Zitat: Und dann geschah eigentlich nichts mehr

Und dann, so könnte man sagen, geschah eigentlich nichts mehr. Tolkien kam wieder nach Oxford, war dort zwanzig Jahre lang Rawlinson- und Bosworth-Professor für Angelsächsisch, wurde dann zum Merton-Professor für Sprache und Literatur gewählt, liess sich in irgendeinem Oxforder Vorort nieder, wo er die ersten Jahre nach seiner Pensionierung lebte, zog dann in eine Seebad, über das auch nichts zu sagen ist, kehrte nach dem Tod seiner Frau nach Oxford zurück und starb dort im Alter von 81 Jahren eines friedlichen Todes. Es war ein normales, belangloses Leben, gleich dem zahlloser anderer Gelehrter, gewiss mit akademischen Ehren, doch nur in einem sehr engen Fachgebet, das für den Laien eigentlich kaum von Interesse ist. Und das wäre alles – wäre nicht die seltsame Tatsache, dass er in diesen Jahren, als ‘nichts geschah’, zwei Bücher geschrieben hat, die in aller Welt Bestseller wurden, Bücher, welche die Phantasie und das Denken mehrerer Millionen Leser beschäftigten. Es ist ein seltsames Paradox, dass der Hobbit und der Herr der Ringe das Werk eines unbekannten Oxford-Professors sind, dessen Spezialgebiet der Dialekt der westlichen Midlands im Mittelenglischen war, der ein gutbürgerliches Leben führte, seine Kinder aufzog und seinen Garten pflegte.
Humphrey Carpenter. J. R. R. Tolkien. Eine Biographie. Klett-Cotta: Stuttgart, 2002 (3. Auflage). (133) http://hanniel.ch/2014/10/27/zitat-und-dann-geschah-eigentlich-nichts-mehr

Was heißt an Jesus glauben?

“Die Welt wimmelt von Millionen unbekehrter Menschen, die behaupten, an Jesus zu glauben. Es nützt nichts, wenn man diesen Menschen sagt, sie sollten an Jesus glauben. Dieser Satz ist eine leere Phrase. Meine Verantwortung als Verkündiger des Evangeliums und als Lehrer in der Gemeinde Jesu besteht nicht darin, lieb gewordene biblische Ausdrücke immer wieder zu wiederholen, sondern die Herzen der Menschen mit der Wahrheit der Bibel zu erschüttern. In den Strassen meines Wohnviertels ‘glaubt’ jeder Betrunkene an Jesus. Auch Drogenhändler glauben an Jesus. Schnorrer, die vier Jahrzehnte lang keine christliche Gemeinde von innen gesehen haben, ‘glauben’ an Jesus. Deshalb verwende ich andere Wörter, um zu entschlüsseln, was es bedeutet, zu glauben. In den letzten Jahren frage ich immer wieder: ‘Nehmen Sie Jesus als Ihren kostbarsten Schatz an?’ – nicht nur als Erlöser (jeder will der Hölle entfliehen, aber nicht jeder will bei Jesus sein), nicht nur als Herrn (denn viele könnten sich auch notgedrungen vor ihm beugen), sondern die entscheidende Frage lautet: Ist Jesus Ihnen kostbarer als alles andere?”
John Piper, Sehnsucht nach Gott, 3L Verlag: Friedberg 2003. (53)

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Ein neuer Blick auf das Nichts

„[Jesus], der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist …” (Phil 2,6–7; Elberfelder Bibel).
Mit den Worten, der Sohn Gottes mache sich zu „nichts”, impliziert Paulus nicht, Menschen seien nichts. Vielmehr bringt er mit dieser Redewendung zum Ausdruck, dass Jesus sich aus Liebe erniedrigte, um uns zu dienen. Wir wiederum sollten seinem Beispiel folgen und uns erniedrigen, um einander zu lieben und zu dienen.
Der Theologe Gordon Fee fasst dies mit folgenden Worten zusammen: „In Christus Jesus hat Gott seine wahre Gestalt gezeigt; das ist gemeint, wenn es heißt, Christus sei „Gott gleich” – sich selbst um anderer willen zu entäußern und Knechtsgestalt anzunehmen. Damit offenbart er nicht nur das Wesen Gottes, sondern auch, was es für uns bedeutet, nach dem Bilde Gottes erschaffen zu sein: ihm zu gleichen und seine „Denkart” anzunehmen. Es bedeutet, um anderer willen Knechtsgestalt anzunehmen” (Gordon Fee, Philippians [Philipper], InterVarsity Press, 1999).

