Ein Mann lässt sich seine Haare schneiden und seinen Bart trimmen. Der Friseur spricht während seiner Arbeit mit dem Kunden über viele Dinge, wie Friseure es so tun. Auch das Thema Gott wird berührt.
„Ich glaube nicht, dass Gott existiert!“, meint der Friseur.
„Warum?“ fragt der Kunde.
„Sie müssen nur auf die Straße gehen. Wenn Gott existierte, gäbe es dann so viele kranke Leute? Würde es so viele Kinder geben, die verlassen wurden? Würde es so viel Leid und Schmerzen geben? Gäbe es einen Gott, würde er alle diese Dinge nicht zulassen!“
Der Kunde antwortet nicht. Schließlich sind die Haare geschnitten. Der Bart ist gestutzt und der Friseur entlohnt.
Auf der Straße begegnet der Kunde einem Mann mit langen, schmutzigen Haaren und ungepflegtem Bart. Er geht zurück und sagt zum Friseur: „Friseure existieren nicht! Es gibt keine Friseure!“
„Wie kommen Sie darauf? Ich habe ich Ihnen doch gerade eben die Haare geschnitten und den Bart getrimmt!“
Der Kunde wiederholt: „Friseure existieren nicht, denn wenn sie existierten, gäbe es nicht so viele Menschen mit schmutzigem, langem, ungepflegtem Haar und ungetrimmtem Bart. Sehen Sie jenen Mann auf der Straße? Gäbe es Sie, würden Sie so etwas nicht zulassen!“
„Ach was! Ich existiere! Nur – die Leute kommen nicht zu mir!“
Der Kunde erwidert: „Eben! Auch Gott existiert. Nur kommen die Menschen nicht zu ihm und suchen ihn nicht. Auch deswegen gibt es so viel Schmerz und Leid in der Welt.“
(Autor unbekannt)
Archiv für die Kategorie „Gefundenes“
Existiert Gott? – Ein Gespräch beim Friseur
Donnerstag, 26. August 2010Mittelalterliches Weltbild
Sonntag, 15. August 2010
Wer kennt es nicht: Jenes Bild im Stile eine Holzschnitts aus dem 16. Jahrhundert, mit dem man bis heute meint, das es das Weltbild des “finsteren Mittelalters” realistisch darstelle?
In wie vielen Büchern macht man sich durch dieses vermeintlich aus dem Mittelalter stammende Bild über die damalige Zeit und die angeblich “wissenschaftsfeindliche” Kirche lustig?
Wenige wissen jedoch, daß dieses Bild keineswegs aus dem Mittelalter, sondern aus der Neuzeit stammt!
Es erschien vielmehr erstmals im Jahre 1888 (!) in dem Buch “L’Atmosphère. Météorologie populaire” des Franzosen Camille Flammarion.
In der Folge wurde (und wird bis heute!) allerdings immer wieder suggeriert, jener Holzschnitt aus dem 19. Jahrhundert stamme aus mittelalterlicher Zeit und stelle das damalige Weltbild dar.
Die irrige moderne Annahme, daß die mittelalterliche Christenheit an eine Erdscheibe geglaubt habe, wird allerdings von der “Historical Society of Britain” als weitestverbreiteter historischer Irrtum bezeichnet. http://www.stmichael-online.de/weltbild.htm
Der Unglaube weiß Bescheid
Samstag, 27. Februar 2010“O wahrlich, der Unglaube weiß Bescheid! Er kennt sich aus bis ins Kleinste. Die Riesen kennt er alle genau mit Namen und Ortsangabe: ‘So wohnen die Amalekiter im Land gegen Mittag, die Hethiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und um den Jordan’ – Ja, der Unglaube weiß genau Bescheid, er ist ‘informiert’. Die Schuhnummern der Riesen kann er dir angeben, wenn du sie wissen willst. Aber daß der Herr auferstanden ist…, daß ihm gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, daß er zugesagt hat: ‘Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende’, davon weiß er nichts zu erzählen. Wenngleich solcher Unglaube durchaus in der Lage ist, etwa im theologischen Examen korrekt nach Schrift und Bekenntnis über die ‘Auferstehungstheologie’ zu prüfen, aber gar kein Gefühl dafür hat, daß er im Umgang und bei den kirchenpolitischen Verhandlungen mit den Riesen von diesen geprüft wird, ob er an den Auferstandenen glaubt…. Der Unglaube schaut weg von Gott, weg von Gottes Wort und Gottes Verheißung und Zusage. Wer aber von Gott und Gottes Wort wegschaut, verliert den rechten Maßstab für die Wirklichkeit. Im angstvollen Stieren und Gaffen auf die ‘gegebenen Tatsachen’ fangen diese plötzlich zu wachsen an und wachsen uns schließlich zu unserem Schrecken über den Kopf, und wir werden von ihnen gebannt wie der Frosch von der Schlange…. Wenn wir’s doch sehen könnten, wie der Unglaube Riesen züchtet.”
