Lehre, damit keine Leere in den Gemeinden entsteht – Oder: Warum wir auf die Lehre nicht verzichten dürfen

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich besser damit auskennt, wie man Menschen fesseln kann, als ein Krimiautor. So schreibt die große englische Kriminalschriftstellerin Dorothy L. Sayers: „Man versichert uns dauernd, die Kirchen seien darum so leer, weil die Prediger zu viel Gewicht auf die Lehre legten: auf das ›langweilige Dogma‹, wie man zu sagen pflegt. Man lasse mich einmal sagen, dass genau das Gegenteil wahr ist; es ist die Vernachlässigung des Dogmas, die die Predigten so langweilig macht.“ An Aktualität haben diese provokanten Sätze aus dem Jahr 1938 wohl kaum etwas eingebüßt. Immer wieder begegnet uns heute die Sichtweise, dass Lehre nicht so wichtig sei und eher persönlichen Erfahrungen und Ansichten oder christlichen Persönlichkeiten große Autorität eingeräumt wird. In den USA melden sich maßgebliche evangelikale Theologen zu Wort: Sie sehen eine besorgniserregende Entwicklung unter jungen evangelikalen Christen: Es verbreite sich die Meinung, dass auch andere Religionen Wege zum ewigen Leben sind. Weiterlesen

Die Synoptische Frage – Zur Verlässlichkeit des Neuen Testamentes Teil 1

Rein quantitativ stellen die Geschichtsbücher (Evangelien und Apostelgeschichte) etwa die Hälfte des Neuen Testamentes dar. In einer Diskussion um die Zuverlässigkeit des NT´s spielen diese also eine zentrale Rolle. Doch nicht nur quantitativ sind sie gewichtig. So sind es doch die Evangelien, welche die Lebensberichte Jesu, des Messias, enthalten und somit ein historisches Zeugnis über ihn liefern.
Eine wichtige Frage in der Entstehung der Evangelien und somit auch in der Forschung über ihre historische Verlässlichkeit ist die Synoptische Frage.
Die Evangelien des Matthäus, des Markus und des Lukas weisen eine Vielzahl an Gemeinsamkeiten auf,  die sowohl den Inhalt der Evangelien, als auch die Reihenfolge der einzelnen Geschichten bzw. Perikopen betreffen. Das zeigt die enge Verbindung der drei Evangelien untereinander und grenzt sie gegenüber dem Johannesevangelium ab. Das Wort „Synoptik“ bedeutet im Griechischen soviel wie „Zusammenschau“.
In der Diskussion um die Autorenschaft und das Alter der Evangelien sind diese (auf den ersten Blick „Kleinigkeiten“) schlagkräftige Argumente.
Der Bericht über die Heilung eines Gelähmten in Matthäus 9,1-8 z.B findet seine synoptischen Parallelen in Markus 2,1-12 und Lukas 5,17-26. Liest man diese Berichte nebeneinander wird einem die Frage des synoptischen Problemes bewusster.
Doch wie ist diese Zusammengehörigkeit entstanden? Viele Theologen haben sich darüber Gedanken gemacht und es gibt einige Theorien, die sich herauskristallisiert haben.
A) Theorien, die davon ausgehen, dass die Evangelien unabhängig voneinander entstanden sind
1. Das schriftliche Ur-Evangelium: Gotthold Ephraim Lessing ging von einem auf Hebräisch verfassten Urevangelium aus, welches die Evangelisten als Vorlage benutzt haben sollen. Diese Theorie erfreut sich nicht allzu großer Beliebtheit unter den Forschern, da sie die besonderen Feinheiten der Synoptischen Frage nicht klären kann.
2. Die Fragmentenhypothese: Diese Theorie geht davon aus, dass die Evangelisten die gleichen schrifltichen Quellen benutzt haben. Diese waren einzelne Erzählungen oder Aussagen, welche dann in die Evangelien eingearbeitet wurden.
3. Die Traditionshypothese: Ein mündliches Ur-Evangelium soll zuvor existiert haben, welches die Evangelisten kannten. Ich werde später noch einmal auf diese Theorie zurückgreifen.
B) Theorien, die davon ausgehen, dass die Evangelien literarisch voneinander abhängig sind
0. Die Besonderheit des Markus-Evangeliums: Die Übereinstimmungen zwischen den Synoptikern gibt es ja sowohl im Inhalt, als auch auf der Ebene der Reihenfolge in welcher die einzelnen Ereignisse berichtet werden. Hierbei fällt auf, dass wenn Matthäus und Markus in der Reihenfolge miteinander übereinstimmen, sie oft gegen Lukas gehen, der die Berichte anders anordnet. Genaus verhält es sich anders herum: Stimmen Lukas und Markus miteinander überein, so ordnet Matthäus die Berichte oft anders an. Eine Sache aber sticht heraus: Matthäus und Lukas stimmen fast nie gegen Markus überein. Die Reihenfolge des Markus geht also nie gegen die anderen beiden Evangelisten. Markus hat somit eine Sonderrolle, die dazu geführt hat, dass man die „Benutzungshypothesen“ einführte. Diese gehen von einer literarischen Abhängigkeit der Evangelien untereinander aus, in der Markus die Mitte darstellt.
1. Zwei-Evangelienhypothese:  (Auch Griesbachhypothese genannt) Matthäus als das älteste Evangelium, aus dem Markus schöpfte. Lukas schöpfte dann aus Markus und aus Matthäus. Von dieser Theorie gibt es auch verschiedene Versionen, so dass z.B. manchmal auch Lukas aus Matthäus schöpft und Markus dann aus beiden. Die Matthäuspriorität wird aber in der Regel eingehalten.

