Skandal: Lohnunterschied – Mythen und Fakten

Wenn wieder einmal auf den eklatanten Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen aufmerksam gemacht wird, dann werden ganz bewusst Vorverurteilungen geschürt. Der „normale“ Bürger hat nämlich den Eindruck, dass ein Mann der sich auf eine bestimmte Stelle bewirbt, generell einen höheren Lohn bekommen würde als eine Frau. Oder, dass in einem Betrieb eine Frau an derselben Maschine weniger Geld erhalten würde als ihr männlicher Kollege. Der wesentliche Grund für die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen beruhen bei Licht besehen aber nicht auf einer Geschlechterungerechtigkeit, sondern auf den unterschiedlichen Prioritäten, die Männer und Frauen in ihrem Berufsleben setzen.
In den regelmäßigen „Schreckensmeldungen“ über die Benachteiligung der Frauen in Lohnfragen wird beispielsweise festgestellt, dass eine Versicherungskauffrau nur 81 Prozent vom Einkommen ihrer männlichen Kollegen verdient, eine Köchin sogar nur 73 Prozent, eine Elektroingenieurin bekommt demnach 93,9 Prozent. Natürlich arbeiten die hier verglichenen Männer und Frauen aber nicht an derselben Stelle. Männer und Frauen für dieselbe Anstellung unterschiedlich zu bezahlen ist in Deutschland schon lange verboten. Bezahlt wird die angetretene Stelle hierzulande natürlich unabhängig vom Geschlecht des Arbeitnehmers.
Allerdings zeigen Studien, dass Frauen nicht so gerne Schichtarbeit machen und deshalb weniger Zulagen für Nacht- oder Feiertagsarbeit erhalten. Frauen sind auch lieber in kleineren Firmen tätig, die zumeist weniger bezahlen als große Unternehmen. Vielen Frauen liegt nicht so viel an ihrer Karriere, weshalb sie sich nicht so intensiv nach neuen, besser bezahlten Arbeitsplätzen umsehen wie Männer. Viele Frauen legen mehr Wert auf ihre Freizeitgestaltung, weshalb sie weniger häufig in zeitintensive Leitungspositionen streben als Männer. Die Lohndifferenzen beruhen auch darauf, dass Frauen und Männer unterschiedliche Berufe bevorzugen. – Die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen hat viel weniger als in den Schlagzeilen unterstellt mit Diskriminierung von Frauen zu tun, sondern weit eher mit unterschiedlichen Präferenzen von Männern und Frauen im Berufsleben.
Vor Gott gilt: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Galater 3, 28) Michael Kotsch

zeit.de
Wenn die Frau weniger verdient als der Mann: Neue Studien zeigen die…

Theologie der Anpassung

Ein gut Teil heutiger Theologie ist Theologie der Anpassung an den Geist des »We never had it so good« mit seinem gezähmten Gottesgedanken und der Ablehnung jeglichen Urteils über die Sünde des Menschen. Im allgemeinen scheint die Botschaft der Theologie an die Öffentlichkeit zu lauten: Doch, es gibt einen Gott, aber wir können versprechen, daß er sich nicht einmischt. Die Theologie vermittelt, gewollt oder ungewollt, den Eindruck der Unwirklichkeit Gottes. Klaus Bockmühl
(„Aufgaben der systematischen Theologie heute“, in: Denken im Horizont der Wirklichkeit Gottes: Schriften zur Dogmatik und Theologiegeschichte, Abt. 2, Bd. 1, 1999, S. 105-121, hier S. 114)

Veröffentlicht unter Zitate

Christen lehnen islamisch motivierte Terroranschläge ebenso ab, wie antiislamische Gewalttaten.

