendlich wertvoll ist, sondern ich warne eindringlich vor Ideologien (Weltanschauungen), die unser Leben zerstören und eine Kultur des Todes (Abtreibung, Selbstmord, Drogenkultur, Sterbehilfe) fördern.
Das EVANGELIUM, die frohe Botschaft und gute Nachricht, dass Gott uns liebt und uns seine Liebe in seinem Sohn Jesus Christus gezeigt hat, gilt gerade für Achtundsechziger, die suchend nach Liebe, Anerkennung und dem Lebenssinn sind. Für dieses EVANGELIUM und für eine Kultur des Lebens setze ich mich als Christ, Pfarrer und Präsident der Stiftung Zukunft CH ein. Leutwil, 28.12.2018 Michael Freiburghaus  Michael Freiburghaus·Freitag, 28. Dezember 2018

„Menschenrechte statt rechte Menschen: Kirche ist bunt, Gott sei Dank!“

Warum nur der für Menschenrechte ist, der sie auch seinen politischen Gegner verteidigt

Im ökumenischen Pfarrbrief zweier Kirchengemeinden des kleinen Ortes Gilching in Bayern fand sich auf der Rückseite eine Grafik mit dem Text „Menschenrechte statt rechte Menschen“.

Dass im Hintergrund die Fenster einer ‚Kirche‘ in Denver (USA) gezeigt wurde, die den Cannabisgebrauch als Sakrament zum Zentrum einer nichtchristlichen Religion macht („Internationale Kirche von Cannabis“), machte die Sache noch verwirrender, auch wenn sie nur den zweiten Teil des Slogans, „Kirche ist bunt! Gott sei Dank!“ illustrieren soll. Dasselbe gilt für die auffällige, braune Umrandung des Wortes „rechte Menschen“, als wären alle Rechten ‚braun‘. Und dann muss dafür auch noch Gott herhalten! So ganz klar ist die Aussage dabei nicht. Weil Kirche bunt ist, sind Rechte/Braune ausgeschlossen? Rechte Menschen, was auch immer man darunter versteht, sind schlimmer als Cannabisverehrer?

Sicher, die Pfarrer haben sich entschuldigt, sicher, das Heft erschien in einem kleinen Ort und wurde kaum verbreitet, wobei die Grafik es aber ins soziale Netz schaffte. Also könnte man alles auf sich beruhen lassen.

Aber ich will den Anlass trotzdem aufgreifen, weil die Aussage symptomatisch ist und in seltener Plumpheit formuliert, was oft unausgesprochen oder versteckter formuliert im Hintergrund steht.

Zudem: Wenn man bei Google den Slogan „Menschenrechte statt rechte Menschen“ (mit Anführungsstrichen) eingibt und dann auf ‚Bilder‘ klickt, erscheinen mehr als Hundert verschiedene grafische Darstellungen des Satzes. Man kann ihn auf T-Shirts und Pullovern kaufen, er wird als Plakat und Banner bei Demos verwendet, ist Thema von Protestveranstaltungen aller Art, findet sich auf Webseiten von SPD-Ortsverbänden, wurde auch schon mal vom schleswig-holsteinischen SPD-Landesvorsitzenden Ralf Stegner als „Spruch des Tages“ getwittert und wird als Sticker von den Jusos produziert.

Vorweg sei gesagt, dass die historische Einteilung in ‚rechts‘ und ‚links‘ gemäß der Sitzverteilung früherer Parlamente sowieso für eine ernsthafte, differenzierte Diskussion nicht (mehr) taugt. Ich kenne viele Menschen, die in bestimmten Fragen ‚links‘ und gleichzeitig in anderen ‚rechts‘ denken. Das gilt auch für Parteien, denn es gibt weltweit viele, die je nach Thema auf beiden Seiten einzuordnen sind. Was hilft das rechts/links-Schema etwa, um die gegenwärtige FDP zu beschreiben? Zudem stellt inzwischen – zum Teil Dank einer zweihundertjährigen gegenseitigen Verunglimpfung des jeweils anderen Lagers – die ‚Mitte‘ einen starken Anziehungs- und Identifikationspunkt für viele Bürger dar, die rechts und links in unterschiedlichen Mischungen enthält.

Aber ich will im Folgenden einmal so tun, als wenn das rechts/links-Schema wirklich noch Sinn macht.

Und noch eines vorneweg: Man kann ‚links‘ sein und trotzdem meinen, dass dieser Slogan zu weit geht.

„Menschenrechte statt rechte Menschen“

Zum ersten stellt sich die Frage, ob sich Kirchengemeinden so eindeutig als links positionieren sollten, wie es dieser Slogan – wenn auch indirekt – tut, und das unabhängig davon, wie er „rechts“ versteht. Haben nicht neben „Rechten“ wie Hitler auch „Linke“ wie Mao oder Stalin die Kirche bekämpft? Und ist es nicht überhaupt gefährlich, wenn Kirchengemeinden das für alle Zeiten, Kulturen und Menschen gültige Evangelium und die sich daraus ergebenden Werte mit politischen Positionen nationaler Politik einer bestimmten Zeit verknüpfen?

Zum zweiten soll damit wohl gesagt werden, dass alle ‚rechten‘ Menschen irgendwie anrüchig sind und in der bunten Kirche nichts zu suchen haben und man sie lieber nicht in der Gesellschaft sehen möchte. Bei dieser pauschalen Verurteilung ist es dann umso misslicher, dass vage bleibt, wer denn eigentlich ‚rechts‘ ist und wieviele Menschen damit gemeint sind.

