„Was sind heilige Christen gemäß der Bibel?“

Antwort: Das Wort Heiliger stammt vom griechischen Wort „hagios“ ab, was soviel wie „gottgeweiht, heilig, sakral, fromm“ bedeutet. Es wird meistens in der Mehrzahl benutzt, „Heilige“. „…Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem getan hat“ (Apostelgeschichte 9:13). „Es geschah aber, als Petrus, indem er überall hindurchzog, auch zu den Heiligen hinabkam, die zu Lydda wohnten“ (Apostelgeschichte 9:32). „…was ich auch in Jerusalem getan habe; und viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen…“ (Apostelgeschichte 26:10). Es gibt nur einen Fall, wo das Wort in der Einzahl benutzt wird, „ Grüßt jeden Heiligen in Christus Jesus!“ (Philipper 4:21). In der Schrift wird das Wort „Heilige“ in der Mehrzahl 67 mal benutzt, wo hingegen die Einzahl nur einmal gebraucht wird. Aber sogar in diesem einen Fall ist die Mehrzahl der Heiligen in Sicht „…jeden Heiligen…“ (Philipper 4:21).

Der Gedanke des Wortes „Heilige“ ist eine Gruppe von Menschen die für den Herrn und Sein Königreich ausgezeichnet sind. Es gibt drei Referenzen, die vom frommen Charakter eines Heiligen berichten; „…damit ihr sie im Herrn aufnehmt, der Heiligen würdig…“ (Römer 16:2). „…zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi…“ (Epheser 4:12). „Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt…“ (Epheser 5:3).

Deshalb sind, biblisch gesprochen, die „Heiligen“ der Leib Christi, Christen, die Gemeinde. Alle Christen werden als Heilige angesehen. Alle Christen sind Heilige…und gleichzeitig dazu berufen, geheiligt zu sein. Im 1. Korintherbrief 1:2 wird es klar ausgedrückt, „ ..an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen…“ Die Wörter „geheiligt“ und „heilig“ kommen vom selben griechischen Stammwort wie das Wort, das üblicherweise als „Heilige“ übersetzt wird. Christen sind Heilige kraft ihrer Verbindung mit Jesus Christus. Christen sollen heilig sein, und in zunehmendem Maße ihrem täglichen Leben ihre Position in Christus anpassen. Dies ist die biblische Beschreibung und Berufung der Heiligen.

Wie vergleicht sich die römisch-katholische Auffassung des Begriffs „Heilige“ mit der biblischen Lehre? Nicht sehr gut. In der römisch-katholischen Theologie sind die Heiligen im Himmel. In der Bibel sind die Heiligen auf der Erde. In der römisch-katholischen Lehre wird eine Person nicht heilig, bis sie vom Papst oder einem renommiertem Bischof „seliggesprochen“ oder „heiliggesprochen“ wird. In der Bibel ist jeder ein Heiliger, der Jesus Christus im Glauben angenommen hat. In der römisch-katholischen Praxis werden Heilige geehrt, angebetet, und in einigen Fällen verehrt. In der Bibel werden die Heiligen dazu berufen, nur Gott allein zu ehren, verehren und nur zu Ihm zu beten.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/Heilige-Christen.html