Terroranschläge islamischer Extremisten gehören zwischenzeitlich in vielen Ländern der Welt leider zum Alltag. Zumeist richten sich diese Anschläge gegen andere Muslime, die aus Sicht der Täter zu liberal denken oder handeln. Immer wieder sind aber auch Andersgläubige, beispielsweise Christen, Hindus oder Buddhisten, von den Gewalttaten betroffen. Jeder sollte angesichts dieser Gräuel das deutliche innerislamische Gewaltpotential zur Kenntnis nehmen. Weil Mohammed selbst seinen Glauben mit Kriegen verbreitet hat und auch im Koran den Einsatz von Gewalt für religiöse Zwecke rechtfertigt, können sich islamische Attentäter bis heute auf diese Legitimation berufen.
Solche religiös motivierte Gewalt führt häufig zu ebenso falschen Reaktionen. Zwischenzeitlich hat sich leider bei vielen Menschen westlicher Gesellschaften ein regelrechter Islamhass etabliert. Jüngstes Beispiel für diese Entwicklung ist das Massaker an 49 Muslimen in Christchurch / Neuseeland (15.3.2019). Vermutlich mehrere Täter hatten wahllos auf Muslime geschossen, die friedlich in der Moschee beteten. Diese Gewalttat wirkt umso absurder, weil in Neuseeland insgesamt nur 50 000 Muslime leben, etwa 1% der Bevölkerung. Von einer wie auch immer gedachten „Gefährdung“ der neuseeländischen Gesellschaft durch den Islam kann hier also keine Rede sein. – Ganz sicher wird dieser Anschlag jetzt aber manchen islamischen Extremisten als Rechtfertigung ihrer eigenen Gewalttaten herhalten müssen.
Christen lehnen islamisch motivierte Terroranschläge ebenso ab, wie antiislamische Gewalttaten. Christen wissen sich von Jesus aufgefordert, sogar ihre Feinde und erst recht Andersgläubige zu lieben; auch wenn sie deren Überzeugungen nicht teilen. „Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, …“ (Matthäus 5, 44) Christen begegnen ihren „Gegnern“ nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12, 21) Michael Kotsch

Geistliches Leben zeigt sich in vier Dingen

Ohne das Wirken Jesu können wir nichts tun, aber mit ihm werden wir über alle Maßen gesegnet. Diese Wahrheit verbaut jeden eigenwilligen Aktivismus, aber sie befreit zu großem Glauben gegenüber dem Herrn, der sich bitten lassen will.
Geistliches Leben zeigt sich in vier Dingen:
Im einfältigen Gebet: Hier weiß der Glaubende, wo alle Macht und Vollmacht verfügt wird!
Im Ernst nehmen der Heiligen Schrift: Hier sucht der Glaubende, um nichts aus sich, sondern alles aus dem Wort Gottes zu tun!
Im Wagnis der kleinen Schritte: Der Glaubende weiß, daß alle Nachfolge auch zu Wagnissen führen muss!
In der Einmütigkeit der Gemeinde: Wo in Wahrheit und Liebe das Leben gestaltet und geführt wird, und wo aller Dienst seinen Platz hat.
Wie nun jeder von uns geführt wird, und wie er seinen Glauben umzusetzen gedenkt, darüber soll jeder seine Gewissheit erlangen. Aber wir kommen alle nicht an der Einfalt des Glaubens, an der Reinigung von unseren Sünden, am Ernstnehmen der Heiligen Schrift, am Wagnis der kleinen Schritte und an der Liebe zum Aufbau der Gemeinde vorbei, wenn wir als geistliche Menschen angesprochen sein wollen. Klaus Vollmer
(Alte Wege – neu entdeckt, 1975, S. 91–92)

