Gedanken zum Kreuzesgeschehen

Der Beitrag ist eine Antwort auf folgenden Artikel:
Karfreitag: Warum hing der Sohn Gottes am Kreuz?
http://www.aufnkaffee.net/2016/03/karfreitag-warum-hing-der-sohn-gottes-am-kreuz/
Dass die ersten Christen dafür bekannt waren, den Bedürftigen und Fremden Gutes zu tun, jedem mit Liebe zu begegnen und ihren Feinden bedingungslos zu vergeben, ist kein glückliches Nebenprodukt des Evangeliums.
1. Ein Denkfehler liegt bereits darin, dass angedeutet wird, dass „verschiedene Deutungen“ des Kreuzestodes im NT vorlägen. Dies ist aber irreführend. Vielmehr sind es unterschiedliche soteriologische und christologische Aspekte, die gleichzeitig das „eine“ Kreuzesereignis Christi beschreiben, wie Gott es wollte, dass es zu verstehen sei. Hier ist von Komplementarität zu reden, nicht von (möglicherweise unterstellten) Alternativen.
2. Die christologische Deutung des Kontextes von Jes. 53,5 erläutert, dass die Strafe (Gottes) auf „ihm“ (dem Gottesknecht – Jesus-Deutung vom NT her) liege, auf dass wir Frieden (mit Gott) hätten. Was „Strafe“ im Gottesknechtslied ist, ist gewiss von Anselms Lösungsansatz her unterschieden zu deuten. Doch den „Strafe-Gedanken“ des Kreuzestodes Jesu ausblenden zu wollen, ist soteriologisch fragwürdig. Das lässt sich sühne- und opfer-theologisch vom AT her näher bestimmen, erweitert durch Offenbarungen Gottes dazu im NT.
3. Die „Sühne“ lediglich als Illustration damaliger jüdischer Opfervorstellungen des kultischen Opferbetriebs zu sehen, ist ungenügend und – wie es im Text klingt – abwertend. Der AT-Opfergedanke (Stellvertretung, Sühne, Sündenvergebung, Blut etc.) in seinen Facetten ist zentral notwendig, das Kreuzesgeschehen im NT zu begreifen (Joh. 3,14-18.36 – erhöhte Schlange; Hebräerbrief, z.B. Kap. 9 usw.).
4. Christus trägt die „Sünde“ der Welt ans Kreuz, erleidet den Fluch (des mosaischen Gesetzes) und die Gottverlassenheit des am Holz Gekreuzigten stellvertretend für Sünder (Röm. 5 usw.).
5. Den Akzent darauf zu legen, dass es beim Kreuzesgeschehen um das Plädoyer für Gewaltlosigkeit oder um eine Zeichenhandlung der Feindesliebe als Vorbild „für uns“ gehe, ist neu-theologisch ausgedacht worden, aber kaum biblisch-theologisch plausibel. Das ist „Möchte-Gern-Theologie“, nicht besser als Anselm verdrehte Satisfaktionstheorie.
6. Die Liebe Gottes gibt den Sohn am Kreuz hin, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Joh. 3,14-16). Das Kreuz Christi demonstriert die Liebe Gottes zur verlorenen Welt (kosmos). Wer der Liebesdemonstration Gottes in Jesus glaubt, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht (Joh. 5,24). Wer nicht an den Sohn glaubt, BLEIBT unter dem Zorn Gottes (und kommt ins Gericht Gottes). Ob paulinisch oder johanneisch oder lukanisch etc., wie auch immer, das soteriologische Ergebnis der Kreuzigung Jesu ist insgesamt das Gleiche, jeweils unterschiedlich akzentuiert.
7. Anselms Satisfaktionslehre muss man in wesentlichen Gesichtspunkten kritisieren. Luther, Calvin und andere seit dem haben es sinnvoll getan und Alternativdeutungen des biblischen Befundes vorgestellt. Doch die hier im Artikel vorgetragene Lösung überzeugt in den wesentlichen theologisch substantiellen Behauptungen nicht. Die theologiegeschichtlich relevanten Grundlagen dieser hier vertretenen Gedanken erwachsen teilweise aus den liberal-theologischen Theologien des 19. und 20. Jahrhunderts heraus. Sie tragen aber nicht wirklich durch, den „Karfreitag“ zu verstehen. Damit kann man weder richtig leben, noch richtig sterben (Heidelberger Katechismus, Fr. 1). Und ob theologisch etwas „heutzutage intuitiv einleuchtet oder nicht“, das spielt letztlich entscheidend keine Rolle in der christlichen Lehrbildung. Solche Überlegungen gehören vielleicht in den Bereich der Vermittlung des Evangeliums (praktische Theologie, Predigtlehre, Seelsorge), sie sind jedoch dogmatisch geurteilt kein Kriterium zur Urteilsbildung, was denn nun der Kreuzestod Jesu bedeutet und was nicht (vgl. z.B. Reinhard Slenczka, Kirchliche Entscheidung in theologischer Verantwortung, Göttingen 1991)
Gottfried Sommer

