1Petr.1,9 wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

8. März 2010

„wenn ihr das Ziel“
So hat auch der Glaube ein Ziel: die Errettung der Seelen. Das grie. Wort für Ziel heißt zugleich auch „Ende“. Wenn das Ziel des Glaubens erreicht ist, dann geht der. Glaube ins Schauen über. Der Herr will, daß wir auf das Ziel schauen, also zielgerichtet leben.
eures Glaubens erlangt“
Der Glaube ist mithin nicht etwa nur ein Denkakt. Dann wäre sein Ziel Erkennen. Sondern er ist Bewegung zum Ziel, Ergreifen des Zieles, also Lebensakt.
Die Gläubigen können sich freuen, weil sie erlangen (komizomenoi, “als Belohnung bekommen”), was ihnen verheißen ist: “Der Seelen Seligkeit”, das Ziel (telos) ihres Glaubens. Für jene, die Jesus Christus lieben und an ihn glauben, ist die Erlösung etwas bereits Vollendetes (“der uns wiedergeboren hat”, V. 3), das in die Gegenwart hineinragt (“aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt”, V. 5) und sich in die Zukunft erstreckt (es ist ihr “Erbe”, V. 4, das ihnen “zu der letzten Zeit” offenbar wird, V. 5, und das “Ziel” ihres Glaubens, V. 9). Da jeder einzelne Tag die Gläubigen diesem Ziel näher bringt, empfangen sie es schon jetzt. Zweifellos ist all dies – trotz der Verfolgung, die den Glauben vertiefen und an den Tag bringen kann – ein Grund zu “unaussprechlicher und herrlicher Freude” (V. 8).
„nämlich der Seelen Seligkeit.“
Bei „Seele“ denkt der heutige Mensch entweder an ein Organ des Menschen, für das der Psychologe zuständig ist, oder an etwas, das nach dem Tod wie ein Gespenst oder Engel überlebt.
Scheinbar ist dieser Ausdruck der grie. Philosophie entnommen. In Wahrheit entspricht er der Verkündigung des Herrn, der angesichts von Verfolgung und Todesbedrohung gesagt hatte: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib zwar töten, aber die Seele nicht zu töten vermögen“ (Mt l0 28). Die Griechen hielten die Seele für das einzig Wertvolle am Menschen war ihnen doch die Erlösung der Seele aus der Kerkerhaft des Leibes das wichtigste Ziel, und so ersehnten sie sich eine vom Leib gelöste Existenz der Seele. Aber der Leib ist nach der Bibel keineswegs Kerker der Seele, sondern er macht mit der Seele und dem Geist zusammen überhaupt erst den ganzen Menschen aus. Gottes Heil ist leibhaft: „Seele“ meint hier „Person“, also das, was der Mensch ist. Durch diesen betonten Gebrauch des Begriffs „Seele“ wehrt Petrus aber dem Missverständnis, als würde die Rettung immer auch Rettung vor dem Martyrium, der Lebenshingabe beinhalten. Auch im AT meint das Wort „Seele“ ( psyche) immer Körper, Seele und Geist (2Mo 1,5) also die ganze Person.

Ein Gebet um Hoffnung, die größer ist als alles Leid

7. März 2010

Herr, alle Worte von Hoffnung und neuem Mut sind so leer, wenn
tief in uns Verzweiflung herrscht. Wenn wir voller Empörung und
Verbitterung stecken, erscheinen uns solche Worte bedeutungslos.
Wenn wir aber in unseren Herzen aufgeräumt haben, hören wir mit
neuen Ohren, Dann widerstehen wir diesen Worten nicht mehr,
sondern wissen sie plötzlich zu schätzen, und wir danken dir für sie.
Gib uns ein Maß an Gnade, das deckungsgleich mit dem Umfang
unserer Probleme ist Gib uns eine Hoffnung und ein Sinnbewusstsein,
das über unseren Schmerz hinausreicht. Und gib uns
immer wieder die Bestätigung, dass wir nicht allein sind und
dass dein Plan nicht im Sande verlaufen ist, auch wenn unser Schmerz zunimmt.
Hilf uns, wenn es uns zurzeit gut geht, ein Herz für die zu
haben, denen es nicht so gut geht. Gib uns ein Wort der Ermutigung
für die: die in einer Welt des Kummers leben.
Um uns nie vergessen, dass jedes Stolpern auf dieser steinigen
Wanderung von der Erde zum Himmel ein Hinweis darauf ist, dass
wir auf dem richtigen Weg sind.
Darum bitte ich in dem Namen dessen, der von Schmerzen und
Krankheit gezeichnet war.
Amen
Charles R. Swindoll Zeit der Hoffnung: Hoffnung ist der feste Glaube, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, Asslar: Projetktion J, 1996.