2.  Markuspriorität: Eine frühere Version des Markusevangeliums soll als schriftliches Ur-Evangelium benutzt worden sein.
3. Markuspriorität mit Q: Die wahrscheinlich populärste Theorie. Man nennt sie auch die „Zwei Quellentheorie“. Hier wird davon ausgegangen, dass Matthäus und Lukas sowohl Markus als auch eine zweite Quelle Q (die Logienquelle) benutzten, welche Aussprüche Jesu enthalten haben soll. Weil Matthäus und Lukas in ca. 250 Versen übereinstimmen, die in Markus nicht enthalten sind kann man auf eine weitere Quelle schließen. Friedrich Schleiermacher war der Erste, der diese „Logienquelle“ (Logien=Aussprüche) als existent annahm. Matthäus und Lukas enthalten beide noch Abschnitte, die man keiner der Quellen zuordnen könnte. Diese werden dann als „Sondergut“ bezeichnet, welches jeweils nur Matthäus oder Lukas benutzten.

C) Bewertung der Theorien
Die momentan populärste Theorie ist, wie oben schon genannt, die Markuspriorität mit Q oder auch die „Zwei-Quellentheorie“. Rein literarisch ist eine Priorität des Markus, also die Auffassung, dass Markus als Vorlage diente, sehr wahrscheinlich. So geht der Markus-Stoff z.B. fast vollkommen in Matthäus und Lukas auf d.h. das Markus Evangelium ist fast vollständig in Lukas und Matthäus enthalten. D.A. Carson schreibt: „Wenn man Markus kennt, ist es offensichtlich warum Matthäus geschrieben wurde. Kennt man allerdings Matthäus kennt ist es schwierig zu wissen warum man Markus noch schreiben musste.“.
Die Quelle Q jedoch ist eine nicht bewiesene Quelle, welche auch literarisch weniger wahrscheinlich ist wie z.B die Markuspriorität. Ein Schriftstück wie Q, welches den Evangelisten bekannt war müsste irgendwo erwähnt worden sein. Die Kirchenväter z.B. erwähnen eine solche Sammlung an keiner Stelle. Rein literarisch kann Q die Entstehung der synoptischen Evangelien zwar erklären, jedoch hat auch diese Theorie Defizite wie die „Minor Agreements“, welche Übereinstimmungen zwischen Lukas und Matthäus sind und die nicht aus Q stammen können.
Die Existenz Q´s erscheint mir eher als unwahrscheinlich. Sicherlich muss man aber, wenn man an einer Markuspriorität festhält, andere Quellen annehmen.
Die anderen Theorien sind Minderheitenpositionen und nicht leicht zu beweisen. Eine jedoch sollte nochmal besonders betrachtet werden: Die Traditionshypothese, welche von einem mündlichen Ur-Evangelium ausgeht. Beobachtungen zur mündlichen Kultur der Juden im 1.Jh und Übereinstimmungen mit mündlichen Kulturen heute lassen diese Theorie zumindest wahrscheinlich erscheinen. So lassen sich Statistiken über die Übereinstimmungen zwischen den Evangelien erstellen, welche zeigen, dass diese aus dem Gedächtnis