Günter Rohrmoser zur Abtreibung

Die folgenden Zitate stammen aus Rohrmosers Buch “Der Ernstfall” (2. Auflage von 1996). Es ist bedrückend, auf die rund 20 Jahre seit der Veröffentlichung zurückzublicken und zu sehen, wie recht er damals hatte und wie sehr sich dies inzwischen verschärft hat.
“Der Deutsche Bundestag hat 1992 mit der Unterstützung von Bundestagsabgeordneten der CDU eine Regelung herbeigeführt, die man euphemistisch “Fristenlösung” nennt. […] Diese sogenannte Fristenlösung wird also nur möglich werden, weil der schlichte Sachverhalt, dass es sich um willkürliche Tötung eines unschuldigen menschlichen Lebens – aus welchen subjektiven Gründen auch immer – handelt, sprachlich verschleiert wurde. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wird eine bewusst und gezielt auf die Tötung eines anderen gerichtete Handlung sogar Mord genannt. Die Abtreibungsproblematik ist keine Frage der christlichen Moral oder der Moral überhaupt. Es ist auch keine Frage der sogenannten “Werte”. Werte kann man um anderer Werte willen verneinen. Man kann sie um angeblich übergeordneter Werte oder um abweichender anderer Werte willen außer Kraft setzen. Der Streit um die “Werte” ist unlösbar. Wenn ich aus dem ungeborenen Leben einen Wert mache, kann ich diesen Wert natürlich bestreiten – aber mit fürchterlichen Folgen für das ungeborene Leben. Das ungeborene Leben ist eben kein Wert, sondern wirkliches Leben.” (S. 155)
“Wir haben inzwischen – ähnlich wie in der Weimarer Republik – ein weitgehend positivistisches Verständnis vom Rechtsstaat. Das bedeutet, dass wir alles für Recht halten, was der Gesetzgeber nach Erfüllung bestimmter Kriterien zum Recht erklärt. Wir wissen aber, dass die Weimarer Republik an dieser positivistischen Rechtsauffassung mit zugrunde gegangen ist. Wir hatten uns nach 1945 vorgenommen, die sittliche Idee oder sittliche Substanz des Rechts anzuerkennen, weil wir in den zwölf Jahren des Nationalsozialismus die Erfahrung mit der Verneinung des Rechts gemacht haben. Die überwältigende Mehrheit der Deutschen wusste nach 1945, dass sich dies nicht wiederholen dürfe. Jeder wusste, dass die Idee des Rechts die Anerkennung des Lebensrechts eines jeden einzelnen einschloß und dass dies eine sittliche Notwendigkeit war, wenn das deutsche Volk aus dieser schrecklichsten Zeit seiner Geschichte eine Lehre ziehen wollte. Wir stehen heute an dem Punkt, an dem wir das offenbar vergessen haben.” (S. 155f)
“Durch die Höherbewertung des Selbstbestimmungsrechts der Frau wird das Kind automatisch zu einem nicht vernichtungswürdigen, aber doch vernichtungsfähigen Unwert. […] Deshalb ist es auch ein Irrtum anzunehmen, dass diese neue Regelung frauenfreundlich sei. […] Jede Frau, die in Zukunft ein Kind austragen will, muss sich dann vor ihrer gesamten Umgebung rechtfertigen, weshalb sie nicht bereit ist, das Erlaubte und vielleicht von den anderen Geforderte zu tun. Vor der Liberalisierung der Abtreibung konnte sie die geballte Macht des Rechtsstaats anrufen, um sich dieses Drucks zu erwehren. Heute steht sie mutterseelenallein vor ihren Bedrängern.” (S. 167f)