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Allmächtiger Gott! Du lädst uns so freundlich zu dir ein

Allmächtiger Gott! Du lädst uns so freundlich zu dir ein, und ob wir auch taub sind, so hörst du doch nicht auf, immerfort die gleiche Gnade gegen uns walten zu lassen. So gib uns denn, daß wir endlich willig werden zum Gehorsam und uns von deinem Wort regieren lassen, nicht nur für einen Tag oder für eine kurze Zeit, sondern daß wir uns beständig dir folgsam erweisen, bis daß wir dereinst unsern Pilgerlauf vollbracht haben und zu deiner himmlischen Ruhe versammelt werden, durch Christus, unsern Herrn. Amen. Calvins Gebete zu Hesekiel 1 – 20

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Jahrmarkt der Religionen

Die “Liebe (Gottes)” ist in den Augen vieler Evangelikaler die einzige Trumpfkarte, die sie auf dem Jahrmarkt der Religionen noch zum ausspielen haben, das letzte, was vielleicht in den Augen der Welt den entscheidenden Impuls ausmachen könnte, sich für den Gott der Bibel anstatt für die Götzen der Welt zu entscheiden. Und diese Trumpfkarte spielen sie ad nauseam in allen Variationen aus, bis vom Bild des lebendigen Gottes vor lauter Liebestollheit nichts mehr übrig ist und voila! – der “Liebesgötze” ist geschaffen, ein Gott der für seine Liebe alles kompromitiert – seine Heiligkeit, seine Gerechtigkeit, seine Unwandelbarkeit, seinen Zorn und seine Herrlichkeit, damit er den Menschen ja gut gefällt. Diesen Gott gibt es nicht, er ist eine Vogelscheuche im Gurkenfeld, die nicht helfen und nicht verderben kann. Und die Evangelikalen geraten in Verzückung, wenn sie verkünden können, dass “Gott” alle und jeden so sehr liebe.
Damit eines klar ist: Gott “liebt” seinen Sohn und alles, was seinem Sohn gleich ist und sonst nichts.
Unsere Botschaft ist nicht, dass Gott alle liebt. Unsere Botschaft ist, dass Gott den Sündern zurecht die Pest an den Hals hängen will, aber dass es durch Gottes Werke möglich ist, dem Sohne gleich zu und somit gleich ihm geliebt zu werden. O. Seitz

Gebet

Höchster König des Himmels, Herr der Jahre, souverän über Zeit und Geschichte,
gib uns überwältigende Erkenntnis dessen, wer du bist,
so dass unser Vertrauen unerschütterlich feststeht.
Gewähre uns ein ausreichendes Verständnis der Zeichen der Zeit, in der wir leben,
damit wir wissen, wie wir Dir in unserer Generation dienen
und noch viel wahrhaftiger dein Volk in dieser Welt repräsentieren können.
Zu diesem Zweck, o Herr, belebe uns wieder
und ziehe uns näher zur dir selbst und zueinander.
Wo wir in falscher Zufriedenheit dahindümpeln, säe in uns eine heilige Ruhelosigkeit;
Wo Entmutigung niederdrückt, gewähre uns neue Frische in unsere Herzen.
Für deine Sache stärke uns als Salz und Licht,
damit wir in deinem Frieden aufblühen können.
In Namen Jesus‘, Amen.
Aus: Os Guinness, Renaissance: The Power of the Gospel However Dark the Times. (freie Übertragung)

http://hanniel.ch/2014/09/14/gebet-gib-uns-die-ueberwaeltigende-erkenntnis-dessen-der-du-bist/

Kein Glaube ohne Umkehr

Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass echter rettender Glaube von echter Buße für die Sünde begleitet sein muss, hilft uns dies zu verstehen, weshalb manche Evangeliumsverkündigung heute nur solche unzureichenden Ergebnisse erbringt. Wenn die Notwendigkeit der Buße gar nicht erwähnt wird, lautet die Botschaft des Evangeliums manchmal nur: “Glaube an Jesus Christus, und du wirst gerettet werden”, ohne dass überhaupt noch etwas von der Buße gesagt wird. Diese verwässerte Version des Evangeliums fordert keine rückhaltlose Hingabe an Christus von ganzem Herzen – die Hingabe an Christus muss, wenn sie echt sein will, einen Herzensentschluss zur Abkehr von der Sünde einschließen. Predigt man die Notwendigkeit des Glaubens ohne Buße, so predigt man nur das halbe Evangelium. Dies wird zur Folge haben, dass viele Menschen getäuscht werden; sie denken dann, sie hätten das christliche Evangelium gehört und es ausprobiert, aber es sei nicht mit ihnen geschehen. Sie könnten sogar etwa Folgendes sagen: “ich habe Jesus Christus immer wieder als meinen Retter angenommen, und es hat nie richtig funktioniert.” In Wirklichkeit jedoch haben sie Christus nie richtig als ihren Retter angenommen, denn er kommt in seiner Majestät zu uns und lädt uns ein, ihn als denjenigen zu empfangen, der er ist – als denjenigen der auch der absolute Herr unseres Lebens zu sein verdient und verlangt. Wayne Grudem Biblische Dogmatik

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Ohne Gerechtigkeit sind die Staaten nur große Räuberbanden.