Jesus Christus ist auferstanden

„Man schämt sich tief, wenn man sich vor Augen hält, wie kümmerlich wenig wir mit diesem ‚Jesus Christus ist auferstanden’, mit der Osterbotschaft also, anzufangen wissen. Man schämt sich für sich selbst, wie wenig man doch dieser Botschaft gewachsen ist: mit dem Kopf nicht und mit dem Herzen und Gewissen erst recht nicht und mit seinem Leben schon gar nicht.
Man könnte freilich auch fast erschrecken, wenn man sich vorstellte, wie es wäre, wenn das plötzlich auskäme und bekannt würde. (…) Wenn sich das auf einer unserer Großbanken etwa kurz vor Büroschluß auf einmal in seinem wahren Sinn herumspräche vom Direktorszimmer bis zu den Schaltern für das Publikum! (…) Wenn in einer Pfarrer-Konferenz – vielleicht in der Woche nach Ostern, wenn sie alle begreiflicherweise etwas müde und etwas zum Unglauben geneigt sind – jemand durchs offene Fenster von außen dieses Wort hereinriefe! (…) Wenn … aber der Leser mag sich weitere Situationen (und seine eigene) selbst ausmalen. Wenn er dann nicht ein wenig erschrickt, so kann es nur eben daran liegen, daß er das Wort noch nicht verstanden hat und darum seine wirklich revolutionäre Bedeutung für das menschliche Leben nicht zu ermessen weiß. (…) ‚Jesus Christus ist auferstanden’ heißt nämlich: ‚Das Alte ist vergangen, siehe da, es wurde zu einem Neuen’ [2. Kor. 5, 17]. Nicht, wie es jedes Jahr wieder Frühling wird. Nicht, wie wir jeden Morgen zu einem neuen Tag erwachen. Nicht, wie es nach bösen Zeiten (wenigstens manchmal) auch wieder besser zu gehen pflegt. Und nicht, wie wir nach Kummertagen auch wieder ein wenig Mut schöpfen mögen. Da vergeht ja das Alte nicht, da wird es ja nicht zu einem Neuen. Das sind ja bekanntlich nur Teilstrecken in einem großen Kreislauf. ‚Jesus Christus ist auferstanden’ bedeutet aber eine endgültige und gänzliche Veränderung aller Dinge infolge dessen, daß sie in ein ganz neues Licht gekommen sind.
Ich nenne ein paar von den Dingen, die im Lichte der Auferstehung Jesu Christi endgültig und gänzlich verändert sind: Was wir das Böse nennen, hat wie eine Wespe, nachdem sie einmal gestochen hat, von da an keine Macht mehr. (…) Der Tod? Hier muß man das Stärkste sagen, wenn man es recht sagen will: In der Auferstehung Jesu Christi ist es besiegelt, daß wir schon gestorben sind [vgl. Kol. 3, 3] und daß das Sterben, das wir noch vor uns haben, nur die Bestätigung sein wird, daß alle Verlegenheit und Bitterkeit, alle Finsternis des Todes schon erledigt ist und hinter uns liegt. (…)
Vielleicht hat uns die Nachricht noch nicht richtig erreicht, vielleicht glauben wir sie noch nicht. Jedenfalls haben wir noch nicht realisiert, was geschehen ist. Und so leben wir weiter, als wäre nichts geschehen. Was sind wir für kuriose Leute! (…)
Gesucht sind ein paar fröhliche Christen und ein paar fröhliche Weltkinder, (…) die also ohne Angst, daß jene Veränderung wahr sein könnte, realisieren wollen, was damit geschehen ist. Die böse Zeit, in der wir leben, hat ein paar solche Menschen nötig, die für das Licht der ‚Sonne der Gerechtigkeit’ [Mal. 3, 20], wie Jesus Christus in alten Tagen genannt wurde, dankbar sein, die in diesem Licht leben und dieses Lichtes Zeugen sein mögen.“
Aus: Karl Barth, Jesus Christus ist auferstanden (Ostern 1947), in: ders., Predigten 1935-1952, hrsg. von Hartmut Spieker und Hinrich Stoevesandt (Gesamtausgabe Abt. I), Zürich 1996, 451-455. http://www.reformiert-info.de/1802-0-84-9.html Barbara Schenck

