Heute vor 300 Jahren wurde Jacob Christian Schäffer geboren, der Erfinder der Waschmaschine.

Jacob Christian Schäffer, am 31. Mai 1718 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren, studierte in Halle Theologie. 1760 machte ihn die Universität Wittenberg zum Magister und Doktor der Philosophie. 1763 erhielt er ein theologisches Doktordiplom in Tübingen. Unzählige wissenschaftliche Akademien in ganz Europa machten ihn zu ihrem Mitglied.

Die eigentliche Lebensleistung liegt jedoch jenseits von Philosophie und Theologie: Schäffer beschäftigte sich mit Elektrizität, Farbenlehre und Optik und konstruierte entsprechende Instrumente und technische Geräte, mit dem Ziel, diese „wirtschaftsnützlich zu gebrauchen“ (immer diese Prädestinationsvorstellung; Weber, Max – ick hör dir trapsen!). 1767 erschien Schäffers Schrift „Die bequeme und höchstvortheilhafte Waschmaschine. Wie solche in den damit gemachten Versuchen bewährt gefunden“.

Jacob Christian Schäffer hatte „bewährt gefunden“, was heute in kaum einem deutschen Haushalt fehlt: die Waschmaschine. Sein Modell arbeitete mit gegeneinander verschiebbaren Zapfen, so genannten „Rührflügeln“ – eine Funktionsweise, die bis Mitte der 19. Jahrhunderts Standard war. Eine Nachbildung seiner Waschmaschine steht heute im Miele-Museum in Gütersloh.
Wer sagt, Philosophen und Theologen seien zu nichts zu gebrauchen?
Josef Bordat
Bequem und höchstvortheilhaft

 

„Ich hoffe, das war okay“ Michael Currys Predigt bei der Hochzeit von Prinz Harry und Herzogin Meghan begeisterte Gäste und Zuschauer.