Dreieinigkeit

„Man hat viel geklagt und gescholten über diese [nicaenokonstantinopolitanische] Formel und wahrscheinlich werden Sie früher oder später in Ihrem Studium auf Literaten und auch Lehrer stossen, die das auch tun und es schrecklich finden, dass diese Sache auf diese Formel gebracht wurde. Ich wollte wohl, dass Ihnen, wenn Sie auf solche Seufzer stossen, diese Kollegstunde in Erinnerung kommen und eine kleine Hemmung bei Ihnen auslösen möchte. Dieses Aufbegehren gegen die sogenannte ‚Orthodoxie‘ ist nämlich wirklich ein ‚Wolfsgeheul‘, das man schon als gebildeter Mensch nicht mitmachen sollte. Denn es liegt etwas Barbarisches in diesem Schelten über die Väter. Ich würde denken, selbst wenn man nicht Christ ist, müsste man so viel Respekt haben, zu erkennen, dass das Problem hier in einer grossartigen Weise umschrieben worden ist. Man hat von der nicaenokonstantinopolitanischen Formel gesagt, sie stünde so nicht in der Bibel. Aber es steht Vieles, was wahr und notwendig und zu erkennen ist, nicht wörtlich in der Bibel. Die Bibel ist kein Zettelkasten, sondern die Bibel ist das grosse Dokument der Offenbarung Gottes. Diese Offenbarung soll zu uns sprechen, daraufhin, dass wir selber begreifen. Die Kirche musste zu allen Zeiten antworten auf das, was in der Bibel gesagt wird. Sie musste antworten in anderen Sprachen als der griechischen oder der hebräischen und in anderen Worten als denen, die da standen. Eine solche Antwort ist diese Formel, die sich bewährt hat, als die Sache angegriffen wurde. Es musste wirklich um das Jota gestritten werden: entweder Gott selber oder ein himmlisches oder irdisches Wesen. Das war nicht eine gleichgültige Frage, es ging in diesem Jota um das Ganze des Evangeliums. Entweder wir haben es in Jesus Christus mit Gott zu tun oder aber mit einer Kreatur. Gottähnliche Wesen hat es in der Religionsgeschichte immer wieder gegeben. Wenn die alte Theologie hier bis aufs Blut gestritten hat, so wusste sie warum. Gewiss ist es manchmal recht menschlich zugegangen dabei. Aber das ist gar nicht so interessant, auch Christen sind keine Engel. Wo es um eine wichtige Sache geht, da darf man nicht kommen und ‚Friede, Friede, liebe Kindlein!‘ rufen, sondern da will der Streit mit aller Unerbittlichkeit zu Ende geführt sein. Ich würde sagen: Gott sein Dank haben die Väter damals in aller Torheit und Schwachheit und mit aller ihrer griechischen Gelehrsamkeit sich nicht gescheut, zu kämpfen. Alle diese Formeln sagen ja nur das Eine: der Eingeborene, der vom Vater vor aller Zeit Gezeugte, der Sohn, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, also nicht Kreatur sondern Gott selber, gleichen Wesens mit dem Vater nicht nur ähnlichen Wesens, Gott in Person. ‚Durch welchen das All geschaffen wurde und welcher um unseretwillen vom Himmel, von oben herabgestiegen ist.‘ Herab zu uns: dieser ist Christus. So hat die Alte Kirche Jesus Christus gesehen, so stand ihr seine Wirklichkeit vor Augen, so hat sie sich zu ihm bekannt in ihrem christlichen Glaubensbekenntnis, das eine Aufforderung an uns ist, dass wir es auch so zu sehen versuchen. Wer das begreift, warum soll der nicht einstimmen in den grossen Consensus der Kirche? Was ist es für eine Kinderei, angesichts dieser Sache über Orthodoxie und griechische Theologie zu seufzen! Das hat mit der Sache nichts zu tun. Und wenn es bei der Entstehung problematisch zugegangen sein mag, so wollen wir eben zugeben, dass alles, was wir Menschen tun, problematisch, beschämend und unerfreulich ist und dass es dann je und je dennoch so laufen darf, dass die Dinge genau so herauskommen, wie es notwendig und recht ist. Dei providentia et hominum confusione! – Es geht in diesem Bekenntnis ganz schlicht und ganz praktisch darum, dass wir unserer Sache sicher sein dürfen: In diesem Bekenntnis zu Gottes Sohn unterscheidet sich ja der christliche Glaube von allem, was man Religion nennt. Wir haben es mit Gott selber zu tun, nicht mit irgendwelchen Göttern.“ Karl Barth, Dogmatik im Grundriss, S. 99ff.
Eine Ermahnung die Karl Barth seinen Studenten 1946 zukommen ließ

Lehre, damit keine Leere in den Gemeinden entsteht – Oder: Warum wir auf die Lehre nicht verzichten dürfen

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich besser damit auskennt, wie man Menschen fesseln kann, als ein Krimiautor. So schreibt die große englische Kriminalschriftstellerin Dorothy L. Sayers: „Man versichert uns dauernd, die Kirchen seien darum so leer, weil die Prediger zu viel Gewicht auf die Lehre legten: auf das ›langweilige Dogma‹, wie man zu sagen pflegt. Man lasse mich einmal sagen, dass genau das Gegenteil wahr ist; es ist die Vernachlässigung des Dogmas, die die Predigten so langweilig macht.“ An Aktualität haben diese provokanten Sätze aus dem Jahr 1938 wohl kaum etwas eingebüßt. Immer wieder begegnet uns heute die Sichtweise, dass Lehre nicht so wichtig sei und eher persönlichen Erfahrungen und Ansichten oder christlichen Persönlichkeiten große Autorität eingeräumt wird. In den USA melden sich maßgebliche evangelikale Theologen zu Wort: Sie sehen eine besorgniserregende Entwicklung unter jungen evangelikalen Christen: Es verbreite sich die Meinung, dass auch andere Religionen Wege zum ewigen Leben sind. Weiterlesen