der jeweiligen Evangelisten hervorgegangen sein könnten. Die Grundidee ist folgende: Es gab einen mündlichen Urbericht. Einen solchen könnte z.B. Petrus erstellt haben. Markus der für Petrus als Dolmetscher arbeitete schrieb ihn sehr früh aus seiner Erinnerung auf, was erklären würde, warum sein Bericht der genaueste ist. Matthäus und Lukas kannten den Petrusbericht ebenfalls und schrieben ihre Evangelien unabhängig voneinander, wobei ihnen jeweils ihre Erinnerung an den Petrusbericht und das schon vorhandene Markusevangelium (eher mündlich als schriftlich) als Grundlagen dienten.
Die hier zugrunde liegenden Untersuchungen sind sehr kompliziert und würden den Rahmen des Blogs sprengen. Armin Baum, Professor an der FTH Gießen jedoch hat auf diesem Gebiet geforscht und ein Werk mit dem Titel Der mündliche Faktor bei der Entstehung der synoptischen Evangelien herausgegeben. Baum hat z.B. festgestellt, dass die Übereinstimmungen der Evangelien bei Worten Jesu wesentlich höher sind als bei normalen Erzählstoff. In einer Abgleichung mit der Gedächtnisforschung zeigt sich, dass Menschen sich Zitate besser behalten können als normalen Erzählstoff.
D) Die Gefahr von Q
Da viele Theologen fest mit der Richtigkeit der Zwei-Quellen-Hypothese rechnen, wird die Existenz Q´s schon fast postuliert. Wie eben schon gesagt gibt es allerdings keine Beweise für eben diese Quelle Q. Man arbeitet jedoch daran sie aus den Evangelien zu rekonstruieren und ihren ursprünglichen Text zu erfassen. Da für viele Theologen Q älter ist als die Evangelien, ist Q für sie somit auch näher an Jesus bzw. den ersten Christen selbst, was zur Folge hat, dass sie die Bedeutung Q´s auch sehr schwer gewichten.
Ein nicht-existentes Dokument zu einem wichtigen Pfeiler der Theologie zu machen scheint mir unvernünftig – Zumal Q z.B keinen Passionsbericht enthalten soll.Einige Theologen schließen daher, dass Kreuz und Leid Jesu eine weniger zentrale Rolle im Christentum spielen sollten.
Nichts desto trotz ist es nicht „Bibelkritisch“ an Q festzuhalten. Ich aber empfinde es nicht als die beste Lösung und schrecke ein wenig vor den theologischen Konsequenzen Q´s zurück.
E) Schluss 
Der Beitrag über die Synoptischen Evangelien soll dazu dienen Hintergrundwissen zur Evangelienforschung zu geben. Wie oben schon geschrieben sind die Evangelien die Zeugnisse des Lebens Jesu. Viele gute Wissenschaftler arbeiten daran ihre Glaubwürdigkeit auch auf einer wissenschaftlichen Ebene zu verteidigen und herauszustellen.
Gottes Wort in den Evangelien ist ein Geschenk, für welches wir unendlich dankbar sein sollten, welches wir genießen und glauben sollten und welches wir natürlich leben sollten.