Es war wahrscheinlich die Predigt vor der weltweit größten Hörerschaft, die man sich so vorstellen kann. Über Nacht wurde Bischof Curry ähnlich berühmt wie das royale Brautpaar und auf sozialen Netzen bis hin zu großen Medien wie Bild und Tagesschau wurde seine Predigt als Sensation gepriesen. Christen und Nichtchristen loben sie in höchsten Tönen (auch in meinem Freundeskreis), doch ich möchte hier kurz schildern, warum ich etwas zweigeteilt bin. Dabei liegt es mir völlig fern, das Haar in der Suppe zu finden. Denn zunächst kann man sich einfach nur von Herzen freuen, wenn es einem Prediger auf einer so großen Bühne gelingt, begeisternd, berührend und glaubwürdig über die Liebe Gottes zu predigen. Wenn ein Weltpublikum überhaupt einmal eine mitreißende Predigt hört! Und noch dazu, wenn es darin so sehr um das zentrale Grundanliegen Jesu geht, die Liebe. Ich selbst hätte mir auf dieser Kanzel wahrscheinlich in die Hose gemacht und ich zolle Bischof Curry höchsten Respekt für seine Leidenschaft und auch für seine spürbare Liebe. Es geht mir jedoch darum, ein wenig unsere geistliche und theologische Fähigkeit zur Differenzierung zu schärfen. Und da fällt mir auf, dass diese überaus berührende Predigt zwar tatsächlich eindeutig über die Botschaft der Liebe spricht und auch darüber, dass Jesus aus Liebe zu uns ans Kreuz gegangen ist (beides schon viel mehr als in den meisten großkirchlichen Predigten hierzulande zu erwarten wäre!), doch dass ein Aspekt irgendwie doch auffällig fehlt. Der Gedankengang der Predigt lautet: die Liebe hat Kraft, Jesus kam und starb um eine Bewegung der Liebe loszutreten, die Liebe hat die Kraft, die ganze Welt in ein Paradies zu verwandeln. So richtig all das ist, so wichtig ist auch der Hinweis, warum die Menschen den lieben Jesus überhaupt ans Kreuz geschlagen haben. Und warum Menschen auch 2000 Jahre später immer noch nicht im Paradies leben. Es gibt eben nicht nur die Kraft der Liebe, sondern es gibt auch jene Kräfte im Herzen des Menschen, die lieber nicht lieben wollen. Oder nicht wirklich, nicht wahrhaftig, nicht selbstlos. Und wenn es noch so nett klingt: nein, wenn Menschen einander lieben, ist das noch nicht automatisch etwas Göttliches, denn auch menschliche Liebe ist gebrochen, kann zutiefst fehlgeleitet und von allen möglichen anderen Motiven durchsetzt sein. Jene Kräfte – die die Bibel „Sünde“ nennt – sind eben nicht nur kleine Macken, sondern prägen unser Inneres auf so verhängnisvolle Weise, dass wir uns aus eigener Kraft daraus eben nicht befreien können. Denn wenn wir es könnten, sähe die Welt anders aus. An genau dieser Stelle wundert es mich nicht, dass Currys Predigt auch im Kreise nicht Gläubiger viel Beifall geerntet hat. Ja, „All You Need is Love“, das wussten auch schon die Beatles. Und die Power of Love besingt jeder zweite Popsong seit „Frakie goes to Hollywood“. Das freilich kostet den menschlichen Stolz viel weniger als das, was das Evangelium eigentlich besagt. Dass wir ohne Jesus tot sind in unserer Sünde. Aus eigener Kraft unfähig, die Welt oder uns selbst gesund zu lieben. Curry hat hier nichts gegenteiliges gesagt. Doch es geht hier auch um Nuancen. Dass Jesus uns ein Vorbild gegeben hat und die Welt eine neue wird, wenn wir anfangen zu lieben – das ist zwar wahr, doch erstaunlich nah an der Lehre eines Mönches, der im Jahr 385 getauft worden war und danach in Rom zu predigen begann. Sein Name: Pelagius. Seine später als „Pelagianismus“ bezeichnete Lehre wurde 417 von Papst Innozenz I. mit folgenden Worten verurteilt: „Das ist das fürchterliche und verborgene Gift eures Irrtums, dass ihr vorgebt, die Gnade Christi bestehe in seinem Beispiel, aber nicht in der Gabe seiner Person; und dass ihr sagt, die Menschen würden gerecht durch die Nachahmung seines Beispiels, nicht aber durch die Gabe des Heiligen Geistes.