Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte

“Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben, würde mehr riskieren.
Ich würde mehr reisen, mehr Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.
Ich würde an mehr Orte gehen, wo ich vorher noch nie war.
Ich würde mehr Eis essen und weniger dicke Bohnen.
Ich würde mehr echte Probleme als eingebildete haben.
Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten.
Freilich hatte ich auch Momente der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weißt, aus diesen besteht nämlich das Leben, nur aus Augenblicken.
Vergiss nicht das Jetzt!
Ich war einer derjenigen, die nirgendwo hingingen
ohne ein Thermometer, eine Wärmeflasche, einen Regenschirm und Fallschirm.
Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich leichter reisen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Ich würde mehr Karussell fahren, mir mehr Sonnenaufgänge ansehen und mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie… ich bin 85 Jahre alt und weiß, dass ich bald sterben werde.“ Von Jorge Luis Borges

Gewalttätige Christenfeinde

Nach Jahrzehntelanger Stimmungsmache gegen überzeugte Christen und die von ihnen geäußerten Meinungen wächst der unterschwellige Christenhass in der westlichen Welt. Immer mehr Menschen fühlen sich gut und fortschrittlich, wenn sie gegen Christen polemisieren, diese in aller Öffentlichkeit lächerlich machen oder sogar mit Gewalt gegen Gläubige vorgehen.
Aufgrund des massiven gesellschaftlichen Drucks, der von atheistischen Netzwerken erzeugt wird, ist es zwischenzeitlich vielen Christen peinlich, sich zu den Aussagen Jesu Christi zu stellen. Fragt man sie nach ihrer Religionszugehörigkeit, versäumen sie nicht schnell darauf hinzuweisen, dass sie die ganze Sache natürlich nicht so ernst nehmen, kaum Gottesdienste besuchen und generell ihren Glauben nicht praktizieren. Um nicht negativ aufzufallen beteuern sie, eigentlich doch genauso so zu denken und zu leben wie alle anderen säkular orientierten Mitbürger auch. Heute ist es weitaus peinlicher sich als bewusster Christ vorzustellen, als öffentlich über seine Homosexualität zu sprechen.
Dumm und hoffnungslos altmodisch
In Schulklassen werden Christen häufig nicht nur von Mitschülern wegen ihres Glaubens gemobbt sondern immer wieder auch von Lehrern. Vor der ganzen Klasse werden sie als dumm und hoffnungslos altmodisch dargestellt, weil sie der Bibel vertrauen, an ein Leben nach dem Tod glauben, an die Jungfrauengeburt oder an die Vergebung der Schuld durch den Tod Jesu Christi. Wer sich heute in jeder freien Minute für Musik, Kunst oder Sport engagiert, gilt als Vorbild. Wer sich hingegen ebenso stark für Gott oder für seine Gemeinde einsetzt, gilt als verschroben oder als religiöser Fundamentalist. Und das ist nicht gerade freundlich gemeint.
„Weil ihr Christen seid, werdet ihr Gott schon in wenigen Sekunden gegenüberstehen“
Beim jüngsten Amoklauf in den USA hatte sich der Täter besonders Christen als Opfer ausgesucht. Am Umpqua Community College in Roseburg bei Portland (Oregon) wurden bei einem Amoklauf am vergangenen Donnerstag zehn Menschen getötet und mindestens sieben weitere verletzt – drei davon schwer. Der bei seiner geschiedenen Mutter lebende 26-jährige Chris Harper-Mercer wollte offenbar insbesondere Christen ermorden. Außerdem ging es ihm darum als Amokläufer ganz groß in den Medien herauszukommen. Zuerst hatte er die Studenten gefragt, ob sie Christen seien, zitierte der Sender CNN am Freitag eine 18-Jährige, die von einer Kugel am Rücken getroffen wurde. „Weil ihr Christen seid, werdet ihr Gott schon in wenigen Sekunden gegenüberstehen“, antwortete der Täter. Auch die „New York Post“ berichtet, dass der Täter systematisch gegen Menschen christlichen Glaubens vorgegangen ist. Die Zeitung schreibt, dass Mercer seine Opfer aufforderte, sich auf den Boden zu legen. Anschließend soll er sie einzeln gefragt haben, ob sie christlichen Glaubens seien. Wenn diese mit „Ja“ antworteten, soll er ihnen direkt in den Kopf geschossen haben. Wenn sie nicht oder mit „Nein“ antworteten, schoss er ihnen in die Beine.
Christenfeindliche Tendenzen in Medien und Gesellschaft
So etwas spiegelt deutlich den allgemeinen Stimmungswandel in den westlichen Gesellschaften wider. Alles engagiert Christliche oder spezifisch Biblische wird kritisch kommentiert, lächerlich gemacht oder geradewegs abgelehnt. Christophobe Atheisten schüren diese Tendenz beständig. Wenn in einem zeitgenössischen Spielfilm oder Roman ein Christ auftaucht, ist der entweder ein fürchterlicher Langweiler oder der von einem religiösen Wahn befallene Mörder. Bibelverse an Wänden oder in Briefen deuten fast ausschließlich in dieselbe Richtung. Diese christenfeindlichen Tendenzen in Medien und Gesellschaft werden vermutlich auch in der nächsten Zukunft weiter dazu beitragen, dass Christen und ihre Meinungen diskriminiert werden. Weil sich die dafür verantwortlichen Unterdrücker voll im Einklang mit dem gerade vorherrschenden Zeitgeist wissen, meinen sie mit ihrem Mobbing sogar noch etwas Gutes zu tun.
Christen sollten trotz dieses Drucks mutig an ihrem Glauben festhalten. Jesus verspricht: „In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!“ (Johannes 16,33) Michael Kotsch
https://agwelt.de/2015-10/gewalttaetige-christenfeinde/