Karfreitag

Am Karfreitag unter dem Kreuz Jesu wurde nach dem Bericht des Matthäus nicht (wie etwa in der „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach) gesungen und gebetet. Es ist überhaupt eine ernste Frage: Verliert nicht – wenn die Leidensgeschichte in erhabene Musik gesetzt wird – sie recht eigentlich ihren leidvollen, tödlichen Ernst. Jesus hat am Kreuz nicht gesungen. Er hat nicht in bewegende Choräle eingestimmt. Und er hat keinen malerischen Anblick geboten. Vielmehr ist in der Leidensgeschichte Jesu nach Matthäus zweimal ein gellender Schrei zu hören. Und ein Mensch ist in einem grauenhaften Sterben zu sehen.
Manfred Hausmann, Dichter und reformierter Laienprediger (* 10. September 1898 in Kassel; † 6. August 1986 in Bremen)

ER allein

Das Wort von der Versöhnung
In den letzten Jahren hat eine zunehmende Verunsicherung im Blick auf die Inhalte der Passionsgeschichte um sich gegriffen. Was bedeuten für den autonomen Menschen rituelle Vorstellungen wie Blutopfer, Sühnemahl, Lösegeld? Und was soll das für ein grausamer und rachsüchtiger Gott sein, der nur zu versöhnen ist, wenn er Blut fließen sieht? Was in der Passion Jesu geschah, ist die Mitte eines Geschehens, das mit der Auflehnung gegen Gottes Gebot im Garten Eden begann und sich bis zum heutigen Tag in der Abkehr von Gott fortsetzt. Wir leben im Unfrieden mit Gott und daraus entsteht all der Unfriede in der Welt. Unser Leben ist nicht heil, wie wir es gerne haben möchten. Wir können das von uns aus auch nicht ändern. Nur Gott kann dies tun – und er hat es getan. Das meint das Wort von der Versöhnung: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünde nicht zu.“ (2. Kor. 5, 19-21) ER, immer nur ER! ER bringt uns das Heil, ER allein. Und wie geschah dies? „Er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ (2. Kor. 5, 21) Einen „seligen Tausch“ hat Martin Luther dieses Geschehen genannt. Gott hat seinen eigenen Sohn geopfert, damit unser Leben heil werden kann. Versöhnung vollzieht sich also von oben nach unten, von Gott zu uns Menschen. Nicht wir Menschen versöhnen Gott. Kein Tun auf Erden, kein Gebet, keine Frömmigkeit, keine Leistung, nichts kann unsere Schuld aufwiegen, sondern Gott versöhnt uns mit sich selber durch das Opfer seines Sohnes. Wer diese Tat Jesu im Glauben annimmt, empfängt Versöhnung.
Dieter Böhm Ehemaliger Leiter der sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft „Teichhaus“ im Krelinger Reha-Zentrum (Krelinger Briefe Nr.3/4 März/April 2012