“ Unterstelle ich Bischof Curry diese Lehrmeinung? Nein. Doch so sehr ich mich an anderer Stellen über diese Predigt freue, so sehr erkenne ich auch, wie viele Christen genau das glauben: Jesus hat uns ein Beispiel gegeben und wenn wir alle den Frieden und die Liebe leben, dann wird die Welt ein besserer Ort. Das ist eine gefährliche Teilwahrheit, um nicht zu sagen überhaupt keine Wahrheit. Und so hätte ich mir gewünscht, dass in der königlichen Predigt auch ein Wort gefallen wäre von unserer Unfähigkeit zu lieben, dem Scheitern so vieler Beziehungen trotz aller anfänglicher Liebe, der Gebrochenheit menschlicher Liebe (denn nicht alles was nach Liebe aussieht, ist auch wahrhaftige Liebe…), der Tatsache, dass wir einen Erlöser brauchen und dass das unfassbare Geheimnis des Evangeliums darin besteht, dass Jesus uns liebte, als wir ihn noch nicht lieben konnten. Und dass in ihm all unseren Versuchen ein perfekter Mensch zu sein zu sterben, in der Kapitulation des Glaubens etwas Neues beginnt, das die Bibel „Neue Geburt“ nennt. Dass das Kreuz an uns etwas ändert und nicht nur ein Beispiel ist. Dass aus der Beziehung zu diesem Jesus und der Erfüllung mit seinem Geist ein ganz neues Leben in uns beginnt nach ganz neuen Gesetzen, den Gesetzen seines Reiches. Doch dass der Anfang all dessen echte Umkehr, Buße und Bekehrung sei… Ohne dieses Element fand ich die Predigt immer noch imposant, doch eben theologisch nicht wirklich solide. Bei aller Freude, dass das Wort von der Liebe und der Versöhnung so prominent verkündigt wurde, brennt in mir die Sehnsucht, dass wir lernen, das Evangelium unterscheiden zu lernen von preisreduzierten Varianten.
Noch eine Ergänzung zu meinem Post heute morgen:
1. Ich FEIERE die Tatsache, dass so viele Menschen darüber gehört haben, dass das Christentum wesentlich mit Liebe zu tun hat. Andere predigen im Namen Gottes das Töten. Also: 100 Punkte an dieser Stelle.
2. Ich finde gigantisch (!!!), wie frei, lebendig und mitreißend Curry predigt. Es ist genial, dass dadurch so viele Kirchendistanzierte einmal Predigt auf ganz erfrischende Weise erleben.
3. Selbstverständlich verwendet Gott diese Predigt zum Guten. Er wird definitiv dadurch Menschen für ihn interessieren, viele werden sich auf den Weg machen, und das ist wunderbar. Wenn Gott keine unvollkommenen Predigten benutzen würde, dann sähen wir alle alt aus.
4. In der Schrift werden wir dennoch an vielen Stellen aufgefordert, zu prüfen. Wo immer das Wort Gottes öffentlich verkündigt wird (ja, auch in einer Trauung!), ist es unsere Aufgabe, zu unterscheiden. Das hat nichts mit Richten, Sich-Überheben oder Kritiksucht zu tun. Sondern mit dem mündigen Mitdenken eines Christenmenschen.
5. Wir leben in einer Zeit, in der es immer öfter als lieblos empfunden wird, wenn man mit jemandem nicht übereinstimmt. In diesen Trend dürfen wir Christen keinesfalls einstimmen. Es ist nicht lieblos, zu widersprechen. Nur so geschieht Dialog, nur so geschieht Erkenntnis. Es erschreckt mich zu sehen, für wie viele Christen es scheinbar geradezu anmaßend und unverschämt ist, wenn man den Argumentationsgang einer Predigt kritisch hinterfragt.
6. Ich bitte jeden ausdrücklich, meine eigenen öffentlichen Aussagen kritischer Prüfung zu unterziehen und sich gerne dazu auch öffentlich zu äußern. Nur so reifen wir alle.
7. Die Botschaft, dass die Liebe göttlich sei und die Liebe allein die Welt rettet: diese Botschaft ist zwar wahr, doch weder ist sie schon christlich, noch ist sie das Evangelium. Auch weite Teile des Hinduismus lehren in etwa das. Und ich behaupte, dass die große Begeisterung, die Currys Predigt ausgelöst hat, auch der Tatsache geschuldet ist, dass sie in diesem Sinne dem humanistischen Mainstream entspricht. Dass die Liebe der Weg ist… na, wer glaubt das denn nicht? Und dass Jesus dafür gestorben ist, OK das ist sicherlich für viele neu. Doch die Pointe des Evangeliums ist eine andere.
8. Und das ist eben kein Haar in der Suppe, sondern eher eine Suppe ganz ohne das Wasser. Denn dass wir Menschen eben der Nicht-Liebe verfallen sind und deshalb aus eigener Kraft trotz aller Versuche zu lieben uns immer wieder ins Böse verstricken und dass allein das Kreuz Jesu uns aus diesem Verhängnis erlöst: das ist eben keine Nebensache. Tatsächlich kam in Currys Predigt die Aussage kurz vor, dass Jesus gestorben sei uns zu erretten. Im Gesamtflow der Predigt wirkte es aber eher in der Richtung, dass Jesus das getan habe, um uns ein Beispiel von „sacrificial love“ zu geben. Und das ist zwar wahr, aber bedeutend zu wenig.
9. Und ja, ich gestehe, dass es hier um Nuancen geht. Wie gesagt bin ich dankbar, dass die Predigt überhaupt so mutig und frisch war. Das ist gut! Doch ich denke wir dürfen alle auch in inhaltlicher Präzision wachsen, und weil ich mir mehr Klarheit bezüglich des Evanegliums im Leib Christi wünsche, habe ich diesen Artikel geschrieben.
https://www.facebook.com/johannes.hartl.100