Segen für leidende Christen

6. März 2010

” Petrus, Apostel Jesu Christi, den Fremdlingen von der Zerstreuung von Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, die auserwählt sind nach Vorkenntnis Gottes, des Vaters, in der Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi: Gnade und Friede werde euch immer reichlicher zuteil!” (1. Petr 1,1-2)
Petrus, den Jesus Christus in sein Team berufen hatte, war nicht nur ein “Partieller Überwassergeher” oder ein “Jesus-vor-Jerusalem-Verschoner”, sondern wurde von Jesus eben auch mit dem Titel “Fels” versehen. Vielleicht ist er mit den Jahren reifer geworden. Wahrscheinlich wurde er wirklich mehr und mehr zum Halt und Wegweiser für viele – eben ein “Fels in der Brandung”.
Ohne Frage muss Petrus bei vielen Christen bekannt gewesen sein. Zumindest muss es etliche mündliche Berichte über ihn gegeben haben (s.a. seine Pfingstpredigt).
So kann er als Apostel – als Gesandter Jesu – den Christen in Galatien, Pontus und einigen anderen Orten einen wegweisenden Brief schreiben.
Er benutzt das gleiche Muster, das Paulus ebenfalls oft in seinen Briefen verwendet:
Zuerst wird die Identität der Empfänger festgestellt:
“Fremdlinge”!
Das sind Christen, die möglicherweise in aktuellen Verfolgungssituationen stecken. Was war ihr Verbrechen? Wieso wurden sie verfolgt und drangsaliert? Wohl aus demselben Grund, aus dem auch heute viele Christen verfolgt werden: Schlichtweg, weil sie weder an Buddha, Mohammed, Krishna glauben, auch nicht der Kommunistischen Partei oder anderen atheistischen Auswüchsen, sondern weil sie bekennen:
“Jesus Christus allein ist Herr und Erlöser!”
Das kann andere so ärgern, dass sie keine Worte mehr finden.
Stattdessen sperren sie Türen zu, spotten, belügen oder werden sogar handgreiflich.
Wer so etwas als Christ erfährt, weiß: “In dieser Welt bin ich eigentlich Fremder!”
Aber das deutet zugleich auf die wirkliche Heimat hin:
Unser Bürgerrecht ist im Himmel im Angesicht Gottes!
Nur aus dieser himmlischen Perspektive lässt sich das gegenwärtige Leiden ertragen. Aber mehr noch: Das gegenwärtige Leiden führt uns zu Gott hin! Auch, wenn es uns kurzzeitig auf den Boden werfen kann, so muss es letztlich dahin führen, dass wir nach unserem himmlischen Vater rufen. Das irdische Leiden leitet uns in den Himmel.
So wissen wir:
Wir sind Auserwählte Gottes.
Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, hat uns gewollt! Er meint uns!
Er weiß, wer zu Ihm steht und wer Ihn ablehnen wird.
Dabei wird durch Petrus klar:
Diese Auserwählung ist nicht in erster Linie unser Werk.
Wir können vor Gott nur bestehen… wir können mit Ihm nur leben, wenn der Heilige Geist in uns die Heiligung bewirkt und uns zum Gehorsam gegenüber Gott anreizt.
Und im Mittelpunkt steht das Blut Jesu: Auch, wenn es eklig sein mag – aber es wurde sozusagen über uns versprengt, denn nur durch das Blut Jesu Christi können wir vor dem heiligen Gott bestehen.
So verweist Petrus schon in den ersten beiden Versen auf die Dreieinigkeit Gottes: der Vater, der Geist und der Sohn.
In diesem Sinne spricht er Segensworte über die Christen aus:
Gnade und Frieden mögen immer mehr in unserem Leben sein!
Wer einmal von der Gnade und dem Frieden Gottes “geschmeckt” hat, der weiß: Es gibt nichts Besseres!
Keine andere Religion, keine Philosophie und kein anderer Lebensstil können uns das geben, was wir durch Jesus an Gnade und Frieden erfahren.
Nach Außen hin mögen wir wanken und ein schweres Leben haben.
Aber wir wissen: Wir haben Frieden mit dem Allerhöchsten!
http://dikosss.wordpress.com/2010/03/04/1836/