Zwischen Himmel und Erde

Warum musste Jesus sterben? „Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.“ Lukas 23,33 Jesus hängt zwischen Himmel und Erde und er ist beiden ausgesetzt: unseren Sünden und Gottes Zorn. Von beiden wollen wir postmodernen Menschen nichts hören. „Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg“. Treffender als mit dem alten Prophetenwort kann man unsere Zeit nicht charakterisieren. Ein jeder ist mit sich selbst und seinem Freud oder Leid beschäftigt. Es gibt so viele Entwürfe für wahr oder falsch, gut oder böse wie es Menschen gibt. Der Prophet Jesaja sieht das Hintergrundgeschehen: „Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn“. Wörtlich: Er ließ ihn unsere Sünde treffen. Da sagt mir jemand: „Was du gestern gesagt hast, hat mich sehr getroffen“. Ich denke nach und muss gestehen: Es stimmt, ich habe mich im Ton und in der Sache vergriffen. Meine Sünden haben Jesus getroffen? Das ist uns fremd. Denkt der Einbrecher an Jesus, wenn er stiehlt oder der Kollege, wenn er einen anderen mobbt? Keineswegs. Die Bibel sagt: Gott ließ unsere Sünden Jesus treffen. Der Diebstahl, die Verleumdung, die habgierige Lust treffen nicht nur Menschen, sie treffen Jesus. Gottes Zorn trifft Jesus. In unserer Kirche herrscht Windstille, wenn es um diese Wirklichkeit geht. Gottes Zorn ist nicht die Wut eines Cholerikers, sondern sein heiliges, unüberwindbares Nein gegen alle Sünde und Schuld. Er heißt sie nicht gut. Er lässt sie nicht ungesühnt. Nie in Ewigkeit. Wenn die Bibel von der Verlorenheit, von der Hölle redet, dann meint sie diese unheimliche Möglichkeit, dass unser Leben über den Tod hinaus ohne Gott weiterexistiert. Geschützt vor Gottes Zorn sind wir nur unter dem Kreuz. Darum müssen wir in den Schatten des Kreuzes treten. Der Schritt unter das Kreuz Jesu ist der Schritt aus dem Halbdunkel ins Licht: Gott, sei mir Sünder gnädig! Dr. Manfred Dreytza Leiter des Krelinger Studienzentrums http://www.grz-krelingen.de/upload/KB.pdf

Die Angst vor dem Loslassen

“Mir vorzustellen, ich hätte nur noch 24 Stunden zu leben: Entsetzlich! Ich fühle mich sofort wie ein zum Tode Verurteilter, der erfährt: „Morgen um fünf Uhr wirst du hingerichtet, verbring jetzt deinen Tag. Du kannst machen, was du willst.“ Wie grauenhaft. Wie kann man da überhaupt noch mit Freude entscheiden, was man gerne machen würde? Ich wäre bestimmt gelähmt vor lauter Todesangst. Wahrscheinlich würde ich nur versuchen, in dieser Zeit die Menschen, die meiner Seele am nächsten sind, unentwegt bei mir zu haben. Meine Frau, meine Tochter und mein Enkelkind. Ansonsten wäre mir selbst für die Henkersmahlzeit der Appetit vergangen.”
Diese Sätze schreibt eine Legende des Wiener Burgtheaters, Gert Voss. Wir alle sind getrieben von dem Gedanken, dass wir einmal sterben müssen. Nein, nicht getrieben, das ist das falsche Wort, denn wir versuchen mit aller Macht diesem Gedanken aus dem Weg zu gehen. Hier in unserer Welt tut man alles dafür, um nur nicht an diesen Moment zu denken, in dem du dein Leben aushauchst.
“Für mich ist das Leben immer dann am schönsten, wenn ich die größte Freiheit habe, ein Gefühl der Unbegrenztheit.” Ja, so ist es. Das Lebensgefühl, wenn es denn stimmt, hat diesen Gedanken der Freiheit, eine Vollendung des Seins, es ist die Sehnsucht nach dem unendlichen Ende. “Sobald sich Grenzen zeigen, fühle ich mich beengt. Das war schon in der Schule so, wenn ich wusste, diese Klassenarbeit muss ich in einer Stunde abliefern. Dann fiel mir nichts mehr ein. Kopfblockade. Auch beim Theater gibt es Grenzen, etwa das Ende der Proben, und manchmal läuft einem die Zeit davon wie in einem Taxi das Taxameter. Das ist zum Wahnsinnigwerden. Aber selbst da hat man immer noch die Möglichkeit, zur Not die Premiere zu verschieben oder eine Vorstellung nicht zu spielen.”
Grenzen, wir hören dieses Wort nicht gern, spielen auch beim Tod eine Rolle. Denn es ist DIE Grenze. Es setzt dem Mensch das Ende, die Ränder der Freiheit werden abgesteckt. “Wenn der Tod kommt, gilt das alles nicht. Ich glaube, ich möchte deshalb auch nicht wissen, wann es so weit ist. Und wenn ich die Nachricht erhielte, würde sie mich vermutlich verändern. Wahrscheinlich würde ich völlig neue Seiten an mir kennenlernen. Für jeden Menschen wären solche Zwänge einschneidend, buchstäblich wesensverändernd. Auch deshalb ist es fast unmöglich, mir diese letzten 24 Stunden auszumalen. Ich kann doch jetzt nicht darüber befinden, ob ich dann in heller Panik wäre oder – wer weiß? – womöglich sogar gelöst.”
Was ist es, dieser Tod? Was ist es, wenn ich ihn mir bildlich vor Augen halte? Warum tun wir das nicht alle, ist er doch eine unausweichliche Realität? Eben weil der Gedanke daran kein angenehmer ist. Gert Voss schreibt am Ende: “Genau das frage ich mich: Werde ich die Fähigkeit haben, gleichmütig zu werden, loszulassen? Ganz ehrlich: Ich glaube nicht.”
Genau das ist es, was es uns so unangenehm macht. Es bleibt am Ende nichts, alles, was wir auf der Welt hatten, wird zur unwichtigsten Unwichtigkeit degradiert. Es bleibt nur eins: die Frage, was danach kommt. Vielleicht ist es so, dass wir uns Menschen zu wenig Gedanken darum machen. Deswegen finde ich auch gut, wenn mal so jemand wie Voss darüber schreibt. Er ruft in Erinnerung, er sagt, was eigentlich essenziell ist. Und gleichermaßen merkt man auch: Er kennt keine Antwort. Er ist hoffnungslos.
Diese Hoffnung ist etwas, was mich grundlegend von ihm unterscheidet, und jeden Christen mit mir. Wir haben keine Angst, wir haben keine Wehmut, wir müssen nichts loslassen, wir sehen auch nichts Negatives mehr. Wenn du einen Chrsiten fragst nach den letzten Stunden seines Lebens, dann kann er antworten: Klar muss ich viel loslassen, was mir hier lieb ist, aber ich freue mich, denn jetzt geht das Leben los! Die Sehnsucht ist erfüllt, das Ziel ist erreicht!
Das ist die Botschaft von Ostern. Ist sie dir entgangen?
“Diese sinds, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben sie hell gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten, es wird auch nicht auf ihnen lasten die Hitze der Mittagssonne, denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.”
Offenbarung 7,14-17
Inspiriert durch: www.cicero.de/salon/gert-…t-vor-dem-loslassen/48532
Simon