Meint man damit Rechtsextremisten – und warum sagt man es dann nicht?

Meint man damit Rechtsextreme und Rechtspopulisten – und warum sagt man das nicht, unterscheidet aber beide auch deutlich? Denn per Definition sind Rechtsextremisten solche, die die Demokratie abschaffen wollen, Rechtspopulisten die, die sie nutzen wollen.

Oder meint man damit alle, die nicht links sind? Das wären bei der letzten Bundestagswahl wohl mehr als die Hälfte der Wähler gewesen, vermutlich auch der Nichtwähler.

Zum dritten wird damit unterstellt, dass man entweder für Menschenrechte ist oder ‚rechts‘ ist. Das soll wohl andeuten, dass Nicht-Rechte immer für den Schutz der Menschenrechte sind. Das ist natürlich Unsinn. Es gibt rechts wie links Extremisten und Populisten, die einige oder alle Menschenrechte einschränken wollen oder gar ablehnen. Und zumindest für den Bereich rechtspopulistischer Parteien ist es zu einfach zu sagen, sie lehnten die Menschenrechte ab.

Zum vierten ist der Slogan nicht gegen eine für falsch gehaltene politische Sicht gerichtet, sondern ‚ad personam‘ gegen Menschen. Man verurteilt die Anderen, und will sie irgendwie nicht mehr in der Kirche haben. Kirchen unterscheiden sonst immer zwischen Sündern und Sünde, warum diesmal nicht? Und Kirche bietet zumindest jedem Seelsorge und Gottes Vergebung an, warum den ‚Rechten‘ nicht? Denn der Slogan heißt ja nicht „Rechte, kehrt um!“, „Rechte, tut Buße“.

Das ist um so ungewöhnlicher, als das Positive keine Personen sind, sondern die Menschenrechte. Sicher ist das auch dem Wortspiel geschuldet, aber trotzdem hätte das Gegenstück dann etwas Entsprechendes sein sollen, zum Beispiel „die Ablehnung der Menschenrechte durch Rechte“.

Zum fünften setzt man – nur dann wäre der Slogan halbwegs verständlich – ‚rechts‘ und ‚rechtsextrem‘ und/oder ‚rechtspopulistisch‘ gleich. Dafür liefern die großen Medien täglich ebenso viele Beispiele wie viele Politiker linker (und linksextremer) deutscher Parteien oder Künstler (‚Rock gegen Rechts‘, korrekt müsste es heißen ‚Rock gegen Rechtsextrem‘). Man unterscheidet aber in der Regel weiterhin deutlich zwischen ‚links‘ und ‚linksextrem‘ und ‚linkspopulistisch’.

Selbst wenn man sagt, dass das längst verbreiteter Sprachgebrauch sei: Sollten Kirchen nicht etwas differenzierter reden, vor allem wenn sie in einem Slogan viele andere Menschen verurteilen?

Mathias Brodkorb ist heute Finanzminister in Mecklenburg-Vorpommern, zudem ausgewiesener Experte zum Rechtsextremismus (z. B. Metamorphosen von rechts. Eine Einführung in Strategie und Ideologie des modernen Rechtsextremismus. Westfälisches Dampfboot, Münster 2003; Extremistenjäger!? Der Extremismus-Begriff und der demokratische Verfassungsstaat. Adebor, Banzkow 2011). Er hat bereits 2008 als Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag in der Süddeutschen Zeitung kritisiert, dass die SPD zu oft die Praxis teile, statt von „rechtsextrem“ einfach von „rechts“ zu sprechen, in der Hoffnung, dass damit die CDU in Misskredit gerate. Auf Dauer werde sich das rächen. Mathias Brotkorb (SPD) reagierte darauf, dass ausgerechnet der CDU-Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, und der ihm unterstellte Verfassungsschutz ein „Comic gegen Rechts“ veröffentlichten. [Mathias Brotkorb. „Der metaphysische Nazi – die SPD als nützlicher Idiot des bürgerlichen Lagers“. 30.11.2008. Nachdruck aus der Süddeutschen Zeitung.]

Eckhard Jesse. „Warum wir linke Gewalt milder bewerten als rechte Gewalt“. Der Tagesspiegel vom 20.09.2018, siehe auch hier und hier.

Der Deutschlandfunk befragte dazu den Politikwissenschaftler, Professor an der TU Dresden, Werner J. Patzelt („Werner Patzelt im Gespräch mit Susanne Führer“. „Patzelt: Rechts ist nicht gleich rechtsextrem: Politikprofessor nennt ‚Kampf gegen Rechts‘ undifferenziert“, 2.12.2008).

