Wer vereint hat immer recht!?

Immer wieder zerstreiten sich Christen aufgrund eifersüchtiger Revierkämpfe oder lehrmäßiger Bagatellen. Viele gemeindliche Auseinandersetzungen beruhen im Kern auf menschlichen Faktoren: Unterschiede in der Persönlichkeit, der Prägung, der Kultur, der Generationen usw. Einigkeit unter Christen ist nicht nur das Steckenpferd einiger Spezialisten, sondern eine von Gott geschaffene Realität. Durch ihre Wiedergeburt gehören Christen zu einer himmlischen Familie, sind Glieder an einem „ geistlichen Körper“ (1Kor 12) und „lebendige Steine“ im Tempel Gottes (1Petr 2, 5). Diese von Gott gewollte Einheit entsteht allerdings nicht durch ausgetüftelte Werbetricks, gemeinsame Großveranstaltungen, neuen Organisationen oder diplomatisch formulierte Bekenntnisse. Sie ist immer schon vorhanden, weil Gott sie gewollt und geschaffen hat.
In seinem „hohepriesterlichen Gebet“ bittet Jesus seinen himmlischen Vater um geistliche Einheit unter Christen. Diese Bitte richtet sich aber nicht an Gemeindeleiter oder Kirchen- Coachs, sondern an Gott selbst. Die hier gewünschte Einheit soll sich nach Jesu Wunsch definitiv auf der Grundlage biblischer Lehre entwickeln: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.“ (Joh 17, 17).
In einer schon seit Jahren zu beobachtenden Einheits- Euphorie mancher Christen ist das eigentlich geistliche Ziel weitgehend aus dem Blick verloren worden. In einer postmodernen Trunkenheit von gesellschaftlicher Größe und Einfluss wird der Kreis des Christseins unverantwortlich ausgeweitet. Auf evangelikalen Großveranstaltungen sprechen plötzlich Sektierer wie Mormonen oder Vertreter anderer Religionen wie Hindus. Evangelikale sprechen plötzlich davon, dass moralisch lebende Muslime auch in den Himmel kommen. Mitglieder der Neuapostolischen Kirche werden als vorgeblich freikirchliche Christen willkommen geheißen. – Personen, die den Aussagen Jesu entsprechend ziemlich eindeutig als Irrlehrer betrachtet werden müssen, werden hier als geistliche Vorbilder vermittelt.
Katholische Sonderlehren werden bei einigen Evangelikalen bereitwillig relativiert, um eine vorgebliche Einheit der Christen nicht zu gefährden, die bei Licht besehen gar nicht vorhanden ist oder nur durch eine immer weitere Reduzierung geistlicher Überzeugungen erreicht werden kann. Hans Küngs „Projekt Weltethos“ vermittelt im deutschen Religionsunterricht eine trügerische Einheit der Weltreligionen, die auf wenige ethische Grundforderungen reduziert werden. Im „Ökumenischen Rat der Kirchen“ (ÖRK) mündet eine vorgeblich christliche Einigkeit in einem weltanschaulichen Einheitsbrei der pluralistischen Gesellschaft. Angesichts einer immer säkulareren Gesellschaft suchen viele evangelikale Christen den trügerischen Schulterschluss mit allen, die auch nur vage von Gott, Gebet oder Werten sprechen.
Echte geistliche Einheit ist absolut notwendig und erstrebenswert. Egoistische oder eigensinnige Zerspaltungen zwischen Christen sind definitiv Sünde. Die von Jesus gewollte Einheit aber kommt alleine von Gott. Sie wird durch den Heiligen Geist bewirkt, auf der Grundlage der Bibel. Einheit, die deutliche Aussagen Jesu überschreitet, ist eine geistliche Illusion und ein Betrug an den Gläubigen. Michael Kotsch

