Archiv für die Kategorie „Hausbibelkreis“

Gibt Gottes Wort ein bestimmtes Interpretationsmodell vor

Mittwoch, 25. August 2010

Gute Theologen haben immer wieder zu Recht die Frage gestellt: Gibt Gottes Wort ein bestimmtes Interpretationsmodell vor, nach dem wir uns richten sollen? Die Antwort lautet: Ja, das Wort Gottes (hier in doppelter Bedeutung: Bibel und Jesus) selbst gibt ein bestimmtes Interpretationsmodell vor: Lk 24,44-47 spricht Jesus zu seinen Jüngern: “44 Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. 45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schrift verstanden, 46 und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.” Die Formel, die Jesus in 44 verwendet, bezieht sich auf das gesamte hebräische Alte Testament (= Thora, Neviim, Schirim). Das gesamte AT, sagt Jesus also, ist eine Erzählung über mich, meinen Tod, meine Auferstehung und die nachfolgende Verbreitung des Evangeliums von der Vergebung der Sünden. Ähnlich vorher in Lk 24,27 zu den Emmaus-Jüngern: “27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war.” Die christologische Lektüre der Bibel wird also durch die Autorität des Wortes Gottes und des Sohnes Gottes vorgegeben. Und wer nur dem vorösterlichen Jesus glauben will, der nehme Joh 5,39, wo Jesus inhaltlich das Gleiche sagt: “Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt.” D.h. es gibt ein Interpretationsmodell, das qua Autorität des Wortes Gottes Vorrang hat.

1Petr.1,9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Montag, 8. März 2010

Der Glaube ist mithin nicht etwa nur ein Denkakt. Dann wäre sein Ziel Erkennen. Sondern er ist Bewegung zum Ziel, Ergreifen des Zieles, also Lebensakt. (weiterlesen…)

Die lebendige Hoffnung

Sonntag, 7. Februar 2010

Im ersten Petrusbrief da schreibt Petrus in 1. Petrus 1, 3: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“. Vor Jahren war ich auch mal auf einer Hütte mit einer Gruppe – bin oft auf Hütten. Hab da schon viele Monate meines Lebens verbracht. Als ich einen Vortrag gehalten habe kam danach auch ein Mitarbeiter der Hütte – da hören auch andere zu, nicht nur unsere Leute. Und da kam einer und hat gesagt: „Find’s nett von dir, dass du diesen Leuten ein bisschen Hoffnung geben möchtest.“. Dann hab ich gesagt: „Weißt du, ich gebe ihnen eigentlich keine Hoffnung, ich gebe ihnen eine Gewissheit.“. Das hat er nicht ganz einordnen können. Hat es als arrogant empfunden, weil: Hoffnung kann ja nicht etwas sicheres sein. Jeder Mensch hat gewisse Hoffnungen. Wir hoffen etwas, das gehört zu uns. Hoffnung tröstet uns, Hoffnung gibt uns die Kraft weiterzumachen. Aber, wenn wir keine Hoffnung haben, die über das Grab hinausreicht, dann müssen wir sehr vorsichtig sein dieses Wort zu gebrauchen. Wir müssen auf jeden Fall unterscheiden zwischen einer zeitlich begrenzten Hoffnung und einer lebendigen Hoffnung. Was ist Hoffnung? Wenn man Leute fragt: „Ich hoffe halt auf ein bisschen besseres Leben. Ich hoffe auf ein besseres Einkommen. Ich hoffe auf einen netten Partner. Ich hoffe auf ein Abenteuer in meinem Leben.“. Und was ist, wenn alle Erwartungen enttäuscht werden? Was ist, wenn das Ende kommt und nichts von dem hat sich in deinem Leben erfüllt? Wo ist da die Hoffnung? Darum gibt es viele Sprichwörter darüber. Ein russisches Sprichwort sagt: „Auf der Wiese der Hoffnung wandern viele Narren.“. Ein deutsches Sprichwort sagt übrigens: „Hoffen und harren macht viele zu Narren.“. Und ein englisches Sprichwort sagt: „Wer auf Hoffnung baut, der tanzt ohne Musik.“. Ein gewisser Alexander Pope hat einmal gesagt: „Gesegnet ist der Mann, der nicht hofft. Denn er kann nie enttäuscht werden.“  (weiterlesen…)