„Es sei in Deutschland üblich geworden unter dem Etikett ‚rechts‘ alles von nicht links bis rechtsextremistisch zusammenzufassen.“

„Kampf gegen rechts. Das klingt irgendwie immer gut, denn gegen Rechts ist ja bekanntlich jeder anständige Mensch hierzulande. Ob nun engagierte Bürger, ob Journalisten, Politologen oder Politiker, gegen Rechts zu sein, ist nicht nur Ehrensache, das ist eine Selbstverständlichkeit. Aber was oder wer ist denn eigentlich rechts? Ist ein Rechter automatisch ein Nazi? Ist er automatisch rechtsextrem? Nein, meint Mathias Brodkorb, das ist ein SPD-Abgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern. Er findet, dass die Begriffsverwirrung von rechts und rechtsextrem, die auch von seiner eigenen Partei betrieben werde, der politischen Kultur schadet und auch der SPD. Das alles war am … in der ‚Süddeutschen Zeitung‘ zu lesen … “

„Ja, da hat er vollständig recht. Es ist in Deutschland üblich geworden unter dem Etikett ‚rechts‘ alles von nicht links bis rechtsextremistisch zusammenzufassen. Und das Ganze hat im Grunde die Funktion, die CDU mit wirklichen Rechtsradikalen und Rechtsextremisten in einen Topf zu werfen und vom hohen Turm des wahrhaft politisch Korrekten aus den bösen Gegner zu bekämpfen. Und dass das hier nun differenzierter gesehen werden soll und dass Sozialdemokraten selbst zu dieser Einsicht gelangen, das ist äußerst lobenswert.“

Aber einmal angenommen, dass man die Auffassung vertritt, dass sich nun mal in den Medien der Sprachgebrauch ‚rechts‘ für ‚rechtsextrem‘ durchgesetzt habe und der Satz „Menschenrechte statt rechte Menschen“ eigentlich nur heißen soll „Menschenrechte statt rechtsextreme (und/oder rechtspopulistische) Menschen“. Und einmal angenommen, es spiele auch keine Rolle, wer sich letztlich dann trotzdem zu Unrecht angesprochen und diskriminiert fühle.

Dann gilt immer noch der folgende Punkt:

Zum sechsten aber ist da der irgendwie im Hintergrund stehende Denkfehler, dass überhaupt irgendjemand wegen seiner Ansichten oder Taten weniger Anspruch auf Menschenrechte hätte. Auch Schwerverbrecher verlieren ihre Menschenrechte nicht. Selbst wenn also alle ‚rechten‘ Menschen Verbrecher wären, gälten die Menschenrechte trotzdem für sie. Solange man Mensch ist, ist man auch Träger der Menschenwürde und der sich aus ihnen ergebenden Menschenrechte, auch wenn man ‚rechts‘ ist und wenn man rechtsextrem ist. Ein Mörder hat deswegen das Anrecht auf ein faires Gerichtsverfahren, in dem er nur aufgrund von Gesetzen verurteilt werden darf, die vor der Tat ordnungsgemäß vom Gesetzgeber beschlossen worden sind. Deutschland setzt sich bekanntlich für deutsche Bürger in anderen Ländern ein, wenn sie Verbrechen begangen haben, aber unverhältnismäßig hart bestraft werden sollen, etwa wenn Drogenhändlern die Todesstrafe droht.

Wer für Menschenrechte ist, muss also immer auch dafür sein, dass die Menschenrechte ‚rechter‘ Menschen geschützt werden. Wer ‚rechten‘ Menschen Menschenrechte vorenthalten will, spricht in Wirklichkeit nicht von Menschenrechten, sondern von parteilichen Rechten für seine eigene politische Spezies, die dann wohl eher als ‚links‘ gesehen wird.

Die Feindbilder rechtsextremer und linksextremer Bewegungen und Parteien sind unterschiedlich. Während tendenziell ‚links‘ eher religiöse Gruppen oder die Religion an sich zum Feindbild werden lässt, verbindet man ‚rechts‘ eher mit einer vermeintlich nationalen Religion und wendet sich gegen ‚Gottlose‘ und gegen ungewünschte Religionen. Während man ‚links‘ eher reiche Menschen zu unerwünschten Mitbürgern erklärt, sind auf der ‚rechten‘ Seite die Feindbilder eher arm (z. B. Asylsuchende, arbeitssuchende EU-Bürger, Hartz-4-Empfänger). Liest man von „Sozialschmarotzern“, meint das tendenziell ‚links‘ eher solche, die zu viel haben, ‚rechts‘ solche, die zu wenig haben. Auch der Antisemitismus hat rechts und links unterschiedliche Ausprägungen und damit Sprachregelungen, die auf den ersten Blick nicht vermuten lassen, dass es sich um dasselbe Phänomen handelt. Ich kann jedenfalls mit Blick auf soziologische Studien nicht erkennen, dass es in Geschichte oder Gegenwart einen ganz grundsätzlichen Unterschied zwischen der Aufgeschlossenheit gegenüber Anderen gibt, je nachdem, ob man eher am linken oder am rechten Rand zu Hause ist. Ich bezweifle, dass man aufgrund seiner politischen oder gesellschaftlichen Zuordnung automatisch häufiger oder seltener diskriminiert oder schlechter oder besser mit allen auskommt. Zudem müsste man hier den Befund mitdiskutieren, dass sowohl Wähler als auch Akteure am rechten und am linken Rand nicht selten die Seiten wechseln.

Es gibt auf Seiten ‚linker‘ Organisationen und ihrer intellektuellen Vordenker solche, die meinen, sie hätten den Menschenrechtsgedanken für sich gepachtet und alle anderen würden die Menschenrechte in Theorie und Praxis mit Füßen treten. Sie machen damit aber gerade den Menschenrechtsgedanken, der über allen Parteien steht und jedem Staat vorausgeht, kaputt und zu seiner parteilichen Angelegenheit.