 

Die Tragik des 20. Jahrhunderts (Teil 3)

These 3:
Die Gemeinschaft, die soziale Nähe und der Zusammenhalt unter den Leuten in (ehemals) kommunistischen Ländern ist offener, tiefer, inniger …, als die in nicht-kommunistischen, d.h. vor allem kapitalistischen Ländern. Das hat der Kommunismus gefördert und ist ihm zu verdanken.

Handelt es sich bei dieser These um eine Geschichte aus der Kommunistischen Mythologie oder ein Gerücht, welches manche für wahr halten — oder ist da wirklich etwas Wahres dran?

Ausgehend von dieser These habe ich zwei Fragen:

  1. Ist die Gemeinschaft in ehemals kommunistischen Ländern wirklich besser als in Ländern, die den Kommunismus nicht erlebt haben? (Wirkung)
  2. Wenn sie besser ist, ist das auf den Kommunismus zurück zu führen oder auf etwas anderes? (Ursache)

Zu Frage 1: Welche Messkriterien wenden wir an? Wie bestimmen wir, ob eine Gemeinschaft besser ist als eine andere? Es gibt hier keine greifbaren Quantitäten, die man statistisch erfassen, zählen, messen, oder wiegen könnte. Wir müssen auf Erfahrung, Alltagswahrnehmungen und subjektive Bewertungen zurückgreifen, die aber deswegen nicht falsch sein müssen. So ist das bei ganz vielen Fragen und nur die wenigsten lassen sich rechnerisch beantworten, vielleicht sind es sogar die weniger interessanten.

Um die erste Frage zu beantworten, würde ich Menschen zu Wort kommen lassen, die die Gemeinschaft im Kommunismus erlebt haben. Siehe Artikel 2. Als gleichzeitig positives und negatives Beispiel führe ich Wolfgang Leonhards Erfahrungsbericht an, den er in seinem Buch Die Revolution entlässt ihre Kinder schildert, Kap. 5, Abschnitt Natürliche Entspannung und «organisierte Geselligkeit».

Bei Frage 2 geht es darum, ob zwischen der vermeintlichen Ursache und Wirkung eine Korrelation oder eine Kopplung besteht. Selbst wenn es einen Zusammenhang zwischen (A) „Kommunismus“ und (B) „bessere Gemeinschaft“ gibt, kann man immer noch nicht auf eine Auswirkung von (A) auf (B) schließen. Man muss also nicht nur einen Zusammenhang nachweisen, sondern auch eine Wirkung von A auf B. Hier ist keine einfache Beweisführung möglich. Verglichen damit sind naturwissenschaftliche Theorien fast schon trivial. Und selbst diese können niemals bewiesen werden, sie sind nur mehr oder weniger gut belegt. Ob eine Theorie endgültig wahr oder falsch genannt werden kann, ist eine tiefgreifende Kontroverse.

Aber wir sind hier nicht im Labor, sondern bei einem gemütlichen Abendessen unter Freunden. Reden wir also nicht über wissenschaftliches Wissen, sondern über unsere alltäglichen Wahrnehmungen. Mein Freund und ich haben ganz unterschiedliche Überzeugungen, selbst wenn wir dieselbe Gruppe von Leuten beobachten und unsere Schlüsse über die Qualität ihrer Gemeinschaft ziehen.