 

Die Orientierung verloren

Ein Mann in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren. Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft: „Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen; und ich weiß nicht wo ich bin.“
Die Frau am Boden antwortet:
„Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10m Höhe über Grund. Sie befinden sich auf dem 49.Grad, 28 Minuten und 11 Sekunden nördlicher Breite und 8.Grad, 28 Minuten und 58 Sekunden östlicher Länge.“
„Sie müssen Ingenieurin sein“ sagt der Ballonfahrer. „Bin ich“, antwortet die Frau, „woher wissen Sie das?“
„Nun“, sagt der Ballonfahrer, „alles was Sie mir sagten ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.“
Die Frau antwortet: „Sie müssen im Management tätig sein.“
„Ja,“ antwortet der Ballonfahrer, „aber woher wissen Sie das?“
„Nun,“ sagt die Frau, „Sie wissen weder, wo Sie sind, noch wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie nun in der gleichen Lage sind, wie vor unserem Treffen, aber merkwürdigerweise bin ich jetzt irgendwie schuld!“
Die Wahrheit ist oft leichter zu ertragen, wenn sie mit etwas Humor angereichert ist. Wir Menschen haben die Angewohnheit, andere für unsere Dilemmas und Probleme verantwortlich zu machen. So ist es schon von Anfang an gewesen. Adam gab Eva die Schuld. Adam deutete sogar an, daß Gott schuld sei, weil Gott ihm Eva gegeben hatte. Als Antwort auf diese Kritik beschuldigte Eva die Schlange. Und wie wir alle wissen, glaubt Satan, der Teufel, daß Gott hart und lieblos ist.
Eine der Lektionen, die wir als Christen lernen, besteht darin, daß Reue kein einmaliges Ereignis in unserem Leben ist. Gott arbeitet mit uns, er heiligt uns, und sein Werk ist ein fortwährendes Werk der Verwandlung und täglichen Erneuerung (2.Kor.4, 16). Gott kennt den Menschen sehr gut und weiß auch von seinen Sünden.
Er liebt uns trotzdem. Nur Gott kann das tun.
Sünde ist eine universelle Abartigkeit (Deformierung), die alle Menschen betrifft (Römer 3,9-23). Sünde identifiziert uns, sie plagt und versklavt uns. Nachdem der Mensch gesündigt hat, ist es für ihn unmöglich, sich selber heilig und vollkommen zu machen. wir können uns selber nicht gut genug machen. Nur Gott kann das. Jede Facette und jede Eigenschaft Gottes ist heilig. Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm (1.Joh.1,5-2,10).
Menschen können keinen heiligen, gerechten Charakter bilden, egal wie sehr sie es versuchen oder wie lange sie daran arbeiten. Wegen des Kreuzes und des leeren Grabes können wir Gott kennen lernen und eine persönliche Beziehung zu ihm haben. Keine eigenen Werke machen uns gerecht vor Gott.
www.bibelkreis-muenchen.de