Das reicht auch in solche Menschenrechtsorganisationen hinein, wo eine politisch ‚linke‘ Ausrichtung Voraussetzung für Leitungsaufgaben zu sein scheint, und gilt auch manchmal in Dachverbänden von Menschenrechtsorganisationen, wo oft eine Mehrheit ‚linker‘ Mitgliedsorganisationen die Aufnahme vermeintlich ‚rechter‘ (und nicht rechtsextremer) Organisationen verhindert.

Schade, denn wenn etwas alle Menschen guten Willens rechts und links einen sollte, wäre es der Einsatz für Menschenrechte!

Ich bin kein Freund von Pegida oder der AfD, wie ich öfter öffentlich gesagt, geschrieben und gezeigt habe. Aber gerade wenn man von den Menschenrechten und der Menschenwürde her gegen sie argumentiert, muss der Umgang mit ihnen auch genau das widerspiegeln! Die Rechte der Demonstranten müssen gewahrt werden, solange sie keine Gesetze brechen. Ihre Forderungen sind Thema politischer Diskussion. Erst da, wo sie die Einschränkung von Menschenrechten fordern, was dann klar belegt werden muss, ist eine rote Linie überschritten – erst recht natürlich, wenn sie Gewalt anwenden.

Und auch die Medien haben so zu berichten, dass die Menschenwürde derer, über die berichtet wird, nicht verletzt wird. Das ist aber etwa automatisch der Fall, wenn man Verbrechen und Untaten pauschal mit DEN „Sachsen“, mit „Chemnitz“, mit DEN „neuen Bundesländern“ in Verbindung bringt, aber auch wenn man die Untaten einzelner Demonstranten allen friedlichen Demonstranten zurechnet, die anwesend sind. All solche Verallgemeinerungen habe ich hundertfach im größten Teil der Berichterstattung über die Ereignisse in Chemnitz gelesen. Selten haben diese Journalisten in großer Breite die Demonstrierenden nach ihrer wirklichen Meinung befragt.

Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher

https://www.thomasschirrmacher.info/blog/menschenrechte-statt-rechte-menschen-kirche-ist-bunt-gott-sei-dank/?fbclid=IwAR0Vypo7DyHfY_va6VmytqfBkmLheVIgp_FEFpC16czZEHq_hepvrOBsQZ0

Yoga – Hinduismus als Wellness

Längst hat sich Yoga von einer exotischen Sportart einiger Esoterik- Freaks zu einem angesagten Modetrend entwickelt. Glaubt man den Statistiken, dann praktizieren gegenwärtig rund 3,5 Millionen Deutsche mehr oder weniger regelmäßig Yoga. Das sind weit mehr als alle evangelikalen Christen zusammengenommen, schätzungsweise 1 Millionen. Yoga bietet vorgeblich alles wonach sich viele gestresste, konsumorientierte, spirituell suchende Menschen sehnen. Ihnen wird neben Gesundheit auch innerliche Ausgeglichenheit, geistlicher Friede, Entspannung und ein „achtsames“ Lebensgefühl versprochen. Längst werden allein im deutschen Yoga- Geschäft jährlich über eine Milliarde Euro umgesetzt, vor allem durch Kurse und Kleidung.
„Yoga […] ist eine aus Indien stammende philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen bzw. Praktiken wie […] Meditation und Askese umfasst. Der Begriff Yoga kann sowohl „Vereinigung“ oder „Integration“ bedeuten, als auch im Sinne von „Anschirren“ und „Anspannen“ des Körpers an die Seele zur Sammlung und Konzentration bzw. zum Einswerden mit dem Bewusstsein verstanden werden.“ (Wikipedia)
Als gläubiger Christ sollte man nicht vergessen, dass es sich bei Yoga nicht einfach um eine beliebige Sportart handelt. Yoga ist ein hinduistischer Weg zur Erlösung, zur ultimativen Vereinigung der Seele mit dem göttlichen Alleinen (Brahman). Die anfänglich im Vordergrund stehenden gymnastischen Übungen dienen dabei lediglich der Einführung, der totalen Kontrolle des Körpers, mit dem Ziel ihn als Hindernis des Geistes schlussendlich auszuschalten. Ist man in diesem Bereich weiter fortgeschritten, dann soll man mit dem Studium der Bhagavad Gita (wichtige religiöse Schrift des Hinduismus) beginnen, mit Meditation und Mantra- Singen, das in den meisten Yoga- Zentren regulär angeboten wird. Ohne je bewusst eine Mitgliedschaft eingegangen zu sein, öffnet sich der Yoga- Übende mental für den Hinduismus. Bei dem einen stärker, bei dem anderen schwächer verändern sich mit der Zeit die persönliche Weltsicht, sowie die religiösen und ethischen Vorstellungen.
Christen brauchen angesichts des aktuellen Yoga- Trends den Mut, hinduistischer Wellness eine glaubwürdig gelebte, echte Frömmigkeit entgegenzuhalten. Gottes in der Bibel offenbarte Alternative einer ganzheitlichen Erneuerung des Menschen ist weitaus glaubwürdiger und bewährter als Yoga. Synkretistische Vermischungen zwischen Yoga und christlichem Glauben werden beides entwerten und das Erleben eines real eingreifenden Gottes verwischen. Michael Kotsch

