Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz.

Matthäus 6, 19-21
19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. 21 Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Matth. 6, 19. „Ihr sollt nicht sammeln …“ Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz. Christus zeiht sie wahrlich der Torheit, weil sie ihr Glück, die in so viel Mühe angehäuften Reichtümer, den Würmern und dem Rost darbieten, den Dieben zur Beute ausliefern. Was ist vernunftwidriger, als sein Gut da aufzubewahren, wo es entweder von selbst umkommt oder von Menschen geraubt wird? Das erwägen die Habsüchtigen freilich nicht: denn sie verwahren ihre Schätze in gut verschlossenen Gewölben; doch können sie nicht hindern, daß Diebe und Motten sich ihres Reichtums bemächtigen. Weiterlesen

Die sieben Geister in der Offenbarung

Die sieben Geister in der Offenbarung
Frage: Was ist unter den „sieben Geistern“ in Offenbarung 1,4 zu verstehen?
Antwort: In Offb 1,4 ist von „den sieben Geistern Gottes, die vordem Thron sind“ die Rede. In Offb3,1 hat Jesus die sieben Geister Gottes. In Offb 4,5 brennen sieben Feuerfackeln vor dem Thron Gottes, „welche die sieben Geister Gottes sind“. Noch einmal erscheinen die sieben Geister Gottes in Offb 5,6, wo sie „über die ganze Erde ausgesandt“ sind.
Meiner Ansicht nach ist unter den sieben Geistern Gottes niemand anderes als der Heilige Geist selbst zu verstehen. Dies wird meines Erachtens schon in der ersten Stelle deutlich. Hier ist wohl von der Dreieinigkeit die Rede, von der der Gnadengruß ausgeht:
1. „von dem, der ist und der war und der kommt“ (Offb 1,4a), in der Offenbarung ein Titel Gottes des Vaters (z.B. Offb 4,8);
2. „von den sieben Geistern …“ und (Offb 1,4b)
3. „von Jesus Christus …“ (Offb 1,5).
Dazu könnte auch passen, daß die sieben Geister in Offb 5,6 wie der Heilige Geist über die ganze Welt ausgesandt sind. Die Zahl sieben hat in der Offenbarung häufig eine symbolische Bedeutung und bezeichnet Vollkommenheit und Einheit. Hintergrund der Formulierung „sieben Geister“ dürfte das Alte Testament sein. Die Offenbarung ist ja gar nicht ohne die Symbolik des Alten Testamentes zu verstehen. In der Umgebung aller drei genannten Offenbarungsstellen erscheinen häufig alttestamentliche Anspielungen (z. B. Hes 1,13; Sach 4,2). Nun scheint sich die Aussage in Offb 3,1, daß Jesus die sieben Geister Gottes hat, in besonderer Weise auf Jesaja 11,2 zu beziehen. Ohne daß hier die Zahl sieben ausdrücklich genannt wird, wird „der Geist des Herrn“ (wörtlich „Jahwes“), der auf dem zukünftigen Messias liegt (Jesaja 11,1+ 3-5), als sieben Geister beschrieben: „Und auf ihm wird ruhen
1) der Geist des Herrn,
2) der Geist der Weisheit
3) und des Verständnisses,
4) der Geist des Rates
5) und der Stärke,
6) der Geist der Erkenntnis
7) und der Furcht Jahwes.“ (Jes 11,2).
Bibel und Gemeinde 1/1993 Thomas Schirrmacher

Erweckliche Verkündigung

Das Wort .Erweckung“ umfasst das Erwecken und das Erwachen. „Erwecken“ bezeichnet den Vorgang, wenn ein Mensch durch ein Wort aufgeweckt wird. „Erwachen“ meint den Vorgang von innen her, vom Menschen, der nun wach wird und das Licht des Tages sieht. In dem Bibeltext Eph 5.14 sind beide Seiten vereinigt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Darin sind alle Seiten der „Erweckung“ enthalten:
1. Der Schläfer ist geistlich tot. Er liegt wie Lazarus im Grab und stinkt. Das weiß er aber nicht. Er fühlt sich subjektiv wohl, wie ein Schlafender, der seinen Traum für die Wirklichkeit hält.
2. Das entscheidende Wort, das ihn wach macht, kommt nicht aus ihm. Er muss es hören. Es muss ihm gesagt werden. Der Weckruf kommt in der Christusverkündigung an ihn. Die rüttelt ihn auf. Denn sie bezeugt ihm  Gottes Gericht über seine Sünde. Es sagt ihm, in welcher gefährlichen Lage er sich befindet Er ist in der Gefahr, geistlich weiter zu schlafen und in der Hölle aufzuwachen Es bezeugt ihm aber auch, dass Gott sein Gericht im Kreuzestod Jesu vollzogen hat und nun jeder Vergebung und Leben empfangt, der sie dort sucht.
3. Das Wort des Evangeliums hat Leben schaffende Kraft. Nicht unsere Rhetorik. Das Wort Gottes ist der gute Same, der den Hörer wach macht und Leben aus Gott in ihn pflanzt. Dann steht er auf und beginnt ein neues Leben im Licht des Ostertages Jesus Christus ist von den Toten auferstanden, und er ruft Menschen aus dem geistlichen und ewigen Tod zum Leben.
4. Geben wir also dieses Wort reichlich und treu weiter und erwarten wir, dass der Herr selbst sich zu diesem Zeugnis stellt.
Erweckung ist also nicht die Pflege eines christlichen Hobbys zusätzlich zu anderen. In diesem genannten Sinn ist „Erweckung“ das Lebenswunder, das sich seit Ostern und Pfingsten immer wieder vollzieht und darum das Zentrale der christlichen Botschaft. Lassen wir uns in diesem Sinne immer wieder aufwecken?