Zum Beispiel habe ich diese Alltagstheorie (nur eine von mehreren): Die bessere Gemeinschaft in der nach-kommunistischen Zeit ist eine Auswirkung der Erlebnisse unter dem kommunistischen Regime in der Vergangenheit, welches eine gute Gemeinschaft erschwerte. Die Menschen, die den Kommunismus erlebt haben, sind jetzt, nachdem das kommunistische Regime abgelöst wurde, zu tieferer Gemeinschaft und stärkerem Zusammenhalt bereit, gerade weil das im Kommunismus nicht möglich war. Vielleicht kehren diese Menschen zu etwas zurück, was vor dem Kommunismus da war und jetzt wieder möglich ist. Was die Ex-DDR und Ex-Sowjetunion angeht, kehren sie einfach zu ihrem „normalen Menschen“ zurück, der nicht von Spitzeln und Flüsterern umgeben ist. Vielleicht war aber auch die Gemeinschaft im Kommunismus gar nicht so schlecht, weil man sich die ganze Zeit von Feinden umgeben sah und deswegen umso enger mit den echten Freunden und Gesinnungsgenossen zusammen gerückt ist.

Welche dieser beiden Theorien ist näher an der Wahrheit? Die meines Freundes oder meine?
Jeder von uns hat ein bestimmtes Hintergrundwissen, das seine Theorie über den Kommunismus beeinflusst. Die Theorie, die ich bereits habe, prägt die Beobachtungen, die ich mit meinen Sinnen mache, noch bevor etwas gewusst und geklärt werden kann. Die Umstände, unter denen ich eine menschliche Gemeinschaft beobachte, beeinflussen meine Wahrnehmung. Sie können günstiger sein, wenn ich die Beobachtung als Urlauber mache, als wenn ich dasselbe als Einheimischer tue. Die Problematik der Umstände und unserer Voreinstellungen (Fachbegriff: Theoriebeladenheit von Beobachtungen), besteht unabhängig davon, ob ich das Verhalten von Chemikalien im Reagenzglas, von Fischen im Aquarium oder von Menschen in einer Gesellschaft beobachte. Abgesehen davon, gibt es viele Dinge, die nicht beobachtet werden können, über die wir aber implizit Annahmen treffen.

Wer hat denn nun Recht? Einen endgültigen Beschluß wird es hier von meiner Seite nicht geben. Ich hoffe, wir werden in unserem Freundeskreis noch öfters diese Frage diskutieren. Und das ist umso spannender, interessanter und lehrreicher, als dass wir nicht alle derselben Meinung sind. Also, zurück zu den geistigen Waffen und rein in den Kampf um die Wahrheit (nicht zu verwechseln mit Recht)! Aber mit Liebe oder wenigstens Achtung, wir wollen schließlich als Freunde auseinander gehen, auch wenn unsere heftigen Diskussionen oft dem Brausen des Meeres gleichen 🙂  http://wuestegarten.de/die-tragik-des-20-jahrhunderts-teil-3/

Die Tragik des 20. Jahrhunderts (Teil 2)