Johannes 1,15 Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 16

Freitag, 22. Mai 2009

Noch Schärfer als V6-8 durchbricht V15 den Zusammenhang. Obwohl V16 eng an V14 anknüpft. Dieser Vers ist eine zusammenfassende Vorwegnahme des Täuferzeugnisses das in 1,25ff ausführlich dargestellt wird. Die Verse 15 und 16 nennen uns gewissermaßen zwei Zeugen für die Einzigartigkeit Jesu: den Täufer und den Jüngerkreis Jesu.
“Johannes“
Man hat in dem Zeugnis des Johannes zwei Perioden zu unterscheiden: die erste vor der Taufe Jesu, die andere nach derselben. Vor der Taufe verkündigte er den Messias nach seinen höheren Prädikaten als herannahend, er kannte aber das messianische Individuum noch nicht; nach der Taufe konnte er auf Jesum hinweisen und sagen: dieser war`s von dem ich jene Präexistenz aussagte. Also von diesem zweiten Stadium seines Zeugnisses ist hier die Rede.
Auffallenderweise wird Johannes in jedem der großen Abschnitte dieses Kapitels mit seinem Zeugnis eingeführt. Vorher war es die abstrakte Offenbarung des Lichtes. Hier ist es Seine gegenwärtige Gegenüberstellung mit der Welt, auf die das Zeugnis sich bezieht.
“gibt Zeugnis von ihm und ruft“
Wieder wird Johannes das Wort des Täufers wichtig.
Auf das “Zeugnis des Johannes“ haben die Verse 7ff. aufmerksam gemacht. Hier fällt auf, dass zuerst in der Gegenwart formuliert wird: „gibt Zeugnis“ Die Gegenwartsform besagt, dass der Täufer bis heute ein wichtiger Zeuge für Jesus geblieben ist.
Das Präsens zeugt (Zeugnis) wird gewöhnlich aus dem bleibenden Wert dieses Zeugnisses erklärt; aber vielleicht kommt es eher daher, dass der Verfasser sich lebhaft in den Augenblick versetzt, wo er dieses geheimnisvolle Wort aus einem solchen Mund hörte; es ist ihm, als hörte er es noch.
Die Fortsetzung geschieht in der Vergangenheitsform und macht dadurch deutlich, dass der Täufer in einem bestimmten Augenblick der Geschichte wirklich so gehandelt hat.
Doch warum sagt der Evangelist, er habe „gerufen?“ Wörtlich heißt es: Er hat geschrien und sagt.“ Dieses „Schreien“ ist der Ausdruck der vollen, das ganze Herz erfüllenden Gewißheit. Nicht nur in zaghaften leisen Andeutungen sondern „laut“ und klar hat es der Täufer bezeugt. Wie in Johannes 7,37; Joh 12,44 und Römer 9,27 meint „rufen“ die vollmächtige Erklärung in der Öffentlichkeit (vgl. Spr 1,20; Spr. 8,1ff.; Spr. 9,3
„Dieser war es, von dem ich gesagt habe:“
Johannes der Täufer spricht. In Mt3, Mk.1 und Lk.3 finden wir das Zeugnis des Johannes vor der Taufe des Herrn, aber hier im Johannesevangelium spricht der Täufer nach der Taufe des Herrn. Im V.15 ruft er in Erinnerung, was er vor der Taufe gesagt hatte; damals wußte er um die Person, aber er kannte die Person selbst noch nicht (V. 31.33).
„denn er war eher als ich“
„denn er war eher als ich“ bezieht sich auf den Rang, auf die Ehre und Würde der Person, als dessen Vorläufer Johannes sich bezeichnete. Wo er hinzufügt “er war eher als ich “, bezieht er sich auf die Zeit, bis hin zur ewigen Präexistenz dessen, auf den Johannes hinweisen sollte. Kolosser 1.17 sag entsprechend: “Er ist vor allen“, wiewohl hier eine andere griechische Präposition (pro) gebraucht wird (statt protos). Wie weit dieses „eher“ reicht, das läßt Johannes noch unausgesprochen.

Verwendete Literatur
Das Johannesevangelium Teil 1 Rudolf Schnackenburg Vierte Auflage 1979
Das Neue Testament Deutsch Ulrich Wilckens Das Evangelium nach Johannes NTD Band 4
Regensburger Neues Testament Das Evangelium nach Johannes Übersetzt und erklärt von Alfred Wikenhauser
Multimedia Bibel Lutherbibel 1984
Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet,
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor,
Das Evangelium nach Johannes J. P. Lange
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading,
 http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=studybible&book=43

http://www.soundwords.de/artikel.asp?suchbegriff=&id=295#Joh.%201,10-13

Johannes 1,8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 9

Sonntag, 15. Februar 2009

Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
Oyk een ekeinos to fos, all ina martyreesee peri toy footos.