Die Synoptische Frage – Zur Verlässlichkeit des Neuen Testamentes Teil 1

Rein quantitativ stellen die Geschichtsbücher (Evangelien und Apostelgeschichte) etwa die Hälfte des Neuen Testamentes dar. In einer Diskussion um die Zuverlässigkeit des NT´s spielen diese also eine zentrale Rolle. Doch nicht nur quantitativ sind sie gewichtig. So sind es doch die Evangelien, welche die Lebensberichte Jesu, des Messias, enthalten und somit ein historisches Zeugnis über ihn liefern.
Eine wichtige Frage in der Entstehung der Evangelien und somit auch in der Forschung über ihre historische Verlässlichkeit ist die Synoptische Frage.
Die Evangelien des Matthäus, des Markus und des Lukas weisen eine Vielzahl an Gemeinsamkeiten auf,  die sowohl den Inhalt der Evangelien, als auch die Reihenfolge der einzelnen Geschichten bzw. Perikopen betreffen. Das zeigt die enge Verbindung der drei Evangelien untereinander und grenzt sie gegenüber dem Johannesevangelium ab. Das Wort „Synoptik“ bedeutet im Griechischen soviel wie „Zusammenschau“.
In der Diskussion um die Autorenschaft und das Alter der Evangelien sind diese (auf den ersten Blick „Kleinigkeiten“) schlagkräftige Argumente.
Der Bericht über die Heilung eines Gelähmten in Matthäus 9,1-8 z.B findet seine synoptischen Parallelen in Markus 2,1-12 und Lukas 5,17-26. Liest man diese Berichte nebeneinander wird einem die Frage des synoptischen Problemes bewusster.
Doch wie ist diese Zusammengehörigkeit entstanden? Viele Theologen haben sich darüber Gedanken gemacht und es gibt einige Theorien, die sich herauskristallisiert haben.
A) Theorien, die davon ausgehen, dass die Evangelien unabhängig voneinander entstanden sind
1. Das schriftliche Ur-Evangelium: Gotthold Ephraim Lessing ging von einem auf Hebräisch verfassten Urevangelium aus, welches die Evangelisten als Vorlage benutzt haben sollen. Diese Theorie erfreut sich nicht allzu großer Beliebtheit unter den Forschern, da sie die besonderen Feinheiten der Synoptischen Frage nicht klären kann.
2. Die Fragmentenhypothese: Diese Theorie geht davon aus, dass die Evangelisten die gleichen schrifltichen Quellen benutzt haben. Diese waren einzelne Erzählungen oder Aussagen, welche dann in die Evangelien eingearbeitet wurden.
3. Die Traditionshypothese: Ein mündliches Ur-Evangelium soll zuvor existiert haben, welches die Evangelisten kannten. Ich werde später noch einmal auf diese Theorie zurückgreifen.
B) Theorien, die davon ausgehen, dass die Evangelien literarisch voneinander abhängig sind
0. Die Besonderheit des Markus-Evangeliums: Die Übereinstimmungen zwischen den Synoptikern gibt es ja sowohl im Inhalt, als auch auf der Ebene der Reihenfolge in welcher die einzelnen Ereignisse berichtet werden. Hierbei fällt auf, dass wenn Matthäus und Markus in der Reihenfolge miteinander übereinstimmen, sie oft gegen Lukas gehen, der die Berichte anders anordnet. Genaus verhält es sich anders herum: Stimmen Lukas und Markus miteinander überein, so ordnet Matthäus die Berichte oft anders an. Eine Sache aber sticht heraus: Matthäus und Lukas stimmen fast nie gegen Markus überein. Die Reihenfolge des Markus geht also nie gegen die anderen beiden Evangelisten. Markus hat somit eine Sonderrolle, die dazu geführt hat, dass man die „Benutzungshypothesen“ einführte. Diese gehen von einer literarischen Abhängigkeit der Evangelien untereinander aus, in der Markus die Mitte darstellt.
1. Zwei-Evangelienhypothese:  (Auch Griesbachhypothese genannt) Matthäus als das älteste Evangelium, aus dem Markus schöpfte. Lukas schöpfte dann aus Markus und aus Matthäus. Von dieser Theorie gibt es auch verschiedene Versionen, so dass z.B. manchmal auch Lukas aus Matthäus schöpft und Markus dann aus beiden. Die Matthäuspriorität wird aber in der Regel eingehalten.