Ich rekapituliere kurz: Die Kritik deutscher Journalisten am Kommunismus ist unglaubwürdig oder zumindest unangebracht, weil sie von der eigenen Nationalsozialistischen Vergangenheit ablenkt. Selbst wenn ihre Väter keine Nazis waren, stehen deren Angehörige, Kinder der nachfolgenden Generationen, unter Generalverdacht. Darüber sprach der vorhergehende Artikel.
Nun weiter mit der zweiten These:
Der Kritik von ehemaligen Kommunisten ist auch nicht zu trauen, gerade weil sie selbst Kommunisten waren. Sofern sie sich nicht ins Privatleben zurück gezogen haben, wird ihnen vorgeworfen, dass sie ihre Erfahrungen als Sprungbrett für eine neue Karriere als Experten des Kommunismus nutzten.
Zu letzteren zählt mein Freund des Kommunismus den Historiker Wolfgang Leonhard. Er sei aufgrund seiner Wende um 180 Grad aus der Reihe der vertrauenswürdigen Kritiker ausgeschlossen.
– Schließen wir doch gleich auch Alexander Solschenizyn und Karl Raimund Popper aus und mit ihnen alle anderen, die durch dieses Raster fallen. Es fragt sich, wer dann noch übrig bleibt, dem man eine Kritik zutrauen darf?
Den deutschen Journalisten nicht. Den ehemaligen Kommunisten, die jetzt den Kommunismus offen ablehnen, auch nicht. Die ehemaligen Kommunisten, die sich nicht mehr dazu äußern, schweigen brav.
Wer ist dann noch ein glaubwürdiger Zeuge, wenn wir mal die Kommunisten selbst und ihre Freunde aus dem Kreis der „goldenen Mitte“ ausschließen? Nun, ich will nicht sagen, dass das eine leere Menge ist. Sicherlich gibt es noch viele Unentschiedene und vor allem junge Leute, die zum Kommunismus bekehrt werden könnten.
Wen fragen wir aber, wenn wir etwas über den Kommunismus erfahren wollen? Die Geschichtsbücher? – Gut. Sie werden auch von manipulierbaren Menschen geschrieben, von Historikern, die sich ein Urteil gebildet haben, bevor sie etwas schreiben (siehe erster Artikel; oder meinen wir etwa, dass Historiker nur berichten aber niemals richten?). Wen noch? – Ich bin dafür, dass wir die Kommunisten selbst fragen. Natürlich. Lies Marx, Lenin, Trotzki, das Parteiprogamm der DKP, der MLPD usw. usf., meinetwegen, bitte schön! Wenn ich etwas über Gott erfahren will, frage ich schließlich auch nicht die Atheisten. Warum mit den Gegnern anfangen?
Sobald wir aber anfangen, uns mit dem Thema zu beschäftigen, werden wir schnell merken, dass wir auch die Gegenseite, darunter auch Ex-Kommunisten wie Solschenizyn, Leonhard, Popper, usw., fragen müssen, um zu einem Gesamturteil zu gelangen. Mein Kommunismus-Freund blendet das aus. Er ist da unerbittlich, weil er an vieles unerbittlich nicht denkt. Allein, eine vollzogene Wende macht niemanden zu einem unglaubwürdigen Zeugen. Leonhard hat doch nicht seine eigene Geschichte nach der „Wende“ neu geschrieben. Er kommt lediglich zu einem anderen Urteil. Ist der Apostel Paulus ein unglaubwürdiger Jude, weil er eine radikale Wende zum Christentum vollzogen hat? Ich glaube, jeder Bibelkenner im weitesten Sinne würde das verneinen. Vielleicht ist ein solcher „Umkehrer“ glaubwürdiger als jeder Mitläufer, der das rote Parteibuch eingesteckt und dafür sein Gehirn abgegeben hat.
Die Umkehrer sind eine unverzichtbare Ergänzung für unser eigenes Urteilen. Im politischen Bereich brauchen wir ihre Stimmen, d.h. ihre Meinung (ich spreche nicht von Wahlen), als Gegengewicht. Das gesellschaftliche Gleichgewicht ist anders nicht zu erreichen und nicht zu halten. Mein Freund will die „goldene Mitte“. Aber sie ist verschwindend klein, nur schwer abzugrenzen und total irrelevant, sie interessiert keinen und nützt keinem. Oder will er etwa eine Partei, wo alle einstimmig dasselbe reden? Das kann man gerne bekommen, wir müssen nur anfangen alle Gegenstimmen zum Verstummen zu bringen. Warum Oppositionen und Alternativen dulden? Ist doch anstrengend, diese Meinungsvielfalt!
Karr!
Nachtrag: Ein passendes Titelbild für diesen Beitrag wären wahlweise Paul Webers Schlag ins Leere (1934/1951) oder Hammerschläge (1971). Wegen der Urheberrechte verlinke ich hier nur die Webseite. Der Leser darf sich das selbst aussuchen.

Die Tragik des 20. Jahrhunderts (Teil 2)

 

Die Tragik des 20. Jahrhunderts

Wie man sehen kann, ist das Titelbild zu diesem Beitrag ein Zeitungsausschnitt1. Bekanntlich sind die Zeitungen und das Internet als Quellen wahrer Aussagen total zuverlässig. In den Social Media bspw. bekam ich in den vergangenen Monaten öfters mit, wie die Leute, mit denen ich vernetzt bin, sich darüber empörten, dass „die Medien“ den Kommunismus zu unrecht „verherrlichen“ würden. Darüber könne man nicht ruhig sein, wenn man in die Geschichte blickt, die eindeutig davon zeuge, „wie viel Übel der Kommunismus angerichtet hat“.

Vergangene Woche dann, beim Zusammensein mit Freunden, warf einer die Frage auf, ob der Kommunismus wirklich so schlecht ist, wie allgemein behauptet wird, oder ob er eigentlich nur nicht richtig umgesetzt wurde. Daraufhin empörte sich ein anderer über das „aktuell so verbreitete … Kommunismusbashing“ und „die Verteufelung des Kommunismus“ in den Medien.
Hier fällt schon auf, dass verschiedene Leute zu völlig entgegen gesetztem Urteil kommen, in derselben ganz allgemeinen Frage, wie der Kommunismus in dem Meinungsbild der Medien wegkommt. Die einen sagen: Er kommt zu schlecht weg. Die anderen sagen: Er kommt zu gut weg. Kann es sein, dass denen, die dem Kommunismus eher positiv gegenüber stehen (aus welchen Gründen auch immer), der Tadel eher ins Auge fällt, und den anderen, die den Kommunismus ablehnen (aus welchen Gründen auch immer), das Lob. Nimmt hier jeder nur die Kritik an der eigenen Meinung wahr? Oder reagiert man empfindlicher auf Kritik als auf Fürsprache? Fällt es da nicht mehr auf, dass es durchaus ein Gegengewicht zu dieser Kritik gibt, das sogar die eigene Meinung stützt?
Vielleicht handelt es sich aber auch um ein ganz anderes Phänomen, das im Zusammenhang mit Massenmedien auftritt? Wie kommt man z.B. darauf, dass die Stimmen der Gegenpartei zu laut und zu zahlreich geworden sind? Vielleicht wird hier durch ein Gerücht absichtlich die ohnehin schon vorhandene Neigung zur Polarisierung befördert?