Dieser Vers enthält einen Ton der Abwehr: Johannes wird als Zeuge abgegrenzt von dem Licht, das er zu bezeugen hat. Diese Feststellung muß für den Evangelisten von großer Bedeutung gewesen sein. Denn er unterstreicht sie nochmals in Vers 15: Der Täufer, so heißt es hier, bekennt sich zu Christus als dem ihm Überlegenen, weil Er aus der Ewigkeit kam.
Sein Leben und Zeugnis waren so deutlich, dass die Leute voller Erwartung waren “ und alle in ihrem Herzen wegen Johannes überlegten, ob er nicht etwa der Christus sei“(Lk.3, 15). Seine strikte Zurückweisung dieser Annahme erscheint nur im Johannesevangelium:“ Ich bin nicht der Christus“(1,20; 3,28). Während des irdischen Lebens des Herrn beanspruchte niemand, der Christus zu sein. Später aber würden viele Antichristen sich diesen Titel anmaßen, und in der letzten Zeit werden viele sagen “Ich bin der Christus“ und werden damit viele verführen (Mt.24, 5), und der Mensch der Sünde wird sich sogar als Gott ausgeben (2.Thess.2, 4). Wenn der Täufer nicht das Licht war, ist damit nicht gesagt, dass er überhaupt kein Licht gewesen sei (vgl. Joh 5,35). Es fehlt jede Spur einer Geringschätzung des Täufers; nichts wird von ihm berichtet, was einen Schatten auf ihn werfen (Mt.11.2-6) oder einen Gegensatz zu Jesus andeuteten könnte(Mt.11, 18f).
Es gibt Hinweise darauf, daß die Bewegung, die mit dem Täufer begann, nach seinem Tod und auch nach dem Tod und der Auferstehung Jesu weiterexistierte (Joh 4,1; vgl. Mk 6,29; Lk 5,33). Zwanzig Jahre nach Jesu Auferstehung (vgl. Apg 18,25; Apg 19,1 – 7) traf Paulus, als er nach Ephesus kam, dort etwa zwölf Jünger Johannes des Täufers, und noch heute gibt es im Gebiet südlich von Bagdad eine mandäische Sekte, die – obwohl sie dem Christentum feindlich gegenübersteht – nach eigener Aussage auf den Täufer zurückgeht.

Verwendete Literatur
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney, Der Prolog des Johannesevangeliums ( Johannes 1,1-18) Joachim Jeremias, Multimedia Bibel, Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet, Brockhaus Kommentar zur Bibel III, Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading, Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor, www.soundwords.de,http://www.sinnvoll-leben.de/home/predev.htm, Der Eingang des Johannesevangeliums (Kapitel 1, V. 1 – 18).In Meditationen ausgelegt Dr. F. A. Philippi, Professor der Theologie zu Rostock, Das Neue Testament Deutsch Band 4 Siegfried Schulz, Das Neue Testament Deutsch Band 4 Herman Strathmann, Das Evangelium nach Johannes ausgelegt für Bibelleser von D. Adolf Schlatter http://www.jugendkreis-gemmingen.de/Download/Dateien/Handouts/2008-01_Einleitung_Johannesevangelium.pdf, William Barclay Johannesevangelium Band 1

Johannes 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen Der Prolog des Johannesevangelium Teil 6

Sonntag, 18. Januar 2009

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen Johannes 1,5
Der Prolog des Johannesevangelium Teil 6
Genau an diesem Punkt finden wir in dem Prolog auch die ersten Anzeichen des erwähnten Konfliktes. Dramatisch ist jedenfalls, was uns Vers 5 zu sagen hat: Äußerlich ist zunächst klar, dass Johannes auf das Geschehen des ersten Schöpfungstages Bezug nimmt. Licht und Finsternis treten auch dort auseinander. Hört man nun tiefer in die Geschichte der Auslegung von 1. Mose 1 hinein, dann macht man die Beobachtung, dass »Licht« und »Finsternis« vom AT und vom Judentum keineswegs nur in einem äußeren Sinne verstanden wurden. Vielmehr bringen diese Begriffe grundsätzliche Sphären und Positionen zum Ausdruck. Das zeigt uns beispielsweise Jesaja 45,7: Der »Ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil.
Die Auswirkungen des göttlichen Lebens werden der Welt durch das LOGOS offenbart, aber die Welt ist nicht empfänglich dafür. Oder mit anderen Worten: Obwohl die Welt dieses Licht nicht auslöschen kann, kann sie es wohl verdunkeln. Der fortwährende Widerstand des Lichtes gegen die Dunkelheit und die Unfähigkeit der Dunkelheit, mit ihren Mächten des Hasses und des Unglaubens zu siegen, ist das Generalthema des Johannes- Evangeliums.
Wir haben es hier mit einem Licht zu tun, das das einzige existierende Original ist; alle anderen Lichter sind billige Kopien. Dieses Licht ist Realität, alles andere ist Illusion; allein vom LOGOS geht geistliche Erleuchtung aus. Die Richtlinien und Gebote Christi, die im Hauptteil des Evangeliums besprochen werden, sind eigentlich nicht mehr als Detaillierungen des Grundsatzes, daß Christus die Quelle allen Lichtes ist. (weiterlesen…)