Sechs Dinge, die wir über die Entstehung der Bibel wissen sollten

1. Der Kanon des Neuen Testaments wurde nicht durch ein Kirchenkonzil festgelegt.
Die Kirchenkonzile entschieden nicht, was kanonisch ist und was nicht. Indem regionale Kirchenkonzile Erklärungen über den Kanon abgaben, bestätigten sie diejenigen Bücher, von denen sie glaubten, dass sie als Gründungsdokumente des christlichen Glaubens fungierten. Die Konzile erklärten bloß, was schon seit der Zeit der Apostel galt. Deshalb schufen, autorisierten oder bestimmten diese Konzile nicht den Kanon. Sie waren einfach Teil des Prozesses, den Kanon offiziell anzuerkennen, der bereits existierte.
2. Die frühen Christen glaubten, dass die kanonischen Bücher selbstbeglaubigend sind.
Ein weiterer beglaubigender Faktor waren die internen Merkmale jedes Buches. Diese Bücher etablierten sich innerhalb der Kirche durch ihre internen Merkmale und durch ihre Einzigartigkeit in der Darstellung von Christus und seinem Rettungswerk. Der Kanon des Neuen Testaments, den wir heute besitzen, ist nicht aus geheimen Absprachen zwischen den Kirchenvätern entstanden oder durch die politische Autorität von Kaiser Konstantin, sondern durch die einzigartige Stimme und den Ton, den jede dieser Schriften besaß.
3. Die neutestamentlichen Bücher sind die hauptsächlichen, christlichen Schriften, die wir haben.
Die neutestamentlichen Bücher sind die frühesten Schriften, die wir in Bezug auf Jesus haben. Das Neue Testament wurde im ersten Jahrhundert abgefasst. Das bedeutet, dass die Schriften Augenzeugenberichte beinhalten und innerhalb von fünfzig Jahren der Ereignisse geschrieben wurden, was von keiner apokryphen Schrift gesagt werden kann, die oft in den Medien diskutiert werden. Das ist besonders deutlich, wenn wir zu den vier Evangelien kommen. Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sind die einzigen Evangeliumsberichte, die aus dem ersten Jahrhundert stammen.
4. Die neutestamentlichen Bücher beziehen sich direkt auf das apostolische Zeugnis.
Anders als jedes andere Buch aus dieser Zeitepoche oder aus dem darauffolgenden Jahrhundert waren die neutestamentlichen Bücher direkt verknüpft mit den Aposteln und ihrem Zeugnis von dem auferstandenen Christus. Der Kanon ist eng verknüpft mit ihren Aktivitäten und ihrem Einfluss. Die Apostel hatten die Autorität von Christus selbst (Mt 28,18-20). Neben dem Alten Testament bildete ihre Lehre das Fundament der Kirche. Die Kirche ist „auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten“ (Eph 2,20).
5. Manche Verfasser des Neuen Testaments zitieren andere Verfasser des Neuen Testaments als Heilige Schrift.
Der Glaube an neue Offenbarung oder an ein Testament in Buchform war keine späte Entwicklung. Von den Tagen der Apostel selbst wurden diese Schriften als einzigartig in ihrer Autorität und ihrem Zeugnis erachtet. Dieser Glaube scheint schon in den frühesten Phasen des Christentums präsent gewesen zu sein. In 2. Petrus 3,15-16 spricht Petrus von den Briefen des Paulus als Teil der „Schriften“, was sie auf eine Stufe hebt zu den Büchern des Alten Testaments. Das ist eine bedeutsame Tatsache, die oft übersehen wird.
6. Die frühen Christen gebrauchten nicht-kanonische Schriften nicht mit der gleichen Autorität.
Die Christen zitierten oft nicht-kanonische Literatur mit einer positiven Bekräftigung ihrer Funktion zur Erbauung. Aber die Christen gebrauchten diese Bücher bloß als hilfreiche, erleuchtende oder erbauende Texte. Selten gab es Unklarheit, ob sie auf der gleiche Stufe wie die Heilige Schrift standen. Diese Bücher wurden schließlich unbeachtet gelassen in Bezug auf den Kanon des Neuen Testaments, da sie keine allgemeine Annahme, Apostolizität und Selbstbeglaubigung besaßen.
Dieser Artikel von Timothy Massaro erschien zuerst bei Core Christianity. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.
https://www.evangelium21.net/ressourcen/sechs-dinge-die-wir-ueber-die-entstehung-der-bibel-wissen-sollten

Keine Kinder mehr?

