1Petrus 1,2 die Gott, der Vater, ausersehen hat durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden!

In Vers 1 haben wir die irdische Stellung der Gläubigen, an die Petrus schreibt, gesehen, in Vers 2 sehen wir nun ihre geistliche.
Mit diesen Worten legt Petrus das theologische Fundament für sein seelsorgerliches Schreiben. Gott der Vater hat die Adressaten in seiner Gnade erwählt, und „Gott der Geist“ hat sie durch das sühnende Blut „ausersehen“ „Ausersehen“ bedeutet soviel wie „sorgen für“, „achten auf“. Derselbe Begriff ist in 1. Petr 1,20 für Christus gebraucht, der bereits vor der Schöpfung der Welt vom Vater „ausersehen“ wurde. Doch der Vater kannte nicht nur die Zukunft seines Sohnes; er kannte ihn selbst ganz und gar. So wie Christus hat Gott auch alle die „ausersehen“, auf die er (aus Gnade, nicht wegen ihrer Verdienste) geblickt hat. Einst konnte sich allerdings nur das Volk Israel als „auserwählt“ betrachten und diesen Ehrentitel für sich in Anspruch nehmen. Es ist nicht verwunderlich, daß diejenigen, die von Gott ausersehen wurden, Fremdlinge (parepidemois; das Wort drückt sowohl eine fremde Nationalität als auch das Vorübergehende der weltlichen Zugehörigkeit der Christen aus; vgl. 1. Petr 2,11) in der Welt sind. Weiterlesen

1 Petrus 1,1 ein Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge, die verstreut wohnen in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien,

Der Schreiber Petrus eröffnet den Brief entsprechend der Gepflogenheit seiner Zeit mit seiner Signatur. So nennt er seinen Dienstnamen gleich am Anfang dieses Briefes und weist damit weg von seiner Person und hin auf seinen Dienstauftrag. Seine Vollmacht ist nicht in ihm selbst begründet, sondern eben in dem Dienst, zu dem ihn Jesus Christus selbst berufen hat. Das kommt auch deutlichst in der knappen Beifügung zum Ausdruck: „ein Apostel Jesu Christi“. Jesus Christus selbst hat ihn zum Apostel berufen (vgl. Mk 3,14; Apg 1,2). „Petrus“ ist sein Dienstauftrag, „Apostel« seine Dienstbezeichnung“. „Apostel“ ist ein einmaliges, unwiederholbares Amt, gemeindegründend (vgl. Eph 2,20), in das Jesus seine zwölf Jünger berufen hatte (vgl. Mt 10,2; Mk 3,14. Petrus schreibt diesen Brief in seiner ganzen apostolischen Vollmacht. Die Signatur Petrus kalkuliert im voraus eine breitere Zuhörerschaft als nur jüdische Gläubige. Dies wird vielleicht durch seine Anspielungen auf die Leser, d.h. auf solche, deren Vergangenheit als „eure Unwissenheit“ (1,14) bezeichnet wird, gestützt. Zu dieser Zeit waren sie „nicht ein Volk“ (2,10), sondern übten heidnische Praktiken aus, von denen sie nun befreit worden waren (4,3.4), durch ihre Bekehrung sind sie Kinder Abrahams „geworden“
Schon in den ersten tröstenden und ermutigenden Worten des Briefes kommt die zutiefst seelsorgerliche Intention des ganzen Schreibens zum Ausdruck. Gott hat die Christen nicht nach den Gesetzen des Zufalls oder nach menschlichem Ermessen zu seinen Auserwählten (vgl. 1. Petr 2,9) gemacht, sondern nach seiner souveränen, unbedingten Gnadenwahl. Die Erwählung ist Teil seines vorherbestimmten Planes. Sie gründet sich nicht auf das Verdienst derer, die erwählt sind, sondern allein auf die Gnade und Liebe Gottes, die ihnen von Anbeginn der Welt an galten. Weiterlesen

1Petrus 1,24 Denn „alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt und die Blume abgefallen; 1Petrus 1,25 aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit“ (Jesaja 40,6-8). Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist.