Johannes 1,4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 5

Dienstag, 6. Januar 2009

Der Prolog des Johannesevangelium Teil 5
Jetzt werden die Informationen konkreter. Für Johannes ist Leben nicht in erster Linie ein biologischer, sondern ein theologischer Begriff. Für ihn heißt Leben: In Beziehung stehen mit Gott.
Das Hauptwort Leben begegnet uns nicht weniger als sechsunddreißigmal in diesem Evangelium, und allein elfmal steht es in direkter Verbindung zum Adjektiv ewig. Damit hat es also nicht nur die Bedeutung einer bewußten Existenz, sondern uns wird vielmehr deutlich, daß dieses Leben aus Gott ein Grundsatz ist, ein Prinzip, das sich in menschlichem Er ausdrückt. Diese erste Definition des Begriffes zeigt uns das LOGOS also als Ursprung und Verkörperung des Lebens.
In der zweiten von diesen drei Zeilen wird das Leben als Licht beschrieben, aus dem das Leben des Universums hervor geht. Dieses Wort wird im Johannes-Evangelium bildlich benutzt, um jeden Zweifel an der Rechtschaffenheit Gottes auszuräumen (Kap. 3, 19; Kap. 20.21 und Kap. 12, 35).
Wahrscheinlich ist dies auch als Anspielung auf die erste Schöpfungstat zu verstehen, da es in 1.Mose l,3 ja heißt, daß die Schaffung des Lichtes das erste Resultat der Schöpfungsaktivität Gottes war. Wo das Leben des LOGOS sich also offenbart, ist Erleuchtung.
Das Leben ist das Wertvollste, was der Mensch besitzt. Der Verlust des Lebens ist tragisch. Johannes bestätigt das: In ihm (Christus) war das Leben. Christus verdanken die Menschen ihr physisches und ihr geistliches Leben. (Zu Johannes Lehre über das Leben vgl. Joh 5,26; Joh 6,57; Joh 10,10; Joh 11,25; Joh 14,6; Joh 17,3; Joh 20,31.) Jesus, die “Quelle des Lebens” (vgl. Joh 11,25), ist das Licht der Menschen (vgl. Joh 8,12). Das Licht ist in der Bibel ein Emblem Gottes; die Finsternis wird gemeinhin mit Tod, Beschränktheit, Unwissenheit, Sünde und Getrenntsein von Gott identifiziert. Jesaja beschrieb die Rettung als das Kommen eines großen Lichtes, das die Menschen, die in Finsternis leben, erblicken werden (Jes 9,1; vgl. Mt 4,16).
Verwendete Literatur
Johannes Das Evangelium des Glaubens Merrill C. Tenney
Der Prolog des Johannesevangeliums ( Johannes 1,1-18) Joachim Jeremias
Multimedia Bibel
Kommentar zu dem Evangelium des Johannes Frédéric Godet
Brockhaus Kommentar zur Bibel III
Lutherbibel 1984
Was die Bibel lehrt Johannes (4)Kommentar-Reihe NEUES TESTAMENT John Heading
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor
www.soundwords.de

http://www.sinnvoll-leben.de/home/predev.htm



Johannes 1,2 Dasselbe war im Anfang bei Gott Der Prolog des Johannesevangelium Teil 3