„In unserem Streben nach Größe sind wir ganz verrückt geworden…“

Die Gemeinde ist wegen ihrer Betonung großer Zahlen von den Katakomben ins Kolosseum umgezogen. Wir führen Mammutvorstellungen und gigantische Zusammenkünfte auf. Wir stellen die gefeierten Helden aufs Podium und ahmen Caesar nach, um das Banner Christi voranzubringen. In unserem Streben nach Größe sind wir ganz verrückt geworden. In Wirklichkeit brauchen wir eine Ausdünnung, keine Verdichtung. Vor langer Zeit lernte ich, dass man heranwachsende Pflanzen ausdünnen oder auslichten muss. Wir verringern dabei die Quantität, um die Qualität zu erhöhen. Gideon hat seine Armee ausgelichtet, und ein ähnlicher Prozess würde der Armee Gottes heute auch nicht schaden. Jesus hat die Menge ausgelichtet, wie es uns in Johannes 6 berichtet wird, und ohne Zweifel war dies nicht das einzige Mal. Heute aber ist die verfolgte Minderheit zur populären Mehrheit geworden.
Wir leben im Zeitalter der Shows, der Tricks, des Hokuspokus, der Freaks und der geschickten Künstler. Alles wird mit Spiegeln und doppeltem Boden gemacht. Alles wird daran gemessen, wie groß oder wie laut es ist. Alles muss überdimensional, gigantisch, kolossal oder mega sein. Alle neuen Mittel sind Wundermittel – du nimmst sie und wunderst dich, was nun wohl passieren wird.
In solch einer Zeit ist es schwierig, jemanden mit altmodischem Gehorsam oder mit Treue zu begeistern. Sogar die Christen muss man im Gottesdienst unterhalten. Das Licht der Wahrheit wird bestaunt, aber man lebt nicht darin, und die Menschen erblinden aufgrund eines Übermaßes an unbenutztem Licht, weil sie zwar Hörer, aber nicht Täter des Wortes sind. Zu viel Licht macht genauso blind wie zu wenig.
Aus: W. MacDonald, Seiner Spur folgen – Anleitung zur Jüngerschaft, Bielefeld: CLV, 2008, S. 370-371

 

Skandal: Lohnunterschied – Mythen und Fakten

Wenn wieder einmal auf den eklatanten Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht wird, dann werden ganz bewusst Vorverurteilungen geschürt. Der „normale“ Bürger hat nämlich den Eindruck, dass ein Mann der sich auf eine bestimmte Stelle bewirbt, generell einen höheren Lohn bekommen würde als eine Frau. Oder, dass in einem Betrieb eine Frau an derselben Maschine weniger Geld erhalten würde als ihr männlicher Kollege. Der wesentliche Grund für die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen beruhen bei Licht besehen aber nicht auf einer Geschlechterungerechtigkeit, sondern auf den unterschiedlichen Prioritäten, die Männer und Frauen in ihrem Berufsleben setzen.
In den regelmäßigen „Schreckensmeldungen“ über die Benachteiligung der Frauen in Lohnfragen wird beispielsweise festgestellt, dass eine Versicherungskauffrau nur 81 Prozent vom Einkommen ihrer männlichen Kollegen verdient, eine Köchin sogar nur 73 Prozent, eine Elektroingenieurin bekommt demnach 93,9 Prozent. Natürlich arbeiten die hier verglichenen Männer und Frauen aber nicht an derselben Stelle. Männer und Frauen für dieselbe Anstellung unterschiedlich zu bezahlen ist in Deutschland schon lange verboten. Bezahlt wird die angetretene Stelle hierzulande natürlich unabhängig vom Geschlecht des Arbeitnehmers.
Allerdings zeigen Studien, dass Frauen nicht so gerne Schichtarbeit machen und deshalb weniger Zulagen für Nacht- oder Feiertagsarbeit erhalten. Frauen sind auch lieber in kleineren Firmen tätig, die zumeist weniger bezahlen als große Unternehmen. Vielen Frauen liegt nicht so viel an ihrer Karriere, weshalb sie sich nicht so intensiv nach neuen, besser bezahlten Arbeitsplätzen umsehen wie Männer. Viele Frauen legen mehr Wert auf ihre Freizeitgestaltung, weshalb sie weniger häufig in zeitintensive Leitungspositionen streben als Männer. Die Lohndifferenzen beruhen auch darauf, dass Frauen und Männer unterschiedliche Berufe bevorzugen. – Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen hat viel weniger als in den Schlagzeilen unterstellt mit Diskriminierung von Frauen zu tun, sondern weit eher mit unterschiedlichen Präferenzen von Männern und Frauen im Berufsleben.
Vor Gott gilt: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Galater 3, 28) Michael Kotsch

zeit.de
Wenn die Frau weniger verdient als der Mann: Neue Studien zeigen die…

Christen lehnen islamisch motivierte Terroranschläge ebenso ab, wie antiislamische Gewalttaten.