Die Argumente meines „Freundes des Kommunismus“ (nur ein vereinfachender Arbeitstitel) waren Folgende:

  1. Die hiesigen Journalisten, die den Kommunismus „bashen“, sollen erst einmal in die eigene Vergangenheit gucken, was ihre Väter alles angerichtet haben. Angesichts dessen, geziemt es sich nicht, seinen Finger gegen andere politische Systeme und Machthaber zu erheben, andere zu kritisieren u.dgl.
  2. Kommunismuskritiker, die früher selbst überzeugte Kommunisten und Funktionäre waren (konkretes Beispiel Wolfgang Leonhard), sind unglaubwürdig, weil die Wendung um 180 Grad sie zu Extremisten mache. Ihre Ansichten sind unausgewogen; gut ist aber die goldene Mitte, wozu sie durch ihre Biografien nicht fähig sind.
  3. Die Gemeinschaft, die soziale Nähe und der Zusammenhalt unter den Leuten in (ehemals) kommunistischen Ländern ist offener, tiefer, inniger …, als die in nicht-kommunistischen, d.h. vor allem kapitalistischen Ländern. Das hat der Kommunismus gefördert und ist ihm zu verdanken.

Selbstverständlich fassen diese drei Punkte seine Meinung nicht erschöpfend zusammen. Das sind nur die wenigen, die wir in einer sehr kurzer Zeit anrissen. Und meine Meinung dazu, ist die eines Laien, total subjektiv und hier sehr verkürzt wiedergegeben. Ich bin nicht neutral und finde Neutralität in dieser Frage auch nicht erstrebenswert. Meiner Ansicht nach ist hier Neutralität selbst auf historisch-wissenschaftlicher Ebene fast unmöglich zu erreichen. Wir tadeln auch nicht die Historiker, die ein Urteil über die Dinge fällen, bei denen sie selbst nicht dabei gewesen sind. Es ist bspw. im Moment nicht denkbar, dass einer, der das deutsche Nationalsozialistische Regime offen befürwortet und bewirbt, ein glaubwürdiger Professor für Geschichte sein könnte. Insofern er es ablehnt, hat er den Boden der Neutralität verlassen.

Zur Eingangsfrage:
Wurde der Kommunismus bisher nur nicht richtig umgesetzt, obwohl er an sich keine schlechte Erfindung ist?

Hier schwingt die allgemein verbreitete und ebenso falsche Ansicht mit: Was die im Osten hatten, war eigentlich gar kein richtiger Kommunismus.
Wer kann uns denn sagen, was der „richtige Kommunismus“ ist? Es gibt keinen allgemein-gültigen Maßstab oder Regelwerk, das ein für allemal verbindlich und für alle fest legt, wie ein politisches System, welches sich Kommunismus nennen darf, auszusehen hat. Es gibt nicht den idealen Kommunismus, es gibt den Kommunismus nur in der Praxis. Welche guten Früchte hat denn der Kommunismus in der Praxis bisher getragen?

Punkt 1:
Man darf nicht den Kommunismus kritisieren, angesichts dessen, dass man selbst eine Hitler-Vergangenheit hatte.

Hier schwingt der Vorwurf der Selbstgerechtigkeit desjenigen mit, der sich ein Urteil erlaubt. Nach dem Motto: Man fasse sich an die eigene Nase, bevor man an anderen herum meckert. Was siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
Aus dieser Perspektive, dürfte ich hier über den Kommunismus herziehen wie ich wollte, weil weder ich noch meine direkten Vorfahren, in dieses Schema passen. Als Russlanddeutsche wurden wir in ganz andere Bedingungen hineingeboren. Keine Abkömmlinge von (potentiell) Ehemals-Nazis. Ich kann natürlich nicht sagen, ob wir uns nicht auch gleichgeschaltet hätten, wären wir auf deutschem Boden geboren. Ist mein Urteil deswegen mehr berechtigt? Oder haben die Opfer des Kommunismus sich durch das Leiden ein Recht zu urteilen erworben, das anderen nicht zusteht? Nein, das Urteil derer, denen der Freund des Kommunismus die Befugnis dazu absprechen will, ist genauso berechtigt, ganz egal wie es ausfällt. Jeder darf urteilen. Verwechseln wir nicht selbstauferlegte Maulkörbe mit aufrichtiger Selbstkritik.