Sonntag, 4. Januar 2009

Der Prolog des Johannesevangelium Teil 3
In Vers 1/2 wird zweimal ausgedrückt, dass das Wort bei Gott war. Damit will Johannes hervorheben, dass das Wort nie von Gott auf eine andere Person übergegangen ist. Wort und Gott bilden immer eine Einheit. LOGOS teilte seinen Platz am Beginn aller Dinge mit Gott, hatte enge Gemeinschaft mit ihm. Damit ist das innergöttliche Verhältnis Christi vollständig ausgesprochen: es folgt sein Verhältnis zur Welt. Es ist nicht möglich zwischen Gott, dem Aussender, und Jesus, dem Ausgesandten, eine Trennungslinie zu ziehen. Auch wenn das Wort von Gott in die Welt ausgeht, ist es immer noch bei ihm. Es ist auch nie ein Wort von gestern, sondern immer unmittelbar Gegenwart. Dieser Vers stellt eine Überleitung dar: „Dasselbe war im Anfang bei Gott.“ Eigentlich ist es mehr als eine Überleitung den es hat eine bedeutungsvolle eigene Aussage.

Johannes 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 2

Samstag, 3. Januar 2009

Der Prolog des Johannesevangelium   Teil 2
Johannes formuliert genauso wie 1. Mose 1,1. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Hier wird also deutlich, daß nicht der Beginn einer bestimmten Entwicklung gemeint ist, ein genau definierbarer Zeitpunkt, sondern vielmehr die unbestimmbare Ewigkeit, die alle Zeiten umfaßt – einschließlich der unermeßlichen Vergangenheit. Ein Geschlechtsregister wäre in diesem Evangelium über den Sohn Gottes fehl am Platz.
Die Formulierung „Im Anfang war das Wort“ beschreibt die Präexistenz Jesu. Paulus formuliert diesen Tatbestand in Kolosser 1,16/17 folgendermaßen: „Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen, das Sichtbare und das Unsichtbare…; alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; und er ist vor allem und alles besteht durch ihn.“
Das hier benutzte Verb „war“ steht zwar in der Vergangenheitsform, drückt jedoch Kontinuität aus. Das Wort, das jetzt ist, war schon das Wort, ehe die Schöpfung begann. (weiterlesen…)

Der Prolog des Johannesevangelium Teil 1

Donnerstag, 1. Januar 2009

Teil 1
Am Anfang aller vier Evangelien wird Jesus in ein historisches Umfeld gestellt. Die Eröffnung des Johannesevangeliums nimmt dabei jedoch einen einzigartigen Platz ein. Das Matthäusevangelium beginnt mit dem Stammbaum Jesu und verfolgt Jesu Herkunft bis auf David und Abraham zurück. Das Markusevangelium setzt mit der Predigt Johannes des Täufers ein. Lukas widmet sein Buch Theophilus und schließt daran die Vorhersage der Geburt von Johannes dem Täufer an. Das Johannesevangelium aber beginnt mit einem theologischen Prolog. Es ist beinahe so, als ob Johannes gesagt hätte: “Ich möchte, daß Sie die Lehre und Taten Jesu näher kennenlernen. Doch Sie werden die gute Nachricht von Jesus nicht in ihrer ganzen Tragweite verstehen, wenn Sie nicht zugleich erkennen, daß Jesus Gott ist, der sich im Fleisch manifestiert hat, und daß alle seine Worte und Taten die Worte und Taten des Gottmenschen sind.”
Die wichtigsten Themen des Johannesevangeliums klingen bereits im Prolog an und werden später weiterentwickelt. Zu den Schlüsselbegriffen der johanneischen Sprache gehören “Leben” (V. 4), “Licht” (V. 4), “Finsternis” (V. 5), “Zeugnis” (V. 7), “wahr” (V. 9), “Welt” (V. 9), “Sohn” (V. 14), “Vater” (V. 14), “Herrlichkeit” (V. 14) und “Wahrheit” (V. 14). Zwei weitere entscheidende theologische Termini sind “das Wort” (V. 1) und “Gnade” (V. 14). Sie kommen allerdings trotz ihrer Bedeutung nur in der Einleitung vor. Der Begriff “Wort” (Logos) steht zwar noch an anderer Stelle, dort aber nicht mehr als christologischer Titel.
In diesem ersten Kapitel werden vierzehn verschiedene Titel oder Herrlichkeiten des Herrn erwähnt: Er ist das Wort, Er ist Gott, der Schöpfer, das Leben, das Licht, der Eingeborene vom Vater, Jesus, Christus, der Herr (Jehova), das Lamm Gottes, der mit Heiligem Geiste Taufende, der Sohn Gottes, der König Israels, der Sohn des Menschen. (weiterlesen…)