Terroranschläge islamischer Extremisten gehören zwischenzeitlich in vielen Ländern der Welt leider zum Alltag. Zumeist richten sich diese Anschläge gegen andere Muslime, die aus Sicht der Täter zu liberal denken oder handeln. Immer wieder sind aber auch Andersgläubige, beispielsweise Christen, Hindus oder Buddhisten, von den Gewalttaten betroffen. Jeder sollte angesichts dieser Gräuel das deutliche innerislamische Gewaltpotential zur Kenntnis nehmen. Weil Mohammed selbst seinen Glauben mit Kriegen verbreitet hat und auch im Koran den Einsatz von Gewalt für religiöse Zwecke rechtfertigt, können sich islamische Attentäter bis heute auf diese Legitimation berufen.
Solche religiös motivierte Gewalt führt häufig zu ebenso falschen Reaktionen. Zwischenzeitlich hat sich leider bei vielen Menschen westlicher Gesellschaften ein regelrechter Islamhass etabliert. Jüngstes Beispiel für diese Entwicklung ist das Massaker an 49 Muslimen in Christchurch / Neuseeland (15.3.2019). Vermutlich mehrere Täter hatten wahllos auf Muslime geschossen, die friedlich in der Moschee beteten. Diese Gewalttat wirkt umso absurder, weil in Neuseeland insgesamt nur 50 000 Muslime leben, etwa 1% der Bevölkerung. Von einer wie auch immer gedachten „Gefährdung“ der neuseeländischen Gesellschaft durch den Islam kann hier also keine Rede sein. – Ganz sicher wird dieser Anschlag jetzt aber manchen islamischen Extremisten als Rechtfertigung ihrer eigenen Gewalttaten herhalten müssen.
Christen lehnen islamisch motivierte Terroranschläge ebenso ab, wie antiislamische Gewalttaten. Christen wissen sich von Jesus aufgefordert, sogar ihre Feinde und erst recht Andersgläubige zu lieben; auch wenn sie deren Überzeugungen nicht teilen. „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, …“ (Matthäus 5, 44) Christen begegnen ihren „Gegnern“ nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12, 21) Michael Kotsch

Keine Kinder mehr?

Eine aktuelle Meinungsumfrage des britischen „YouGov- Instituts“ scheint zu bestätigen, was linksorientierte Politiker schon seit Jahren proklamieren: Kinder schaden der Karriere. Demnach sollen 20% der befragten Paare angegeben haben, dass sie sich im Nachhinein gegen Kinder entschieden hätten, wenn sie noch einmal vor diese Entscheidung gestellt würden. Vor allem, deshalb, weil sie durch die Kinder in ihrer Selbstverwirklichung und ihrer beruflichen Karriere behindert worden seien. – Soweit diese durchaus nachvollziehbare Meinungsumfrage. Bei der Interpretation der Daten fallen die Kommentatoren aber ganz schnell in ihre altgewohnten gesellschaftspolitischen Klischees. Demnach brauche es natürlich mehr Geld vom Staat, mehr Angebote zur Entlastung von Frauen und vor allem mehr Kindergartenplätze ab dem ersten Lebensjahr usw.
Nur selten gelingt es allerdings bei einer solchen Meinungsumfrage auch die vorsätzlich ausgeklammerten Aspekte zu berücksichtigen: Weiterlesen

