Das Wort ward Mensch

In seinem Buch Gott erkennen nennt James I. Packer sieben Dinge, die hier über Jesus Christus ausgesagt werden:

  1. „Im Anfang war das Wort“ (V.1). Das bezeugt die Ewigkeit des Wortes. Es hat selbst keinen Anfang; als alles andere entstand, war Er (Jesus = das Wort) schon da.
  2. „Und das Wort war bei Gott“ (V.1). Das bezeugt das Wort als Person. Die Kraft, die Gottes Wollen zur Tat macht, ist die Kraft eines persönlichen Wesens, das in ewiger Beziehung mit Gott steht als partnerschaftlich tätiges; das ist hier gemeint.
  3. „Und Gott war das Wort“ (V.1). Das bezeugt die Göttlichkeit des Wortes. Wenn auch das Wort gegenüber dem Vater selbst Person ist, so ist es doch nicht ein Geschöpf, sondern ebenso Gott, wie der Vater Gott ist. Das Geheimnis, da in diesem Vers liegt, ist somit dasjenige, daß in Gottes Einheit mehrere Personen eingeschlossen sind.
  4. „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht“ (V.3). Das bezeugt die Schöpferkraft des Wortes. Das Wort war immer der Ausführende, bei allen schöpferischen Tätigkeiten des Vaters. Alles ist durch das Wort geschaffen. (Hier liegt ein Beweis dafür vor, daß der, der als das Wort bezeichnet wird, selbst nicht zu den geschaffenen Dingen gehört.)
  5. „In ihm war das Leben“ (V.4). Das bezeugt den lebensspendenden Charakter des Wortes. Es gibt kein Leben im Bereich des Geschaffenen, außer in Ihm un durch Ihn, Hier antwortet die Bibel auf alle Fragen durch das Wort. Kein Geschöpf hat Leben aus sich selbst, sondern nur aus dem Wort, der zweiten Person in der Gottheit.
  6. Und das Leben war das Licht der Menschen“ (V.4). Das bezeugt den Offenbarungscharakter des Wortes. Der das leben gibt, gibt auch Licht, d. h. jedem Menschen erweist sich Gott einfach schon aufgrund der Tatsache, daß er in dieser Welt Gottes lebt. Dies, wie die einfache Tatsache des Lebens überhaupt, ist die Wirkung des Wortes.

„Und das Wort ward Fleisch“ (V.14). Das bezeugt die Menschwerdung des Wortes. Das Kind in der Krippe zu Bethlehem war niemand anders als das ewige Wort Gottes.
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Johannes 1,19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten Priester und Leviten von Jerusalem, daß sie ihn fragten: Wer bist du?