Was heißt das für unsere Verkündigung?
• Sie sollte „erwecklich“ sein, also nicht einschläfernd, sondern aufweckend zu einem frohen Glauben an
Jesus Christus.
• Wir haben nicht die Aufgabe, den Hörer zu unterhalten, sondern offen über den Ernst seiner Lage ohne Christus zu reden, ohne uns dafür zu entschuldigen.
• Wir Verkündiger brauchen immer wieder die Buße und Reinigung, damit wir dem Herrn nicht im Wege stehen. Dr. Manfred Dreytza

DIE PROPHETEN OBADJA, NAHUM UND HABAKUK

EINLEITUNG ZU OBADJA
Der Herr hat Seine Wortführer nicht nur an Sein Volk, sondern auch an die heidnischen Völker, vor allem an jene, die in einer Verbindung zu Seinem Volk standen. Diese Nationen waren vor allem die Edomiter, die Assyrer und die Chaldäer (Babylonier). Die folgende Karte zeigt die Nationen und Propheten, die Gott dorthin sandte.

Karte 161 – Der Wortführer Gottes an die Nationen

Man könnte die Wortführer Gottes wie folgt darstellen:

DAS VOLK GOTTES
NORDREICH SÜDREICH
Israel Juda
JONA *
AMOS
HOSEA
JOEL
ZEPHANJA
MICHA

DIE HEIDNISCHEN VÖLKER **

OBADJA
NAHUM
HABAKUK
Edom
Assyrien
Babylon

* Der Dienst Jonas war hauptsächlich gegen Ninive und die Assyrer gerichtet. Er war ein Prophet des Nordreiches.

** Fast alle anderen Propheten des AT – Jesaja, Jeremia, Hesekiel, usw. – erwähnten Gerichte über heidnische Völker. Diese drei wurden jedoch von Gott besonders beauftragt, ausschließlich zu den Heiden zu gehen.

Der Name Obadja bedeutet „der Diener oder Anbeter Jahwes“. Der Name kommt etwa 20 mal in der Bibel vor und bezeichnet 13 verschiedene Personen. Abgesehen von der Erwähnung des Namens in V. 1 „Gesicht Obadjas“, wird von dieser Person in der ganzen Bibel nichts mehr erwähnt. Man weiß daher nichts über diesen Propheten. Der Zeitpunkt seines Dienstes ist sehr schwer festzustellen. Der einzige Anhaltspunkt ist die Beschreibung eines Überfalles auf Jerusalem in V. 11-14. Im AT wird von vier derartigen Angriffen berichtet:

  1. während der Regierungszeit von Rehabeam, und zwar durch Sisak, den König von Ägypten, um etwa 925 v.Chr. (1Kö 14,25-26; 2Chr 12,1-16)
  2. während der Regierungszeit von Joram, und zwar durch die Philister und die Araber, um etwa 845 v.Chr. (2Chr 21,16-17); zu dieser Zeit waren die Edomiter von der Herrschaft Judas abgefallen (2Chr 21,8-10).
  3. während der Regierungszeit von Amazja, und zwar durch Joas, König von Israel, um etwa 790 v.Chr. (2Kö 14,8-14; 2Chr 25,17-24)
  4. während der Regierungszeit von Zedekia, und zwar durch Nebukadnezar, um etwa 586 v.Chr. (2Kö 24,18-25,17; Ps 137,7)

Durch ein Studium der weiteren Aspekte der Prophezeiung scheint es als wahrscheinlich, dass es sich bei dem beschriebenen Überfall um jenen zur Zeit Jorams, etwa 845 v.Chr., handelt. Wenn diese Zeitspanne stimmt, war Obadja ein Zeitgenosse Elisas.