Eine aktuelle Meinungsumfrage des britischen „YouGov- Instituts“ scheint zu bestätigen, was linksorientierte Politiker schon seit Jahren proklamieren: Kinder schaden der Karriere. Demnach sollen 20% der befragten Paare angegeben haben, dass sie sich im Nachhinein gegen Kinder entschieden hätten, wenn sie noch einmal vor diese Entscheidung gestellt würden. Vor allem, deshalb, weil sie durch die Kinder in ihrer Selbstverwirklichung und ihrer beruflichen Karriere behindert worden seien. – Soweit diese durchaus nachvollziehbare Meinungsumfrage. Bei der Interpretation der Daten fallen die Kommentatoren aber ganz schnell in ihre altgewohnten gesellschaftspolitischen Klischees. Demnach brauche es natürlich mehr Geld vom Staat, mehr Angebote zur Entlastung von Frauen und vor allem mehr Kindergartenplätze ab dem ersten Lebensjahr usw.
Nur selten gelingt es allerdings bei einer solchen Meinungsumfrage auch die vorsätzlich ausgeklammerten Aspekte zu berücksichtigen: Weiterlesen

Tikis Abschied

Veröffentlicht am 5. März 2019 von brink4u

Als Buchhändler in München-Neuhausen (nordwestlich der ‚Donnersberger Brücke‘) hatten wir natürlich ‚Tikis‘ Bücher aus dem Claudius-Verlag, aus dem gleichen Stadtteil (nordöstlich der ‚Donnersberger Brücke‘) im Regal.
Sicher: als ‚christliche Fachbuchhandlung‘ im evangelikalen Sinn war man zunehmend über die Inhalte irritiert, hat es aber doch meist als kreative Ausdrucksform protestantischer Frömmigkeit à la ‚Tiki‘ abgetan … – das ist mittlerweile 15 Jahre her
Gestern hat Ron Kubsch nun im Theoblog den altersbedingten Abschied von Werner Küstenmacher ‚als Prediger bei der Evangelischen Morgenfeier‘ des BR wie folgt kommentiert:
In gewohnt kreativer Weise hat sich Werner Küstenmacher (Tiki) bei der Evangelische Morgenfeier verabschiedet. Nicht nur das. Der Pfarrer sprach offen über seine Abschiede vom dem christlichen Glauben, der uns ein für allemal überliefert ist (vgl. Jud 3).
Ich empfehle, die Sendung nachzuhören und herauszuschälen, wie im Namen von Vernunft und Menschlichkeit das Evangelium völlig umgedeutet und so weit entleert wird, dass es nur eine trügerische Hoffnung vermittelt
.
Dort findet sich auch der Radio-Mitschnitt der ‚Evangelischen Morgenfeier‘ …
Zudem hat der Theoblog seinerzeit eine Kommentierung und Buchbesprechung von Dr. Falko Hornschuch zu ‚Gott 9.0‘ vorgelegt.
TheBlog weiter:
Wer mehr über das evolutionäre Glaubensverständnis von Werner Küstenmacher erfahren möchte, sollte die Rezension über sein Buch Gott 9.0 lesen. Küstenmacher folgt esoterischen Überzeugungen, wie sie von Clare W. Graves, Don Beck, Christopher Cowan oder Ken Wilber bekannt gemacht worden sind. „Gott“ ist letztlich eine Metapher für den Menschen. Die „alten einengenden Glaubensvorschriften und Denkgefängnisse“ sind vermeintlich durch eine gefühlige, raumschaffende Selbstfindung überwunden. Gesetzt wird ganz auf den Menschen. Was ist das Problem? Der Mensch ist erlösungsbedürftig!
Hornschuch zitiert Johannes Hartl, der das Buch bereits am 16. Februar 2011 bei Amazon kritisch rezensierte (und dafür nur 1/5 ‚Sternchen‘ bekam …), und schließt sich ihm in seiner Kritik inhaltlich an (Seite 3+4):
‚(…), am Christentum wird das (wenige!) betont, was zu den weltanschaulichen Prämissen des Modells passt, das (erheblich umfangreiche) Andere wird als Rest einer bereits überwunde-nen Geistesstufe als irrelevant zu den Fossilien gelegt oder schlichtweg verschwiegen.‘ (…)
‚Was … untergeht ist der extrem große spekulative Gehalt der präsentierten Theorien. Modelle mit solch gewaltigem explikativen Anspruch wie ‚Spiral Dynamics‘ nähern sich bedrohlich dem, was man ‚unfalsifizierbar‘ oder noch schärfer: ‚Ideologie‘ nennen könnte. Wird ein solches Modell dann zur wertenden Instanz über Relevanz oder Irrelevanz aller Aussagen eines sich der (geoffenbarten) Wahrheit verpflichteten Religion, dann nimmt dieses Modell exakt jene Stellung ein, die zuvor der sich offenbarenden Instanz (z.B. Gott) zuerkannt worden ist, oder?‘