Unsere Rettung ist garantiert

4. März 2010

1Petr.1,9 denn ´ihr wisst, dass` ihr das Ziel eures Glaubens erreichen werdet – eure endgültige Rettung. (NGÜ)
Wie können wir uns trotz unseres Schmerzes freuen? Wie können wir mitten im Elend hoffen? Wir können es deshalb, weil wir eine lebendige Hoffnung haben, weil wir ein bleibendes Erbe haben,
weil wir den Schutz Gottes haben, weil wir einen wachstumsfähigen Glauben haben, weil wir einen unsichtbaren Heiland haben und weil wir eine garantierte Rettung haben. Das ist ein ganz anderer Service, als wir ihn von Fluggesellschaften her kennen. Vor ein paar Jahren habe ich eine Reise macht, die ich nie vergessen werde. Ich war zu einer Konferenz in Kanada unterwegs; acht Tage Aufenthalt dort waren vorgesehen. Dank des Gepäckservices der Fluggesellschaft kam ich nur mit der Kleidung für die ersten beiden an! Als ich mein Gepäck endlich bekam, stellte ich fest, dass als Bestimmungsort darauf „Berlin” angegeben war. Das ist wohl auch der Grund, weshalb neuerdings so viele Passagiere mit riesigen Gepäckstücken beladen ins Flugzeug einsteigen. So können sie wenigstens sicher sein, dass ihr Gepäck mit ihnen zusammen ankommt. Bei Gottes „Service” brauchen wir uns dagegen wirklich keine Sorgen zu machen. Gott garantiert uns die Rettung unserer Seelen, was nicht nur die Befreiung von unserer Sünde einschließe sondern auch die Grunderneuerung unserer Körper. Freuen Sie sich! Sie werden ans Ziel kommen – garantiert.
Charles R. Swindoll Zeit der Hoffnung: Hoffnung ist der feste Glaube, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, Asslar: Projetktion J, 1996.

Nicht nur mit dem Dienst verheiratet

3. März 2010

Ehelosigkeit kann vom Evangelium her nur als frei ergriffene Berufung (Charisma) und nicht als allgemein verbindliches Gesetz vertreten werden. Paulus hat sich entschieden gegen diejenigen gewendet, die schon damals die Ansicht vertraten, “dass es für einen Mann gut sei, keine Frau zu berühren”: “Wegen der Versuchungen zur Unzucht soll jeder Mann seine Frau und jede Frau ihren Mann haben” (1 Kor. 7,1f). Nach dem neutestamentlichen Ersten Brief an Timotheus soll “der Bischof Mann nur einer (nicht: keiner!) Frau sein” (3,2). Petrus und die übrigen Apostel waren in ihrem Dienst verheiratet. Zölibat und Missbrauch Hans Küng