Gefährdete Meinungsfreiheit

Momentan wird Bundesbildungsministerin Karliczek mit üblen Ausdrücken diffamiert, nur weil sie eine genauere Studie über die Entwicklung von Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften fordert und bemerkt, dass die „Ehe für alle“ 2017 wohl etwas überstürzt eingeführt wurde. Allein diese durchaus vernünftigen und berechtigten Fragen zu stellen, wird in wütenden Stellungnahmen mit Empörung zurückgewiesen. Unter anderem wurde der Ministerin vorgeworfen, sie habe eine „hinterwäldlerische Haltung“ und eine „ärgerliche Realitätsverweigerung“. Ohne näher auf ihre Gründe einzugehen, wird lautstark festgestellt, dass es sich ganz sicher um „Vorurteile in unsachgemäße Scheinargumente“ handeln müsse, wenn jemand die „Ehe für Alle“ kritisiere. Wie leider kaum anders zu erwarten wurden die Anfragen der Ministerin dann auch als „diskriminierender Unsinn“ diffamiert. – Allein, wer es in der Öffentlichkeit wagt, Bedenken gegen die vielfach beworbene Gender- Agenda zu äußern, wird heute sofort ausgebuht und lächerlich gemacht.
Hier kann jeder ein Musterbeispiel weltanschaulicher Agitation beobachten. Als die Befürworter homosexueller Partnerschaften und Gender- Veränderungen vor wenigen Jahrzehnten noch in der absoluten Minderheit waren, beklagten sie die vorgebliche Ungerechtigkeit, dass ihre Meinung nicht akzeptiert, sondern sogar unterdrückt würde. Vorgeblich wollte man sich damals damit zufriedengeben, als Minderheit akzeptiert zu werden. Natürlich würde man Andersdenkende auch weiterhin akzeptieren, wurde damals sofort zugesichert.
Sobald sich Gender- Vertreter aber an den Hebeln der Macht und in öffentlicher Funktion wissen, ist es mit der Akzeptanz anderer Meinungen schnell vorbei. Selbst sachliche Argumente sollen heute verboten oder lächerlich gemacht werden. Schon längst geht es eben nicht mehr um eine Suche nach Wahrheit und objektiven Daten, sondern um die Durchsetzung seiner eigenen Ideologie. Alle Fragen und Fakten, die nicht zu diesem Modell passen, werden dann verdrängt. Wissenschaftliche Forschung hat sich schon längst auf diesen Trend eingestellt. Weil Gender- Vertreter viele Fördergelder verteilen, weiß zwischenzeitlich jeder Wissenschaftler, dass Ergebnisse, die nicht in die schöne neue Gender- Gesellschaft passen, nie veröffentlicht werden. Und wenn sie trotzdem bekannt werden, ist die Karriere des Forschers unwiederbringlich geschädigt. Ergebnisoffene Studien sind, was alle Gender- Fragen angeht, deshalb momentan eine absolute Seltenheit.
Christen sollten angesichts einer zunehmend ideologisierten Gesellschaft vorsichtig sehr sein, um nicht selber vom Gender- Mainstream mitgerissen zu werden. Nötiger als je ist eine Verankerung gläubiger Menschen in ihrer Beziehung zu Gott und ihrem absoluten Vertrauen in die Bibel als zuverlässiger Mitteilung Gottes. Massive Beeinflussungs- Kampagnen in Medien, Schulen und Universitäten lassen zunehmend auch überzeugte Christen auf den aktuellen Zeitgeist einschwenken. Immer häufiger sind heute theologische Argumentationen zu hören, die am Ende nur noch das Ziel haben, die „ärgerlichen Aussagen“ der Bibel über Homosexualität und Gender zu entkräften oder elegant wegzuerklären. Damit allerdings verliert der Glaube seine geistliche Orientierungs- und Veränderungskraft.
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1374158562723918

 