Quellen:

  • Hier der Link auf den ganzen Artikel im TheBlog
  • Hier der Link auf die Morgfeier vom 03.03.2019 in Bayern 1, dort auch die 10-seitige pdf des Textes von Werner Küstenmacher
  • podcast der Morgenfeier vom 03.03.2019
  • Dr. Falko Hornschuch: Buchbesprechung zu Werner Tiki Küstenmacher: ‚Gott 9.0  – Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird‘
  • Rezension J. Hartl auf amazon zu ‚Gott 9.0‘

Schülerstreik

Sarkastisch
Am 15. März ist in München erneut ein großer Schülerstreik angekündigt. Aus unsicheren Quellen verlautet, dass an diesem Freitag zum ersten Mal auch Greta in der Landeshauptstadt zu ihren Anhängern sprechen wird. Das Schulministerium empfiehlt gemeinsam mit dem Klimaministerium für diesen Fall folgende Vorgehensweise:
1. Alle ca. 1,6 Mio. Schüler des Freistaats sind zur Streikteilnahme verpflichtet.
2. Die Anreise hat klimaneutral per Fußwallfahrt zu erfolgen. Die nun zusätzlichen Wandertage sollen bereits der Umwelterziehung dienen, indem die Schüler den Müll am Wegesrand einsammeln. Wer anschließend sein Handy der Wiederverwertung anheimgibt, wird Schüler des Monats.
3. Auf einem Schimmel mit schwarzen Punkten in die Stadt reitend, wird die Friedensnobelpreiskandidatin von den ca. 6000 Schulleitern im Spalier stehend empfangen. Knicksen, einen Diener machen ist durchaus erwünscht, von der Proskynese ist abzuraten.
4. Während der Ansprache schwenken die Schüler selbstgefertigte Fähnchen aus Esspapier.
5. Nachdem eine Wolke die Rednerin verhüllt hat und sie nicht mehr auf der Bühne zu sehen ist, beschließen die Schüler so lange zu streiken, bis sich das Klima zur Änderung bereit erklärt.
6. Es beginnt zu regnen. Vierzig Tage und vierzig Nächte.
7. Am 39. Tag treibt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag in einem übergroßen Eisbecher vorbei und erklärt den Klimawandel für vollzogen.
8. Die Schüler schwimmen geordnet in Zweierreihen nach Hause.
JB