2.  Markuspriorität: Eine frühere Version des Markusevangeliums soll als schriftliches Ur-Evangelium benutzt worden sein.
3. Markuspriorität mit Q: Die wahrscheinlich populärste Theorie. Man nennt sie auch die „Zwei Quellentheorie“. Hier wird davon ausgegangen, dass Matthäus und Lukas sowohl Markus als auch eine zweite Quelle Q (die Logienquelle) benutzten, welche Aussprüche Jesu enthalten haben soll. Weil Matthäus und Lukas in ca. 250 Versen übereinstimmen, die in Markus nicht enthalten sind kann man auf eine weitere Quelle schließen. Friedrich Schleiermacher war der Erste, der diese „Logienquelle“ (Logien=Aussprüche) als existent annahm. Matthäus und Lukas enthalten beide noch Abschnitte, die man keiner der Quellen zuordnen könnte. Diese werden dann als „Sondergut“ bezeichnet, welches jeweils nur Matthäus oder Lukas benutzten.

C) Bewertung der Theorien
Die momentan populärste Theorie ist, wie oben schon genannt, die Markuspriorität mit Q oder auch die „Zwei-Quellentheorie“. Rein literarisch ist eine Priorität des Markus, also die Auffassung, dass Markus als Vorlage diente, sehr wahrscheinlich. So geht der Markus-Stoff z.B. fast vollkommen in Matthäus und Lukas auf d.h. das Markus Evangelium ist fast vollständig in Lukas und Matthäus enthalten. D.A. Carson schreibt: „Wenn man Markus kennt, ist es offensichtlich warum Matthäus geschrieben wurde. Kennt man allerdings Matthäus kennt ist es schwierig zu wissen warum man Markus noch schreiben musste.“.
Die Quelle Q jedoch ist eine nicht bewiesene Quelle, welche auch literarisch weniger wahrscheinlich ist wie z.B die Markuspriorität. Ein Schriftstück wie Q, welches den Evangelisten bekannt war müsste irgendwo erwähnt worden sein. Die Kirchenväter z.B. erwähnen eine solche Sammlung an keiner Stelle. Rein literarisch kann Q die Entstehung der synoptischen Evangelien zwar erklären, jedoch hat auch diese Theorie Defizite wie die „Minor Agreements“, welche Übereinstimmungen zwischen Lukas und Matthäus sind und die nicht aus Q stammen können.
Die Existenz Q´s erscheint mir eher als unwahrscheinlich. Sicherlich muss man aber, wenn man an einer Markuspriorität festhält, andere Quellen annehmen.
Die anderen Theorien sind Minderheitenpositionen und nicht leicht zu beweisen. Eine jedoch sollte nochmal besonders betrachtet werden: Die Traditionshypothese, welche von einem mündlichen Ur-Evangelium ausgeht. Beobachtungen zur mündlichen Kultur der Juden im 1.Jh und Übereinstimmungen mit mündlichen Kulturen heute lassen diese Theorie zumindest wahrscheinlich erscheinen. So lassen sich Statistiken über die Übereinstimmungen zwischen den Evangelien erstellen, welche zeigen, dass diese aus dem Gedächtnis der jeweiligen Evangelisten hervorgegangen sein könnten. Die Grundidee ist folgende: Es gab einen mündlichen Urbericht. Einen solchen könnte z.B. Petrus erstellt haben. Markus der für Petrus als Dolmetscher arbeitete schrieb ihn sehr früh aus seiner Erinnerung auf, was erklären würde, warum sein Bericht der genaueste ist. Matthäus und Lukas kannten den Petrusbericht ebenfalls und schrieben ihre Evangelien unabhängig voneinander, wobei ihnen jeweils ihre Erinnerung an den Petrusbericht und das schon vorhandene Markusevangelium (eher mündlich als schriftlich) als Grundlagen dienten.
Die hier zugrunde liegenden Untersuchungen sind sehr kompliziert und würden den Rahmen des Blogs sprengen. Armin Baum, Professor an der FTH Gießen jedoch hat auf diesem Gebiet geforscht und ein Werk mit dem Titel Der mündliche Faktor bei der Entstehung der synoptischen Evangelien herausgegeben. Baum hat z.B. festgestellt, dass die Übereinstimmungen der Evangelien bei Worten Jesu wesentlich höher sind als bei normalen Erzählstoff. In einer Abgleichung mit der Gedächtnisforschung zeigt sich, dass Menschen sich Zitate besser behalten können als normalen Erzählstoff.
D) Die Gefahr von Q
Da viele Theologen fest mit der Richtigkeit der Zwei-Quellen-Hypothese rechnen, wird die Existenz Q´s schon fast postuliert. Wie eben schon gesagt gibt es allerdings keine Beweise für eben diese Quelle Q. Man arbeitet jedoch daran sie aus den Evangelien zu rekonstruieren und ihren ursprünglichen Text zu erfassen. Da für viele Theologen Q älter ist als die Evangelien, ist Q für sie somit auch näher an Jesus bzw. den ersten Christen selbst, was zur Folge hat, dass sie die Bedeutung Q´s auch sehr schwer gewichten.
Ein nicht-existentes Dokument zu einem wichtigen Pfeiler der Theologie zu machen scheint mir unvernünftig – Zumal Q z.B keinen Passionsbericht enthalten soll.Einige Theologen schließen daher, dass Kreuz und Leid Jesu eine weniger zentrale Rolle im Christentum spielen sollten.
Nichts desto trotz ist es nicht „Bibelkritisch“ an Q festzuhalten. Ich aber empfinde es nicht als die beste Lösung und schrecke ein wenig vor den theologischen Konsequenzen Q´s zurück.
E) Schluss 
Der Beitrag über die Synoptischen Evangelien soll dazu dienen Hintergrundwissen zur Evangelienforschung zu geben. Wie oben schon geschrieben sind die Evangelien die Zeugnisse des Lebens Jesu. Viele gute Wissenschaftler arbeiten daran ihre Glaubwürdigkeit auch auf einer wissenschaftlichen Ebene zu verteidigen und herauszustellen.
Gottes Wort in den Evangelien ist ein Geschenk, für welches wir unendlich dankbar sein sollten, welches wir genießen und glauben sollten und welches wir natürlich leben sollten.