http://www.sueddeutsche.de/politik/309/504521/text/

1Petr.1,8 Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,

28. Februar 2010

Vers 7 endet mit der Offenbarung ( apokalypsis) von Jesus Christus. Das ist der Zeitpunkt, wenn “jedes Auge Ihn sehen wird” (Offb 1,17).
„Ihn habt ihr nicht gesehen“
In Vers 3 hatte der Apostel von “uns” gesprochen. Da machte er sich eins mit denen, an die er schrieb, denn jeder Gläubige ist wiedergeboren (Joh 3,3.5). Hier deutet er nun einen gewissen Gegensatz an, denn er persönlich hatte den Herrn wohl gesehen. Wahrer Glaube hängt nicht vom Erblicken des Objekts ab, weder in der Realität noch durch eine Reproduktion. Und doch ist er kein “blinder” Glaube. ” Wiederum mag er sich wohl beim Schreiben der Worte des Herrn entsinnen, die jener an Thomas richtete, “Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben” (Joh 20,29).
nicht gesehen“
Obschon erst diese „Offenbarung“ am Ende der Zeit der Verborgenheit Jesu Christi ein Ende macht (vgl. 2. Kor. 5,7), sind die Christen mit ihrem Herrn aber nicht durch einen apokalyptischen Fahrplan verbunden, sondern in Liebe und Glaube. Diese Liebe und dieser Glaube beruhen also nicht auf persönlicher Kenntnis oder ekstatischer Schau. Sie gründen vielmehr auf dem „Evangelium“ bzw. auf dem „Wort“ (vgl. V. 12 und 25; 2,8 und 4,17).
und habt ihn doch lieb;
“Wir lieben Ihn, weil Er uns zuerst geliebt hat” (1Joh 4,19). In Vers 8 steht das Tätigkeitswort in der Gegenwart. Dies bezeichnet die ununterbrochene Handlung. Es ist nicht eine Handlung des Herzens, sondern vielmehr eine konstante Haltung desselben.
Er gibt hier kein Gebot, den Herrn zu lieben, sondern die sichere Aussage, dass sie es tun. Petrus gebraucht für unsere Liebe das griechische Wort ‚agape’, das Wort für die göttliche Liebe (Joh 3, 16).).
Der Glaube der Christen zielt also nicht auf eine abstrakte Erkenntnis, sondern auf die Person Christi.
Daran, daß die Christen ihren unsichtbaren Herrn über alles liebhaben, ihm vertrauen und ihm entgegenjubeln, wird eine Realität spürbar, die die Welt sonst gar nicht erkennen könnte. Die grie. Satzkonstruktion legt auch die Übersetzung nahe: „auf ihn hin…frohlocket ihr“. Das entspricht inhaltlich dem Hoffen der Christen. So gleicht der Dreiklang lieben, glauben, frohlocken dem des Paulus in 1 Kor. 13, 13: Glaube, Hoffnung Liebe, auch in 1Thes 1, 3; 5 8; Kol 1, 4 f; Eph 1, 18-19 Es wird deutlich welche große Bedeutung die Apostel einmütig diesen  Kennzeichen gesunden Glaubenslebens beigemessen haben.
und nun glaubt ihr an ihn
Petrus ist von warmer Zuneigung für die erfüllt, die Christus lieben und an ihn glauben, ohne ihn – wie er selbst – gesehen zu haben, als er auf der Erde lebte.
Eine neutrale historische Darstellung, gewissermaßen ein Polizeiprotokoll, führt nicht zu einem Glauben, der wirklich lebt. Wir brauchen das Zeugnis derer, denen in Jesus Gott begegnet ist. Nur jemand, der selbst von Musik bewegt ist. kann uns dafür öffnen. So kann uns auch nur die Liebe derer, die uns von Jesus erzählt haben, zu solchen machen, die „ihn lieben“.
„obwohl ihr ihn nicht seht“
Obwohl die Christen ihn jetzt nicht sehen, haben sie ihn doch lieb, glauben an ihn und freuen (agalliasthe; das Verb taucht auch noch in 1. Petr 1,6 und in der Form agalliomenoi in 1. Petr 4,13 auf) sich mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.
ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude,
Zwei Eigenschaftswörter werden für die Beschreibung der Eigenschaft dieser Freude verwendet: “unaussprechlich” und “verherrlicht”. “Unaussprechlich” ( aneklaletos) ist ein herrliches Wort, was nur hier gebraucht wird, um eine Freude wiederzugeben, die “unmöglich in Worten wiedergegeben werden kann”. Diese Freude ist “verherrlicht”, voller Ruhm ( dedoxasmene), mit Ruhm gefüllt. Er sprach zu den Jüngern, als Petrus dabei war, und Er sprach zu ihnen über “eure Freude”, die “völlig” ist und “meine Freude,” die in ihnen bleibend ist.
Der Glaube ist nicht eine inhaltlich unbestimmte Gläubigkeit, sondern er hat seinen Inhalt aus seinem Ziel das im Glauben und in der Liebe erstrebt und ergriffen wird. Die Gewissheit des Heils ist so unerschütterlich, daß von Künftigen nicht bloß im Präsens oder Futurum, sondern im Imperfektum gesprochen werden kann.