JORAM – (2Kö 1,19-8,15)
Er regierte 12 Jahre. Elisa war der Prophet während seiner Regierungszeit. Mit Hilfe von König Josaphat und dem König von Edom kämpfte er gegen die Moabiter. Auch am Ende seiner Regierung suchte er die Hilfe des Südreiches. Diesmal kämpfte Ahasja (König von Juda) mit ihm gegen Ramoth-Gilead. In diesem Kampf wurde er verwundet. Elisa sandte einen seiner Propheten, um Jehu zum neuen König von Israel zu salben. Jehu kam gegen Israel und tötete Joram und auch Ahasja von Juda. Dann wrude Isebel getötet und die Prophezeiung Elias, dass das Haus Ahabs ausgerottet würde, ging in Erfüllung.

Obadja ist das kürzeste Buch im AT. Aber in diesem Fall gilt ganz gewiss die Aussage „multum in parvo“ (viel in wenig).
Die Hauptstadt der Edomiter, Petra – bedeutet „Fels“ (hebr. „sela“; griech. „petra“ = Fels), war der Begriff für Stolz und Überheblichkeit. Man liest: „Der Übermut deines Herzens hat dich verführt, der du in Felsenklüften, auf hohem Sitze wohnst und in deinem Herzen sprichst: Wer wird mich zur Erde hinabstürzen?“ (V. 3).

Die Edomiter waren die Nachkommen von Esau (1Mo 25,19-34). Sie besiedelten die Gegend um das Gebirge Seir. Die Beziehung zwischen Edom und dem Volk Gottes war immer gespannt. Sie erlaubten den Juden z.B. nicht, ihr Land zu durchqueren (4Mo 20,14-21). Die Feindschaft begann mit den Zwillingsbrüdern Jakob und Esau (1Mo 27) und blieb durch die Jahrhunderte aufrecht, indem sie sich auf die zwei Völker Israel (Jakob) und Edom (Esau) ausweitete.

Die Botschaft des Buches ist das Gericht über Edom wegen seinem Verhalten dem Volk Gottes gegenüber. Weitere Aspekte des Buches sind die eben erwähnte Feindschaft zwischen Israel (Jakob) und Edom (Esau). Jakob ist der geistliche Mensch, Esau hingegen der fleischliche. Hebr 12,16 bezeichnet ihn als „einen Ungöttlichen“. Diese zwei Betonungen sind miteinander unvereinbar! Es wird zwischen dem Geist und dem Fleisch immer Feindschaft geben – „denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch“ (Gal 5,17). Die Unterteilung des Buches ist ziemlich einfach.

Karte 162 – Die Unterteilung von Obadja

1,1-16 1,17-21
DAS GERICHT ÜBER
EDOM
DIE BEFREIUNG
ISRAELS

EINTEILUNG VON OBADJA

HAUPTGEDANKE: DIE FEINDSCHAFT ZWISCHEN FLEISCH UND GEIST

1) DAS GERICHT ÜBER EDOM:  1,1-16
1) DAS GERICHT ÜBER EDOM: 1,1-16
Die Überheblichkeit der Edomiter wird in V. 1-3 dargestellt. Wegen der topographischen Beschaffenheit ihres Landes dachten sie, dass sie uneinnehmbar waren. Doch der Herr würde sie klein machen und von ihren Höhen stürzen (V. 2).

In V. 5-9 wird das Ausmaß der Zerstörung der Hauptstadt Sela beschrieben. Wenn Diebe einbrechen, dann lassen sie normalerweise etwas zurück. Doch wenn das Gericht über Edom vorbei ist, wird von dem Volk nichts übrig bleiben. Diese Prophezeiung erfüllte sich zur Gänze 70 n.Chr., als die Römer nicht nur Jerusalem, sondern auch das gesamte Gebiet um Edom einnahmen und zerstörten. Von den Edomitern als Volk blieb keine Spur über!

In V. 10-16 wird der Grund für dieses verheerende Gericht angegeben. Die Edomiter sahen mit Genugtuung dem Überfall auf Jerusalem zu. Sie sahen in der Niederlage der Juden sogar eine Gelegenheit, ihre eigene Stellung zu stärken. Sie fielen auch über die wehrlose Stadt her und plünderten sie (V15-16). Das Gericht wird kommen!

2) DIE BEFREIUNG ISRAELS: 1,17-21
Im Gegensatz dazu wird für Israel Befreiung kommen. Gott wird Sein Volk wie ein Feuer verwenden, um gegen Edom aufzutreten. Der Herr wird alles in die richtige Ordnung bringen „und das Reich wird Jahwe gehören“ (V. 21).

EINLEITUNG ZU NAHUM
Der Name Nahum ist die verkürzte Form von Nehemia und bedeutet soviel wie „Trost“ oder „Tröster“. Er wurde in Elkosch geboren. Der genaue Standort dieser Stadt ist nicht bekannt. Nahum gibt keinen Hinweis bezüglich des Zeitpunktes seines Dienstes, doch sind in seinen Prophezeiungen Anhaltspunkte enthalten, die eine Datierung seines Dienstes erleichtern:

Nahum diente daher während der Regierungszeit von Manasse und Amon (möglicherweise auch unter Josia).