http://gesellschaftsfaehig.blogspot.de/2011/06/die-synoptische-frage-zur.html

1. Petrus 4, 1 Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde,

In den ersten sieben Versen dieses Kapitels spricht der Apostel weiter über die allgemeinen Grundsätze der Regierung Gottes. Kapitel 3 endete mit der Verherrlichung Jesu Christi. Alles ist Ihm unterworfen, und Er steht bereit, das Gericht über Lebendige und Tote auszuüben. Das ist für uns ein Grund, getrennt von der Welt und ihren Grundsätzen zu leben. Denn obwohl der Herr verherrlicht ist, verwirft die Welt Ihn dennoch, und jeder, der mit Ihm verbunden ist, wird von ihr verworfen werden.
Mit dem Kausalpronomen weil (die griechische Partikel oun, die hier folgernde Bedeutung hat) kehrt Petrus zum Thema des Leidens Christi (vgl. 1. Petr 3,18) zurück und überträgt das Prinzip des geduldigen Ausharrens in zu Unrecht erfahrenem Leiden auf die momentane Situation seiner Leser.
„so wappnet euch auch mit demselben Sinn;“ Diese Aufforderung greift auf 2,21 und 3,18 zurück und faßt die Grundforderung prägnant zusammen: Mit und nach dem Vorbild Christi leiden! „Fleisch“ meint die leibliche, irdische, leidensfähige Existenz Christi. Das Verb hoplisasthe bedeutet sich bewaffnen; ennoia bezeichnet den Gedanken, die Einsicht, die Erkenntnis und die daraus erwachsende geistige Haltung. Das mit „sich wappnen“ übersetzte Wort hoplisasthe, das nur an dieser Stelle im Neuen Testament auftaucht, stammt aus dem militärischen Sprachgebrauch und bezeichnet das Anlegen der Rüstung bei einem Soldaten (vgl. Eph 6,13). Mit der gleichen Entschlossenheit und Sorgfalt, mit der sich ein Soldat für die Schlacht rüstet, sollen sich die Christen den „Sinn“ (ennoian, wörtlich „Gedanken“; das Wort taucht in der Bibel sonst nur Hebr 4,12 auf) Christi in der Verfolgung zu eigen machen: die unbeugsame Entschlossenheit, den Willen Gottes zu tun. Die Adressaten werden also aufgefordert, sich mit der Überzeugung vertraut zu machen, daß Leiden um Christi willen wesenhaft zum Christsein gehört und sich daher bewußt dem Leiden zu stellen. Wer sich mit dieser Überzeugung wappnet, also leidensbereit lebt, wird durch das Leiden weder im Glauben unsicher werden, noch wird er vor dem Leiden fliehen oder gar durch das Leiden in eine Glaubenskrise geraten. Im Gegenteil, er wird das – von Gott zugelassene – Glaubensleiden als Ausweis echten Christseins und als Segen ansehen.
Wir haben mit der Sünde abgeschlossen, wenn wir den Tod Christi im Glauben für uns annehmen. Wir leben noch in der Welt, und doch ist unser Leben im eigentlichen Sinn des Wortes außerhalb der Welt. Wir gehören einer ganz anderen Welt an, und unser Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Die Annahme des Werkes Christi hat eine totale Änderung unserer Stellung zur Folge. Es das Hineingezogenwerden in sein Leiden und seinen Tod. Christus litt im Fleisch, und genauso leiden die Christen im Fleisch. Wer das auf sich nimmt, der hat aufgehört mit der Sünde, d. h., er ist Christus gleichgeworden (wie es auch in der Taufe deutlich wird) und hat mit seinem bisherigen sündigen Leben gebrochen. Weil Christus gestorben ist, sollen die Christen „hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde“ (Röm 6,6 – 7).