Petrus verwendet hier eine höchst anschauliche Illustration aus Jesaja 40 und legt sie den Gläubigen vor, die durch die souveräne Hand Gottes wie Samen zerstreut worden waren. Die kurze und übergangsmäßige Eigenschaft des natürlichen Lebens wird hier als verdorrendes Gras dargestellt. Dieses Leben ist einem kurzen Tag zu vergleichen. In Ps 90,6 heiß es: „Morgens blüht es und sproßt auf; am Abend wird es abgemäht und verdorrt“. Die gleichen Winde und Regen sowie die versengende Hitze legen sich über den guten wie auch den fleischlichen Samen.
Mit dem Ausdruck alles Fleisch sind alle Menschen gemeint. „Fleisch“ bezeichnet den natürlichen Menschen. Wie groß erscheint der Mensch mit seiner Macht und Weisheit, mit seiner Kultur und Wissenschaft! Und doch ist das alles nur „Fleisch“, auch in seinen schönsten und edelsten Blüten. Und dessen Schicksal ist gekennzeichnet durch die Worte: verdorrt ist das Gras und die Blume ist abgefallen. Die Vergangenheitsform besagt: Das ist nicht nur Vorhersage der Zukunft, sondern millionenfache Erfahrung. Weiterlesen

1.Petrus 1,23 Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt

“Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen“
Und wieder führt Petrus seine Leser zurück zu ihrer Wiedergeburt, diesmal zum Samen dieser Wiedergeburt, nämlich zum „Wort Gottes“. Die Wiedergeburt wird nicht durch „vergänglichen Samen“ hervorgebracht, d.h. nicht auf dieselbe Weise wie eine leibliche Geburt. Das menschliche Leben entsteht durch Samen, die den physikalischen Gesetzen von Tod und Verwesung gehorchen. Das leibliche Leben, das hervorgebracht wird, hat die gleiche Qualität wie der Same, aus dem es entsprang: Es hat nur zeitweiligen Charakter. Die Wiedergeburt wird „durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ hervorgebracht. Wenn Menschen die Bibel lesen oder zuhören, wenn sie vorgelesen wird, werden sie von ihren Sünden überführt, überzeugt, daß Christus der einzige und ausreichende Erretter ist und zu Gott bekehrt. Niemand wird je errettet, ohne daß das unvergängliche Wort Gottes daran Anteil hat. Im ersten Kapitel finden wir drei unvergängliche Dinge ein unvergängliches Erbe (V. 4), eine unvergängliche Erlösung (V. 18. 19) und ein unvergängliches Wort, durch das wir wiedergeboren werden (V. 23).
Der Apostel Petrus vergleicht das natürliche Leben mit dem geistlichen Leben – und er stellt fest, daß bei beiden die Geburt die Tür zum Leben ist.“ Man könnte auch sagen: Es sei denn, daß jemand natürlich geboren ist, so kann er das Reich der Natur nicht sehen.“ Analog dazu erklärt Jesus in Johannes 3, 3: „Es sei denn, jemand ist von neuem geboren, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Niemand lebt, der nicht geboren ist. Das gilt auch für das geistliche Leben. Demnach kann nur der ein Christ sein, der einmal zu diesem christlichen, geistlichen Leben geboren wurde. Bei aller Gleichheit zwischen der ersten und zweiten Geburt besteht dennoch ein entscheidender Unterschied. Jeder natürliche Mensch ist vom ersten Augenblick an zum Sterben geboren. Das nennt Petrus „aus vergänglichem Samen geboren“. Aber durch den unvergänglichen Samen, durch den ein Mensch die neue Geburt erlebt, wird man nicht zum Tod geboren, sondern zum göttlichen und damit zum unsterblichen Leben. Weiterlesen

1Petr 1,22 Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen.