http://gesellschaftsfaehig.blogspot.de/2011/06/die-synoptische-frage-zur.html

1. Petrus 4, 1 Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde,

In den ersten sieben Versen dieses Kapitels spricht der Apostel weiter über die allgemeinen Grundsätze der Regierung Gottes. Kapitel 3 endete mit der Verherrlichung Jesu Christi. Alles ist Ihm unterworfen, und Er steht bereit, das Gericht über Lebendige und Tote auszuüben. Das ist für uns ein Grund, getrennt von der Welt und ihren Grundsätzen zu leben. Denn obwohl der Herr verherrlicht ist, verwirft die Welt Ihn dennoch, und jeder, der mit Ihm verbunden ist, wird von ihr verworfen werden.
Mit dem Kausalpronomen weil (die griechische Partikel oun, die hier folgernde Bedeutung hat) kehrt Petrus zum Thema des Leidens Christi (vgl. 1. Petr 3,18) zurück und überträgt das Prinzip des geduldigen Ausharrens in zu Unrecht erfahrenem Leiden auf die momentane Situation seiner Leser.
„so wappnet euch auch mit demselben Sinn;“ Diese Aufforderung greift auf 2,21 und 3,18 zurück und faßt die Grundforderung prägnant zusammen: Mit und nach dem Vorbild Christi leiden! „Fleisch“ meint die leibliche, irdische, leidensfähige Existenz Christi. Das Verb hoplisasthe bedeutet sich bewaffnen; ennoia bezeichnet den Gedanken, die Einsicht, die Erkenntnis und die daraus erwachsende geistige Haltung. Das mit „sich wappnen“ übersetzte Wort hoplisasthe, das nur an dieser Stelle im Neuen Testament auftaucht, stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch und bezeichnet das Anlegen der Rüstung bei einem Soldaten (vgl. Eph 6,13). Mit der gleichen Entschlossenheit und Sorgfalt, mit der sich ein Soldat für die Schlacht rüstet, sollen sich die Christen den „Sinn“ (ennoian, wörtlich „Gedanken“; das Wort taucht in der Bibel sonst nur Hebr 4,12 auf) Christi in der Verfolgung zu eigen machen: die unbeugsame Entschlossenheit, den Willen Gottes zu tun. Die Adressaten werden also aufgefordert, sich mit der Überzeugung vertraut zu machen, daß Leiden um Christi willen wesenhaft zum Christsein gehört und sich daher bewußt dem Leiden zu stellen. Wer sich mit dieser Überzeugung wappnet, also leidensbereit lebt, wird durch das Leiden weder im Glauben unsicher werden, noch wird er vor dem Leiden fliehen oder gar durch das Leiden in eine Glaubenskrise geraten. Im Gegenteil, er wird das – von Gott zugelassene – Glaubensleiden als Ausweis echten Christseins und als Segen ansehen.
Wir haben mit der Sünde abgeschlossen, wenn wir den Tod Christi im Glauben für uns annehmen. Wir leben noch in der Welt, und doch ist unser Leben im eigentlichen Sinn des Wortes außerhalb der Welt. Wir gehören einer ganz anderen Welt an, und unser Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Die Annahme des Werkes Christi hat eine totale Änderung unserer Stellung zur Folge. Es das Hineingezogenwerden in sein Leiden und seinen Tod. Christus litt im Fleisch, und genauso leiden die Christen im Fleisch. Wer das auf sich nimmt, der hat aufgehört mit der Sünde, d. h., er ist Christus gleichgeworden (wie es auch in der Taufe deutlich wird) und hat mit seinem bisherigen sündigen Leben gebrochen. Weil Christus gestorben ist, sollen die Christen „hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde“ (Röm 6,6 – 7).
Der von Gott getrennte Mensch lebt aber grundsätzlich für sich selbst, er weicht den Leiden aus und will es möglichst schön haben. In Jesus Christus aber ist das andere geschehen. Da ist ein Mensch (nein, der Mensch, wie Gott ihn wollte) hinausgetreten aus dieser leidensscheuen Selbstliebe und hineingetreten in den Gehorsam gegenüber Gott – ins Leiden. Eben diesen Schritt hat die Gemeinde im Glauben an ihn, hinter ihm her auch tun dürfen (vgl. 2, 21).

1. Petrus 3, 22 welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und es sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Mächte.