http://jonaserne.blogspot.de/2015/04/gunter-rohrmoser-zur-abtreibung.html

„Vor seiner Hinrichtung hielt er noch eine Predigt“

Am 9. April jährt jährt sich der Todestag von Dietrich Bonhoeffer zum 70. Mal. Ein Gespräch mit seinem Biografen Ferdinand Schlingensiepen über Todesmut im Konzentrationslager, die Auferstehung und die Gerüchte über Bonhoeffers angebliche Homosexualität.
Gelassen und erstaunlich vertrauensvoll. Kurz nach dem 20. Juli schrieb er ein Gedicht, in dem er den Tod das “höchste Fest auf dem Wege zur ewigen Freiheit” nennt. Bonhoeffer vertraute auf Gott und glaubte an die Auferstehung. Noch am Tag vor seiner Hinrichtung hielt er auf Bitten seiner Mitgefangenen eine Predigt. Kaum war die beendet, kamen zwei SS-Leute und riefen “Gefangener Bonhoeffer, fertig machen, mitkommen”.
Hier: http://www.welt.de/regionales/nrw/article139064248/Vor-seiner-Hinrichtung-hielt-er-noch-eine-Predigt.html

Buchbesprechung: Gefoltert für Christus

Es wäre wohl am Ziel vorbeigeschossen, eine „normale“ Buchbesprechung zu diesem Werk schreiben zu wollen. Es entstand vor 50 Jahren und ist millionenfach gedruckt worden: Ein Bericht über die rumänische Untergrundkirche unter dem kommunistischen Regime. Der Text ist eingerahmt von einer längeren, hilfreichen Einleitung und einem ausführlichen Interview. 2014 ist der kommunistische Ostblock längst Vergangenheit (auch wenn für manche vor allem intellektuelle Kreise Sozialismus und Kommunismus nach wie vor anziehend). Christenverfolgung ist keineswegs Geschichte, im Gegenteil. Ein beträchtlicher Teil der weltweiten Christen wird verfolgt, vor allem in Asien und Afrika. Weiterlesen

Wesen und Wirklichkeit der Sünde

Die Sünde ist überall verbreitet. Das zu wissen, bedarf es keiner himmlischen Offenbarung. Es ist eine Tatsache, der wir täglich gegenüberstehen. Wir brauchen nur die Zeitung zu lesen oder uns mit der Geschichte zu befassen. Sünde begegnet uns bei anderen wie bei uns selbst. Ein Großteil unserer Gesetzgebung geht darauf zurück, dass man den Menschen nicht zutrauen kann, ihre Angelegenheiten ehrlich selbst zu regeln, ohne zu versuchen, andere zu übervorteilen.
Viele Einrichtungen der sogenannten zivilisierten Welt tragen allein dieser Tatsache Rechnung. Ein Versprechen genügt nicht -wir brauchen einen Vertrag. Türen genügen nicht – wir brauchen Schlösser und Riegel. Ein festgesetzter Fahrpreis genügt nicht -wir brauchen Fahrscheine und Kontrollen. Verfassung und Gesetze genügen nicht – wir brauchen Gerichte und Polizei, um sie durchzusetzen. All das und noch vieles andere, woran wir längst so gewöhnt sind, dass es uns selbstverständlich vorkommt, ist Folge der Sünde. Wir können einander nicht trauen. Wir müssen uns voreinander schützen. Das ist eine bedauerliche Tatsache. Aber was ist Sünde eigentlich?