Schauspieler

„Wir sind so gewöhnt, uns vor andren zu verstellen, dass wir uns am Ende vor uns selbst verstellen.“ François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 – 1680)
Schon vor hunderten von Jahren waren Menschen sehr daran interessiert von ihrer Umgebung geachtet, gefürchtet oder verehrt zu werden. In einer Zeit einfacher medialer Vermarktung hat sich dieser Trend massiv beschleunigt. Zahlreiche Ratgeber und Seminare coachen für eine effektive Selbstvermarktung. Wer über das entsprechende Kleingeld verfügt, leistet sich auch einen eigenen Imagespezialisten, der aufzeigt, wie man seine Umwelt am effektivsten hinters Licht führen kann.
Selbst die vielbeworbene Authentizität wird heute professionell nachgespielt: eine weiche Stimme, ein schiefer Blick, sowie ein paar scheinbar persönliche Informationen und schon haben viele Zuhörer den Eindruck, einen ganz besonders „echten“ Menschen vor sich zu haben; auch wenn sie ihn bei Licht besehen kaum kennen.
Mancher ist mit den Jahren so sehr in seine selbstgewählte Rolle verliebt, dass er sie für sein wahres Leben hält. Irgendwann glaubt so eine Person tatsächlich an die eigene Brillanz, Schönheit oder Leistungsfähigkeit. Wer dieser Selbstinszenierung gefährlich werden kann, wird konsequent ausgeblendet oder weitest möglich zum Schweigen gebracht.
Solche Verstellungen können jeden Bereich des Lebens betreffen: Freundschaften, die Ehe, das Berufsleben und natürlich auch den Glauben. Manche Christen sehen hier nur noch was sie sehen wollen. Längst haben sie sich von jedem Aspekt der Selbstkritik verabschiedet. Man ist einfach geisterfüllt, wissenschaftlich oder bibeltreu. Die mühsam errichtete Kulisse wird dann häufig mit der Realität verwechselt. Man übersieht geflissentlich die gefakten Heilungen und billige Erklärungen, die eigene Abhängigkeit vom Zeitgeist oder der eigenen Erziehung, bzw. das Fehlen stichhaltiger biblischer Belege.
Gott kennt ein hartes Wort für solches Verhalten: Heuchelei. Das wird in der Bibel als ziemlich schlimmes Fehlverhalten verurteilt. Damit versucht man nicht nur andere Menschen zu belügen, irgendwie meint man auch Gott etwas vormachen zu können. Besonders tragisch ist bei solcher Schauspielerei die Gefahr massiver Selbsttäuschung. Im Laufe der Jahre wird man unfähig zur realistischen Selbsteinschätzung. Damit schwindet natürlich auch die Möglichkeit Schuld einzusehen oder echte Korrektur vorzunehmen. Irgendwann glaubt der Betreffende, die Welt sei wirklich, wie er sie sich zurechtgebogen hat. Die Realität und Gott lassen sich davon allerdings nicht beeindrucken.
Deshalb gilt besonders für Christen, sei ehrlich und offen jedem Menschen und besonders Gott gegenüber!
„Weh euch, […] ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch scheinen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! So auch ihr: Von außen scheint ihr vor den Menschen gerecht, aber innen seid ihr voller Heuchelei und missachtet die Ordnungen Gottes.“ (Matthäus 23, 27)
Michael Kotsch

Aus den Medien: Das Zeug scheint harmlos, aber ihr habt alle keine Ahnung

Ich bin auf einen ausgezeichneten Artikel zum Cannabis-Konsum hingewiesen worden (Hört auf, Cannabis zu rauchen; NZZ am Sonntag vom 7.12.2018).

Der Einstieg

Zuerst liess ich mich nur einladen. Und auch das nur an Samstagen. Doch allmählich kamen die Sonntage dazu. Dann fing ich an, kleinere Mengen zu kaufen. Allmählich kam die Lust, auch an Wochentagen zu konsumieren, aber vorerst nur nach Einbruch der Dunkelheit. Bald fing ich an, mich schon ab Mittag auf die Abende zu freuen. Dann erweiterte ich den Begriff Abend auf den mittleren Nachmittag.

Ein paar Monate später sass ich bereits ab und an mit einem Spliff beim Frühstück und grinste mit geröteten Augen meine Freundin an. Aber hey, mein Leben lief erfolgreich und easy, ich fand sogar: genau deswegen. Schreiben und Haschisch? Als wäre das Gehirn mit Nähmaschinenöl abgefüllt. Ich schrieb Sätze, die mir unbekifft nie eingefallen wären. Auch Pingpong klappte exzellent.