Der von Gott getrennte Mensch lebt aber grundsätzlich für sich selbst, er weicht den Leiden aus und will es möglichst schön haben. In Jesus Christus aber ist das andere geschehen. Da ist ein Mensch (nein, der Mensch, wie Gott ihn wollte) hinausgetreten aus dieser leidensscheuen Selbstliebe und hineingetreten in den Gehorsam gegenüber Gott – ins Leiden. Eben diesen Schritt hat die Gemeinde im Glauben an ihn, hinter ihm her auch tun dürfen (vgl. 2, 21).

1. Petrus 3, 22 welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und es sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Mächte.

Das Kapitel schliesst mit dem Lobe dessen, der der Sieger ist über alle Welt und alle Mächte.
Im Text heißt es, dass Jesus sich zur Rechten Gottes setzte. Die Rechte Gottes ist nicht bloß ein Ruhe- und Ehrenplatz, sondern vor allem der Herrschersitz. In Eph 1,20-23 wird ausgeführt, dass Jesus damit zum ewigen Herrscher über alle Mächte und Gewalten, über alles was Rang und Namen hat und auch als Haupt über die Gemeinde eingesetzt wurde.
Die Auferstehung wird hier als ein „aufgefahren“ beschrieben, und zwar mit dem gleichen Verbum, das in V. 19 das „Hinfahren“ zu den Geistern im Gefängnis bezeichnete. In Apg. 1,10f. bezeichnet es die Himmelfahrt Jesu. Das „Sitzen zur Rechten Gottes“ steht auch im Ps. 110,1, die im NT wohl am häufigsten benützten alttestamentlichen Stelle. Dort ist auch die Unterwerfung aller Feinde erwähnt. Auch Paulus hat das in l.Kor. 15,25-27 (zusammen mit Ps. 8,7) aufgenommen. Auferstehung Jesu Christi ist also als sein Herrschaftsantritt, seine Thronbesteigung verstanden.
Petrus’ abschließende Aussage in diesem Abschnitt und diesem Kapitel betont noch einmal, dass die gefallenen und rebellischen Engelscharen Jesus Christus durch Kreuz und Auferstehung unterworfen sind und dadurch Seelen vom ewigen Gericht errettet wurden – der größte Triumph, den das Leiden einer gerechten Person jemals hervorgebracht hat. Das Wort unterworfen (von hupotassō), „sich unter der Leitung eines Kommandanten in Formation aufstellen“) beschreibt den gegenwärtigen Status aller geistlichen Wesen in Bezug auf Christus. Er steht über allen (Phil 2,9-11).
Wer um die absolute Überlegenheit Jesu über alle diese Mächte weiß, wird aus diesem Wissen Zuversicht und Hoffnung schöpfen. Er wird, selbst unter Leiden, diese Mächte nicht wirklich zu fürchten brauchen. Er wird in Bedrängnissen sein Vertrauen auf seinen über alles erhöhten Herrn setzen, ihm zu Ehre und Dienst.