Der Unglaube weiß Bescheid

27. Februar 2010

“O wahrlich, der Unglaube weiß Bescheid! Er kennt sich aus bis ins Kleinste. Die Riesen kennt er alle genau mit Namen und Ortsangabe: ‘So wohnen die Amalekiter im Land gegen Mittag, die Hethiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und um den Jordan’ – Ja, der Unglaube weiß genau Bescheid, er ist ‘informiert’. Die Schuhnummern der Riesen kann er dir angeben, wenn du sie wissen willst. Aber daß der Herr auferstanden ist…, daß ihm gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, daß er zugesagt hat: ‘Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende’, davon weiß er nichts zu erzählen. Wenngleich solcher Unglaube durchaus in der Lage ist, etwa im theologischen Examen korrekt nach Schrift und Bekenntnis über die ‘Auferstehungstheologie’ zu prüfen, aber gar kein Gefühl dafür hat, daß er im Umgang und bei den kirchenpolitischen Verhandlungen mit den Riesen von diesen geprüft wird, ob er an den Auferstandenen glaubt…. Der Unglaube schaut weg von Gott, weg von Gottes Wort und Gottes Verheißung und Zusage. Wer aber von Gott und Gottes Wort wegschaut, verliert den rechten Maßstab für die Wirklichkeit. Im angstvollen Stieren und Gaffen auf die ‘gegebenen Tatsachen’ fangen diese plötzlich zu wachsen an und wachsen uns schließlich zu unserem Schrecken über den Kopf, und wir werden von ihnen gebannt wie der Frosch von der Schlange…. Wenn wir’s doch sehen könnten, wie der Unglaube Riesen züchtet.”
(Karl Steinbauer, 1906-1988) http://www.dekanat-hof.de/hospital/predigtarchiv.htm