Franz von Assisi über das richtige Leben seiner Mitarbeiter

(Natürlich ist nicht alles was Franz von Assisi getan und gedacht hat immer ganz im Einklang mit der Bibel. Angesichts einer spektakuläre Phänomene, Gesundheit und gute Gefühle liebenden Christenheit sind diese Worte aber durchaus bedenkenswert.)

„Wenn auch meine Brüder auf der ganzen Erde ein gutes Beispiel großer Herrlichkeit und Erbauung geben: Dann ist darin nicht die vollkommene Freude.

Und wenn ein Bruder Blinde erleuchte, Verwachsene streckte, Dämonen austriebe, Tauben ihr Gehör, Lahmen ihren Schritt, Stummen das Wort wiedergäbe und einen vier Tage lang Toten erweckte: Da ist nicht die vollkommene Freude.

Und wenn ein Bruder die Sprachen aller Völker und aller Wissenschaften wüsste, so dass er prophezeien und offenbaren könnte, nicht nur das Zukünftige, sondern auch das innere Wissen der anderen: Da ist nicht vollkommene Freude.
Wenn ein Bruder in Engelszungen redete und Sternenlauf und Kräuterkraft wüsste und alle Schätze der Erde ihm enthüllt wären, und wenn er die Kräfte und Eigenschaften von Vogel und Fisch, Tier und Mensch, Wurzel und Stein, von Baum und Wasser kennen würde: Da ist nicht die vollkommene Freude.
Und könnte ein Bruder so erhaben predigen, dass er alle Ungläubigen und Gläubigen bekehrte: Da ist nicht die vollkommene Freude. […]

Wenn ein Bruder an der Pforte eines Klosters klopfen würden und sie würden ihn mit heftigen Ohrfeigen vertreiben und man würde ihm hinterherrufen: Mach dich fort von hier du elender Lump! Wer du auch bist, hier bekommst du gewiss nichts zu essen. Wenn der Bruder das dann ganz geduldig hinnimmt und die Kränkung von ganzem Herzen in Liebe vergibt: Da ist die vollkommene Freude.

Wenn ein Bruder niedergeschlagen unter Schmerzen und Hunger wieder an der Klosterpforte klopft und unter Tränen fleht, dass man ihm öffnet und ihm dann empört entgegengehalten wird: Du bist wohl ein ganz unverschämter Mensch. Und dann käme ein Mönch mit einem Knüppel heraus, wirft ihn zu Boden in den Dreck und prügelt heftig auf ihn ein. Wenn der Bruder diese Kränkungen und Schläge mit Vergnügen erträgt, daran denkend, dass er nicht schlechter behandelt wird als Jesus währende seiner Zeit auf der Erde: Da ist die vollkommene Freude.
Unter allen Gaben des Heiligen Geistes die Christus seinen Nachfolgern verheißen hat, ist es die höchste, um Gottes Willen zu leiden.“ Michael Kotsch

 