Soll die amerikanische Regierung sich erst noch mal für die Atombombe entschuldigen, bevor sie sich in den Ukraine-Konflikt einmischt?
Sollen deutsche Politiker, die die israelische Siedlungspolitik kritisieren, sich jedesmal für die Konzentrationslager entschuldigen?
Erwarten wir, dass Journalisten das tun?
Man kann nicht alles auf einmal behandeln. Es ist eine Sache: Ich habe selbst Fehler in der Vergangenheit gemacht (Nazi-Regime befürwortet). Es ist eine andere: Ich kritisiere die Fehler eines anderen Regimes (kommunistische Länder). Die Kritik darf nicht immer als Ablenkung von den eigenen Fehlern des Kritikers aufgefasst werden. Das ist es ja: Das Nationalistische System in Deutschland längst passé. Man hat die eigenen Fehler eingesehen und offen zugegeben. Sollen wir trotzdem immer noch erwarten, dass jeder Journalist, der sich kritisch zum Kommunismus äußert, seinem Artikel den Satz voranstellt: „Übrigens ist der Autor auch Kritiker des Nationalsozialismus“? (Wenn es nach anderen ginge, müsste er vielleicht noch hinzufügen: „Ich kritisiere auch alle Fleischesser und alle Nicht-Fairphone-Besitzer.“) Im Ernst: Man darf hier trennen und muss sogar trennen, wenn man sich eben ein ganz bestimmtes Thema gegeben hat, welches andere Themen ausschließt. Es ist nichts verwerflich oder falsch dran, entweder ausschließlich über das eine (Nationalsozialismus) oder ausschließlich über das andere zu reden (Kommunismus).

Die Tragik des 20. Jahrhunderts

 

Wohlstandsmarxismus

„Genialer Analytiker des Kapitalismus“
Vor zweihundert Jahren, am 5. Mai 1818, wurde in Trier Karl Marx geboren. Kein Wunder, dass über einen der bekanntesten deutschen Denker aller Zeiten in diesen Tagen und Wochen viel geredet und geschrieben wird. So auch bei „Anne Will“ in der ARD. Die Sendung vom 06.05. schlug natürlich auch die Brücke zur Gegenwart: „200 Jahre Karl Marx – wie sozial ist der Kapitalismus heute?“
Unternehmer Georg Kofler wies eingangs auf die schlimme Hinterlassenschaft in den exkommunistischen Ländern hin und bewertete das neue Marxdenkmal in dessen Heimatstadt – wen wundert‘s – negativ. Anschließend kam Sahra Wagenknecht von der Linken zu Wort und setzte – auch kaum verwunderlich – einen anderen Akzent. Marx müsse „nach dem beurteilt werden, was er geschrieben und analysiert hat, und da muss man sagen: er war ein genialer Analytiker des Kapitalismus“. An dieser Stelle stimmte ihr der Unternehmer Kofler, der gerade zuvor auf die fatalen Folgen des Marxismus hingewiesen hatte, kopfnickend eindeutig zu. Mit dem von Marx hinterlassenen Instrumentarium ließen sich, so die Abgeordnete, auch heute noch Krisen usw. besser verstehen „als mit der Mainstreamökonomie“.
An dieser Stelle hakte Moderatorin Will ein: „Mit was denn? Mit welchem Instrumentarium?“ Wagenknecht setzte gleich zur Antwort an, geriet aber dennoch offensichtlich etwas in Stutzen: „Ja mit seinen…, also mit seiner, äh, Wertlehre, mit seinem Dechiffrieren auch, Was ist Kapital?…“ Gleich fasste sie sich wieder und bekam ganz schnell den Bogen: „Und wenn ich immer höre, dass Marx für das verantwortlich gemacht wird, was in seinem Namen geschehen ist, dann finde ich, wenn das ein Grundprinzip wäre, wenn jeder für das haftbar zu machen ist, was andere in seinem Namen an Verbrechen begehen, dann dürfte heute in keiner Kirche mehr Jesus Christus hängen, weil… “ – und los geht‘s mit der Auflistung der Untaten der Kirchenleute. Bergpredigt als Maßstab für die Kirche. Entsprechend sollten wir „über das reden, was in seinem Werk steht“. Applaus.
Feiern sollte man Marx Geburtstag nicht, so Studiogast Kardinal Reinhard Marx aus München, aber seiner gedenken müsse man schon, da er eine „beeindruckende Analyse“ des Kapitalismus gegeben hat; da sei er ganz bei Wagenknecht. Man solle die Texte von Marx lesen und inhaltlich streiten. Der Leiter der katholischen Bischofskonferenz plädierte für eine „Einhegung des Kapitalismus“, und da sei Marx auf der richtigen Spur gewesen. Weiterlesen

Seien sie nicht leichtgläubig!