Sophie Scholl + 22.2.1943

23. Februar 2010

Der Prozess begann am Montag, 22.2.1943 um 10 Uhr. Den Angeklagten und ihren Pflichtverteidigern war keine Zeit geblieben, sich auf die Anklage vorzubereiten. “Tobend, schreiend, bis zum Stimmüberschlag brüllend, immer wieder explosiv aufspringend”, schilderte der Augenzeuge Leo Samberger den Präsidenten des Volksgerichtshofes Freisler, “der sich in der ganzen Verhandlung nur als Ankläger aufspielte und nicht als Richter zeigte.” Die Pflichtverteidiger setzten sich während der dreieinhalbstündigen Verhandlung nicht ernsthaft für ihre Mandanten ein.Während der 23-jährige Familienvater Christoph Probst auf mildernde Umstände plädierte, entschieden sich Hans und Sophie Scholl für eine offensive Verteidigung. “Sie wissen so gut wie ich, daß der Krieg verloren ist. Warum geben Sie das nicht zu?” hielt Sophie Scholl dem Richter vor. Auf die Frage Freislers nach dem Tatmotiv antwortete sie: “Einer muss ja doch schließlich damit anfangen. Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie nicht, es auszusprechen. “Kurz vor Ende der Verhandlung drangen die Eltern der Geschwister Scholl in den Sitzungssaal ein. Das Bemühen des Vaters, Robert Scholl, sich gegenüber dem Präsidenten des Volksgerichtshofs zugunsten seiner Kinder zu verwenden, wies Freisler zurück. Als er sie vom Gerichtsdiener aus dem Saal entfernen ließ, stieß der Vater hervor: “Es gibt noch eine andere Gerechtigkeit!”. Die Todesurteile wurden um 13:30 Uhr verkündet. Es waren drei von über fünftausend, die der Volksgerichtshof während der Präsidentschaft Freislers zwischen 1942 und 1945 verhängt Die Vollstreckung erfolgte gegen 17 Uhr im Strafgefängnis München-Stadelheim. Sophie Scholl wurde unter Leitung von Reichsanwalt Alfred Weyersberg gemeinsam mit Hans Scholl und Christoph Probst von Scharfrichter Johann Reichhart mit der Fallschwertmaschine (Guillotine) hingerichtet.
Am 19.4.1943 verurteilte Freisler in München beim zweiten Weiße-Rose-Prozess Willy Graf, Alexander Schmorell und Prof. Dr. Kurt Huber zum Tode, weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen. Bis zum Kriegsende folgen weitere Prozesse. Volksgerichtshofpräsident Dr. Roland Freisler kam am 3. Februar 1945 in Berlin ums Leben, als die amerikanische Luftwaffe ihren bis dahin schwersten Angriff auf die Hauptstadt flog, bei dem siebenhundert Bomber für mehr als zwanzigtausend Menschen den Tod brachten. Johann Reichhart vollstreckte während der Weimarer Republik seit 1924 und der Zeit des Dritten Reiches etwas über 3.000 Todesurteile. Nach 1945 wurde er von der Militärregierung der USA in Deutschland einige Jahre weiterbeschäftigt und henkte 156 verurteilte Nazigrößen im Gefängnis Landsberg am Lech am Galgen. Er starb 1972. (georg-elser-arbeitskreis.de)
Ali

7 damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.

23. Februar 2010

In einem anschaulichen Bild wird die Läuterung des Glaubens durch die Prüfung mit der Läuterung des Goldes durch das Feuer verglichen.
Calvin bemerkt, daß es eine zweifache Bewährung des Goldes durch das Feuer gibt, zum einen, wenn es von der Schlacke gereinigt wird, zum anderen, wenn das Blei abgetrennt wird (sinngemäß nach Jes 1,25).
Weil der Glaube sich oft vermischt mit manchen unlauteren Beimengungen, darum muß Gott den Schmelzprozeß vornehmen.
Die verschiedenen Anfechtungen, auf die Petrus hier anspielt und die eher mit Verfolgungen als mit alltäglichen Problemen in Zusammenhang zu stehen scheinen, lösen zwei Dinge aus: (1) Sie läutern oder reinigen den Glauben – wie Gold … durchs Feuer geläutert wird, wenn seine Schlacken entfernt werden, und (2) sie prüfen die Echtheit des Glaubens. Belastung vertieft und verstärkt den christlichen Glauben und bringt seine Wahrhaftigkeit an den Tag.
Das Wort dokimazomenou, “als echt befunden”, bedeutet soviel wie “prüfen, für bewährt erklären, nach vorangegangener Prüfung auswählen” (vgl. dokimion, “Prüfung, Bewährung, Prüfstein”, in V. 7 und Jak 1,3, und dokimon, “Prüfung”, in Jak 1,12).
„das vergängliche Gold“
Apollumi “vergehen” bedeutet nicht, “ausgelöscht werden” oder “aufhören zu existieren”, sondern Ruin oder Verlust.
Doch Petrus vergleicht den Glauben nicht nur mit Gold, er setzt den geläuterten Glauben sogar weit über geläutertes Gold. Der Glaube ist viel kostbarer … als das vergängliche Gold. Selbst geläutertes Gold, das doch wirklich eine lange Lebensdauer hat, wird irgendwann einmal vergehen (vgl. 1. Petr 1, 18; vgl. Jak 5,3). Auf dem Markt der Ewigkeit hat es keinen Wert. Der Glaube dagegen erwirbt ein Erbe, das unvergänglich ist. Wahrer Glaube ist nicht nur für seinen Besitzer von höchstem Wert, sondern bringt auch Lob, Preis und Ehre für den, dessen Namen die Christen tragen, wenn er wiederkommt (offenbart wird; vgl. 1. Petr 5,1), um die Seinen zu sich zu nehmen. “Offenbart wird” ist die Übersetzung von apokalypsei, von dem auch unser Lehnwort “Apokalypse” stammt.
Auffällig ist, daß der Text die Frage offen läßt, wenn eigentlich das Lob und die Ehre zuteil werden. Sicherlich mit Bedacht. Denn die Verherrlichung des Erlösen bei seiner Enthüllung ist zugleich die Enthüllung und Verherrlichung seiner Erlösten (Röm.8, 17; 1 Joh 3, 2), und in dem allen wird dem Vater selbst Lob und Herrlichkeit und Ehre zuteil. Denn Gottes Ehre ist das Ziel (1 Kor 15, 28). Dazu wird Jesus kommen, um „verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert zu werden in allen, die zum Glauben kamen‘ (2 Th 1, 10). Wenn aber der Messias, unser Leben, sich offenbaren wird, dann werdet auch ihr zusammen mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit“ (Kol.3,4).
Die drei Umschreibungen für den Lohn (»Lob, Herrlichkeit, Ehre«) kann man auf eine Teilhabe an der Welt Gottes (dem biblisch diese Begriffe an sich zugeordnet sind) deuten. Alle Aussagen haben ermahnende Absicht, um zum Leiden zu befähigen und vor Resignation zu bewahren, die Situation also zu erleichtern.