Fünf Arten, wie Menschen sich selbst anbeten

Timothy Keller erklärte einmal: Wenn dein Gott niemals anderer Meinung ist als du, dann kann es sein, dass du eine idealisierte Version deiner selbst anbetest. Es zeigt sich, dass die Götter, die Menschen in ihrem Kopf entwerfen, ungefähr genauso denken, wie die Menschen selbst. Hier sind fünf Arten, wie sich Menschen ihren eigenen Gott kreieren.
1. Sie lehnen die Existenz Gottes ab.
Menschen verbannen es aus ihrem Denken, dass der eine wahre Gott wirklich existieren könnte, der sie geschaffen hat und der bestimmte Normen auferlegt, die sie einhalten müssen. Die Götter ihrer Vorstellungskraft haben überhaupt keine Probleme mit ihren persönlichen Glaubensüberzeugungen und Handlungen. So zu denken ändert nichts an dem wirklichen Gott, aber es wird die gegenwärtige und ewige Beziehung dieser Menschen mit Gott beeinflussen.
2. Sie bestimmen, wie ihre Gottheit zu sein hat.
Menschen geben dem Gott, den sie sich selbst ausdenken, Eigenschaften und Mächte, von denen sie denken, dass er/sie/es sie haben sollte. Sie bestimmen auch, welche Eigenschaften ihr Gott nicht haben sollte, einschließlich des Rechts, irgendetwas von ihnen zu verlangen, das sie nicht tun wollen.
3. Sie entscheiden im Voraus, was nach ihrem Tod passieren sollte.
Viele Menschen entscheiden sich, an ein Leben nach dem Tod zu glauben, das ihrem persönlichen Gefühl von Fairness und Gerechtigkeit entspricht. Wenn sie die biblische Lehre über die Realität der Hölle nicht mögen, entwerfen sie in ihrem Verstand vielleicht eine Ewigkeit, in der jeder in irgendeiner Form von Paradies lebt, außer natürlich die wirklich bösen Menschen.
4. Sie leugnen Beweise für Gott in der Schöpfung und in der Bibel.
Menschen wenden sich von Gottes Offenbarung seiner Selbst in der Schöpfung und in der Bibel ab, und entscheiden sich, alternative Erklärungen zu glauben, wie die Welt und die Menschen entstanden sind. Obwohl die Erde gefüllt ist von zahllosen unterschiedlichen Kreaturen und Stoffen, die alle auf einen obersten Konstrukteur hinweisen, ziehen es viele Menschen vor, die Existenz der Welt dem Zufall zuzuschreiben. Statt die Wahrheitsansprüche, die historische Genauigkeit und die göttliche Inspiration der Bibel zu untersuchen, lehnen sie die Bibel vorschnell als die Schrift von Menschen ab, die eine Mischung aus Wahrheit und Mythos enthielte.
5. Sie weigern sich, sich irgendeiner Autorität unterzuordnen, außer der, der sie sich unterordnen wollen
Um selbstbestimmt zu sein, können Menschen nicht zulassen, dass andere ihnen sagen, was sie zu tun haben. Sie müssen die Kapitäne ihres eigenen Schiffes sein, ohne irgendjemandem rechenschaftspflichtig zu sein, weder Ehepartner, Vorgesetztem, Regierung noch Schöpfer.
Gott will und befiehlt, dass jeder ihn allein anbetet (5Mo 6,13; Lk 4,8). Die Götter unserer Vorstellung haben keine Macht, uns zu lieben oder uns von irgendetwas zu retten, uns selbst eingeschlossen. Trachte danach, den einen wahren Gott zu kennen und zu lieben, der uns in seinem Ebenbild geschaffen und seinen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns zu erlösen und zu einer richtigen Beziehung mit ihm wiederherzustellen.
Le Ann Tree ist seit 34 Jahren mit ihren Mann Andy verheiratet und hat vier Kinder. Sie hat vor kurzem ihren dreißigjährigen Traum erfüllt und einen Master of Arts in Theological Studies erworben. Sie mag es, über Gottes rettende Gnade in Christus zu reden, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen und zu boogieboarden, besonders wenn die Sonne scheint und die Wellen sanft sind. Dieser Artikel erschien zuerst bei Core Christianity. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
https://www.evangelium21.net/ressourcen/fuenf-arten-wie-menschen-sich-selbst-anbeten?fbclid=IwAR3-BQVpiG-94S-GLSdmFxdSkjLab_2gPyX9rzL7wQmTxdejTB81zWl5wFc

 

Frieden sieht anders aus

Viele der Beteiligten im Nahostkonflikt sind nicht ernsthaft an einer Lösung der Streitigkeiten interessiert. Bei ihren Geldgebern in Europa und Nordamerika beteuern palästinensische Politiker seit Jahrzehnten ihren Friedenswillen. In Wirklichkeit aber leben sie weit besser mit dem gegenwärtigen Zustand als mit einem wirklichen Frieden, der einen zukünftigen Staat Palästina sehr bald aus einem Weltinteresse verdrängen würde.
Fast alle palästinensischen Spitzenpolitiker sind durch ihren Job superreich geworden und verfügen über volle Auslandskonten; vor allem durch das Geld, das ihnen vom Ausland überwiesen wurde. Statt die immensen Hilfszahlungen in effektive Entwicklungsprojekte zu stecken, werden die Familien von Selbstmordattentätern finanziert, Tunnel zum Waffentransport nach Israel gebaut, Raketen für Terrorangriffe angeschafft und die eigene Großfamilie versorgt.
Wenn man wirklich Frieden wollte, könnte man in den Medien Verständnis für Israel wecken oder zumindest Fake- Meldungen von israelischen Übergriffen klarstellen. Doch genau das Gegenteil passiert: Sehr viel Geld wird investiert, um in der eigenen Bevölkerung den Hass auf Israel zu schüren. Jeden Tag werden im palästinensischen Radio, Fernsehen und Internet wilde Verschwörungstheorien über die „jüdische Weltverschwörung“ verbreitet. In vielen Fällen greift man dabei auf die altbekannten Propagandalügen der Nationalsozialisten zurück und bewirbt sogar Hitlers „Mein Kampf“. So wird es nie zu einem Frieden kommen. Aber wie gesagt, viele palästinensische Verantwortungsträger wollen das auch gar nicht, weil ihr Einkommen und ihre Stellung durch einen latenten Kriegszustand viel angenehmer ist als bei einem wirklichen Frieden.
Auch mache sehr konservative Israeli freuen sich insgeheim über jeden palästinensischen Übergriff, weil das ihre Position zu bestärken scheint, dass Friede mit Arabern nie möglich sein wird und dass harte Maßnahmen gegen Palästinenser so halt notwendig sind. – Allerdings darf man dabei nie vergessen, dass in Israel Meinungsfreiheit herrscht und sich die Bürger viel leichter ein ausgewogenes Bild machen können, wenn sie es denn wollen. In den Palästinensergebieten wird die Opposition zumeist schnell unterdrückt oder derjenige wirtschaftlich ruiniert, der öffentlich äußert, dass die Israeli einen berechtigten Anspruch auf ich Land und auf Frieden haben könnten.
Wahrscheinlich wird es erst dann wirklichen Frieden geben, wenn Gott in dieser Region aktiv eingreift.
„Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben! Es möge Friede sein in deinen Mauern und Glück in deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.“ (Psalm 122, 6ff.) Michael Kotsch