Das Kapitel schliesst mit dem Lobe dessen, der der Sieger ist über alle Welt und alle Mächte.
Im Text heißt es, dass Jesus sich zur Rechten Gottes setzte. Die Rechte Gottes ist nicht bloß ein Ruhe- und Ehrenplatz, sondern vor allem der Herrschersitz. In Eph 1,20-23 wird ausgeführt, dass Jesus damit zum ewigen Herrscher über alle Mächte und Gewalten, über alles was Rang und Namen hat und auch als Haupt über die Gemeinde eingesetzt wurde.
Die Auferstehung wird hier als ein „aufgefahren“ beschrieben, und zwar mit dem gleichen Verbum, das in V. 19 das „Hinfahren“ zu den Geistern im Gefängnis bezeichnete. In Apg. 1,10f. bezeichnet es die Himmelfahrt Jesu. Das „Sitzen zur Rechten Gottes“ steht auch im Ps. 110,1, die im NT wohl am häufigsten benützten alttestamentlichen Stelle. Dort ist auch die Unterwerfung aller Feinde erwähnt. Auch Paulus hat das in l.Kor. 15,25-27 (zusammen mit Ps. 8,7) aufgenommen. Auferstehung Jesu Christi ist also als sein Herrschaftsantritt, seine Thronbesteigung verstanden.
Petrus’ abschließende Aussage in diesem Abschnitt und diesem Kapitel betont noch einmal, dass die gefallenen und rebellischen Engelscharen Jesus Christus durch Kreuz und Auferstehung unterworfen sind und dadurch Seelen vom ewigen Gericht errettet wurden – der größte Triumph, den das Leiden einer gerechten Person jemals hervorgebracht hat. Das Wort unterworfen (von hupotassō), „sich unter der Leitung eines Kommandanten in Formation aufstellen“) beschreibt den gegenwärtigen Status aller geistlichen Wesen in Bezug auf Christus. Er steht über allen (Phil 2,9-11).
Wer um die absolute Überlegenheit Jesu über alle diese Mächte weiß, wird aus diesem Wissen Zuversicht und Hoffnung schöpfen. Er wird, selbst unter Leiden, diese Mächte nicht wirklich zu fürchten brauchen. Er wird in Bedrängnissen sein Vertrauen auf seinen über alles erhöhten Herrn setzen, ihm zu Ehre und Dienst.

1. Petrus 3, 13 Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?

Eine Frage, die für die, die wirklich im tiefsten Leiden stehen, zunächst provozierend klingt. Warum müssen sie leiden, wenn sie ihr Leben entsprechend der Weisung des Glaubens voll Eifer nach dem Willen Gottes ausrichten? Bewirkt diese Lebensweise wirklich Glück und Heil oder nicht eher das Gegenteil? Die Frage des Briefschreibers ist aber so formuliert, daß sie nur mit Nein beantwortet werden kann. Auch Paulus fragt in ähnlichem Zusammenhang, wenn er die geballten Angriffsmächte gegen die Jesusleute aufzählt: „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?“ (Röm 8,31). Etwas von diesem triumphalen Ton liegt in dieser Frage des Petrus: Wer kann euch denn wirklich ernsthaft noch bedrohen, etwas Böses antun? Wer könnte euch eigentlich noch schaden? Hier wird der verfolgten und angefochtenen Gemeinde der Blick dafür geöffnet, dass sie einen sieghaften Herrn hat, der für die Seinen eintritt, wie es ja die Verse vorher gerade eindrücklich zugesprochen haben. Das ist doch die Wirklichkeit der Christen: Sie sind „Eiferer (Zeloten!) für das Gute geworden“ (so das Griechische wörtlich). Zeloten (zēlōtēs) beinhaltet den Gedanken an „Intensität“ oder „Enthusiasmus“ und beschreibt eine Person mit großer Leidenschaft für eine bestimmte Sache. Zu neutestamentlichen Zeiten gab es eine radikale politische Gruppierung jüdischer Patrioten, Zeloten genannt, die versprachen, die Juden von jeglicher Fremdherrschaft zu befreien. Zu diesem Ziel machten sie auch vor unmoralischen Maßnahmen nicht halt (wie Lügen, Stehlen, Mordanschlägen), selbst wenn diese zu ihrem eigenen Tod führten.

