Die Probleme der Welt lösen

Eines Tages beschlossen die Tiere, dass sie etwas Bedeutendes tun wollten, um die Probleme der Welt zu lösen. Deshalb organisierten sie eine Schule. Es gab Unterrichtsfächer wie Laufen, Bergsteigen, Schwimmen und Fliegen. Um diese Schule einfacher zu organisieren, sollten alle Tiere an allen Fächern teilnehmen.
Die initiative Ente zeigte im Schwimmunterricht eine außerordentliche Begabung, ja sie war zu ihrer Freude sogar besser als der Schwimmlehrer. Sie machte aber nur recht langsame Fortschritte beim Fliegen und war im Lauftraining sehr schlecht.
Da sie im Laufen so schlecht war, musste sie das Schwimmen aufgeben und nachmittags länger in der Schule bleiben, um Wettlaufen zu trainieren. Dabei wurden ihre Schwimmhäute so stark beansprucht, dass sie beim Schwimmen nur noch durchschnittliche Ergebnisse erzielen konnte. Aber eine durchschnittliche Leistung war durchaus akzeptabel, und so machte sich niemand mehr größere Sorgen darüber – außer der Ente.
Der gewissenhafte Hase war beim Laufen der Beste, bekam aber ein nervöses Zucken in seinen Beinmuskeln auf Grund des vielen Sondertrainings im Schwimmen.
Das stetige Eichhörnchen war außerordentlich gut im Klettern, wurde aber immer mehr entmutigt, weil sein Lehrer von ihm verlangte, dass es beim Flugunterricht vom Boden in die Höhe starten sollte, statt von den Baumwipfeln in die Tiefe. Von der Überanstrengung bekam es Muskelkater und erhielt dadurch nur sehr schlechte Noten beim Klettern und Laufen.
Der dominante Adler war ein Problemkind und wurde strengstens dafür bestraft, dass er nicht gehorchte. Im Kletterunterricht war er immer der erste, der den Gipfel erreichte, er bestand aber darauf, auf seine eigene Art und Weise dorthin zu gelangen.
(Frei nach Chuck Swindoll: „Dome Where Lire Makes Up It´s Mind”. Aus: L.J. Seiwert/F. Gay: Das Einmaleins der Persönlichkeit, Gabal, 1998/4)

Stephen Hawking galt als Genie

Der verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking gilt als Genie. Seine Forschungen über das Urknall-Modell und über Schwarze Löcher rütteln an den Grundlagen der Physik. Doch Hawking hinterlässt der Wissenschaft vor allem Fragen, etwa diese: Wie lassen sich Gravitationstheorie und Quantentheorie verbinden? Dem Durchschnittsbürger kommunizierte Hawking verfängliche Botschaften. Zwar könne man nicht beweisen, dass Gott nicht existiert, „aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig“, sagte er. Gott sei bei der Entstehung der Welt nicht beteiligt gewesen. Sie habe sich nach den Gesetzen der Physik selbst erschaffen. Ein Leben nach dem Tod hielt er für ausgeschlossen. Stephen Hawking, auch schon als intelligentester Mensch der Welt gehandelt, glaubte nicht an Gott.
Sind nun alle an Gott Glaubenden schlicht und einfach dumm und naiv? Tatsächlich stützen sich viele Atheisten auf Hawking ab. Sie meinen: Wenn ein Genie es so sieht, dann gilt es.
Halten wir einmal vier Pfeiler fest, die Atheisten glauben:
1. Das Universum ist von alleine entstanden. Das heisst, die Naturkonstanten haben zufällig den exakt passenden Wert, der Urknall passierte einfach; Atome, Moleküle, Planeten, Galaxien formten sich ganz unverhofft in ihre Komplexität.
2.Information entsteht ohne Intelligenz. Aber: Information – das ist ein geordneter Code mit klarem Zweck – braucht einen intelligenten Sender, keinen Zufallsgenerator. Die DNS des Menschen ist ein Code mit grammatischen Regeln und ausgeklügeltem Zweck.
3. Tote Materie kann von selbst lebendig werden. Atheisten glauben, dass sich Zellen im Chaos der Erd-Entstehung von alleine gebildet haben. Doch schon in einfachsten lebenden Zellen laufen Tausende von Reaktionen ab. Es sind Wunderwerke von hoher Komplexität und es ist noch nicht gelungen, sie im Labor künstlich nachzubauen.
4. Materie hat ein Ich-Bewusstsein entwickelt. Computer schlagen uns im Schachspiel und zeigen uns den Weg. Aber von ihrer Existenz haben sie keine Ahnung. Sie sind tote Maschinen. Atheisten glauben, dass auch unser Gehirn eine seelenlose biochemische „Maschine“ ist – obwohl es sich seiner selbst bewusst ist und zum Beispiel von Moral und Liebe umgetrieben wird.
Ich glaube, dass Universum, Information, Leben, Bewusstsein, Schönheit und Zweck auf einen intelligenten Schöpfer hinweisen. Die Indizien sind so stark, dass ich vom Glauben an den Atheismus abgefallen bin. Rolf Hoeneisen https://www.facebook.com/search/top/?q=rolf%20hoeneisen