Das Fest der Ostereier

Käme jemand in diesen Tagen von einem anderen Planeten zu Besuch auf die Erde, dann bekäme er wahrscheinlich den Eindruck, die hier lebenden Menschen würden Eier und Hasen verehren. – In Geschäften, auf Plakaten und natürlich auch im Internet sind in der Osterzeit niedliche Hasen und bunte Eier allgegenwärtig. In einigen großen Medien wird man darüber informiert, dass die alten Römer in aufgeschlagenen rohen Eiern die Zukunft deuten wollte; dass peruanische Hühner aufgrund des vielen Schwefels im Boden gelegentlich blaue Eier legen und dass ein Straußenei rund 40 Minuten braucht um gar zu werden. Das alles ist für die Allgemeinbildung natürlich sehr interessant; auch wenn diese Daten für den Alltag ziemlich irrelevant bleiben. Wie das Auferstehungsfest von Jesus Christus zu den Hasen und Eiern kam, bleibt dabei allerdings oftmals unklar.
Zugegeben, selbst die Spezialisten der Kulturgeschichte müssen etwas vermuten und spekulieren, um einigermaßen plausible Antworten geben zu können. Der Hase hat vermutlich rein Garnichts mit dem christlichen Auferstehungsfest zu tun. Schon in vorchristlicher Kulturen feierte man in dieser Jahreszeit den Ende des Winters und den Beginn des Frühlings. Gelegentlich wurden die Zyklen der Natur mit mythischen Ereignissen in der eigenen Götterwelt verbunden. So wollte man im Frühling mit allerlei Zeremonien die „Dämonen“ des Winters verscheuchen. Man sehnte sich nach Wärme und Sonne. Außerdem wurden die aufgespeicherten Lebensmittel langsam rar und die Menschen waren auf Nachschub angewiesen. Deshalb versuchte man die Fruchtbarkeit mit magischen Riten herbeizuzwingen. Dazu gehörte auch die Verehrung von Hasen, die als außerordentlich fruchtbar galten; also als ideale Repräsentanten eines hoffentlich ertragreichen Jahres in der Landwirtschaft.
Auch Eier wurden als Zeichen der Fruchtbarkeit betrachte. Gleichzeitig gab es aber auch einen indirekten Grund, zu Ostern viele hartgekochte Eier zu verzehren. Entsprechend einer Regel der mittelalterlichen Kirche sollten Christen vor den großen Feiertagen – insbesondere vor Weihnachten und Ostern – fasten, d.h. auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Dazu gehörte der Brauch, zwischen Fastnacht und Ostern keine Eier zu verzehren. Die sich bei dieser Fastenaktion angesammelten Eier sollten natürlich nicht einfach weggeschmissen werden. Also kochte man die Eier, um sie haltbarer zu machen. Zu Ostern durften die Menschen wieder alles essen, also begann man die große Menge hartgekochter Eier zu verzehren. Die österliche Eierschwemme hat auch noch einen anderen historischen Ursprung: In manchen Regionen mussten die mittelalterlichen Bauern Steuern und Pacht am Gründonnerstag mit Eiern bezahlen. Mit der Zeit änderte sich die Tradition und es wurden auch Kinder und Freunde mit Eiern beschenkt, um Ihnen eine Freude zu machen.
In kirchlicher Interpretation wies man allerdings auch schon früh darauf hin, dass Eier gute Symbole für das Auferstehungsfest sind. Zum einen sind Eier offensichtlich ziemlich rund. An ihrer Oberfläche kann man keinen Anfang und kein Ende finden. Damit wurden sie als Zeichen der Unendlichkeit, des ewigen Lebens angesehen. Der Christ kann sich seines ewigen Lebens sicher sein, weil Jesus für seine Sünde gestorben ist (Karfreitag) und weil er mit seiner Auferstehung aus den Toten (Ostern) die Macht des Todes besiegt hat, für sich und auch für alle Menschen, die sich ihm existentiell anvertrauen.
Zuweilen wird auch auf eine andere Geschichte aus der frühen Christenheit verwiesen. Damals hatte eine von den Römern verfolgte Christin das Ei als Symbol benutzt, um zu erklären, dass aus etwas scheinbar Totem durchaus etwas Lebendiges kommen kann. Ebenso ist es mit der Auferstehung Jesu. Da wo es rein biologisch unmöglich ist, dass Tote wieder lebendig werden, ist so etwas doch passiert, weil Gottes Macht größer ist als die der Natur.
Während der Christenverfolgung im Römischen Reich wurde eine junge Frau vor den Richter geführt. Nachdem sie zugab Christin zu sein machte sich der gebildete Beamte über sie lustig. Für ihn war vollkommen klar, tot bleibt tot. Also verspottete er die junge Christin. Wie könne man so dumm sein an Jesus Christus zu glauben, der ganz eindeutig am Kreuz hingerichtet und gestorben sei. Die Frau erbat sich einen Tag Bedenkzeit und wurde am nächsten Morgen erneut vor den Richter gebracht. Diesmal hatte sie ein Ei dabei. Sie hielt es dem Beamten entgegen. In diesem Moment pickte das Küken von innen ein Loch in die Schale. Von außer sähe das Ei aus wie ein toter Stein, erklärte die Christin. Und doch befindet sich hinter der harten Schale wirkliches Leben, unsichtbar für den äußeren Beobachter. Der Richter war beeindruckt. Trotzdem ließ er die Frau wegen ihres Glaubens an den Auferstandenen hinrichten.
Für Christen ist das Auferstehungsfest ein sensationelles Ereignis. In der Auferstehung Jesu hat Gott bewiesen, dass die Versprechungen von Sündenvergebung und ewigem Leben nicht nur fromme Phantasien sind, sondern, dass es sich hier um eine Realität handelt. Ein Christ muss keine Angst mehr vor dem Tod haben, weil er weiß, dass Gott ihn auferweckt, ihm seine Sünden vergibt und mit ihm leben will in Ewigkeit. Michael Kotsch

Ich bin Patrick, ein Sünder und ohne Bildung

Ich bin Patrick, ein Sünder und ohne Bildung. Ich habe keine Bedeutung unter den Gläubigen, und mit Verachtung blicken viele auf mich herab. […] Obwohl ich in vielem unvollkommen bin, hoffe ich doch, dass meine Brüder und Verwandten wissen, wie ich wirklich bin, und dass sie erkennen können, welcher höheren Sache ich mein Leben verschrieben habe. […] Bin ich also im Grunde ein Mann vom Land, ein Flüchtling und ungebildet, jemand, der nicht weiß sich um die Zukunft zu sorgen, das eine weiß ich doch ganz genau, dass ich bevor ich in Demut versank, wie ein Stein im tiefen Sumpf lag. Dann kam er mit Macht und in seiner Barmherzigkeit nahm er mich auf, hob mich empor und legte mich oben auf die Mauer. Deshalb muss ich es laut rufen und Gott aud diese Weise danken für seine großen Wohltaten, hier und jetzt und für immer, für das, was der menschliche Geist nicht fassen kann.
Patrick von Irland