Das Wort ward Mensch

21. Februar 2010

In seinem Buch Gott erkennen nennt James I. Packer sieben Dinge, die hier über Jesus Christus ausgesagt werden:

  1. „Im Anfang war das Wort“ (V.1). Das bezeugt die Ewigkeit des Wortes. Es hat selbst keinen Anfang; als alles andere entstand, war Er (Jesus = das Wort) schon da.
  2. „Und das Wort war bei Gott“ (V.1). Das bezeugt das Wort als Person. Die Kraft, die Gottes Wollen zur Tat macht, ist die Kraft eines persönlichen Wesens, das in ewiger Beziehung mit Gott steht als partnerschaftlich tätiges; das ist hier gemeint.
  3. „Und Gott war das Wort“ (V.1). Das bezeugt die Göttlichkeit des Wortes. Wenn auch das Wort gegenüber dem Vater selbst Person ist, so ist es doch nicht ein Geschöpf, sondern ebenso Gott, wie der Vater Gott ist. Das Geheimnis, da in diesem Vers liegt, ist somit dasjenige, daß in Gottes Einheit mehrere Personen eingeschlossen sind.
  4. „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht“ (V.3). Das bezeugt die Schöpferkraft des Wortes. Das Wort war immer der Ausführende, bei allen schöpferischen Tätigkeiten des Vaters. Alles ist durch das Wort geschaffen. (Hier liegt ein Beweis dafür vor, daß der, der als das Wort bezeichnet wird, selbst nicht zu den geschaffenen Dingen gehört.)
  5. „In ihm war das Leben“ (V.4). Das bezeugt den lebensspendenden Charakter des Wortes. Es gibt kein Leben im Bereich des Geschaffenen, außer in Ihm un durch Ihn, Hier antwortet die Bibel auf alle Fragen durch das Wort. Kein Geschöpf hat Leben aus sich selbst, sondern nur aus dem Wort, der zweiten Person in der Gottheit.
  6. Und das Leben war das Licht der Menschen“ (V.4). Das bezeugt den Offenbarungscharakter des Wortes. Der das leben gibt, gibt auch Licht, d. h. jedem Menschen erweist sich Gott einfach schon aufgrund der Tatsache, daß er in dieser Welt Gottes lebt. Dies, wie die einfache Tatsache des Lebens überhaupt, ist die Wirkung des Wortes.

„Und das Wort ward Fleisch“ (V.14). Das bezeugt die Menschwerdung des Wortes. Das Kind in der Krippe zu Bethlehem war niemand anders als das ewige Wort Gottes.
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