Aufruf an evangelische Christen

Das Netzwerk Bibel und Bekenntnis hat am 3. November 2018 einstimmig einen Aufruf beschlossen. Hier der Wortlaut:
Aufruf an evangelische Christen
Jesus Christus spricht: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ (Matthäus 24,35) Auf diese Zusage vertrauen wir und wollen dem dreieinigen Gott allein die Ehre geben. Zugleich belasten uns schwere Fehlentscheidungen von Synoden und Kirchenleitungen der evangelischen Kirchen in den letzten Jahren und veranlassen uns erneut, an alle Christen, insbesondere an Gemeindeleitungen, Pfarrer, Pastoren, Verantwortliche in christlichen Werken und Verbänden zu appellieren. In den evangelischen Kirchen werden die Grundlagen des Glaubens zunehmend demontiert.

In Frage gestellt wird insbesondere:

  • die Autorität der Bibel als Wort Gottes und höchste Norm für Glauben, Leben und Lehre,
  • dass Jesus Christus der einzige Weg zum Heil ist und das Evangelium darum allen Menschen verkündet werden muss,
  • dass Gott durch den stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz und durch seine Auferweckung die Welt mit sich versöhnt hat und uns bittet, die Versöhnung im Glauben persönlich zu ergreifen,
  • dass zur Offenbarung Gottes die Gottebenbildlichkeit des Menschen und die Polarität und Gemeinschaft von Mann und Frau gehören,
  • dass die Gebote Gottes auch heute die gültigen Maßstäbe für das Leben der Christen und der Gemeinden sind.

Deshalb rufen wir zum Widerspruch und zum mutigen Bekenntnis auf. Wir müssen nicht resignieren. Der Herr Jesus Christus ist für uns am Kreuz gestorben und auferstanden. Er lebt und wirkt. Er wird in Herrlichkeit wiederkommen. Durch ihn allein werden wir aus der Macht der Sünde und der ewigen Verdammnis gerettet und haben Frieden mit Gott. Wir sind nicht allein. Wir können uns in den Gemeinden gegenseitig ermutigen und ermahnen, die Bibel als Wort Gottes anzuerkennen, an dem sich unser Glaube, unser Leben und alle christliche Lehre zu orientieren haben. Aus Liebe und Dankbarkeit folgen wir Jesus Christus nach, leben aus der Vergebung der Sünden und wollen die Gebote Gottes halten.

  1. Wir bitten alle Christen eindringlich: Bekennt euch in Kirche und Gesellschaft dazu, dass die Bibel Gottes Wort ist, völlig zuverlässig und darum Maßstab für Glauben, Leben und Lehre! Vertraut Gottes Zusagen und gehorcht seinen Geboten!
  2. Wir bitten Pfarrer, Pastoren und Gemeindeleitungen eindringlich: Setzt euch dafür ein, dass in den Gemeinden die Autorität der Bibel als Wort Gottes anerkannt wird und dass in den heute kontroversen Fragen biblische Positionen gelehrt werden! Erklärt öffentlich, dass ihr keine Segnung oder Trauung gleichgeschlechtlicher Paare durchführen werdet.
  3. Wir bitten ehrenamtliche und hauptamtliche Leiter von christlichen Verbänden und Werken eindringlich: Bekennt euch durch öffentliche Stellungnahmen zur Autorität der Bibel als Wort Gottes und in den heute kontroversen Fragen zu biblischen Positionen! Nehmt so eure Leitungsaufgabe wahr und gebt nach innen und außen Orientierung!
  4. Wir bitten alle Verantwortlichen in Kirchen, Gemeinden, Gemeinschaften, Verbänden und Werken, die sich zur Autorität der Bibel als Wort Gottes bekennen und in den heute kontroversen Fragen öffentlich biblische Positionen beziehen, eindringlich: Verbindet euch lokal, regional und überregional in geeigneten Organisationsformen, um euch gegenseitig zu unterstützen, die Gemeinden zu stärken und gegenüber Kirchenleitungen sowie in der Gesellschaft gemeinsam Stellung zu beziehen! Fördert die einladende Verkündigung des Evangeliums durch alle Formen der persönlichen und öffentlichen Evangelisation!

Wir wollen uns gegenseitig in der öffentlichen Auseinandersetzung stärken. Zu verschiedenen Zeiten sind öffentliche Stellungnahmen zu unterschiedlichen Themen nötig. Nachdem der Staat und viele Kirchenleitungen gleichgeschlechtliche Partnerschaften als Ehe anerkannt haben, halten wir es heute für notwendig, dass Gemeindeleitungen öffentlich erklären, dass sie gleichgeschlechtliche Partnerschaften trotzdem nicht segnen oder trauen werden, weil sie dem Wort Gottes vertrauen und gehorchen.
Wir schätzen die Freiheit, die wir in unserem Land haben. Wir bitten Gott und arbeiten dafür, dass diese Freiheit erhalten bleibt. Allerdings hat Jesus seinen Nachfolgern nicht versprochen, dass sie ihren Glauben immer unter komfortablen Rahmenbedingungen leben können. Wenn uns die Freiheit nicht mehr zugestanden wird, wollen wir trotzdem Gott mehr gehorchen als den Menschen. (Apostelgeschichte 5,29) Jesus Christus hat uns zugesagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20). Darauf verlassen wir uns. Soli Deo Gloria!