Christen neigen dazu, leichtgläubig zu sein. Sie meinen, dass sie alles für wahr halten müssten, da ja die Liebe alles glaubt. Zwei Busfahrer hielten einmal an einem Aussichtspunkt an, damit die Reisenden aussteigen und die Aussicht genießen konnten.Der eine sagte zum anderen: „Meine Fahrgäste sind Christen.“
„Wirklich? Was glauben sie?“
„Sie glauben alles, was ich ihnen erzähle.“
Gott möchte nicht, dass wir unseren Verstand an der Garderobe abgeben, sobald wir Christen werden. Er möchte, dass wir kritisch sind. Wir sollen zwischen gut und böse, zwischen richtig und falsch und zwischen heilig und unheilig unterscheiden. In der Bibel geht es sehr oft um dieses Thema.
„Und sie sollen mein Volk unterweisen, zwischen heilig und nicht heilig zu unterscheiden und sollen es den Unterschied zwischen unrein und rein erkennen lassen“ (Hes 44,23 in Bezug auf 3Mo 10,10).
„Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird“ (1Kor 2,14).
„Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben … einem anderen aber Unterscheidung der Geister“ (1Kor 12,7.10).
„In der Bosheit seid Unmündige, im Verstand aber seid Erwachsene“ (1Kor 14,20).
„Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überreich werde in Erkenntnis und aller Einsicht“ (Phil 1,9).
„Prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ (1Thess 5,21).
„Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen“ (1Joh 4,1).
Wir müssen lernen, unsere Urteilskraft zu schärfen.
Die Bibel ist die Grundlage vom Unterscheidungsvermögen. „Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Morgenröte“ (Jes 8,20).
Wie erkennen Sie eine gebogene Linie? Halten Sie sie neben eine gerade.
Wie bemerken Sie, dass ein Kleidungsstück schmutzig ist? Vergleichen Sie es einfach mit einem sauberen. Weiterlesen

Wissenschaft als Geisel der Ideologien

Zeitweilig bestimmte die Kirche über das was wissenschaftlich sein durfte und was nicht. Im 20.Jahrhundert übernahmen die großen Ideologien diese Aufgabe. Das große weltanschauliche Modell bestimmte, was erforscht werden durfte und wie man die Ergebnisse zu interpretieren hatte. Am intensivsten und längsten wurde die Wissenschaft in den sozialistischen Staaten verbogen. Auch heute besteht die Gefahr, dass durch erzwungene Meinungs- Tabus neue Einschränkungen wissenschaftlicher Arbeit aufgerichtet werden, beispielsweise bei der Gender- und Geschlechterforschung oder bei bestimmten ökologischen Fragen.
Mitte des 20.Jahrhunderts war Trofim Denissowitsch Lyssenko (1898-1976) der renommierteste russische Agrarwissenschaftler. Entsprechend ideologisch- sozialistischer Vorgaben begründete er eine neue, vorgeblich den kapitalistischen Staaten überlegene Form der Landwirtschaft. Und obwohl diese Konzepte vollkommen falsch waren, wurden sie in zahlreichen Ländern umgesetzt und führten zu Millionen von Toten.
Im Jahr 1958 war Mao Tse-tung bereits zehn Jahre Chef der chinesischen Kommunisten. In einer groß angelegten landwirtschaftlichen Reform wollte er die Versorgung des Landes grundlegend verbessern. Dabei stütze er sich auf die „wissenschaftlichen“ Erkenntnisse von Lyssenko.
Auf Maos Anweisungen hin wurden riesige, vollkommen ungeeignete Flächen mit Weizen bepflanzt. Bauern sollten statt bisher 1,5 Millionen Pflanzen je Hektar, 15 Millionen anbauen. Aufgrund der unsinnigen Dichte konnten die Samen nicht richtig keimen. Weil man verhindern wollte, dass die Körner von Vögeln gefressen wurden, töte man so viele wie möglich. Dadurch vermehrten sich allerdings die Insekten ungehindert und vernichteten einen großen Teil der Ernte.
Die gefeierten „rationalen Reformen“ standen zwar im Einklang mit der offiziellen sozialistischen Staatsdoktrin, die Wirklichkeit kümmerte sich aber herzlich wenig darum. Jahrelang gab es katastrophale Missernten. Bauern und Wissenschaftler, die diese Strategie zu kritisieren wagten, wurden als Verräter und Terroristen inhaftiert und getötet. Tausende von hungernden Bauern wurden hingerichtet, weil sie vorgeblich große Mengen Reis versteckt hätten. Da die Ideologie stimmen musste, suchte man intensiv nach anderen Schuldigen für die Misere.
Schlussendlich starben allein in China bis 1961 über 40 Millionen Menschen, weil die Ideologie bestimmte was wahr zu sein hat. Trotz dieser Misserfolge und obwohl man in China wieder zur normalen Landwirtschaft zurückkehrte, setzten andere kommunistische Regime Lyssenkos sozialistische Landwirtschaftsreform um. So mussten aufgrund einer wirklichkeitsfremden Ideologie auch in Kambodscha, Äthiopien, und Nordkorea weitere Millionen sterben.
Gottes Maßstäbe hingegen gelten absolut. Sie betreffen direkt aber keine medizinischen, technischen oder landwirtschaftlichen Methoden. Heute stehen säkulare Ideologien und vielfach publizierte Lieblingsmeinungen in Gefahr, den Blick auf die Realität einzuengen, das betrifft unter anderem Fragen des Glaubens und Fragen der Sexualität. Michael Kotsch FB