Stalins Tod

„Die Agonie war entsetzlich, sie erwürgte ihn vor aller Augen. In einem dieser Augenblicke – ich weiß nicht, ob es wirklich so war, aber mir schien es jedenfalls so – offenbar in der letzten Minute öffnete er plötzlich die Augen und ließ seinen Blick über alle Umstehenden schweifen. Es war ein furchtbarer Blick, halb wahnsinnig, halb zornig, voll Entsetzen vor dem Tode und den unbekannten Gesichtern der Ärzte, die sich über ihn beugten […] – da hob er plötzlich die linke Hand (die noch beweglich war) und wies mit ihr nach oben, drohte uns allen.“
Am 6. März 1953 stand die Wahrheit in der Prawda. Die Welt erfuhr, dass der Führer der Werktätigen am Vortag nach schwerer Krankheit verschieden sei.
http://www.dekoder.org/de/gnose/stalins-tod

„American Sniper“ – Von der Begeisterung am Töten

Chris Kyle gilt als erfolgreichster US-Sniper im Irak-Krieg. 255 Menschen soll er mit präzisen Schüssen getötet haben. Im Jahr 2012 erschien ein autobiographischer Bericht über seinen Werdegang und seine Erlebnisse im Krieg. Zwischenzeitlich wurde seine Autobiographie „American Sniper“ verfilmt. Hollywood-Star Bradley Cooper spielt Kyle, wurde für seine Darbietung für den Oscar nominiert. Seine Tötungsstatistik kommentierte er in seiner Biographie: „Es war meine Aufgabe, zu schießen und ich bereue es nicht. Meine Schüsse haben Amerikanern das Leben gerettet.“
Interessant ist es schon, die Welt aus der Sicht eines amerikanischen Elitesoldaten zu betrachten. Sympathisch ist der Typ aber nicht, weder privat noch beruflich. Ja, er erledigt seinen Job, und das mit großer Präzision. Immer wieder schildert er, wie es ihm Spaß macht, andere Menschen zu erschießen. Es langweilt ihn geradezu, wenn er einmal nicht im Krieg ist oder wenn er einmal keinen Gegner töten kann. Seine Pausen verbringt Kyle mit Ballerspielen. Die Irakis in deren Land er vor allem kämpft, sind ihm vollkommen gleichgültig; mehr noch er verachtet sie und ihr Land. Seine Gegner sind für ihn „Teufel“ oder „Schurken“. Wenn Kyle zehn Irakis am Tag erschossen hat, freut ihn das sehr. Wenn Irakis einen seiner Kollegen getötet haben gerät er in unkontrollierte Wut. Seine Lösung für den Konflikt: Alle töten, die gegen Amerikaner sind. – Auch wenn er gegen Unschuldige vorgeht, bereitet Kyle das keine Kopfschmerzen.
Ist Kyle zuhause in den USA, dann liebt er es sich zu betrinken und in Kneipenschlägereien seine Überlegenheit zu demonstrieren. Wenn er jemandem dabei den Kiefer bricht, dann entschuldigt er sich mit der ihm antrainierten Aggressivität. Möglichst häufig ist er auf der Jagd, um Tiere zu erschießen.
Diese Autobiographie strotzt vor Gefühlskälte und ausgelebter Rücksichtslosigkeit. – Wenn das die Realität der amerikanischen Streitkräfte ist, dann muss man sich nicht wundern, dass sie in vielen Ländern der Welt verhasst sind. Hoffen wir, dass Soldaten mit solchen „Talenten“ immer nur für die „richtige“ Sache eingesetzt werden. – In der realen Welt gab und gibt es aber leider auf allen Seiten „erfolgreiche“ und sehr „effektive“ Mörder, die anderen Menschen mit Freude das Leben nehmen. Es geht ihnen nicht um das eigentliche Ziel, sondern um den Spaß des Mordens, ohne je dafür belangt zu werden.
Vielleicht ist das in Kyles Autobiographie beschriebene Verhalten aber auch die traurige Realität jedes Krieges, in denen es nirgend die „edlen Helden“ gibt, sondern nur die Gewinner, deren Mörder später gelobt und die Verlierer deren Mörder später verachtet werden.
Gott jedenfalls hat „keine Freude am Tod des Ungerechten“. (Hesekiel 18, 23) Dass es Krieg gibt ist eine traurige Wahrheit; und dass in Kriegen Menschen getötet werden auch. Christen sollten aber keinen Spaß am Töten haben, selbst als Soldaten. Wenn es dazu kommt, ist das Töten eher eine traurige Notwendigkeit. Michael Kotsch
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1140812286058548