(Karl Steinbauer, 1906-1988) http://www.dekanat-hof.de/hospital/predigtarchiv.htm
Wie man Liebe installiert
Freitag, 12. Februar 2010Anruf bei einer Service-Hotline:
Anrufer:
Hallo, ich hab hier ein neues Programm, das würde ich gern auf meinem persönlichen System installieren. Es heißt LIEBE. Was soll ich denn da als erstes machen?
Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?
Anrufer:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab’s immer auf der Hauptpartition KOPF versucht. Na gut, ich probier das mal – Mist, HERZ ist aber ziemlich voll!
Hotline:
Machen Sie mal den Task-Manager auf und gucken unter “Prozesse”. Was läuft denn da so?
Anrufer:
Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe – boah, das krallt sich fast den ganzen Speicher!
Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon automatisch aus Ihrem Betriebssystem raushauen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird aber keine anderen Programme mehr stören. Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation selber vollständig löschen.
Anrufer:
Nein! Das ist ein ganz wichtiges gutes altes Stück! Das hat mich Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zu sammeln! Muss das wirklich raus?
Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie so oft laufen, bis Geiz.com und die Alten_Verletzungen vollständig raus sind.
Anrufer:
Na gut, wenn’s sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft … He! Da steht jetzt: “ERROR 490 – Programm läuft nicht auf internen Komponenten”. Was soll denn das?
Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich sag’s mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es andere lieben kann.
Anrufer:
Hä?
Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?
Anrufer:
Ja, hab ich.
Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie die in den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen die immer wieder zurück.
Anrufer:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?
Hotline:
Ja, so gehört das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie diese Nachricht?
Anrufer:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?
Hotline:
Ja, aber denken Sie dran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen, damit Sie an die Upgrades rankommen.
Anrufer:
Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc und lauter so Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!
Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten Sie gut alleine weiterkommen.
Anrufer:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.
Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter, den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.
Anrufer:
Gebongt, will ich gern machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
http://blogofjohannes.wordpress.com/2010/02/10/wie-man-liebe-installiert/#more-1110
Frisch gedacht
Dienstag, 19. Januar 2010“Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist, und dass es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht vielen so. Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rühre, dass es keinen Gott gibt. Wenn du nicht mehr an den Gott glauben kannst, an den du früher geglaubt hast, so rührt es daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war, und du musst dich besser bemühen, zu begreifen, was du Gott nennst. Wenn ein Wilder an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, heißt das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass der wahre Gott nicht aus Holz ist.” – Leo Tolstoi
Eine Maus bringt die Erleuchtung
Donnerstag, 10. Dezember 2009Einer der Reichen, die ich interviewt habe, hatte eine Maus in seinem Haus. Früher hätte er einen Eimer genommen, sie gefangen und in den Garten gebracht. Jetzt arbeitete viel Personal für ihn. Also schrieb er seinem Hausmanager eine E-Mail vom Blackberry, der rief einen Kammerjäger an, der mit einem Kollegen die Maus fing. Der Butler rief dann die beiden Gärtner an, damit sie die Maus aussetzen konnten, und informierte den Hausherrn. Es brauchte zwei E-Mails, drei Telefonate und sechs Leute, um das Tier aus dem Haus zu bekommen. Der Mann sagte: Eine Maus hat mir gezeigt, wie absurd mein Leben geworden war. Robert Frank,
Die Zehn Gebote einmal anders
Dienstag, 24. November 20091.) Ich bin die Schule, Dein Lernort – Du sollst keine anderen Lernorte neben mir haben, Nachhilfe und Hausaufgabenhilfe sind meine Beichtstühle, die Hoheit über die Lehre bleibt bei meinen Priestern.