Aufruf an evangelische Christen

Freundschaft in der Postmoderne!?

Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Nicht nur, dass wir für unser irdisches Überleben auf zahllose andere Menschen angewiesen sind, die uns mit Nahrung, Medizin und Wissen versorgen; wir brauchen Gemeinschaft auch rein seelisch. Menschen, die lange vollkommen allein und zurückgezogen leben werden häufig seltsam oder depressiv. In gewisser Weise hilft es schon, andere Menschen einfach zu sehen oder ihnen im Alltag zu begegnen. Eigentlich aber sucht jeder nach Personen, die sich wirklich für einen interessieren, nach echten Freunden.
Christen haben in dieser Angelegenheit einen doppelten Vorteil. Zum einen wissen sie, dass sie nie wirklich verlassen und allein sind, weil Jesus Christus versprochen hat, immer bei ihnen zu sein. Zum anderen haben sie eine große, weltweite Familie von geistlichen Geschwistern. Und wenn es auch schon einmal Stress in dieser Familie gibt, weil man sich eben doch nicht nur liebt, so gehört man doch irgendwie zusammen. Viele erfahren dass, wenn sie neu an einen Ort ziehen oder wenn sie in einem fremden Land plötzlich auf Glaubensgeschwister stoßen. Ziemlich schnell hat man einen gemeinsamen Draht und versteht sich irgendwie.
In den von der Postmoderne gezeichneten Staaten des Westens hingegen wollen viele Menschen vollkommen ungebunden und individualistisch sein. Gleichzeitig sehnen sich aber auch diese Menschen nach Gemeinschaft, selbst dann, wenn sie offensichtlich künstlich ist.
Seit 2003 werden in den USA über Internet „imaginäre Freundschaften“ angeboten. Je nach Preisklasse bekommt man Mails, SMS, Postkarten, Bilder oder sogar Anrufe seiner „neuen Freundin“. Viele halten dieses Programm für besser, als gar keine Beziehungen zu haben. Für 50 Dollar im Monat bekommt man eine ganze Reihe von elektronischen Nachrichten aufs Handy. Für 14,99 Dollar schickt einem die künstliche Freundin eine Schachtel Pralinen oder Ähnliches nach Hause. Am Ende der Vertragszeit wird man von freundlich gefragt, ob man es denn noch einmal miteinander versuchen soll, oder ob man sich als gute Bekannte voneinander trennt.
Ein japanischer Anbieter offeriert Anrufe und Nachrichten auf dem Smartphone. Meldet man sich bei der virtuellen Freundin aber zu selten oder verweigert man ihr kleine, natürlich kostenpflichtige Geschenke, schweigt sie oder schickt beleidigte Mails.
Diese Angebote sollen nicht nur dem Abonnenten eine persönliche Freundschaft vorgaukeln, sondern auch Kollegen oder Nachbarn, die man gelegentlich einen Blick auf eine der Nachrichten werfen lassen kann.
Über das reale Alter und Geschlecht der imaginären Freunde erfährt der Nutzer natürlich nichts. Das könnte der schönen Illusion ja auch erheblich schaden.
Auch in Deutschland sind sogenannte Single- Tapeten erhältlich, auf der wahlweise ein Mann oder eine Frau sitzt und den Bewohner anlächelt. Es wird damit geworben, dass diese Mitbewohner „jederzeit verfügbar sind, aber kein schmutziges Geschirr herumstehen lassen oder wegen des Fernsehprogramms streiten“. Für 6,99 Dollar kann man in den USA die CD „Amazing Instant Mate“ kaufen. Sobald man nach Hause kommt empfängt einen der Pseudo- Lebensgefährte mit netten Worten wie: „Hallo Schatz, wie war dein Tag?“ oder „Ich bin so froh, dass du wieder da bist.“ Während man den Mantel aufhängt und dass Essen in die Mikrowelle stellt bekommt man zu hören: „Du bist das Beste, was mir jemals passiert ist.“ Oder „Willst du eine Fußmassage?“. Sogar für das Bett kann man ein lebensgroßes Kissen mit verschiedenen Schauspielerporträts kaufen, um sich nachts an ihnen zu kuscheln. Für etwas mehr Geld flüstern sie einem dann vor dem Einschlafen auch noch ein paar nette Worte ins Ohr.
Partnerschaft und Freundschaft wie Gott sie sich denkt kann durch solche Angebote natürlich nicht ersetzt werden. Irgendwie bleibt der Nutzer dabei innerlich leer zurück. Gott kann echte Freunde schenken, die wirklich an einem interessiert sind. Er kann auch helfen die Schwierigkeiten zu bewältigen, die häufig in echten Beziehungen auftreten. Der innigste und vertrauteste Freund für den Gläubigen aber ist Jesus Christus, der jeden Menschen unendlich liebt und ihn besser versteht als er sich selbst. Michae Kotsch