Schauspieler

„Wir sind so gewöhnt, uns vor andren zu verstellen, dass wir uns am Ende vor uns selbst verstellen.“ François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 – 1680)
Schon vor hunderten von Jahren waren Menschen sehr daran interessiert von ihrer Umgebung geachtet, gefürchtet oder verehrt zu werden. In einer Zeit einfacher medialer Vermarktung hat sich dieser Trend massiv beschleunigt. Zahlreiche Ratgeber und Seminare coachen für eine effektive Selbstvermarktung. Wer über das entsprechende Kleingeld verfügt, leistet sich auch einen eigenen Imagespezialisten, der aufzeigt, wie man seine Umwelt am effektivsten hinters Licht führen kann.
Selbst die vielbeworbene Authentizität wird heute professionell nachgespielt: eine weiche Stimme, ein schiefer Blick, sowie ein paar scheinbar persönliche Informationen und schon haben viele Zuhörer den Eindruck, einen ganz besonders „echten“ Menschen vor sich zu haben; auch wenn sie ihn bei Licht besehen kaum kennen.
Mancher ist mit den Jahren so sehr in seine selbstgewählte Rolle verliebt, dass er sie für sein wahres Leben hält. Irgendwann glaubt so eine Person tatsächlich an die eigene Brillanz, Schönheit oder Leistungsfähigkeit. Wer dieser Selbstinszenierung gefährlich werden kann, wird konsequent ausgeblendet oder weitest möglich zum Schweigen gebracht.
Solche Verstellungen können jeden Bereich des Lebens betreffen: Freundschaften, die Ehe, das Berufsleben und natürlich auch den Glauben. Manche Christen sehen hier nur noch was sie sehen wollen. Längst haben sie sich von jedem Aspekt der Selbstkritik verabschiedet. Man ist einfach geisterfüllt, wissenschaftlich oder bibeltreu. Die mühsam errichtete Kulisse wird dann häufig mit der Realität verwechselt. Man übersieht geflissentlich die gefakten Heilungen und billige Erklärungen, die eigene Abhängigkeit vom Zeitgeist oder der eigenen Erziehung, bzw. das Fehlen stichhaltiger biblischer Belege.
Gott kennt ein hartes Wort für solches Verhalten: Heuchelei. Das wird in der Bibel als ziemlich schlimmes Fehlverhalten verurteilt. Damit versucht man nicht nur andere Menschen zu belügen, irgendwie meint man auch Gott etwas vormachen zu können. Besonders tragisch ist bei solcher Schauspielerei die Gefahr massiver Selbsttäuschung. Im Laufe der Jahre wird man unfähig zur realistischen Selbsteinschätzung. Damit schwindet natürlich auch die Möglichkeit Schuld einzusehen oder echte Korrektur vorzunehmen. Irgendwann glaubt der Betreffende, die Welt sei wirklich, wie er sie sich zurechtgebogen hat. Die Realität und Gott lassen sich davon allerdings nicht beeindrucken.
Deshalb gilt besonders für Christen, sei ehrlich und offen jedem Menschen und besonders Gott gegenüber!
„Weh euch, […] ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch scheinen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! So auch ihr: Von außen scheint ihr vor den Menschen gerecht, aber innen seid ihr voller Heuchelei und missachtet die Ordnungen Gottes.“ (Matthäus 23, 27)
Michael Kotsch