Nicht durch religiöse Dressur und Willenskraft entsteht also ein heiliges und moralisches Leben, sondern durch die Kraft der Wiedergeburt, in der Gott von Seiner göttlichen Natur ins Herz eines Menschen gibt. Das heißt: Die Wiedergeburt ist Gottes große Befreiung für den Menschen von seinen Bindungen, von seinen Lastern, von seiner Sündhaftigkeit, von seiner Leidenschaft. Der Schlüssel ist also das verwandelte Leben – die „neue Kreatur“ (2. Korinther 5,17). Nehmen wir das Stichwort „Bruderliebe“: Da lautet die Botschaft des Apostel Petrus: Habt Bruderliebe, denn ihr seid wiedergeboren, ihr seid frei dazu geworden.
Beim Lesen dieser Mut machenden Worte entdecken wir drei Faktoren, die gegenseitige Unterstützung ermöglichen: erstens Gehorsam der Wahrheit gegenüber, zweitens Reinheit der Seele und drittens das Fehlen jeglicher Heuchelei. Gehorsam der Wahrheit gegenüber bedeutet, dass wir andere nicht durch die verzerrenden Brillengläser unserer eigenen Voreingenommenheit betrachten müssen. Wir können sie so sehen, wie Gott sie sieht, und so lieben, wie er sie liebt. Das hat einen reinigenden Effekt auf uns. Wir werden nicht nur von einer eingeengten Perspektive befreit, sondern auch von Vorurteilen, Antipathien und Groll. Eine solche Reinheit der Seele ermöglicht es uns. Andere aufrichtig und ohne jede Heuchelei zu lieben. Sie macht uns nicht blind für die Fehler anderen sondern lässt uns großzügig darüber hinwegsehen. Der Klebstoff, das verbindende Element, das alles zusammenhält, ist Liebe: „Liebt einander nun auch von ganzem Herzen!“ Petrus meint hier eine starke, emotionsgetragene, leidenschaftliche Verbindlichkeit, die in unserer modernen Übersetzung nur schwer wiederzugeben ist. Das Neue Testament verwendet vor allem zwei griechische Wörter, um Liebe zu beschreiben, und Petrus benutzt hier beide. Das eine ist phileo, mit dem im Allgemeinen eine Bruder- oder Freundesliebe gemeint ist. Hier wird es im Zusammenhang der Liebe gebraucht, die den Brüdern und Schwestern gegenüber erwiesen werden soll. Der andere Begriff ist agape, eine höhere, göttlichere Form der Liebe. Petrus fordert seine Briefempfänger dazu auf, ihre Glaubensgeschwister mit dieser agape-Liebe zu lieben. Durch die Zusätze „aufrichtig“ und „von ganzem Herzen“ intensiviert er seine Aufforderung noch zusätzlich. Weiterlesen

1.Petrus 1,21 die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

An Gott glauben ist nicht dasselbe, wie an einen Gott glauben, was viele Menschen tun. Sie sind vollkommen überzeugt von dem Bestehen Gottes. Aber Gott ist nicht eine zeitlose Idee, eine höhere Macht, etwa die lebensbejahende Kraft in der Schöpfung. Er ist ein lebendiger Gott, der an einem bestimmten Punkt der Weltgeschichte gehandelt hat. Er hat die Ohnmacht des Gekreuzigten in Macht und Herrlichkeit verwandelt. In der Schöpfung kann der Mensch eine gewisse Erkenntnis Gottes erlangen. Er kann darin Seine ewige Kraft und Gottheit sehen (Röm 1,19). An den Wegen der Vorsehung Gottes, so wie wir sie sehen von dem Sündenfall bis Mose, können wir die Weisheit, Allmacht und Vorhersehung Gottes bewundern. In dem Gesetz vom Sinai können wir Gottes Gerechtigkeit und Gottes heilige Forderungen kennen lernen. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat Ihn kundgemacht (Joh 1,18). Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, konnte der Herr sagen (Joh 14,9). Er war „Gott, offenbart im Fleisch“ (1.Tim 3,16). Kein Mensch konnte oder kann Gott in Seiner absoluten Gottheit sehen (1.Tim 6,16). Darum wurde Jesus Mensch, damit wir auf diese Weise Gott kennen lernen könnten. Sein Kommen auf Erden offenbarte die Barmherzigkeit und Langmut Gottes.
der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt“
Die Auferweckung Jesu ist das Ja des Vaters zu seinem Sohn und damit auch das Ja zu uns, für die sich der Sohn geopfert hat. Die Auferstehung Jesu Christi ist der Beginn der neuen Schöpfung. Das wird mit dem Ausdruck „der … ihm die Herrlichkeit gegeben hat“ festgehalten. „Herrlichkeit“ ist die Macht, die Gottgleichheit des Christus, wie der Auferstandene zu seinen Jüngern sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18; vgl. auch Eph 1,18.22). Durch Jesus Christus, weil Gott durch ihn sieghaft und heilschaffend gehandelt hat, haben wir „Glauben und Hoffnung zu Gott“. So, wie Gott an Christus gehandelt hat, so wird er auch an und mit uns handeln: Er wird uns in diese Herrlichkeit hineinziehen. Durch Christus vertrauen wir Gott als unserem Vater und leben in der gewissen Hoffnung, dass er auch uns verherrlichen wird (vgl. Joh 17,24; Röm 5,12; Röm 8,17f.; 1. Kor 15,43; 2. Kor 4,17; Phil 3,21; Kol 3,4; 1. Thess 2,12).