Ich bin Patrick, ein Sünder und ohne Bildung

Ich bin Patrick, ein Sünder und ohne Bildung. Ich habe keine Bedeutung unter den Gläubigen, und mit Verachtung blicken viele auf mich herab. […] Obwohl ich in vielem unvollkommen bin, hoffe ich doch, dass meine Brüder und Verwandten wissen, wie ich wirklich bin, und dass sie erkennen können, welcher höheren Sache ich mein Leben verschrieben habe. […] Bin ich also im Grunde ein Mann vom Land, ein Flüchtling und ungebildet, jemand, der nicht weiß sich um die Zukunft zu sorgen, das eine weiß ich doch ganz genau, dass ich bevor ich in Demut versank, wie ein Stein im tiefen Sumpf lag. Dann kam er mit Macht und in seiner Barmherzigkeit nahm er mich auf, hob mich empor und legte mich oben auf die Mauer. Deshalb muss ich es laut rufen und Gott aud diese Weise danken für seine großen Wohltaten, hier und jetzt und für immer, für das, was der menschliche Geist nicht fassen kann.
Patrick von Irland

Worüber wäre denn heute noch aufzuklären?

Heute treten wir in den Zustand der vollbrachten Aufklärung ein. Worüber wäre denn heute noch aufzuklären? Wir haben eigentlich über alles aufgeklärt, worüber man nur aufklären kann. Im Gegenteil, wir sind heute nicht mehr dabei, weitere Durchbrüche im Prozess der Aufklärung auf den Weg zu bringen, sondern wir sind an dem Punkt angelangt, an dem wir neue Tabus errichten wollen oder auch errichten müssen. Es gibt kaum einen Punkt, an dem man sich die Vollendung der Aufklärung so deutlich machen kann, als in der Wiederkehr von Tabus. Diese aufgeklärte Gesellschaft meint offenbar nun, die von der Aufklärung selbst geschaffene prekäre Lage durch neue Tabus retten zu können. Diese neuen Tabus erstrecken sich vorläufig nur auf das Politisch-Ideologische. In unserer liberalen Gesellschaft darf man eigentlich alles sagen und tun, nur rechte Parolen oder auch nur konservative Positionen darf man nicht mehr öffentlich vertreten. Wir dürfen aber sicher sein, dass es bei diesen Tabus nicht bleiben wird. Wir treten in das Zeitalter der Retabuisierung ein. Wir werden uns sozialtherapeutisch und technisch immer mehr der Setzung und Durchsetzung neuer Tabus bedienen. Diese Retabuisierung wird nicht etwa deshalb kommen, weil es Menschen gibt, die plötzlich einen Gefallen an Tabus finden. Sondern sie wird kommen, weil die Aufklärung vollendet ist, weil alle Tabus beseitigt und alle Traditionen aufgelöst sind und die Gesellschaft nun als Folge davon dabei ist, auseinander zu brechen. Wir leben derzeit nur noch von der Inkonsequenz der Aufklärung und davon, dass es immer noch Schichten und Gruppen in der Bevölkerung gibt, die von dem Lichtstrahl der Aufklärung noch nicht erreicht sind und an Traditionen festhalten, die noch den gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglichen. Im Kontext der theoretischen, der wissenschaftlichen, der philosophischen, zum Teil auch der theologisch-religiösen Kultur ist die Aufklärung bereits vollendet und vollbracht. Wenn das aber der Fall ist, beginnt die Gesellschaft, sich selbst zu zerstören. Es gibt so etwas, wie eine Tragödie der Aufklärung. Es gibt sowohl eine Notwendigkeit von Aufklärung, es gibt eine Begründung des Sinns von Aufklärung, es gibt aber gleichzeitig auch die Tragödie der Aufklärung. Und diese Tragödie der Aufklärung besteht darin, dass sie, wenn sie ihr Werk vollbracht hat, sich selbst auch zerstört. Das erleben wir heute. Günter Rohrmoser