Die einen beschreiben sie als einen Mangel oder einen Fehler tritt. Andere sprechen von einer inneren Fehlhaltung, einer Neigung zum Bösen. Wieder andere Bezeichnungen sind direkt dem juristischen Bereich entnommen: Übertretung, Ungerechtigkeit, Gesetzlosigkeit, Unrecht. Alle diese Wörter gehen von einem Maßstab aus, der nicht erreicht, oder einer Grenze, die überschritten wurde. »Wer also das Gute tun kann und es nicht tut,. der sündigt« (Jak. 4,17). »Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht« (1. Joh. 3,4). Der Satz bei Jakobus sieht Sünde als Mangel, der bei Johannes als Tat.
Die Bibel berücksichtigt, dass die Menschen verschiedene Maßstäbe haben. Die Juden haben das mosaische Gesetz (die fünf Bücher Mose). Die übrigen Völker haben das Gesetz ihres Gewissens. Aber alle Menschen sind, gemessen an ihren eigenen Maßstäben, unzulänglich. Jeder hat sein Gesetz gebrochen. Das gilt auch von uns. Unsere Norm mag das Gesetz des Mose oder die Ethik Jesu sein. Oder die Moral unserer Schulen und unserer Gesellschaft, oder was wir sonst unter Anständigkeit verstehen. Es mag der achtfältige Pfad des Buddhisten sein oder die fünf Säulen des Lebenswandels im Islam. Was immer unsere Maßstäbe sein mögen, immer werden wir hinter ihnen zurückbleiben.
Wir haben alle, wenn wir ehrlich sind, etwas an uns auszusetzen. Manche gutmeinenden Leute haben sich mit einem »mehr oder weniger« abgefunden. Sie halten nicht viel von Gewissenserforschung und sind nicht sehr kritisch gegen sich selbst. Sie kennen ihre Schwächen und wissen, dass sie gelegentlich danebengreifen oder aus der Rolle fallen. Aber das alarmiert sie nicht. Sie trösten sich damit, dass sie letzten Endes nicht schlechter und nicht besser sind als alle anderen Menschen. Das ist nur zu verständlich. Aber dieses Denken hat selbst seine Schwächen und seine Grenze.
Erstens hängt das Bewusstsein des Versagens von der Höhe des angelegten Maßstabs ab. Man kann sich schon für einen guten Springer halten, wenn man die Latte nicht mehr als einen Meter hoch legt.
Zweitens fragt Gott tiefer als wir Menschen. Ihm geht es um die Gedanken und Motive unseres Verhaltens. Jesus hat diesen Gesichtspunkt in der Bergpredigt ganz klar herausgestellt, und wir tun gut, das zu beachten. Grundkurs christlicher Glaube – John R. W. Stott Seite S58-60
Zum Thema http://bibelkreis-muenchen.de/?p=1786