1. Petrus 1,20 Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen,

“euretwillen“) Gottes Wort der Hoffnung ist unsretwegen Mensch geworden Zu den Worten der deutschen Sprache, die in der alltäglichen Rede wohl kaum mehr vorkommen, gehören „euretwegen-euretwillen“ und „unsretwegen“. Der dahinter stehende Gedanke scheint jedoch noch da: Menschen handeln immer wieder auch für Andere. Ein Vater sagt: „Das habe ich heute für euch (euretwegen) eingekauft und gekocht.“ Eine Frau sagt: „Für uns (unsretwegen) habe ich die Geschäftsunterlagen geordnet und präsentiere sie nun im Gespräch“. Feine Unterschiede sind im Vergleich herauszuhören: Was für Andere geschieht, geschieht nicht immer wegen der Anderen. Einmal ist das Ziel im Blick (eine Für-Sorge), das andere Mal die Ursache (eine Grund-Sorge). Irritierend werden wahrscheinlich die gewählten Beispiele wirken – wenig lebensnah und kaum alltagsvertraut. Sie sollen den Gedanken vorbereiten, dass auch Gott bei seiner Menschwerdung eine unerwartete Rolle einnahm, einen Positionswechsel vornahm – und dies nicht nur für uns, auch wegen uns. Handelt Gott (nur) für uns oder (auch) wegen uns? In der griechischen Originalsprache des Neuen Testaments gibt es eine strikte Unterscheidung zwischen einem Handeln „für“ (hyper) oder „wegen, aufgrund, weil“ (dia). Nicht bloßes Mitleid bewegt Gott in seinem Handeln für uns armselige Menschheit. Das gewiss auch. Tiefer jedoch reichen die Wurzeln des göttlichen Tuns. Es ist nicht bloß Gottes Anblick unserer Not, die ihn innerlich erschüttert und bewegt. Gott ist vielmehr durch sein Wissen um die gesamten Zusammenhänge in seiner Schöpfung zum Handeln motiviert. Wegen uns wird Gott Mensch – nicht nur für uns. Nicht erst Gottes Erleben der Sünde und ihrer grausamen Wirkungen in all den Zeiten der Menschheitsgeschichte lässt ihn handeln. Vor allen Zeiten ist Gott entschieden, uns ein Wort der Hoffnung zu sagen. „Präexistent“ – im Voraus zu jedem geschichtlichen Ereignis – ist Gottes Wille, sich uns als der zu zeigen, der er wesentlich ist. Das Weihnachtsereignis ist von Gott vor langer Zeit geplant worden – genauer: vor allen Zeiten. Immer schon wollte Gott so weit gehen und selbst Mensch werden – wegen uns. „Präexistent“ – vor aller Schöpfung – ist Gottes Mitteilungsbedürfnis. In Jesus, seinem Leben und seinem Leiden, ist das Wort Gottes über sich zu einer Menschengeschichte geworden.
„zuvor ersehen“ meint die ewigen Liebesgedanken Gottes zu unserer Rettung (vgl. zu V. 2). Gott war vor aller Zeit und sein Christus, „ehe der Welt Grund gelegt wurde“. Bevor Gott den Kosmos schuf, hat er schon seine Heilsgedanken beschlossen. Ebenso wird auch deutlich, dass Christus schon vor aller Zeit war (vgl. Joh 8,58; Kol 1,17). Er ist der ewige Gottessohn. Das stellvertretende Opfer des Sohnes war Gottes Heilsplan von Ewigkeit her. Vor aller Zeit hat Gott dieses Heil ausersehen; jetzt, in der Zeit, ist es offenbart, ist er, der Christus, erschienen und hat das Heil vollbracht. „Zeit“ meint hier die Dauer. Petrus charakterisiert die Zeit seit Christi Kommen als „Ende der Zeiten“, als letzte Zeit. Seit Jesu Geburt ist Endzeit in dem Sinne: Auf ihn ist alles zugelaufen. Er ist die Erfüllung. Das Ende allen Wartens. Das Letzte, die Vollendung hat begonnen. In Christus, ist das ganze Heil Gottes „offenbart“, enthüllt. Jetzt tritt klar zutage, was Gott mit dieser Welt, mit uns Menschen will: Er will retten, erlösen, vollenden. „Um euretwillen“ setzt Petrus betont hinzu.