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Das Leiden ist der stumme Fels, an dem die Religion der Moderne zerschellt

Das Leiden ist der stumme Fels, an dem die Religion der Moderne, die Fortschrittsidee, zerschellt. Die moderne Welt hat Großes hervorgebracht, aber sie konnte und kann keine wirkliche Antwort auf die Frage geben, welchen Sinn das Leiden hat. Die Moderne kann im Leiden nur etwas sehen, was es eigentlich nicht geben darf. Die Fortschrittshoffnungen der Moderne sind immer verbunden mit dem Programm der Leidensminderung, und das Enziel soll eine Welt ohne Leiden sein. Die Tragik in diesem gewaltigen Experiment, das die Menschheit in der Moderne macht, liegt in diesem vergeblichen Kampf gegen das Leiden. Die Moderne ist angetreten, sämtliche Quellen des Leidens auszutrocknen, und darum hat die UNO Gesundheit definiert hat als die Erfahrung des Zustandes eines dauernden physischen, sozialen und kulturellen Wohlgefühls. Nach dieser Definition der UNO sind wir alle krank. Jeder weiss heute, dass es eine aberwitzige Utopie ist, diesen Zustand eines physischen und sozialen Wohlgefühls für jedermann herstellen zu wollen. Die Quelle solcher aberitzigen Utopien liegt in der Vorstellung, dass Leiden keinen Sinn hat, dass es Leiden nicht geben dürfte und dass der Fortschritt Leidensüberwindung leistet. Die christliche Kultur ist dagegen dadurch ausgezeichnet, dass sie ein tiefes Bewusstsein von dem über uns verhängten Leiden mitbringt. Das Christentum hat sich immer als eine Kraft des Trostes, als eine Kraft der Hoffnung verstanden, diesem Leiden widerstehen zu können. Das Christentum wurde letztlich immer als die Macht der Überwindung des Leidens verstanden. Die Moderne steht und fällt mit dem Anspruch, Leiden überwinden zu können. Die Moderne stösst an ihre Grenze, wenn sie eingestehen muss, dass das Leiden nicht überwindbar ist, und dass jeder Fortschritt auf dem Wege der Moderne die Erschließung einer erneuten Leidensquelle bedeutet. Die Moderne stößt an ihre Grenze, wenn sie begründen soll, das dann der Sinn des Leidens ist. Die Moderne ist sinnlos, wenn sie auf diese Frage keine Antwort geben kann, denn man kann mit Moral das Leiden nicht abschaffen. Rohrmoser (Nietzsche als Diagnostiker der Gegenwart, S. 174)

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Warum erhört Gott mich nicht?