MANASSE – Götzendienst und Erneuerung(2Kö 21,1-18; 2Chr 33,1-20)
Manasse regierte von allen Königen Judas am längsten – 55 Jahre. Ähnlich wie sein Großvater Ahas, führte er in Juda den Götzendienst ein. Er betete auch das ganze Heer des Himmels und die verschiedenen Götzen der Nachbarländer an. Menschenopfer, Astrologie, Spiritismus und Okkultismus waren die normalen Bestandteile der Religion, welche Manasse nach Juda brachte. Es ist auch möglich, dass Jesaja unter der Regierung von Manasse hingerichtet worden ist. Unter der Herrschaft der Könige Esar-Haddon und Assurbanipal erreichte Assyrien den Höhepunkt seiner Geschichte. Dann kam es in dem mächtigen Reich zu einem Bürgerkrieg. Zu diesem Zeitpunkt versuchte Manasse von der Herrschaft der Assyierer loszukommen. Doch die neuen Machthaber Assyriens, die Babylonier, kamen nach Jerusalem und nahmen Manasse als Gefangenen mit nach Babel. Als er dann wieder freigelassen wurde, versuchte er eine geistliche Erneuerung in Juda durchzuführen. Obwohl er persönlich sicherlich Buße getan hatte, ist es zweifelhaft, ob diese Erneuerung wirklich eine große Wirkung hatte.

AMON – Abfall(2Kö 21,19-26; 2Chr 33,21-25)
Er regierte 2 Jahre. Er führte den ursprünglichen Götzendienst seines Vaters Manasse wieder ein. Der Abfall Judas stand nun fest. Das Gericht konnte nicht mehr aufgehalten werden. Der Prophet Nahum prophezeite in dieser Zeit gegen Ninive.

Das Thema des Buches ist das Gericht über die Assyrer, dargestellt durch die Zerstörung ihrer Hauptstadt Ninive. Zu dem Zeitpunkt der Niederschrift hatten die Juden zumindest zweimal die Grausamkeit der Assyrer erlebt:

  1. die Eroberung des Nordreiches, 722 v.Chr., durch Salmanassar V / Sargon II (2Kö 17,6)
  2. die Belagerung Jerusalems, 701/700 v.Chr., durch Sanherib, Sohn von Sargon II (2Kö 18,13-18)

Asar-Haddon (680-669 v.Chr.) baute das Reich der Assyrer aus. Er erobert Ägypten (Memphis). Es folgte ihm Assurbanipal (699-627 v.Chr.), der durch die Eroberung der bis zu diesem Zeitpunkt als uneinnehmbar geltenden Stadt Theben oder No-Ammon (Nah 3,8) ganz Ägypten unter seine Gewalt brachte. Assurbanipal war für seine Grausamkeit berüchtigt. Es gibt viele Überlieferungen, welche die grenzenlose Brutalität und Grausamkeit dieses Königs bestätigen. Nach seinem Tod verlor Assyrien immer mehr an Wichtigkeit und 612 v.Chr. wurde schließlich die Hauptstadt Ninive durch Nabopolassar, einen chaldäischen Fürsten, und dem Heer der Meder und Perser erobert. Die Prophezeiung Nahums wurde erfüllt.
Der Hauptgedanke des Buches ist „die Langmut Jahwes ist zu Ende“. Man muss das Buch als eine Fortsetzung von Jona sehen. Etwa 100 Jahre früher schickte der Herr Jona nach Ninive. Als die Assyrer die Botschaft Jonas hörten, taten sie Buße und kehrten sich von ihren Wegen ab. Dies durfte aber anscheinend bald vergessen worden sein und die Grausamkeit und Gottlosigkeit stieg über die Maßen. Nun hatte die Langmut Gottes ihre Grenze erreicht. Nun musste der Herr dieses Volk richten.