 

„Oh happy day“

Weltweit bekannt geworden ist dieser Gospelsong 1969 durch Edwin Hawkins. Um die Reise seiner Kirchenchors zu finanzieren nahm der junge Musiker „Oh happy day“ auf Schallplatte auf. Ursprünglich war lediglich eine Auflage von 500 Exemplaren vorgesehen. Nachdem einige Radiomoderatoren aus Kalifornien das Lied spielten waren die Zuhörer begeistert.
Innerhalb weniger Monate war es weltweit zu hören. Auch in Deutschland war „Oh happy day“ wochenlang auf Platz 1 der internationalen Charts. In kurzer Zeit wurden mehr als 7 Millionen Singles verkauft. Ohne das eigentlich geplant zu haben wurde Edwin Hawkins damit zum Begründer der modernen Gospel- Musik. Das Arrangement zu diesem Erfolgstitel schrieb seine Mutter am Küchentisch. Das Lied selbst stammte aus einem alten Kirchengesangbuch aus dem 18.Jahrhundert. Unter anderem präsentierte Hawkins moderne Versionen von «Oh when the Saints», «He’s got the whole World» und «Amen».
Am 15.Januar 2018 starb Edwin Hawkins im Alter von 74 Jahren an einem Krebsleiden. Lebenslang engagierte er sich für Gospelmusik und wollte damit Menschen auf Jesus Christus aufmerksam machen. Viermal gewann er im Laufe der Jahre den begehrten Grammy.
In einem Interview aus dem Jahr 2015 stellte Hawkins klar: „Ich versuche den Sängern jeweils bewusst zu machen, dass sie das Evangelium von Jesus Christus singen und weise sie darauf hin, dass es einfach ist, den Glauben an Gott zu empfangen. Es wäre eigentlich wichtig, dass die Sänger verstehen, was sie singen. Oft tun das die Leute hier aber nicht; sie singen nur Gospel, weil ihnen die Musik gefällt und weil sie es gern singen. … Gospelmusik ist nicht nur eine bestimmte Musikrichtung, das Wort «gospel» (engl. für Evangelium) heißt «Jesus Christus». Wenn wir also Gospel singen, singen wir von Jesus Christus.“
Text von „Oh happy day“
Oh happy day (oh happy day)
Oh happy day (oh happy day)
When Jesus washed (when Jesus washed)
When Jesus washed (when Jesus washed)
When Jesus washed (when Jesus washed)
He washed my sins away (oh happy day)
Oh happy day (oh happy day)
He taught me how to watch, fight and pray, fight and pray
And live rejoicing every, everyday
Oh happy day
He taught me how
Oh happy day (oh happy day)
Oh happy day (oh happy day)
Oh happy day (oh happy day)
„O Glückstag, da mir Jesus meine Sünden abwusch.
Er zeigte mir den Weg und wie wir kämpfen und beten sollen, damit wir ihm stets Freude machen.“

Oh Happy Day-Edwin Hawkins Singers
youtube.com

„Gott tut nichts, ist ja kein Gott.“

Im Psalm 10 heißt es: der Frevler spricht: „Gott tut nichts, ist ja kein Gott.“ Die Beter der Psalmen sagen: Gott tut es doch. Er setzt das Recht durch und gibt der Gerechtigkeit gebührenden Raum.
Und das Erstaunliche ist: von Gott als dem Richter zu sprechen, der die Gerechtigkeit durchsetzt, ist keine Drohbotschaft, sondern eine Frohbotschaft.
Ein Salzburger Theologieprofessor hat einmal versucht, das heilende Gottesgericht im Spiegel eines irdischen Gerichtsverfahrens zumindest ansatzweise zu erkennen:
Eine SS-Division hatte am 10.Juni 1944 als Vergeltungsaktion gegen die französische Widerstandsbewegung den Ort Oradour-sur-Glane vollständig zerstört. 600 Männer, Frauen und Kinder wurden dabei verbrannt oder erschossen. Einer der Offiziere, die diese Liquidierung kommandierten, lebte später in der DDR als angesehener Angestellter in einem Betrieb und war ein liebevoller Familienvater und Opa. 1980, 36 Jahre nach seiner Tat, wurde er verhaftet, angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Eine Reporterin durfte ihn besuchen und konnte ein langes Gespräch mit ihm führen. Dabei weinte er immer wieder. Auf die Frage: Warum weinen Sie jetzt? antwortete er: Ach, ich habe so glücklich gelebt, und nun nimmt das solch ein Ende. Die Journalistin fragte weiter: Haben Sie auch schon einmal geweint über die Kinder, Frauen und Männer, die Sie damals umgebracht haben? Antwort: Nein. Haben Sie nie daran gedacht, dass Sie an jenen Menschen ein furchtbares Unrecht begangen haben? Antwort: So lange ich in Freiheit war, nicht. Es war doch alles ganz normal. Aber jetzt denke ich doch oft, da muss was nicht gestimmt haben, da war ich selber irgendwie verwickelt, da war wohl alles falsch. Tränen und ein leiser Ansatz zur Reue, überhaupt zur Erkenntnis des Tatbestandes stellten sich für den Mann erst dann ein, als das Gericht dafür sorgte, dass er sich dem Geschehen stellen musste, als die Tat wieder auf ihn zurückkam, an seinen Leib und an sein Leben. Nun war er dabei, aufzuwachen aus der stumpfen, glücklichen Befangenheit in seinem eigenen Wohlbefinden und Rechthaben, begann er ein Mensch zu werden, der seine Taten sieht. Das Gericht hat ihm das möglich gemacht.
Soweit der Bericht des Salzburger Theologen.
http://www.dietrich-bonhoeffer-gemeinde.de/gottesdienste/predigtreihe-2012-psalmen/rachepsalm-psalm-58-pfr-ulrich-wehmann-am-29072012/