1. Petrus 3, 13 Und wer ist’s, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?

Eine Frage, die für die, die wirklich im tiefsten Leiden stehen, zunächst provozierend klingt. Warum müssen sie leiden, wenn sie ihr Leben entsprechend der Weisung des Glaubens voll Eifer nach dem Willen Gottes ausrichten? Bewirkt diese Lebensweise wirklich Glück und Heil oder nicht eher das Gegenteil? Die Frage des Briefschreibers ist aber so formuliert, daß sie nur mit Nein beantwortet werden kann. Auch Paulus fragt in ähnlichem Zusammenhang, wenn er die geballten Angriffsmächte gegen die Jesusleute aufzählt: „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?“ (Röm 8,31). Etwas von diesem triumphalen Ton liegt in dieser Frage des Petrus: Wer kann euch denn wirklich ernsthaft noch bedrohen, etwas Böses antun? Wer könnte euch eigentlich noch schaden? Hier wird der verfolgten und angefochtenen Gemeinde der Blick dafür geöffnet, dass sie einen sieghaften Herrn hat, der für die Seinen eintritt, wie es ja die Verse vorher gerade eindrücklich zugesprochen haben. Das ist doch die Wirklichkeit der Christen: Sie sind „Eiferer (Zeloten!) für das Gute geworden“ (so das Griechische wörtlich). Zeloten (zēlōtēs) beinhaltet den Gedanken an „Intensität“ oder „Enthusiasmus“ und beschreibt eine Person mit großer Leidenschaft für eine bestimmte Sache. Zu neutestamentlichen Zeiten gab es eine radikale politische Gruppierung jüdischer Patrioten, Zeloten genannt, die versprachen, die Juden von jeglicher Fremdherrschaft zu befreien. Zu diesem Ziel machten sie auch vor unmoralischen Maßnahmen nicht halt (wie Lügen, Stehlen, Mordanschlägen), selbst wenn diese zu ihrem eigenen Tod führten.

Vater unser

Das Gebet – Lebensäußerung und Aufgabe der Menschen Gottes
1. Das „Vater Unser“ als grundlegende Schule des Gebets
2. Wie sind die biblischen Verheißungen fürs Gebet zu verstehen?
3. Die Bibel nennt einige Gründe, warum Gebete nicht erhört werden.
4. Einerseits soll ich nicht zu schnell bei einem Gebetsanliegen aufgeben, aber andererseits muss ich auch ein eventuelles Nein Gottes akzeptieren.
Wie soll ich erkennen, was in meinem Fall zutrifft? Weiterlesen

Der Teufel Gottes

„Gleichwohl behaupte ich, dass die Dämonenvorstellungen des Neuen Testaments barer Aberglaube sind; die Kirche sollte schleunigst das ihre tun, ihn auszurotten.“ Rudolf Bultmann, deutscher Theologe, fällte 1948 ein vernichtendes Urteil über den Teufel- und Dämonenglauben in der Kirche.
Viele kluge Menschen folgen ihm und kommen zum Schluss, dass man den Teufel nicht mehr ernst nehmen darf. Das Böse ist für sie nicht auf einen persönlichen Teufel zurückzuführen, sondern auf unsere gesellschaftlichen Strukturen und soziale Realität. Das Böse ist lediglich Ausdruck einer ungerechten Politik und Gesellschaft. Weiterlesen

Das Märchen vom lieben Gott…

„Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm“, „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“, „Hinten müssen wir dichthalten und vorne hilft uns der liebe Gott!“ oder auch „Lieber Gott, bitte gib mir die Weisheit, einige Menschen zu verstehen, die Geduld, sie zu ertragen; die Güte, ihnen zu verzeihen. Aber bitte gib mir keine Kraft. Denn wenn ich Kraft habe, haue ich ihnen aufs Maul!“ Weiterlesen