Wer bei Google diese Frage eingibt wird allein anhand der Suchvorschläge feststellen können, dass sie viele Menschen beschäftigt. Interessant fand ich, dass als ähnlicher Vorschlag von Google die Frage „Warum erhört Allah deine Gebete nicht?“ sofort als Frage auftauchte. Die islamischen Antworten darauf enthalten schnell Bedingungen, die der Mensch erst erfüllen muss. Wie ermutigend ist im Gegensatz dazu die christliche Antwort auf die Frage, warum Gott unser Gebet manchmal nicht erhört. Wayne Grudem schreibt:
„Obgleich Menschen beten, werden viele Ereignisse nicht vor der Zeit geschehen, die Gott selbst festgelegt hat. Die Juden beteten jahrhundertelang dafür, dass der Messias kommen möge, und zwar völlig zu Recht, doch erst als „ die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“ (Gal 4,4). Die Seelen der Märtyrer im Himmel, die frei von der Sünde sind, rufen zu Gott, dass er die Erde richten möge (Offb 6,10), doch Gott erhört sie nicht unmittelbar; vielmehr sagt er zu ihnen, „dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten“ (Offb 6,11). Es ist klar, dass es lange Perioden der Verzögerung geben kann, während denen Gebete unerhört bleiben, weil die betenden Menschen die weise Zeitplanung Gottes nicht kennen.
Manches Gebet wird auch unerhört bleiben, weil wir nicht immer wissen wie wir beten sollen, wie es sich gebührt (Röm 8,26), wir nicht immer nach dem Willen Gottes beten (Jak 4,3) und wir nicht immer im Glauben bitten (Jak 1,6-8). Und manchmal denken wir, dass eine bestimmte Lösung am besten sei, doch Gott hat einen besseren Plan, sogar wenn er darin besteht, dass sein Ratschluss durch mancherlei Leiden und Entbehrungen erfüllt wird. Joseph bat zweifellos ernstlich darum, aus der Grube befreit zu werden und vor dem Abtransport in die Sklaverei in Ägypten errettet zu werden (1. Mose 37,23-36), doch viele Jahre später fand er heraus, wie Gott in allen diesen Ereignissen „gedachte es gut zu machen“ (1. Mose 50,20).
Wenn wir damit konfrontiert sind, das Gebet nicht erhört wird, sind wir in guter Gesellschaft mit Jesus, der betete: „Vater, wenn du diesen Kelch von mir nehmen willst – doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe“ (Lk 22,42). Wir sind auch in guter Gesellschaft mit Paulus, der den Herrn „dreimal“ bat, dass sein Dorn im Fleisch entfernt werden möge, doch es geschah nicht; vielmehr sagte der Herr zu ihm: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen“ (2. Kor 12,8-9). Wir sind in guter Gesellschaft mit David, der dafür betete, dass das Leben seines Sohnes gerettet werden möge. Als das aber nicht geschah, ging er in das Haus des Herrn, betete an und sagte über sein Kind: „Ich werde wohl zu ihm gehen, es wird aber nicht wieder zu mir zurückkehren“ (2. Sam 12,20.23). Wir sind in guter Gesellschaft mit den Märtyrern im Laufe der Geschichte, die um eine Befreiung baten, die aber nicht kam, denn sie „haben Ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod“ (Offb 12,11).
Wenn Gebet dauerhaft nicht erhört wird, müssen wir weiter Gott vertrauen, der uns „alle Dinge zum Guten mitwirken“ lässt (Röm 8,28), und unsere Sorgen auf ihn werfen, in dem Wissen, dass er beständig für uns sorgt (1. Petr 5,7). Wir müssen uns ständig daran erinnern, dass er uns für jeden Tag genügend Kraft geben wird (5. Mose 33,25) und dass er verheißen hat: „Ich will dich nicht versäumen, noch dich verlassen“ (Hebr 13,5, vgl. Röm 8,35-39).
Wir müssen auch weiter beten. Manchmal wird eine lang erwartete Antwort plötzlich gegeben werden, so wie es der Fall war, als Hanna nach vielen Jahren plötzlich ein Kind gebar (1. Sam 1,19-20) Oder als Simeon mit seinen eigenen Augen den lang erwarteten Messias in den Tempel kommen sah (Lk 2,25-35).
Manchmal jedoch werden Gebete in diesem Leben unbeantwortet bleiben. Bisweilen wird Gott jene Gebiete erhören, nachdem der Gläubige gestorben ist. Zu anderen Zeiten wird er dies nicht tun, Aber selbst dann werden der in jenen Gebeten zum Ausdruck gebrachte Glaube und ihre zutiefst empfundenen Ausdrücke der Liebe zu Gott und dem Volk, dass er geschaffen hat, dennoch wie ein angenehmer Weihrauch vor Gottes Thron aufsteigen (Offb 5,8; 8,3-4), und sie werden „zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi“ führen (1. Petr. 1,7).  Wayne Grudem: Biblische Dogmatik, S. 434.

Warum erhört Gott mich nicht?