2.) Du sollst Dir kein Bildnis machen. Ich verändere meine Form je nach Bedarf, so bin ich unangreifbar und jede Diskussion kann mit einem „Das kannst Du doch nicht verallgemeinern“ abgewürgt werden.
3.)Gründe keine Privatschule (oder sogar paganes Homeschooling!)
4.)Fülle Deine ganze Freizeit mit dem Denken über mich an. Hausaufgaben und Tests lassen Dich immer nach meinem Stoff streben.
5.)Du sollst Vater Staat und Mutter Schule ehren. Durch sie bist Du geistig geboren und wirst auf das Leben vorbereitet.
6.)Zerreiße nie Dein Zeugnis
7.)Dein Lehrer ist Dein Lehrer, ersetze ihn nicht durch ein Buch, ein Video, Wikipedia oder sonstige Fremd. Finde die Schule nicht langweilig oder den Lehrplan Quatsch.
8.)Du sollst nicht abschreiben. Das Wissen Deines Nachbarn ist sein Wissen.
9.)Du sollst nicht die Autoritäten anlügen – auch nicht um Deinen Nächsten zu schützen – und die Strafe akzeptieren. Wenn Du später erwachsen bist, darfst Du auch nur die Aussage verweigern, sobald es Autoritäten deiner Berufsgruppe erlauben.
10.)Du sollst an dem von der Schule zugewiesenen Platz in der Gesellschaft bleiben. Ziehe nicht den Beschluss der Schule in Frage – suche die Schuld stets bei Dir selbst (zur Not nimm einen Motivationspsychologen dafür).
http://freiebildung.wordpress.com/2009/10/18/die-zehn-gebote-fur-den-modernen-wissenschaftlichen-atheisten/
Weihnachten im Oktober
Donnerstag, 1. Oktober 2009Montag, 7. Oktober
Schönster Altweibersommer. Noch einmal tummeln sich Menschen in T-Shirt und Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen Vorkommnisse in der Innenstadt. Dann plötzlich um 10.47 Uhr kommt der Befehl von Aldi-Geschäftsführer Erich B.: “5 Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich.” Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert SK-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.
15:07 Uhr
Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt und operiert nunmehr mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.
16:02 Uhr
Die Filialen von Penny und Ihrkauf bekommen Kenntnis von der Offensive, können aber auf Grund von Lieferschwierigkeiten nicht gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum 10. Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.
Dienstag, 8. Oktober, 7:30 Uhr
Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während 2 Weihnachtsmänner vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren Weihnachstwünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade im gleißenden Schein von 260000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz kann zunächst nur ohnmächtig zuschaun, immerhin haben jetzt auch Spar, Coop und SK den Ernst der Lage erkannt.
Mittwoch, 9. Oktober, 9:00 Uhr
Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
9:12 Uhr
SK kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln im Tiefkühlregal.
10:05 Uhr
Bei Ihrkauf verirren sich dutzende von Kunden in einem Wald von Weihnachtsbäumen.
12:00 Uhr
Neue Dienstanweisung bei Coop. An der Käsetheke wird mit sofortiger Wirkung ein ‘Frohes Fest’ gewünscht. Der Spar-Markt kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen an.
Donnerstag, 10. Oktober, 7:00 Uhr
Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.