N I N I V E   ( D I E   A S S Y R E R )
JONA ca. 100 Jahre NAHUM
Botschaft der
HOFFNUNG
Botschaft des
GERICHTS
DIE BARMHERZIGKEIT
GOTTES
DIE GERECHTIGKEIT
GOTTES
Ninive tut Buße zu spät zur Buße
Ninive GERETTET Ninive ZERSTÖRT

Das Buch besteht aus zwei Gedichten über auf Ninive. Diese liefern auch die Grundlage für die Unterteilung des Buches:

Karte 163 – Die Unterteilung von Nahum

1 2-3
DIE MAJESTÄT
GOTTES
DIE ZERSTÖRUNG
NINIVES
der Richter und Seine
Urteilsverkündigung
das Gericht beschrieben
und begründet

EINTEILUNG VON NAHUM

HAUPTGEDANKE: DIE GRENZE DER LANGMUT GOTTES

I) DIE MAJESTÄT GOTTES: 1

1) DER RICHTER:  1,1-8
2) DIE URTEILSVERKÜNDIGUNG:  1,9-15

II) DIE ZERSTÖRUNG NINIVES:  2-3

3) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN:  2
4) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET:  3

I) DIE MAJESTÄT GOTTES: 1
Auf der menschlichen Ebene werden sogar die objektivsten Gerichte zwangsläufig von der Person des Richters beeinflusst. Dies ist bei Gott nicht der Fall. Er ist absolut gerecht. Nahum hebt diese Tatsache hervor, bevor das Gericht über Ninive näher beschrieben wird.

1) DER RICHTER: 1,1-8
Der Herr wird als Rächer und voll von Grimm gezeigt (1,2-6). Doch ist Er absolut gerecht und Sein Gericht ist immer absolut gerechtfertigt. Wenn Er richtet, dann ist die ganze Natur davon betroffen.
Doch der Herr ist zugleich gütig (1,7-8). „Er kennt die, welche auf Ihn vertrauen“. Sie erfahren Seinen Schutz und Seine Bewahrung.

2) DIE URTEILSVERKÜNDIGUNG: 1,9-15
Das Urteil des gerechten Richters ist die Zerstörung von Ninive. Dieses Gericht wird so vollkommen sein, dass die Assyrer nie wieder als Weltmacht emporsteigen werden. Die Juden sollen erkennen, dass der Herr sie befreit und sollen feiern und Ihm dafür danken (1,15).

II) DIE ZERSTÖRUNG NINIVES: 2-3
3) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN: 2
„Der Zerschmetterer“ (V. 1), so werden die vereinten Heere der Babyolnier, der Meder und der Perser bezeichnet. Mit sehr klaren Bildern wird die Einnahme der Stadt beschrieben. Die Kriegswagen rasen durch die Straßen Ninives; die Bewohner der Stadt sind voll Angst „und ihrer aller Angesichter erblassen“ (2,10). Die Assyrer waren wie ein Löwe, der von dem Fleisch anderer lebte. Nun aber hat die Jagd auf den Löwen begonnen und er wird erlegt.

4) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET: 3

Einige der Gründe für das Gericht werden angeführt:

  1. Lüge, Gewalttat und Raub (3,1)
  2. Hurerei und Zaubereien (3,4)

Der Herr erwähnt die Eroberung von Theben (No-Ammon). Diese Stadt galt als uneinnehmbar. Doch die Assyrer selbst haben sie eingenommen. Assurbanipal hatte die Bewohner der Stadt mit besonderer Grausamkeit behandelt (3,8-11). Ninive wird das gleiche Schicksal erleben! Der Herr lässt Grausamkeit und Brutalität nur eine gewisse Zeit zu. Dann aber ist Seine Langmut zu Ende und das Gericht wird kommen.

EINLEITUNG ZU HABAKUK
Der Name Habakuk bedeutet „umarmen, umklammern oder umfassen“ (siehe 2Kö 4,16; Hi 24,8; Pred 3,5; Hl 2,6 wo das Wort vor kommt). Habakuk bezeichnet sich als Prophet (1,1). Manche meinen, dass er zu dem prophetischen Amt berufen wurde, während er als Levit/Tempelsänger diente. Dies würde die musikalischen Angaben in 3,1 und 3,19 erklären.
Ein genaues Studium des Buches zeigt, dass es höchstwahrscheinlich zwischen 609 v.Chr., dem Tod von König Josia, und 605 v.Chr., der Schlacht zu Karkemisch, zwischen Ägypten (Pharao Necho) und Babylon (Nebukadnezar II), geschrieben wurde.

Habakuk diente daher nach dem gottesfürchtigen König Josia, während der Regierungszeit von König Jojakim. Er war ein Zeitgenosse Jeremias.

JOAHAS – (2Kö 23,31-34; 2Chr 36,1-4)
Er wurde auch Sallum genannt. Er regierte nur 3 Monate und wurde als Gefangener nach Ägypten geführt. Er starb dort, wie Jeremia es prophezeit hatte.