„Postmoderne“ Christlicher Wahrheitsanspruch im Zeitalter des Postmodernismus

Was ist die Postmoderne? Eine bestimmte Gruppe von Autoren, insbesondere Jean-François Lyotard (1924–1998), Jacques Derrida (1930–2004), Michel Foucault (1926–1984), Richard Rorty (1931–2007). Sie schreiben eigentümliche Dinge wie: „Es ist sinnlos, im Namen der Vernunft, der Wahrheit oder des Wissens zu sprechen.“ (Foucault); „Vernunft ist die äußerste Sprache des Wahnsinns.“ (Foucault) „Vernunft und Macht sind ein und dasselbe.“ (Lyotard) „Wahrheit ist nicht dort draußen.“ „We should drop the topic.“ (Rorty)

Sie schreiben nicht nur selbst solche Dinge, sie behaupten auch noch, daß wir heute im Zeitalter Postmoderne leben, und meinen damit, daß wir alle oder die meisten Menschen heute so denken. Stimmt das? Die vier genannten Männer und ihre Anhänger sagen das, aber dieser Aussage liegen keinerlei empirische Untersuchungen zu Grunde. Sie wollen Menschen von der Wahrheitssuche abbringen. Die Postmodernisten sagen Dinge wie „Es ist sinnlos, von Wahrheit zu sprechen“ nicht, weil die meisten Menschen heute so denken, sondern weil sie die Menschen dazu bringen wollen, so zu denken. Die Postmoderne, oder besser gesagt der „Postmodernismus“, ist nicht eine Analyse des Denkens einiger oder aller Menschen heute, sondern er besteht aus diesen Aussagen. Der Postmodernismus ist nicht das Denken unserer Zeit, sondern einer Gruppe von Autoren. Weiterlesen

Heute vor 300 Jahren wurde Jacob Christian Schäffer geboren, der Erfinder der Waschmaschine.

Jacob Christian Schäffer, am 31. Mai 1718 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren, studierte in Halle Theologie. 1760 machte ihn die Universität Wittenberg zum Magister und Doktor der Philosophie. 1763 erhielt er ein theologisches Doktordiplom in Tübingen. Unzählige wissenschaftliche Akademien in ganz Europa machten ihn zu ihrem Mitglied.

Die eigentliche Lebensleistung liegt jedoch jenseits von Philosophie und Theologie: Schäffer beschäftigte sich mit Elektrizität, Farbenlehre und Optik und konstruierte entsprechende Instrumente und technische Geräte, mit dem Ziel, diese „wirtschaftsnützlich zu gebrauchen“ (immer diese Prädestinationsvorstellung; Weber, Max – ick hör dir trapsen!). 1767 erschien Schäffers Schrift „Die bequeme und höchstvortheilhafte Waschmaschine. Wie solche in den damit gemachten Versuchen bewährt gefunden“.

Jacob Christian Schäffer hatte „bewährt gefunden“, was heute in kaum einem deutschen Haushalt fehlt: die Waschmaschine. Sein Modell arbeitete mit gegeneinander verschiebbaren Zapfen, so genannten „Rührflügeln“ – eine Funktionsweise, die bis Mitte der 19. Jahrhunderts Standard war. Eine Nachbildung seiner Waschmaschine steht heute im Miele-Museum in Gütersloh.
Wer sagt, Philosophen und Theologen seien zu nichts zu gebrauchen?
Josef Bordat
Bequem und höchstvortheilhaft