8:00 Uhr
In einer eilig einberufenen Krisenversammlung fordert der aufgebrachte Penny-Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern lautstark: “Weihnachten bis zum Äußersten” und verfügt den pausenlosen Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD ‘Weihnachten mit Mireille Mathieu’ über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten ruhig.
Freitag, 11. Oktober, 8:00 Uhr
Anwohner der Ladenstraße versuchen mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung, die nun auch vom Spar-Markt angedrohte Musikoffensive ‘Heilig Abend mit den Flippers’ zu stoppen.
9:14 Uhr
Ein Aldi-Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den Posaunenchor ‘Adveniat’, der gerade vor Karstadt zum großen Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.
9:30 Uhr
Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um Pfeffernüsse, sondern um Christbaumkugeln gehandelt.
Sonnabend, 12. Oktober
Die Fronten verhärten sich. Die Strategien werden zunehmend aggressiver.
10:37 Uhr
Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Coop-Parkplatz zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die Beamten sind ratlos.
12:00 Uhr
Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und Coop die Fußgängerzone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt die Räum- und Streupflicht an. Umsonst.
14:30 Uhr
Teile der Innenstadt sind unpassierbar. Eine Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von Eingeschlossenen. Menschen wie du und ich, die nur mal in der schönen Herbstsonne bummeln wollten.
Die Arche Noah des 21. Jahrhunderts
Samstag, 19. September 2009Nach vielen Jahren sah Gott wieder einmal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer langer Zeit schon einmal getan hatte. Er sprach zu Noah: “Noah, baue mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals – 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazugelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei mit, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken”.
Noah stöhnte auf, musste das denn schon wieder sein”. Wieder 40 Tage Regen und 150 unbequeme Tage auf dem Wasser mit all den lästigen Tieren an Bord und ohne Fernsehen! Aber Noah war gehorsam und versprach, alles genau so zu tun, wie Gott ihm aufgetragen hatte. Nach sechs Monaten zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Noah saß in seinem Vorgarten und weinte, denn da war keine Arche. “Noah”, rief der Herr, “Noah, wo ist die Arche?
Noah blickte zum Himmel und sprach: “Herr, sei mir gnädig.” Gott fragte abermals “Wo ist die Arche, Noah?” Da trocknete Noah seine Tränen und sprach: “Herr… was hast du mir angetan? Als Erstes beantragte ich beim Landkreis eine Baugenehmigung. Die dachten zuerst, ich wollte einen extravaganten Schafstall bauen. Die kamen mit der ausgefallenen Bauform nicht zurecht, denn an einen Schiffbau wollten sie nicht glauben. Auch deine Maßangaben stifteten Verwirrung, weil niemand mehr weiß, wie lang eine Elle ist. Also musste mein Architekt einen neuen Plan entwerfen. Die Baugenehmigung wurde mir zunächst abgelehnt, weil eine Werft in einem Wohngebiet planungsrechtlich unzulässig sei. Nachdem ich dann endlich ein passendes Gewerbegrundstück gefunden hatte, gab es nur noch Probleme. Im Moment geht es z. B. um die Frage, ob die Arche feuerhemmende Türen, eine Sprinkleranlage und einen Löschwassertank benötige. Nach dem Hinweis, ich hätte im Ernstfall rundherum genug Löschwasser, glaubten die Beamten, ich wollte mich über sie lustig machen. Als ich ihnen erklärte, das Wasser käme noch in großen Mengen, und zwar viel mehr als ich zum Löschen benötigte, brachte mir das den Besuch eines Arztes vom Landeskrankenhaus ein. Er wollte von mir wissen, was ein Schiffbau auf dem Trockenen, fernab von jedem Gewässer, solle. Die Bezirksregierung teilte mir daraufhin telefonisch mit, ich könnte ja gern ein Schiff bauen, müsste aber selbst zusehen, wie es zum nächsten größeren Fluss käme. Mit dem Bau eines Sperrwerks könnte ich nicht rechnen, nachdem der Ministerpräsident zurückgetreten sei. Dann rief mich noch ein anderer Beamter dieser Behörde an, der mir erklärte, sie seien inzwischen ein kundenorientiertes Dienstleistungsunternehmen und darum wolle er mich darauf hinweisen, dass ich bei der EU in Brüssel eine Werftbeihilfe beantragen könne, allerdings müsste der Antrag achtfach in den drei Amtssprachen eingereicht werden. Inzwischen ist beim Verwaltungsgericht ein vorläufiges Rechtsschutzverfahren meines Nachbarn anhängig der einen Großhandel für Tierfutter betreibt. Der hält das Vorhaben für einen großen Werbegag – mein Schiffbau sei nur darauf angelegt, ihm Kunden abspenstig zu machen. Ich habe ihm schon zwei Mal erklärt, dass ich gar nichts verkaufen wolle. Er hört mir gar nicht zu und das Verwaltungsgericht hat offenbar auch viel Zeit.