Jesus Christus ist auferstanden

„Man schämt sich tief, wenn man sich vor Augen hält, wie kümmerlich wenig wir mit diesem ‚Jesus Christus ist auferstanden’, mit der Osterbotschaft also, anzufangen wissen. Man schämt sich für sich selbst, wie wenig man doch dieser Botschaft gewachsen ist: mit dem Kopf nicht und mit dem Herzen und Gewissen erst recht nicht und mit seinem Leben schon gar nicht.
Man könnte freilich auch fast erschrecken, wenn man sich vorstellte, wie es wäre, wenn das plötzlich auskäme und bekannt würde. (…) Wenn sich das auf einer unserer Großbanken etwa kurz vor Büroschluß auf einmal in seinem wahren Sinn herumspräche vom Direktorszimmer bis zu den Schaltern für das Publikum! (…) Wenn in einer Pfarrer-Konferenz – vielleicht in der Woche nach Ostern, wenn sie alle begreiflicherweise etwas müde und etwas zum Unglauben geneigt sind – jemand durchs offene Fenster von außen dieses Wort hereinriefe! (…) Wenn … aber der Leser mag sich weitere Situationen (und seine eigene) selbst ausmalen. Wenn er dann nicht ein wenig erschrickt, so kann es nur eben daran liegen, daß er das Wort noch nicht verstanden hat und darum seine wirklich revolutionäre Bedeutung für das menschliche Leben nicht zu ermessen weiß. (…) ‚Jesus Christus ist auferstanden’ heißt nämlich: ‚Das Alte ist vergangen, siehe da, es wurde zu einem Neuen’ [2. Kor. 5, 17]. Nicht, wie es jedes Jahr wieder Frühling wird. Nicht, wie wir jeden Morgen zu einem neuen Tag erwachen. Nicht, wie es nach bösen Zeiten (wenigstens manchmal) auch wieder besser zu gehen pflegt. Und nicht, wie wir nach Kummertagen auch wieder ein wenig Mut schöpfen mögen. Da vergeht ja das Alte nicht, da wird es ja nicht zu einem Neuen. Das sind ja bekanntlich nur Teilstrecken in einem großen Kreislauf. ‚Jesus Christus ist auferstanden’ bedeutet aber eine endgültige und gänzliche Veränderung aller Dinge infolge dessen, daß sie in ein ganz neues Licht gekommen sind.
Ich nenne ein paar von den Dingen, die im Lichte der Auferstehung Jesu Christi endgültig und gänzlich verändert sind: Was wir das Böse nennen, hat wie eine Wespe, nachdem sie einmal gestochen hat, von da an keine Macht mehr. (…) Der Tod? Hier muß man das Stärkste sagen, wenn man es recht sagen will: In der Auferstehung Jesu Christi ist es besiegelt, daß wir schon gestorben sind [vgl. Kol. 3, 3] und daß das Sterben, das wir noch vor uns haben, nur die Bestätigung sein wird, daß alle Verlegenheit und Bitterkeit, alle Finsternis des Todes schon erledigt ist und hinter uns liegt. (…)
Vielleicht hat uns die Nachricht noch nicht richtig erreicht, vielleicht glauben wir sie noch nicht. Jedenfalls haben wir noch nicht realisiert, was geschehen ist. Und so leben wir weiter, als wäre nichts geschehen. Was sind wir für kuriose Leute! (…)
Gesucht sind ein paar fröhliche Christen und ein paar fröhliche Weltkinder, (…) die also ohne Angst, daß jene Veränderung wahr sein könnte, realisieren wollen, was damit geschehen ist. Die böse Zeit, in der wir leben, hat ein paar solche Menschen nötig, die für das Licht der ‚Sonne der Gerechtigkeit’ [Mal. 3, 20], wie Jesus Christus in alten Tagen genannt wurde, dankbar sein, die in diesem Licht leben und dieses Lichtes Zeugen sein mögen.“
Aus: Karl Barth, Jesus Christus ist auferstanden (Ostern 1947), in: ders., Predigten 1935-1952, hrsg. von Hartmut Spieker und Hinrich Stoevesandt (Gesamtausgabe Abt. I), Zürich 1996, 451-455. http://www.reformiert-info.de/1802-0-84-9.html Barbara Schenck

Karfreitag

Am Karfreitag unter dem Kreuz Jesu wurde nach dem Bericht des Matthäus nicht (wie etwa in der „Matthäus-Passion“ von Johann Sebastian Bach) gesungen und gebetet. Es ist überhaupt eine ernste Frage: Verliert nicht – wenn die Leidensgeschichte in erhabene Musik gesetzt wird – sie recht eigentlich ihren leidvollen, tödlichen Ernst. Jesus hat am Kreuz nicht gesungen. Er hat nicht in bewegende Choräle eingestimmt. Und er hat keinen malerischen Anblick geboten. Vielmehr ist in der Leidensgeschichte Jesu nach Matthäus zweimal ein gellender Schrei zu hören. Und ein Mensch ist in einem grauenhaften Sterben zu sehen.
Manfred Hausmann, Dichter und reformierter Laienprediger (* 10. September 1898 in Kassel; † 6. August 1986 in Bremen)

Der Name Jesus Christus

„Ich spüre übrigens immer mehr, wie alttestamentlich ich denke und empfinde, so habe ich in den vergangenen Monaten auch viel mehr A.T. als N.T. gelesen. Nur wenn man die Unaussprechlichkeit des Namens Gottes kennt, darf man auch einmal den Namen Jesus Christus aussprechen; nur wenn man das Leben und die Erde so liebt, daß mit ihr alles verloren und zu Ende zu sein scheint, darf man an die Auferstehung der Toten und eine neue Welt glauben; nur wenn man das Gesetz Gottes über sich gelten läßt, darf man wohl auch einmal von Gnade sprechen, und nur wenn der Zorn und die Rache Gottes über seine Feinde als gültige Wirklichkeiten stehen bleiben, kann von Vergebung und von Feindesliebe etwas unser Herz berühren.” Bonhoeffer aus: Widerstand und Ergebung, 1983, S. 86