JOJAKIM – (2Kö 23,35-24,7; 2Chr 36,5-8)
Der Pharao Necho setzte ihn in das Amt. Er regierte 11 Jahre. Sein Name wurde von Eljakim auf Jojakim abgeändert. Jeremia hatte während seiner Regierung eine schwierige Zeit. Im Tempel prophezeite er, wie das Volk in die babylonische Gefangenschaft gehen würde. Die Fürsten Judas verlangten seinen Tod. Nur durch die Hilfe von Freunden blieb er am Leben. Er schrieb auch eine Rolle mit Prophezeiungen, die jedoch von Jojakim völlig verschmäht wurden. Man weiß nicht genau, wie Jojakim starb, jedenfalls hinterließ er seinem Sohn eine gefährliche Anti-Babylon-Politik.
Die in Kap. 1 über die Chaldäer gemachten Angaben erwecken den Eindruck, dass sich Habakuk darüber völlig im Klaren ist, dass die Bosheit, Grausamkeit und Brutalität der Assyrer nun in den Chaldäern fortgesetzt wird. Wenn das Buch kurz vor der Schlacht zu Karkemisch geschrieben wurde, dann sah der Prophet, wie nun auch Babylon zur Weltmacht wurde und diese grausame Weltherrschaft fortsetzte. Einige Jahre später, 610 v.Chr., begannen die Chaldäer (Babylonier) mit ihren Angriffen gegen das Südreich und schleppten Gefangene weg.
Vor einiger Zeit wurde in den alten Schriften, die beim Toten Meer gefunden wurden, auch ein Schriftstück mit dem Titel „der Kommentar über Habakuk“ entdeckt. Dieses Dokument behandelt allerdings nur die Kap. 1-2; Kap. 3 wird überhaupt nicht erwähnt. Dies fachte eine Diskussion unter Theologen an. Sie zogen den Schluss, dass das dritte Kapitel des Buches wahrscheinlich gar nicht von Habakuk geschrieben wurde, sondern dass es irgend jemand zu einem späteren Zeitpunkt verfasste. Doch diese Annahme ist nicht berechtigt. Wenn man „den Kommentar über Habakuk“ näher ansieht, merkt man, dass der Schreiber nur eine Absicht hatte: Er wollte zwischen den Chaldäern und ihren Angriffen auf das Südreich und der politischen und geistlichen Lage in seinen Tagen Parallelen ziehen. Im Rahmen dieses Themenkreises fand er in Kap. 3 nichts Anwendbares. Daher schrieb er darüber auch nichts. Kap. 3 beinhaltet die Reaktion Habakuks auf die Antworten, welche Gott ihm auf seine Fragen in Kap. 1-2 gegeben hat.
Das Buch Habakuk stellt die Konflikte eines Gläubigen dar, und zwar in Bezug auf den angeblichen Widerspruch zwischen dem, was er durch Glauben über seinen Gott weiß, und dem, was er auf der Weltbühne mit seinen Augen sieht. Er ist nicht imstande diesen Widerspruch selbst zu lösen und daher wendet er sich mit seinen Fragen an Gott. Der Dialog zwischen Gott und Habakuk wird in Kap. 1-2 beschrieben. Die Reaktion Habakuks auf Gottes Antworten findet man in Kap. 3.

Karte 164 – Die Unterteilung von Nahum

1-2 3
DER DIALOG DER EPILOG
Habakuk stellt Fragen Habakuk ist voll Lob

EINTEILUNG VON HABAKUK

HAUPTGEDANKE: DIE ABSOLUTE GERECHTIGKEIT GOTTES

I) DER DIALOG – FRAGEN:  1-2
1) HABAKUK STELLT SEINE ERSTE FRAGE:  1,1-4
2) GOTT ANTWORTET:  1,5-11
3) HABAKUK STELLT SEINE ZWEITE FRAGE:  1,12-2,1
4) GOTT ANTWORTET:  2,2-20

II) DER EPILOG – LOBPREIS:  3
5) HABAKUK BETET:  3
I) DER DIALOG – FRAGEN: 1-2
Habakuk war ein fragender Mensch. Er sah die Sünden seines Volkes. Er konnte nicht verstehen, warum der Herr nicht eingeschritten war. Gott zeigt ihm, dass Er die Chaldäer dazu verwenden würde, um das Gericht an Seinem Volk auszuführen.

1) HABAKUK STELLT SEINE ERSTE FRAGE: 1,1-4
Es scheint, als ob Habakuk etwas ungeduldig geworden ist. Er hat über das Problem gebetet und drängt Gott zur Antwort auf seine Frage. Warum lässt der Herr die Ungerechtigkeit zu? Warum schweigt der Herr? Warum greift Er nicht in das Geschehen Seines Volkes ein?
2) GOTT ANTWORTET: 1,5-11
Der Herr antwortet, dass Er doch in der Geschichte der Völker am Wirken ist. Er wird ein grausames und blutrünstiges Volk gegen das Südreich bringen. Dieses Volk, die Chaldäer (die Babylonier), beten ihre eigene militärische Stärke an, doch Gott wird sie verwenden.
3) HABAKUK STELLT SEINE ZWEITE FRAGE: 1,12-2,1
Nun versteht der Prophet nicht, warum Gott so ein Volk als Sein Werkzeug gegen Juda verwenden kann. Er beweist jedoch seinen Glauben, indem er allen Widersprüchen zum Trotz an der Integrität Gottes festhält. 1,12-13 zeigt den Glauben Habakuks. In 1,15-17 setzt er sich jedoch mit dem Problem der Bosheit und Grausamkeit der Chaldäer realistisch auseinander. In 2,1 nimmt er letztlich die Stellung des Wartenden ein … „will spähen, um zu sehen, was Er mit mir reden wird“.
4) GOTT ANTWORTET: 2,2-20
Der Herr ermutigt Habakuk zu glauben. Das Gericht wird kommen. Er soll geduldig auf die Erfüllung der Verheißung warten. Sein Glaube wird ihm den notwendigen Halt geben: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“ (2,4). Der Glaube ist auch das Merkmal, das den Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen darstellt.