 

O mein Gott ich bitte Dich, nimm meinen leichten Sinn und meinen eigensüchtigen Willen

Zitat

„O mein Gott ich bitte Dich, nimm meinen leichten Sinn und meinen eigensüchtigen Willen, der an den süssen, verderblichen Dingen hängenbleiben will, von mir, ich vermag es nicht, ich bin viel zu schwach.
Ich kann es nicht verstehen, wie heute „fromme“ Leute fürchten um die Existenz Gottes, weil Menschen seine Spuren mit Schwert und schändlichen Taten verfolgen. Als habe Gott nicht die Macht (ich spüre, wie alles in seiner Hand liegt), die Macht. Fürchten bloss muss man um die Existenz der Menschen, weil sie sich von Ihm abwenden, der ihr Leben ist.“ Tagebucheintrag vom 9.8.1942 Sophie Scholl

 

Stalins Tod

„Die Agonie war entsetzlich, sie erwürgte ihn vor aller Augen. In einem dieser Augenblicke – ich weiß nicht, ob es wirklich so war, aber mir schien es jedenfalls so – offenbar in der letzten Minute öffnete er plötzlich die Augen und ließ seinen Blick über alle Umstehenden schweifen. Es war ein furchtbarer Blick, halb wahnsinnig, halb zornig, voll Entsetzen vor dem Tode und den unbekannten Gesichtern der Ärzte, die sich über ihn beugten […] – da hob er plötzlich die linke Hand (die noch beweglich war) und wies mit ihr nach oben, drohte uns allen.“
Am 6. März 1953 stand die Wahrheit in der Prawda. Die Welt erfuhr, dass der Führer der Werktätigen am Vortag nach schwerer Krankheit verschieden sei.
http://www.dekoder.org/de/gnose/stalins-tod

Gebet

„Die Bibel sagt nachdrücklich, dass wir beten sollen, sie fordert uns dazu auf, und sie liefert auch Beispiele für das Gebet. In unserem Denken läuft etwas falsch, wenn es uns vom Beten abbringt; unsere Theologie hat eine Schwachstelle, wenn sie uns sagt, dass man nicht beten müsse. Doch Manchmal geschieht genau das. Es kann sein, dass ein naiver, aber begeisterter Christ im Gebet viel größere Erfahrungen macht als der Theologe, der viel über das Gebet nachdenkt. Oder, wie schon gesagt, manchmal geschieht es, dass ein Christ so sehr die „Lehren der Gnade“ – diese Wahrheiten, welche Gottes Souveränität, Freiheit und Gnade betonen – begreifen und schätzen lernt, dass als eine der ersten Folgen davon das Gebetsleben mächtig leidet. Das war an einem Punkt in meinem Leben mein Problem. Der Fehler lag nicht in der Lehre an sich, sondern bei mir selbst und meiner Unfähigkeit, sie in rechter Weise mit anderen biblischen Lehren zu verknüpfen.“ D.A. Carson

Was ist das Wesen guter Theologie?

Eine gute Theologie dient grundsätzlich den beiden Zielen

  • Gott zu loben und zu verherrlichen und
  • Gott zu dienen.

Eine gute Theologie sollte die folgenden sieben Merkmale aufweisen:

  1.  Sie muß akkurat sein, d.h. gesunde Lehre zum Inhalt haben.
  2. Sie muß Gott zum Zentrum haben (Gott-zentriert sein), d.h. Gottes Souveränität, seine Majestät und seine Kontrolle über alles muß im Zentrum stehen.
  3. Sie ist doxologisch, d.h. sie gibt Gott die Ehre für alle seine Leistungen in der Schöpfung, Vorsehung und Gnade.
  4. Sie ist eschatologisch, d.h. sie ist zukunftsorientiert und vermittelt Hoffnung, denn Gott hat uns erwählt, errettet und bringt uns ans Ziel.
  5. Sie ist christologisch, d.h. Christus-zentriert, und zwar in zweierlei Weise: 1) Sie weist auf Christus hin, der unser Mittler (zwischen Gott und Mensch), Prophet, Priester und König ist; 2) sie ruft uns dazu auf Christus zu folgen, indem wir uns selbst verleugnen und täglich das Kreuz auf uns nehmen.
  6. Sie ist ekklesiastisch, d.h. Gemeindezentriert (die Gemeinde hat Bedeutung!), denn wir sind zusammen auf dem Weg der Nachfolge Jesu.
  7. Sie ist motivierend. Theologie ist kein Selbstzweck, sie dient dazu uns Christus ähnlicher zu machen, ihre Absicht ist zu heiligen, geistliches Wachstum zu fördern. Dr. Derek W.H. Thomas