Vater unser

Das Gebet – Lebensäußerung und Aufgabe der Menschen Gottes
1. Das „Vater Unser“ als grundlegende Schule des Gebets
2. Wie sind die biblischen Verheißungen fürs Gebet zu verstehen?
3. Die Bibel nennt einige Gründe, warum Gebete nicht erhört werden.
4. Einerseits soll ich nicht zu schnell bei einem Gebetsanliegen aufgeben, aber andererseits muss ich auch ein eventuelles Nein Gottes akzeptieren.
Wie soll ich erkennen, was in meinem Fall zutrifft? Weiterlesen

Der Teufel Gottes

„Gleichwohl behaupte ich, dass die Dämonenvorstellungen des Neuen Testaments barer Aberglaube sind; die Kirche sollte schleunigst das ihre tun, ihn auszurotten.“ Rudolf Bultmann, deutscher Theologe, fällte 1948 ein vernichtendes Urteil über den Teufel- und Dämonenglauben in der Kirche.
Viele kluge Menschen folgen ihm und kommen zum Schluss, dass man den Teufel nicht mehr ernst nehmen darf. Das Böse ist für sie nicht auf einen persönlichen Teufel zurückzuführen, sondern auf unsere gesellschaftlichen Strukturen und soziale Realität. Das Böse ist lediglich Ausdruck einer ungerechten Politik und Gesellschaft. Weiterlesen

Das Märchen vom lieben Gott…

„Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm“, „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“, „Hinten müssen wir dichthalten und vorne hilft uns der liebe Gott!“ oder auch „Lieber Gott, bitte gib mir die Weisheit, einige Menschen zu verstehen, die Geduld, sie zu ertragen; die Güte, ihnen zu verzeihen. Aber bitte gib mir keine Kraft. Denn wenn ich Kraft habe, haue ich ihnen aufs Maul!“ Weiterlesen

Wir fallen auf unsere Knie und fühlen, wie unsicher der Untergrund ist

Ich bin fassungslos angesichts des verheerenden Erbebens in Japan. John Piper hat ein bewegendes Gebet verfasst, das ich auch zu meinem mache:
Father in heaven, you are the absolute Sovereign over the shaking of the earth, the rising of the sea, and the raging of the waves. We tremble at your power and bow before your unsearchable judgments and inscrutable ways. We cover our faces and kiss your omnipotent hand. We fall helpless to the floor in prayer and feel how fragile the very ground is beneath our knees.
O God, we humble ourselves under your holy majesty and repent. In a moment—in the twinkling of an eye—we too could be swept away. We are not more deserving of firm ground than our fellowmen in Japan. We too are flesh. We have bodies and homes and cars and family and precious places. We know that if we were treated according to our sins, who could stand? All of it would be gone in a moment. So in this dark hour we turn against our sins, not against you.
And we cry for mercy for Japan. Mercy, Father. Not for what they or we deserve. But mercy.
Have you not encouraged us in this? Have we not heard a hundred times in your Word the riches of your kindness, forbearance, and patience? Do you not a thousand times withhold your judgments, leading your rebellious world toward repentance? Yes, Lord. For your ways are not our ways, and your thoughts are not our thoughts.
Grant, O God, that the wicked will forsake his way, and the unrighteous man his thoughts. Grant us, your sinful creatures, to return to you, that you may have compassion. For surely you will abundantly pardon. Everyone who calls on the name of the Lord Jesus, your beloved Son, will be saved.
May every heart-breaking loss—millions upon millions of losses—be healed by the wounded hands of the risen Christ. You are not unacquainted with your creatures’ pain. You did not spare your own Son, but gave him up for us all.
In Jesus you tasted loss. In Jesus you shared the overwhelming flood of our sorrows and suffering. In Jesus you are a sympathetic Priest in the midst of our pain.
Deal tenderly now, Father, with this fragile people. Woo them. Win them. Save them.
And may the floods they so much dread make blessings break upon their head.
O let them not judge you with feeble sense, but trust you for your grace. And so behind this providence, soon find a smiling face.
In Jesus’ merciful name, Amen.

http://www.hanniel.ch/?p=2401

Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz.

Matthäus 6, 19-21
19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. 21 Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Matth. 6, 19. „Ihr sollt nicht sammeln …“ Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz. Christus zeiht sie wahrlich der Torheit, weil sie ihr Glück, die in so viel Mühe angehäuften Reichtümer, den Würmern und dem Rost darbieten, den Dieben zur Beute ausliefern. Was ist vernunftwidriger, als sein Gut da aufzubewahren, wo es entweder von selbst umkommt oder von Menschen geraubt wird? Das erwägen die Habsüchtigen freilich nicht: denn sie verwahren ihre Schätze in gut verschlossenen Gewölben; doch können sie nicht hindern, daß Diebe und Motten sich ihres Reichtums bemächtigen. Weiterlesen