„Ich hatte nie einen Gott. Und ich brauche ihn auch nicht“

„Ich hatte nie einen Gott. Und ich brauche ihn auch nicht“, schreibt Markus Laskus in der „Zeit“. 1989 im soeben wieder vereinten Deutschland geboren, wuchs Laskus in Erfurt auf, studierte in Dresden und besuchte die Journalistenschule in München. Ja, Laskus wuchs dort auf, wo Martin Luther ab 1501 Jura studierte und wo ihn am 2. Juli 1505 ein Donnerwetter derart erschütterte, dass er ins Augustinerkloster eintrat, um Mönch zu werden. Dort, wo sich mit der Reformation der grösste und folgenreichste Wandel der Kirchengeschichte vollzog. Stille Zeugen sind Gebäude wie das Augustinerkloster, die Michaeliskirche und der Mariendom. Hier wurde Luther zum Priester geweiht. Dieser Dom ist das Wahrzeichen Erfurts. „Aber“, so schreibt Markus Laskus, „in diesen Dom gehe ich nur, wenn Leute, die mich besuchen, ihn unbedingt sehen wollen. Meist betrachte ich dann still ihre staunenden Gesichter, stecke meine Hände in die Hosentaschen und friere ein bisschen.“
Zwar starb die DDR, als Laskus zur Welt kam. Doch das Regime hatte während vierzig Jahren den Glauben an Gott systematisch bekämpft, die standhaften Christen gegängelt, bespitzelt und diskriminiert. In Deutschlands Osten glaubt heute nur noch einer von zehn Menschen an einen persönlichen Gott. Der Atheismus ist ein nachhaltiges Erbe der realsozialistischen DDR-Politik. Er sei freiwillig das, was ihm sein Umfeld vorgelebt habe, sagt Atheist Laskus. „Ich habe nie gebetet, wurde nie zu einer Taufe eingeladen. Ich hatte nie einen Gott. Und ich brauche ihn auch nicht.“ Wie kann ein Mensch wie Markus Laskus, den es in einer Kirche fröstelt, den Faden zu Gott aufnehmen?
Die Adventstage erinnern an das Kommen Gottes. Wie findet Gott zu uns? Wo lässt sich Gottes Präsenz in der Welt entdecken? Gott existiert. Also braucht unsere Wahrnehmung ein Update. Die Sehnsucht nach dem Unsichtbaren, die Ahnung von Gott, muss uns aus der Sackgasse der Projektionen, religiösen Vorstellungen und persönlichen Erlebnisse hinausführen. Erfüllung und Freiheit liegen in Christus. Er ist Weg, Wahrheit und Leben. Als Gottsucher habe ich mich Christus an die Fersen geheftet. Sich auf ihn, statt auf mich zu verlassen, befreit vom Druck, mich selber begründen zu müssen. In Jesus wird Gott zugänglich. Johannes schreibt: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Nur der Eine und Einzige seiner Art, der an der Seite des Vaters selbst Gott ist, hat ihn uns bekannt gemacht“ (Joh. 1, 18 NeÜ). Rolf Hoeneisen
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