Johannes beginnt also wie die Synoptiker, Petrus und Paulus seine Jesusverkündigung mit dem Täufer.
Es ist auffallend, eine Erzählung mit und beginnen zu sehen. Dieser Umstand erklärt sich aus der Beziehung zwischen V.19 und V.15. Der in 1,6-8 und 1,15 begonnene Bericht über das „Zeugnis“ des Johannes setzt sich nun fort.
Wir sahen bereits, dass Johannes ausgesprochen populär ist. Die ungewöhnlichen Umstände seiner Geburt erweckten Interesse und Neugier, wenn nicht sogar Hoffnung (Lukas 1:65-66), und sein öffentlicher Dienst nährte die Flamme der messianischen Hoffnungen Israels: Johannes kommt aus einem Priestergeschlecht; dennoch ist sein Dienst sicherlich unabhängig von der offiziellen Hauptströmung des Judaismus. Früh in der Jugend zieht er sich in die Wüste zurück und lebt dort, bis die Zeit für ihn gekommen ist, sein öffentliches Dienstamt aufzunehmen (Lukas 1:80). Selbst diesen Dienst aber führt er in der Wildnis durch und nicht in Jerusalem oder irgendeiner anderen Stadt (Lukas 3:1-3).
Der Gebrauch des Ausdruckes „die Juden“ der sich bei Johannes sehr häufig findet (70 mal dagegen 5 mal bei Matthäus, Lukas und 6 mal bei Markus), ist bemerkenswert. Er begegnet nicht nur wie in den synoptischen Evangelien (Mt. 2, 2; 27, 11. 29. 37) im Munde von Nichtjuden (4, 9; 18, 33. 35. 39; 19,3. 19, 21.), sondern wird sehr oft auch vom Evangelisten so, wie es nur gegenüber Nichtjuden angebracht ist, für die Leute in Palästina gebraucht, mit denen Jesus zu tun hat (z. B. 3, 1; 7, 11 10, 19; 11, 19ff; 18, 20). So werden die jüdischen Feste, Sitten und Gebräuche als solche der Juden bezeichnet (2,6. 13; 5,1; 6,4; 7,2; 11,55; 19, 40. 42), was sonst nur bei Mk 7, 3 vorkommt. Besonders charakteristisch für Johannes ist aber, daß er die Bezeichnung „die Juden“ in der Regel nicht für das ganze Volk, sondern nur für einen Teil desselben, nämlich für die politischen und religiösen Führer des Volkes, die Hohenpriester und Pharisäer, die erbitterten Feinde Jesu gebraucht (1, 19; 2,18 20; 5, 10 18; 6, 41. 52; 7,1. 8,48.52. 57; 9,18. 22; 10, 31, 33; 11,8; 18, 12. 31. 38; 10, 31. 38). Dabei sind im ersten Teil des Evangeliums die Pharisäer die eigentlichen Träger des Kampfes gegen Jesus (7, 32. 45 -.47)während sie in der Leidensgeschichte hinter den Hohenpriestern zurücktreten (nur 18, 3 genannt). In dieser eigentümlichen Verwendung des Ausdrucks „die Juden“ kommt zum Ausdruck daß Johannes das Volk nicht von den eigentlich Schuldigen, seinen Führern, unterscheidet. Da die große Masse des Volkes sich nicht einer andern Stellung zu Jesus hat bewegen lassen, hat es teil an ihrer Schuld. Der Abstand, der im Evangelium zwischen dem Gottgesandten und dem ihn verwerfenden jüdischen Volke besteht, offenbart sich darin am schärfsten, daß Jesus zu den Juden wie zu Fremden t („euer Gesetz“ 8, 17; 10, 34; aber „unser Gesetz“ im Munde des Nikodemus 7,51; vgl. noch 7, 19, 22; 15, 25).
„Die Juden“, die die Delegation zur Befragung von Johannes dem Täufer aussenden, stellen die religiöse Elite jener Tage dar, Juden in Machtpositionen, die nicht gewillt sind, irgendetwas aufzugeben – weder für Johannes noch für Jesus. Diese Männer kommen nicht selbst zu Johannes, denn damit würden sie ja seine Bedeutung anerkennen. Statt dessen schicken sie eine untergeordnete Delegation aus „Priestern und Leviten“ zu Johannes, tragen diesen genau auf, was sie fragen sollen, und geben Johannes auf diese Weise zu verstehen, dass sie diejenigen an der Macht sind: Sie sind es, die das Amt anderer akkreditieren, sie haben ihrer Ansicht nach an Menschen wie Johannes religiöse Lizenzen zu vergeben, und er darf nur mit ihrer Zustimmung und unter ihrer Autorität handeln. Johannes wird befragt wie einer, der gerade das Priesterseminar beendet hat und nun die Prüfung für die Ordination ablegt.
Priester und Leviten Die Unterteilung in “Priester und Leviten“ zeigt, daß die durch Mose und David eingeführten Einteilungen noch befolgt wurden, mit einem Unterschied. Im AT taten treue Männer die verschiedenen Dienste in der Stiftshütte und im Tempel. aber in neutestamentlicher Zeit war das System eine leere Kopie, wertlos für Gott und für Menschen, wobei ihre Führer Riten und Zeremonien mehr liebten als Gott Daher sag der Herr: “Vergeblich aber verehren sie mich“ (Mt. 15,9).
Die religiösen Führer richteten zwei Hauptfragen an Johannes:
1. Wer war Johannes? Seine Antworten stehen in V.20-23.
2. Warum taufte Johannes? Seine Antworten stehen in V.26.27.31
Doch das Verhör gestaltet sich im folgenden so, daß Johannes Zeuge Gottes ist. Und was er als solcher zu bezeugen hat, hat nichts mit dem zu tun, was „die Juden“ von ihm in Erfahrung bringen wollen.
Die erste Frage der Delegation lautet: „Wer bist du?“ (Vers 19). Keinem in der Delegation scheint das Wort „Messias“ über die Lippen kommen zu wollen. Sie fragen nicht direkt: „Bist du der Messias?“ Aber Johannes weiß, dass das der eigentliche Kern ihrer Frage ist.

Verwendete Literatur
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor
Frédéric Godet Das Evangelium des Johannes
Brockhaus Kommentar zur Bibel
Das Johannesevangelium Teil 1 Rudolf Schnackenburg Vierte Auflage 1979
Das Neue Testament Deutsch Ulrich Wilckens Das Evangelium nach Johannes NTD Band 4 Regensburger Neues Testament Das Evangelium nach Johannes Übersetzt und erklärt von Alfred Wikenhauser
Bemerkungen Zum Johannesevangelium Thomas Jettel (z.T. nach Herbert Jantzen)
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney
Multimedia Bibel Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading,
Das Neue Testament Deutsch Band 4 Siegfried Schulz
Das Neue Testament Deutsch Band 4 Herman Strathmann,
http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=comment&comment_id=199&structur e_id=336
http://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&id=295#Joh.%201,10-13
http://bible.org/seriespage/das-zeugnis-des-johannes-johannes-119-37