Die Suche nach dem Zedernholz habe ich eingestellt. Libanesische Zedern dürfen nicht mehr eingeführt werden. Als ich deshalb hier im Wald Bauholz beschaffen wollte, wurde mir das Fällen von Bäumen unter Hinweis auf das Landeswaldgesetz verweigert. Dies schädige den Naturhaushalt und das Klima. Außerdem sollte ich erst eine Ersatzaufforstung nachweisen. Mein Einwand, in Kürze werde es gar keine Natur mehr geben und das Pflanzen von Bäumen an anderer Stelle sei deshalb völlig sinnlos, brachte mir den zweiten Besuch des Arztes vom Landeskrankenhaus ein.
Die angeheuerten Zimmerleute versprachen mir schließlich, für das notwendige Holz selbst zu sorgen. Sie wählten jedoch erst einmal einen Betriebsrat. Der wollte mit mir zunächst einen Tarifvertrag für den Holzschiffbau auf dem flachen Lande ohne Wasserkontakt aushandeln. Weil wir uns aber nicht einig wurden, kam es zu einer Urabstimmung und zum Streik. Herr, weißt du eigentlich, was Handwerker heute im Voraus verlangen? Wie soll ich denn das bezahlen? Weil die Zeit drängte, fing ich schon einmal an, Tiere einzusammeln. Am Anfang ging das noch ganz gut, vor allem die beiden Ameisen sind noch immer wohlauf. Aber seit ich zwei Tiger und zwei Schafe von der Notwendigkeit ihres gemeinsamen und friedlichen Aufenthaltes bei mir überzeugt hatte, meldete sich der örtliche Tierschutzverein und rügte die artwidrige Haltung.
Und mein Nachbar klagt auch schon wieder, weil er auch die Eröffnung eines Zoos für geschäftsschädigend hält. Herr, ist dir eigentlich klar, dass ich auch nach d. Europäischen Tierschutz-transportverordnung eine Genehmigung brauche? Ich bin schon auf Seite 22 des Formulars und grüble im Moment darüber, was ich als Transportziel angeben soll. Und wusstest du, dass z. B. Geweih tragende Tiere während der Brunftzeit überhaupt nicht transportiert werden dürfen? Herr, wusstest du das?
Übrigens, wo hast du eigentlich die Callipepla caliconica du weißt schon, die Schopfwachteln und den Lethamus Discolor versteckt? Den Schwalbensittich habe ich bisher auch nicht finden können. Dir ist natürlich auch bewusst, dass ich die 43 Vorschriften der Binnenmarkt –Tier-schutzverordnung bei dem Transport der Kaninchen strikt beachten muss. Meine Rechtsanwälte prüfen gerade, ob diese Vorschriften auch für Hasen gelten. Übrigens: wenn du es einrichten könntest, die Arche als fremdflaggiges Schiff zu deklarieren, das sich nur im Bereich des deutschen Küstenmeeres aufhält, bekäme ich die Genehmigung viel einfacher. Du könntest dich doch auch einmal für mich bemühen. Ein Umweltschützer von Greenpeace erklärte mir, dass ich Gülle, Jauche, Exkremente und Stallmist nicht im Wasser entsorgen darf. Wie stellst du dir das eigentlich vor? Damals ging es doch auch! Vor zwei Wochen hat sich das Oberkommando der Marine bei mir gemeldet und von mir eine Karte der künftig überfluteten Gebiete erbeten. Ich habe ihnen einen blau angemalten Globus geschickt.