Weg zur Problemverdrängung

Gab es ein Problem, dann rauchte ich erst mal einen. Rauchen, relaxen und in aller Ruhe darüber nachdenken. Das funktioniert. Man fühlt sich wie ein Einäugiger unter Blinden. Blöderweise denkt man immer häufiger in aller Ruhe nach und raucht noch zwei dazu. Man wird auch richtig gut darin, die ungelösten Probleme zu verdrängen.

Die Folgen

Anfangs geht es ums Öffnen, um den Spass, um Austausch und Magie. Aber eines Tages stellst du fest, dass du von der Welt nichts mehr wissen willst. Dass du nicht mehr einschlafen kannst, wenn in der Schatulle keine Krümel liegen und der letzte Joint zu schwach war.

Haschisch ist keine Droge, die dich zügig ruiniert. Man kann damit über Jahrzehnte funktionieren, aber die Gefahr im Hintergrund wächst. Und sie ist subtil, denn du spürst das Messer nicht, in das du läufst. … Du bist wie ein Pfeil, der im Kreis fliegt, weil deine Ziele verschwinden. … Lässt die Wirkung der Hormone nach, fällt der Level in den Keller, und du musst dich wieder hochrauchen.

Die Besinnung

Entweder leitet man selbst Gegenmassnahmen ein – oder sie werden eingeleitet. Sei es durch eine Psychose oder durch die Tatsache, dass man sich nicht mehr zum Briefkasten traut. Oder durch eine grosse Liebe, die für immer im Treppenhaus verschwindet.

Tagelang, wochenlang, so tickt die Uhr auf Haschisch. Du schiebst Entscheidungen wie Bugwellen vor dir her. … Wer regelmässig kifft, wird zur Mumie, eingewickelt in Hanf. Nichts kommt mehr wirklich ran. Das Manko wird durch ein reflexhaftes, dämliches Grinsen kaschiert.

Sehr deutlich zeigt dieser Zeuge auf, worum es geht: Die Wirklichkeit auf Ärmellänge halten und vor ihr zu flüchten.
https://hanniel.ch/2019/02/24/aus-den-medien-das-zeug-scheint-harmlos-aber-ihr-habt-alle-keine-ahnung/

Theologie ist eine harmlose Angelegenheit geworden

Heute haben wir es mit einer Dialoginflation zu tun. Man will mit jedem und möglichst allen „ins Gespräch kommen“. Theologie muss relational und kommunikativ sein. Der Gegenstand, über den wir sprechen, ist nicht so wichtig, die Beziehung, die wir im Dialog eingehen, ist wichtiger. Der Dialog unserer Tage dient nicht der Wahrheit, sondern der Gemeinschaft. Diese gemeinschaftssuchenden Dialoge gehen von einer Kirchengemeinschaft zur anderen, von einer Religionsgemeinschaft zur anderen. Zugleich entstehen wahrheitssuchende Dispute in allen Kirchen und in allen Religionen zwischen Konservativen und Progressiven, zwischen Fundamentalisten und Modernisten. Warum sind die gemeinschaftssuchenden Dialoge und die wahrheitssuchenden Dispute getrennt? Warum gehen Gemeinschaft und Wahrheit nicht zusammen?
Es gibt einen flachen Witz über die moderne Philosophie der Kommunikation: Ein Reisender ist in einer fremden Stadt. Er fragt einen, der ihm begegnet: „Wissen Sie, wo es zum Bahnhof geht?“ Der antwortet: „Das weiß ich auch nicht, aber ich freue mich, dass wir ins Gespräch gekommen sind.“ Es ist kein Wunder, dass es in der Theologie still geworden ist. Ich erinnere noch die heftigen Dispute über „Entmythologisierung“ oder „feministische Theologie“, um nur zwei zu nennen. Heute sind Theologen friedlich geworden. Es gibt kaum noch Streit. Die Öffentlichkeit nimmt kaum noch Notiz. „Wissenschaftliche Theologie“ hat die Kirchen verlassen und konzentriert sich auf Anerkennung im Haus der Wissenschaften. Dogmatik geht zur Religionsphilosophie über. In früheren Zeiten klagten die Leute über die Streitlust der Theologen, die rabies theologorum. Heute ist Theologie eine harmlose Angelegenheit geworden. Ist das nicht gut so? Nein! Wir müssen wieder lernen. Ja oder Nein zu sagen. Ein Streit kann mehr Wahrheit enthalten als ein toleranter Dialog.
Christliche Erneuerungen in schwierigen Zeiten, 2019, S. 14–16