Warum ich die gewöhnliche Gemeinde liebe

Ich gehöre zu einer ganz gewöhnlichen Gemeinde. Mit um die 100 Mitgliedern ist sie nicht besonders groß. Unsere Gemeinde ist logischerweise auch (über unsere Stadt hinaus) nicht bekannt. Wir sind keine Trend-Gemeinde, die Christen aus anderen Städten (oder gar Ländern) besuchen und sich zum Vorbild nehmen. Über unsere Gemeinde hat auch noch nie jemand ein Buch oder auch nur einen Zeitschriftenartikel verfasst. Wir sind auch keine besonders innovative Gemeinde, die irgendetwas noch nie dagewesenes machen würde. Und unser Gemeindehaus ist auch weder besonders hübsch noch beeindruckend groß. Nein, Gemeinden ähnlich der unseren gibt es Hunderte in ganz Deutschland.
Und doch bin ich sehr gerne Teil (und Pastor) dieser Gemeinde. Ja, ich liebe meine Gemeinde. Ich liebe generell die gewöhnliche Gemeinde. Und dafür gibt es gute Gründe:
Hier leben Menschen den Glauben
Hier in ganz gewöhnlichen Gemeinden leben Christen ihren Glauben. Hier geschieht Jüngerschaft. Hier wird sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Hier erleben Menschen Ermutigung aber auch Korrektur. In ganz gewöhnlichen Gemeinden wie bei uns kommen Menschen zusammen, um Gottesdienst zu feiern und die Bibel zu lesen. Man trifft sich, um miteinander zu beten und sich über den Glauben auszutauschen. Kurz gesagt: in gewöhnlichen Gemeinden steckt eine ganze Menge vitales geistliches Leben!
Hier wird Gottes Wort verkündigt
In ganz gewöhnlichen Gemeinden wird aber auch das Wort Gottes verkündigt. Das Wort, von dem der Herr sagt, dass es so kräftig ist, „wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt“ (Jer 23,29). Den gewöhnlichen Gemeinden mag manches fehlen, aber mit dem verkündigten Wort Gottes haben sie das wertvollste Pfund überhaupt, mit dem sie wuchern können. In gewöhnlichen Gemeinden an allen Orten gibt es auch viele völlig gewöhnliche Prediger, die sich Woche für Woche größte Mühe geben, dieses Wort zu verkündigen. Damit tragen gerade die gewöhnlichen Gemeinden dazu bei, dass das Wort Gottes in das ganze Land hinausgeht: in einzelne Stadtteile größerer Städte genauso wie in die vielen Kleinstädte und eher provinziellen Gegenden unseres Landes. Ja, gewöhnliche Gemeinden – die über das ganze Land verstreut sind – sind im Grunde wichtige Missionsstationen in unserem Land.
Hier wirkt der allmächtige Gott
Mancher mag es vielleicht nicht glauben, aber ja, auch in ganz gewöhnlichen Gemeinden wirkt der allmächtige Gott. Auch hier finden Menschen, die nichts von Gott wissen wollten, zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Auch hier werden Menschen so verändert, dass sie schlechte Eigenschaften ablegen können. Auch in gewöhnlichen Gemeinden werden Gebete erhört und Menschen reifen in ihrem Glauben. Warum? Weil auch in gewöhnlichen Gemeinden der allmächtige Gott durch seinen Geist wirkt!
Auch sie sind Braut Christ
Das NT bezeichnet die Gemeinde Jesu Christi als seine Braut. Auch gewöhnliche Gemeinden gehören dazu. Interessant ist doch, dass Paulus gerade über die Gemeinde in Korinth zu solchen Worten greift: „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.“ (2Kor 11,2). Auch die schwierige Gemeinde von Korinth ist Braut Christi und damit in Gottes Augen von sehr großem Wert. Wie viel mehr gilt das dann für die vielen gewöhnlichen Gemeinden unserer Tage, auf die manche Christen so verächtlich herabblicken.
Wie denken wir über die gewöhnlichen Gemeinden?
Ja, gewöhnliche Gemeinden haben natürlich ihre Schwächen. Manche sind in bestimmten Traditionen zu sehr verhaftet. Andere haben wenig personelle und finanzielle Ressourcen ein breites Gemeindeleben anzubieten. Wieder andere kreisen zu sehr um sich selbst oder sind zu abhängig von einzelnen Mitgliedern und hipp und modern sind gewöhnliche Gemeinden natürlich überhaupt nicht… Und natürlich gibt es noch ganz andere Baustellen.
Und dennoch: es ist wichtig und ein großer Segen, dass es so viele gewöhnliche Gemeinden gibt! Wenn du zu so einer Gemeinde gehörst, dann schätze sie, fördere sie und sei dankbar für deine Gemeinde! Und wenn du zu einer anderen – nicht ganz so gewöhnlichen Gemeinde gehörst – dann hüte dich vor Hochmut und geistlicher Arroganz diesen gewöhnlichen Gemeinden gegenüber.

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Warum ich die gewöhnliche Gemeinde liebe