1.Petrus 1,19 sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.

Woran erkennt man den Wert einer Ware? Das hängt davon ab, wie viel Zeit und Kraft ein Mensch eingesetzt hat, um sie zu produzieren. Manchmal hängt der Preis auch von der Nachfrage ab. Eine gewöhnliche Swatch ist billig. Aber als Sammelobjekt hat sie ihren Preis. Der Preis hängt auch vom Nutzen ab, den eine Ware für den Eigentümer einbringt. Nach diesem Grundsatz wird zum Beispiel die Miete einer Wohnung festgelegt Wie viel Wert ist das Blut Jesu? Petrus schreibt: Es ist teuer, es ist kostbar. Der Apostel Paulus erachtet alles andere als Schaden gegen den Wert der Gnade, die uns damit geschenkt ist. Fragt man die Leute auf der Strasse, erhält man sicher eine andere Antwort: Für die meisten Leute besitzt die Erlösung durch Jesus keinen Wert. Die Nachfrage ist gering. Das fordert uns Christen heraus. Das sieht aus, als hätte unser Glaube keinen praktischen Wert. Darum ist es gut sich hin und wieder die Frage zu stellen, inwiefern denn das Blut Jesu für uns so teuer ist? Neben Geldnoten gibt es auch bestimmte Dokumente und Wertpapiere, die im Alltag wichtig sind, weil sie uns den Zugang zu bestimmten Vorrechten verschaffen. Mit einem Pass kann man zum Beispiel in andere Länder verreisen. Mit einem Fahrausweis darf man Autofahren und mit einem Versicherungsnachweis ist man bei Krankheiten vor Geldsorgen geschützt. Was Jesu Erlösung am Kreuz für uns erbracht hat, kann mit einem solchen Dokument verglichen werden. Als Christ besitze ich bildhaft gesprochen solche Wertpapiere. Wenn ein Gläubiger je versucht sein sollte, sich wieder weltlichen Gelüsten und Vergnügungen zuzuwenden, weltliche Gewohnheiten und Verhaltensweisen anzunehmen, sich der Welt in ihren falschen Wegen anzupassen, dann sollte er sich daran erinnern, daß Christus sein „Blut“ vergossen hat, um ihn von dieser Art der Lebensführung zu befreien. Wenn wir in die Welt zurückkehren wollen, dann gehen wir zurück über die große Kluft. Über diese Kluft hat Jesus die Brücke teuer erkauft. Doch noch viel mehres wäre ausgesprochene Untreue gegenüber dem Heiland. „Wir sollten von der Größe des Opfers auf die Größe der Sünde zurückschließen. Dann sollten wir uns entschließen, nichts mehr mit dem zu tun zu haben, das das Leben des Sohnes Gottes gekostet hat.“ Weiterlesen