II) DER EPILOG – LOBPREIS: 3
5) HABAKUK BETET: 3
Die freudige Erwiderung des Propheten auf diese Offenbarung wird in Kap. 3 dokumentiert. Nun versteht er, was der Herr vorhat, und er ist voll Furcht davor. Habakuk, der früher besorgt war, dass Gott vielleicht zu wenig tut, fürchtet sich nun, dass Gott zuviel tun könnte. Er betet, dass Gott inmitten Seines Gerichtes doch Erbarmen walten lassen solle.
In 3,3-15 wird die Beziehung Gottes zu Seinem Volk dargestellt. Die Natur wurde beeinflusst, als Gott Seinem Volk half. Abschließend werden die Gedanken des Propheten noch einmal formuliert. Er fürchtet sich weiter in Bezug auf das kommende Gericht, doch wartet er in Ruhe auf den „Tag der Drangsal“ (V. 16). Er freut sich in seinem Gott, da er nun weiß, dass sein Gott absolut gerecht ist.

1.Petrus 2,11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,

1.Petrus 2,11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,
Parallelvers
Ps 39,13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter.
Christen können ihre Pflichten aus 3 Perspektiven betrachten: 1.) als Pilger (V. 11.12); 2.) als Bürger (V. 13-17); und 3.) als Knechte (V. 18-20). In V. 21-25 zeigt Petrus, wie Christus ein Vorbild gegeben hat, indem er inmitten seiner feindseligen Umgebung ein vollkommenes Leben führte. Weiterlesen

1. Petrus 2,7 Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist,

Hier haben wir zuerst einen Zuspruch: „Für euch, die ihr glaubt, ist er kostbar.“ Für den, der Jesus Christus ganz vertraut, ist er der höchste Wert, das Beste, was ich im Leben gewinnen kann.
Hinsichtlich Christus kann es keinen neutralen Standpunkt geben. Den Pharisäern sagte Jesus: „Wer nicht mit mir ist, ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut“ (Mt 12,30). Somit gibt es nur zwei Gruppen hier, die Glaubenden und die Ungehorsamen, die die Wahrheit verschmähen. Dies schmettert die falschen Argumente des „nicht-glauben-Könnens“ ab. Unglaube ist Ungehorsam dem Ruf der frohen Botschaft gegenüber, es ist eine Sache der persönlichen Entscheidung. Diejenigen, die die Vergeltung des kommenden Herrn kennen lernen werden, sind die, „die dem Evangelium nicht gehorcht haben“. Dem Glaubenden ist Christus kostbar. Noch mehr, denn dieser Vers lautet: „Euch nun, die ihr glaubt, ist die Kostbarkeit“.
Der grie. Text enthält in V. 6 (timios = kostbar) und V. 7 (timae = Kostbarkeit) den gleichen Wortstamm. Das sollte auch in der Übersetzung zum Ausdruck kommen, denn V.7 nimmt das in V.6 zitierte als Gotteswort auf und wendet es auf die Empfänger an Das grie. timae heißt: Wert, Ehre, Ehrenstellung. hier am besten Kostbarkeit entsprechend dem „kostbar in V. 6. V. 6 sprach vom kostbaren Eckstein, und V. 7 f macht deutlich: den Gläubigen wird das Kostbare, die Ehre dieses Ecksteins zuteil, die Ungläubigen aber haben gerade den verworfen, den Gott zum Eckstein gemacht hat.
Damit ist der Gekreuzigte für sie zu einem Stein geworden, an dem sie sich stoßen, und zu einem Felsen, über den sie stolpern. So hat also der gleiche Stein ganz entgegengesetzte Wirkung, je nachdem die Menschen sich im Glauben oder Unglauben ihm stellen.