Und vor zehn Tagen erschien die Steuerfahndung; die haben den Verdacht, ich bereite meine Steuerflucht vor. Ich komme so nicht weiter Herr, ich bin verzweifelt! Soll ich nicht doch lieber meinen Rechtsanwalt mit auf die Arche nehmen?” Noah fing wieder an zu weinen.
Da hörte der Regen auf, der Himmel wurde klar und die Sonne schien wieder. Und es zeigte sich ein wunderschöner Regenbogen. Noah blickte auf und lächelte. “Herr, du wirst die Erde doch nicht zerstören” – “Da sprach der Herr: “Darum sorge ich mich nicht mehr, das schafft schon eure Verwaltung!”
Eine Geschichte Für Dich, Eine Für Mich
Montag, 3. August 2009Gerade habe ich die „Sonntags Rundschau“ (Lokalzeitung/Ausgabe 11.März 07, S.3) aufgeschlagen, wo ein Interview mit Gerti Senger, promovierte Psychologin und Psychotherapeutin, abgedruckt ist.
Auf die Frage, wieso denn so viele Männer und Frauen untreu sind, bringt sie eine klassisch evolutionäre Story:
„…andererseits steckt in uns das Naturwesen, in dem ein unbewusster Impuls besteht, einen möglichst großen Fortpflanzungserfolg zu haben. Nach Ansicht der Evolutionsforschung ist das Sich-Verlieben in einen Partner außerhalb der Zweierbeziehung und überhaupt das Verlieben als solches ein Trick der Natur, damit die Gene möglichst breit gestreut werden.“
Solch „Wissen“ kann sehr zur Entspannung einer Beziehung beitragen (wenn angewandt):
Ehepartner A: „Schatzi, tut mir leid, mir kam ein unbewusster Impuls und ich erlag dem Zwang meine Gene zu streuen…“
Ehepartner B: „Och, mein armes Evolutionsopfer, komm her und lass dich knuddeln. Es muss dir nicht leid tun…“
Moment, so einfach macht es uns Gerti Senger nicht, sie erläutert weiter:
„Wir haben Umgangsformen entwickelt, wir haben Gesetze entwickelt, die Rücksichtnahme und Loyalität und nicht mehr das Faustrecht beinhalten. Und genauso ist es mit unserem erotischen Zusammenleben. Es hat sich bewährt, die Untreue-Impulse besiegen zu wollen. Auch schon in der Evolutionsgeschichte. Denn wenn man sich vorstellt, dass man jedem Untreue-Impuls nachgibt, und es sind aber Nachkommen da, dann kämen die ja immer zu kurz.“
Hört, hört: Wir haben also eine evolutionäre Begründung für Untreue und auch für Treue. Besser noch: Je nach persönlicher Präferenz kann man beide Begründungen je nach Bedarf gewichten. Obiger Dialog hier noch einmal, im Lichte des neu gewonnen „Wissens“:
Ehepartner A: „Schatzi, tut mir leid, mir kam ein unbewusster Impuls und ich erlag dem Zwang meine Gene zu streuen…“
Ehepartner B: “Evolutionär wurdest Du jedoch mit der Fähigkeit ausgestattet, diesem Impuls zu widerstehen, denn … . Ich kann solche Storys mindestens so gut wie du dichten und meinem Zweck dienstbar machen. Kommen wir nun zur exakten Wissenschaft der Physik: Die kinetische Energie dieser Vase, geschleudert mit einer Geschwindigkeit von…“
Wir sehen: Egal ob man Wirbelsäulenprobleme hat oder Probleme im Liebesleben. Im Lichte der Evolutionstheorie ergibt alles einen Sinn.
Markus Rammerstorfer http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2007/03/rammerstorfer-eine-geschichte-fr-dich.html