Zitat

Was sind überhaupt Reiche, wenn die Gerechtigkeit fehlt , anderes als große Räuberbanden? Sind doch auch Räuberbanden nichts anderes als kleine Reiche. Sie sind eine Schar von Menschen, werden geleitet durch das Regiment eines Anführers, zusammengehalten durch Gesellschaftsvertrag und teilen ihre Beute nach Maßgabe ihrer Übereinkunft. Wenn eine solche schlimme Gesellschaft durch den Beitritt verworfener Menschen so ins große wächst, daß sie Gebiete besetzt, Niederlassungen gründet, Staaten erobert und Völker unterwirft, so kann sie mit Fug und Recht den Namen „Reich“ annehmen, den ihr nunmehr die Öffentlichkeit beilegt, nicht als wäre die Habgier erloschen, sondern weil Straflosigkeit dafür eingetreten ist. Hübsch und wahr ist der Ausspruch den ein ertappter Seeräuber Alexander dem Großen gegenüber getan hat2 . Auf die Frage des Königs, was ihm denn einfalle, daß er das Meer unsicher mache, erwiderte er mit freimütigem Trotz: „Und was fällt dir ein, daß du den Erdkreis unsicher machst? aber freilich, weil ich es mit einem armseligen Fahrzeug tue, nennt man mich einen Räuber, und dich nennt man Gebieter, weil du es mit einer großen Flotte tust.“
Augustinus (354-430) – Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat 4. Buch

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Das Nützlichkeitsprinzip

Der Biologe Richard Dawkins empfahl kürzlich über Twitter die Abtreibung aller Föten mit Downsyndrom. Obwohl er sich inzwischen dafür entschuldigt hat und dabei die (nur) 140 Twitter-Zeichen für die Radikalität seiner Aussage verantwortlich machte, werden diesem „Vorstoß“ weitere folgen. Die Kräfte werden sich in diesem Feld ähnlich entfalten, wie in der Sterbehilfe-Debatte: Jeder muss das selbst entscheiden. Keiner darf hier dem anderen reinreden.

Dominik Klenk analysiert diesen Trend auf einer Metaebene und macht den Verlust der „biblischen Gravitation“ verantwortlich.

Unser Problem sind nicht die Dawkinse dieser Welt, sondern der Verlust der biblischen Gravitation und der Sprachfähigkeit in den Gemeinden, die auch vor den Schaltzentralen der verfassten Kirchen nicht Halt macht, wo in ethischen Fragen zunehmend die unsägliche Sowohl-als-auch-Rhetorik Raum greift. Wir müssen darum wieder neu lernen, die Eckpunkte einer Anthropologie grundlegend und klar auf der Basis der biblischen Botschaft zu beantworten und unseren Kompass zu justieren. Hier liegt der Auftrag christlicher Ausbildungsstätten. Wo Christen sprachfähig werden, da können sie sich fröhlich in die öffentliche Diskussion einmischen: nicht nur reagierend, sondern agierend; nicht nur reaktiv, sondern proaktiv; nicht nur defensiv, sondern offensiv und Kultur prägend. Wir sind nicht mit der hoffnungsvollsten Botschaft der Welt ausgestattet, um verlegen darüber zu schweigen. Christen sind keine Endverbraucher der Liebe Gottes. Die Geschichte lehrt nicht nur von ihrem messianischen Ende her: Dawkinse kommen und gehen – die Botschaft der Liebe bleibt.

Sehr lesenswert! Hier mehr: www.fontis-verlag.com.

http://theoblog.de/das-nuetzlichkeitsprinzip/23759/

Wir glauben an den dreieinigen Gott

“Nie war es für uns wichtiger, zu erkennen, dass wir in eine gewaltige geistliche Kriegsführung verwickelt sind. Wir glauben an den dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist, drei Personen in einer Gottheit. Gott ist persönlich. Gott ist keine Kraft oder eine Macht. Genauso wenig jedoch sind die Mächte, die gegen uns gerichtet sind, lediglich eine Kraft oder Macht, sondern persönliche Wesen, persönliche Intelligenzen. Wie ich häufig dargelegt habe, können wir das Probl…em des Lebens nicht einmal ansatzweise verstehen, wenn wir die Bedeutung dieser Lehre nicht verstehen. Wir verstehen unsere eigene persönliche Erfahrung nicht, noch weniger verstehen wir, losgelöst davon, die Lage und den Zustand der Welt. Unser Kampf ist “nicht wider Fleisch und Blut”. Unser Ringen, unser Problem, ist nicht bloß mit dem Menschen und seiner Sünde und seinem Übel. Hinter dem Menschen stehen noch diese höllischen Mächte, diese teuflischen Existenzen, diese geistlichen Wesen. Es gibt keine wichtigere theologische und sogar praktische Frage als die nach dem Ursprung des Bösen.” (D. Martyn Lloyd-Jones

 

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