1. Petrus 1,18 denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise,

Ich bin davon überzeugt, dass sich der Krieg gegen die Welt in unserem Denken abspielt. Unsere Gehirne sind das Hauptziel der feindlichen Strategie. Wenn die Welt die Bogensehne spannt, sind unsere Gedanken die Mitte der Zielscheibe. Jeder Pfeil, von dem wir unser Denken anbohren lassen, vergiftet es letztendlich. Und wenn wir das lange genug hinnehmen, fangen wir an, so zu handeln, wie wir denken. Die dritte Methode, uns diesem Gift dieser Verführung durch die kosmos-Mentalität zu widersetzen, besteht deshalb daraus, uns ganz auf Jesus zu konzentrieren. Wir können uns bewusst vor Augen halten, was der Heiland für uns getan hat. Oder, um mit Petrus zu sprechen, „Denkt daran, was eure Zukunft den Heiland gekostet hat.“ Erstens hat uns Jesus nämlich aus der Sklaverei befreit, aus einem, sinn- und nutzlosen Leben.“ Ob es uns klar war oder nicht: wir hatten uns in ein Dasein verhakt, das nur leere Vergnügungen und Triebbefriedigungen zu bieten hatte. Wir waren machtlos gegen die Impulse, die von unserer sündigen Natur ausgingen. Wir waren Gefangene und konnten uns nicht aus eigener Kraft befreien. Es gab nur einen Ausweg aus der Sklaverei: Jemand musste uns freikaufen. Den Preis bezahlte Jesus, aber nicht mit Gold und Silber, sondern mit seinem eigenen Blut. Dadurch löste er die Fesseln, durch die wir an die Welt gekettet waren. Er öffnete die Tür und sagte: „Jetzt bist du frei. Jetzt kannst du für mich leben und mir dienen.“ Diese Befreiungsproklamation ermöglichte uns ein Leben der Hoffnung, jenseits der Versuchung. Weiterlesen

„Insider-Information“

Nichts verkauft sich so gut wie Prophezeiungen. Es ist wahr. Eine Gemeinde oder ein Missionswerk kann eine dämliche Theologie, einen komischen Leiter und unsinnig strikte Regeln haben, wenn sie jedoch ein paar Weltkarten, eine Schere und einen Stapel von Zeitungen, zusammen mit einem Prediger, der sich halbwegs gut ausdrücken kann, dann, so scheint es, werden die Menschen ihnen eimerweise Geld schicken.
Menschen fürchten sich vor dem Unbekannten und sie kennen die Zukunft nicht. So scheint es, dass irgendein alter Straßenhändler, der des Weges kommt und behauptet, dass er die Zukunft kennt, eine ganz schöne Gefolgschaft zusammentrommeln kann, wenn er klug genug ist, Gottes Unterschrift für seine Vorhersagen zu fälschen, indem er Bibelstellen wir ein Zirkuskünstler jongliert.
Aber eine Sache, über die wir uns im Klaren sein müssen, ist folgende: Bei der biblischen Prophetie geht es nicht um die Zukunft. Es geht darum, dass wir Jesus Christus erkennen.
Wenn Sie nach prophetischen Vorhersagen süchtig sind, dann händigen sie Ihren Verstand nur den selbst ernannten Boten Gottes aus, sodass sie ihn mit Erfindungen darüber füllen können, welcher besondere Despot tatsächlich der „König des Südens“ oder der „König des Nordens“, oder „das Tier“ oder „der falsche Prophet“ oder das zehnte „Horn“ ist. Es wird viel Spaß machen, sehr aufregend sein, und beinahe geistlich so nützlich sein, wie wenn man für den Rest seines Lebens Dungeons and Dragons (Kerker und Drache) spielt.
Oder Sie könnten von dem Apostel Petrus lernen. Der hatte einige Gedanken zur Prophetie – ihren Ursprung, ihren Wert und ihren Zweck. Er wusste, worum es dabei ging. Und er gab uns diese Informationen im 1. Petrusbrief weiter.
„10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist, 11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. 12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, – was auch die Engel begehren zu schauen.“ (1Pt 1,10-12).
Hier ist nun die „Insider-Information“ für uns, direkt von Petrus:
1. Der Geist Christi, der Heilige Geist, ist die Quelle der Prophetie (Offenbarung 19,10 sagt das Gleiche aus).
2. Der Zweck der Prophetie war die Vorhersage des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.
3. Wenn man das Evangelium gehört hat, hat man alles gehört, was es zum Thema Prophetie zu wissen gibt.
Und was hat Petrus von seinen Lesern, die diese Informationen erhielten, erwartet? Einfach dies: „Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.“ (V. 13).
Unseren Sinn auf die Gnade zu richten, bedeutet, dass man die „Wiedergeburt“ (V. 3) durch den Glauben auslebt, während wir „einander beständig lieben aus reinem Herzen“ (V. 22).