Jürgen Moltmann: Theologie ist eine harmlose Angelegenheit geworden

Alleine leben

Der Mensch ist ein „zoon politikon“, ein Gemeinschaftswesen, wie bereits der antike griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v.Chr.) zutreffend feststellte. Ohne Gemeinschaft kann der Mensch kaum vernünftig überleben. In einer vollkommen individualisierten Welt, in der sich jeder selbst für den Nabel der Welt oder den Mittelpunkt des Universums hält, in der jede Werbung einem suggeriert, dass alles nach dem eigenen Willen und für das eigene Wohl zu geschehen habe, da scheint diese gottgewollte Lebensweise des Menschen zu kippen. Die Zahlen sprechen diesbezüglich eine eindeutige Sprache, wie neuste Statistiken belegen.
Einer aktuellen Erhebung entsprechend waren 2018 57 % aller Haushalte in Regensburg Einpersonenhaushalte. Damit nimmt die bayrische Stadt einen absoluten Spitzenplatz ein. Im Bundesdurchschnitt gab es „lediglich“ 38 % Singlehaushalte. Gerade noch in 32 % der Haushalte leben Kinder. Ganz offensichtlich bahnt sich hier eine drastische Veränderung der Gesellschaft an, in der ein auf sich selbst zentrierter, kinderloser Lebensstil zum Topmodell avanciert.
Wirklich glücklich scheint sich der postmoderne Mensch zwischenzeitlich aber weder in Gemeinschaft noch alleine zu fühlen. Auf der einen Seite sucht er nach anderen Menschen, vorzugsweise Gleichgesinnten; besser noch Verehrern oder Followern. Andererseits will sich der selbstzentrierte Mensch nicht wirklich dauerhaft mit anderen Personen abgeben, die ihn schnell nerven oder zu ungewollten Zugeständnissen bezüglich seiner Tagesplanung drängen. Die passende Selbstvermarktung scheint häufig wichtiger als der wirklich interessierte Blick auf den Anderen. Epidemisch breiten sich bei dieser Lebensweise allerdings psychische Erkrankungen, Selbstzweifel, Einsamkeit und eine gern verdrängte Sinnlosigkeit aus.
Christen können hier mit gelingenden Partnerschaften und lebendigen Gemeinden vorbildliche Akzente für gemeinschaftliches Leben setzen, das dem Menschen in seinem von Gott angelegtem Wesen entspricht. Ganz offensichtlich hat Gott den Menschen nicht als isoliertes Einzelwesen, sondern für die Gemeinschaft geschaffen, Gemeinschaft mit ihm und mit anderen Personen.
„Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei …“ (1Mose 2, 18)
„Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn nun der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib!, gehört er deshalb etwa nicht zum Leib?“ (1Kor 12, 12-15) Miachel Kotsch

Mondfinsternis

Wort und Wissens Foto.
Wort und Wissens Foto.
Ein faszinierendes Naturschauspiel: Mondfinsternis vom 21. Januar
Mond- und Sonnenfinsternisse sind relativ selten, weil sich Erd- und Mondbahn nicht genau in einer Ebene befinden. Nur ab und zu stehen Erde, Mond und Sonne bei Neumond oder Vollmond genau genug in einer Ebene. Dann kommt es zu einer Sonnen- oder Mondfinsternis. Der Erdschatten ist mehr als groß genug, um den ganzen Mond abzudunkeln. Bei totalen Sonnenfinsternissen reicht die relative Größe des Mondes meist knapp aus, um die Sonne gerade noch komplett zu bedecken. Im Durchschnitt sind die relativen Größen von Sonne und Mond aus unserer Perspektive fast völlig identisch – nur ein großer Zufall? (Wegen der elliptischen Bahnen schwanken die relativen Größen.)
Die beiden Bilder wurden uns freundlicherweise von Winfried Borlinghaus zur Verfügung gestellt. Wort und Wissen Beitrag.