1. Petrus 2,5 Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

Ehe die Leser nun an das Paradoxon eines „lebendigen Steines“ gewöhnt werden, führt der Text sie in die doppelte Metapher ein, nämlich daß sie selbst „lebendige Steine“ sind.
Wenn Sünder im Glauben zu Christus, dem „lebendigen Stein“, kommen, werden auch sie lebendige Steine; wenn jemand an Christus glaubt, dann teilt er dessen Leben (vgl. Joh 17,21.23; 2Kor 3,18; Eph 4,15-16; 1Jo 3,2). Lebendige Steine zu sein, bedeutet, dass die Gläubigen das ewige Leben Christi haben. Sie sind mit ihm verbunden, was ihr erstes geistliches Privileg ist. Sie verehren ihn nicht nur, sind ihm gehorsam und beten zu ihm; sie sind mit ihm als Steine in einem geistlichen Haus verbunden, dessen Eckstein er ist. Christen werden Teilhaber des göttlichen Wesens: Kol 3,3-4; vgl. Gal 2,20. Der Brennpunkt jeder Baureihe und die Perspektive jedes Winkels in diesem herrlichen Gebäude lenken das Augenmerk immer auf Christus hin.
Dieser Vergleich führt uns zu dem ersten geistlichen Vorrecht, dessen sich die Christen erfreuen: die Einheit mit Christus selbst. Das macht das Christentum einmalig unter den Religionen. Von Buddhisten heißt es nicht, sie seien in Buddha; Muslime sind nicht in Mohammed oder gar in Allah; Konfuzianer sind nicht in Konfuzius. Nur die Christen sind mit Christus vereint und empfangen ihr geistliches Leben von dem Gegenstand ihrer Verehrung. Weiterlesen

Matthäus 6,21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Wenn vom Herzen gesprochen wird, wird nicht nur Liebe oder Empfindungen, sondern die Gesamtrichtung des innersten Wollens beansprucht. Ist Wille und Herz auf den Himmel gerichtet, so ist es auf Gott gerichtet. Jesu Wort fragt also, ob der Schatz und Besitz des Herzens bei Gott gesucht wird, ob das innerste Wollen auf ihn gerichtet ist; ähnlich redet er in Gleichnissen und Sprüchen wie Mt.13,44-46;Luk.16,1-12. Beim „Schatz im Himmel“ ist also an die „Herrschaft des Himmels“ gedacht. Die Frage ist die, ob Gott oder der Reichtum über uns herrscht. So stellt unser Spruch vor die gleichen Fragen wie die Gegensatzstücke 5,20-48. Er trägt die gleiche Form der scharf zugespitzten (paradoren, radikalen) Aussage. Er meint weit mehr als eine bloße neue Gesinnung, nämlich ein ganz neues Handeln. Um zu zeigen, wie sich das im Alltag auswirkt, müsste man die die Geschichte der Kirche von den paulinischen Briefen bis zur Gegenwart durchgehen. Forschungen der Nationalökonomie (Max Weber) haben gezeigt, daß am Anfang gerade der abendländischen Wirtschaftsentfaltung im Calvinismus und Puritanismus die Verantwortung vor Gott der Beweggrund ist: aller Besitz gehört nicht uns, sondern Gott. Umso schärfer richtet sich Jesu Wort gegen jedes Besitzen, über dem Gott vergessen wird; und sein Wehe über die Reichen (Luk.6,24;16,25) trifft den Stolz, der sich gegen Gott erhebt.
Schniewind, Julius: Das Evangelium nach Matthäus. Das neue Testament Deutsch Bd. 2 Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht 8.Auflage 1956 Seite 91
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Gibt Gottes Wort ein bestimmtes Interpretationsmodell vor

Gute Theologen haben immer wieder zu Recht die Frage gestellt: Gibt Gottes Wort ein bestimmtes Interpretationsmodell vor, nach dem wir uns richten sollen? Die Antwort lautet: Ja, das Wort Gottes (hier in doppelter Bedeutung: Bibel und Jesus) selbst gibt ein bestimmtes Interpretationsmodell vor: Lk 24,44-47 spricht Jesus zu seinen Jüngern: “44 Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden, 46 und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.” Die Formel, die Jesus in 44 verwendet, bezieht sich auf das gesamte hebräische Alte Testament (= Thora, Neviim, Schirim). Das gesamte AT, sagt Jesus also, ist eine Erzählung über mich, meinen Tod, meine Auferstehung und die nachfolgende Verbreitung des Evangeliums von der Vergebung der Sünden. Ähnlich vorher in Lk 24,27 zu den Emmaus-Jüngern: “27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.” Die christologische Lektüre der Bibel wird also durch die Autorität des Wortes Gottes und des Sohnes Gottes vorgegeben. Und wer nur dem vorösterlichen Jesus glauben will, der nehme Joh 5,39, wo Jesus inhaltlich das Gleiche sagt: “Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt.” D.h. es gibt ein Interpretationsmodell, das qua Autorität des Wortes Gottes Vorrang hat.