Das Kreuz mit dem Kreuz Ärgernis und Heilsereignis

Dass Jesus am Kreuz starb, steht in der Diskussion um das Kreuz nicht zur Debatte. Es steht allerdings immer wieder zur Debatte, warum Jesus am Kreuz starb. Der Glaube daran, dass Jesus stellvertretend für die Sünde der Menschen am Kreuz gestorben ist, wird immer wieder abgelehnt.
Der ehemalige Fernsehpfarrer Jürgen Fliege sagt: „Ich will meine Sünden behalten!“
Robert Zollitzsch, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, sagt auf die Frage, ob Jesus tatsächlich für die Sünden am Kreuz gestorben sei: „Nein“, Gott brauche kein Sündopfer, er habe seinen Sohn „in Solidarität mit uns bis in die letzte Todesnot hineingelassen, um zu zeigen: So viel seid ihr mir wert, ich gehe mit euch, ich bin ganz bei euch in jeder Situation.“ (Hess. Rundfunk, Karsamstag 2009).
Nikolaus Schneider, Präses der EKD-Synode, antwortete auf die Anfrage von Welt Online, ob der Tod Jesu ein Sühnetod war: „Er war es nicht!“
Der Benediktinerpater Anselm Grün, viel gelesener Autor spiritueller Bücher und beliebter Lebensberater, schreibt in seinem Buch Erlösung (Kreuz Verlag, 2004, S .7) über das Sühneopfer von Jesus Christus: »In manchen Köpfen schwirrt noch immer die Idee herum, dass Gott seinen Sohn sterben lässt, um unsere Sünden zu vergeben. Doch was ist das für ein Gott, der den Tod seines Sohnes nötig hat, um uns vergeben zu können? « Ist es wirklich wahr, dass »Der Tod Jesu war nicht notwendig, damit Gott sich mit uns versöhnt und uns vergibt.« Weiterlesen

Warum musste Jesus sterben?

Immer noch ist das Kreuz das Symbol des christlichen Glaubens schlechthin. Doch war es keineswegs das erste. Die ersten Christen verwandten das Fisch-Symbol oder eine Taube als Erkennungsmerkmal. Erst ab dem 3. Jahrhundert setzte sich das Kreuz als offizielles Symbol durch. Das überrascht, denn beim Wort „Kreuz“ lief es jedem Römer kalt den Rücken herunter. Die Hinrichtungsart des Kreuzigens zögerte den Tod bewusst so lange hinaus, bis das Opfer ein Maximum an Qualen erlitten hatte. Kein römischer Bürger durfte gekreuzigt werden. Das Kreuz als Mittelpunkt Warum also das Kreuz als zentrales Symbol? Ein kurzer Blick ins Neue Testament zeigt: Der Kreuzestod Jesu steht im Mittelpunkt der Botschaft und Verkündigung. Die vier Evangelien sind „Passionsgeschichten mit verlängerter Einleitung“ (M. Kähler). Weiterlesen

Hat Ostern sich gelohnt?

Der dänische Schriftsteller Jens Peter Jacobsen wurde vor allem durch sein Buch „?Die Pest von Bergamo“ bekannt. Eindrücklich beschreibt er, wie eine Stadt von einer Seuche heimgesucht wird. Die Menschen haben den Tod vor Augen. Sie wissen genau um ihr baldiges Ende. Aber statt sich zu besinnen, stürzen sie sich in grenzenlosen Sinnestaumel, in Ausschweifungen und Gelage. Weiterlesen