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Schriftauslegung

„Kennzeichnend für die Unzahl der Irrwege in der Schriftauslegung sind die Leitlinien, die aus dem Immanenzhorizont gewonnen werden. Ausschlaggebend ist von vornherein die Absolutsetzung der anthropologischen Perspektive, die das Selbstverständnis des Menschen, den gegenwärtigen, durch den Zeitgeist geprägten Verstehenshorizont zum Maßstab der Deutung erhebt. Infolgedessen werden die biblischen Aussagen nach dem befragt, was sie für die Sinnbestimmung des Menschseins beitragen können, die sich in den humanitären Begriffen wie Glaube, Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit, Friede, Hoffnung ausdrücken läßt. Diese Begriffe werden dann von ihrem offenbarungs- und heilsgeschichtlichen Ermöglichungsgrund losgelöst und erhalten den Rang von selbständigen, autonomen Deutungsprinzipien, über die der Mensch jederzeit eigenmächtig verfügt.“ Walter Künneth: Fundamente des Glaubens. Wuppertal: R. Brockhaus 1975. Seite 92.

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Die Gabe des einen Evangeliums

Unsere heutige Welt befindet sich in einem Zustand großer Verwirrung und Dunkelheit, und Angst hat die Menschen herzlos gemacht. Hat die christliche Kirche ein Wort des Zuspruchs, ein Licht, eine Hoffnung für den Menschen in seiner Verwirrung, in seiner Dunkelheit, in seiner Angst? Es ist eine der größten Tragödien unserer Zeit, dass die Gemeinde Jesu in dem Augenblick an ihrem Missionsauftrag zu zweifeln beginnt, in dem der Ruf der Welt nach dem Wort Gottes immer lauter wird. Der Grund für den nachlassenden Missionseifer liegt allein in dem schwindenden Vertrauen in die christliche Botschaft. Wir Christen sollten aus fester Überzeugung bekunden, dass Jesus unser Herr ist, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben wurde, und der uns auffordert, alle Völker zu seinen Jüngern zu machen und sie zu lehren, was er gelehrt hat (Matth. 28, 18. 19). Er gab uns den Auftrag, seinen Namen als den des gekreuzigten und auferstandenen Retters zu predigen. Er hat uns gesagt, das allen, die Buße tun und an ihn glauben, Vergebung und ein neues Leben geschenkt wird (vgl. Luk. 24, 44–49). Wir haben kein Recht, die Richtlinien, die Christus seiner Gemeinde gegeben hat, auch nur geringfügig zu verändern. Es gibt nur ein Evangelium. Wir dürfen es niemals in irgendeiner Weise ausschmücken, abwandeln oder nach unserem Belieben auslegen. Unsere Aufgabe ist es, Verkündiger der Frohen Botschaft Gottes zu sein, unsere Stimme mit Macht zu erheben, uns nicht zu fürchten und die Erlösung durch unseren Herrn überall bekannt zu machen (Jes. 40, 9; 52, 7). Die Botschaft ist uns gegeben, wir haben sie nicht erfunden. Wir sollen nur unsere Stimme, unser Leben und unsere Liebe einsetzen, um das Evangelium zu verbreiten. In dieser Hinsicht gleicht jeder Christ Johannes dem Täufer. Jeder von uns soll eine Stimme in der Wüste der Welt sein, die von Christus zeugt; jeder von uns soll abnehmen, damit er wachsen kann (Mark. 1,2. 3; Joh. 1, 6–8; 19–23; 3, 30).
(Die Autorität der Bibel, Hänssler, 1977, S. 45–46) John Stott

Keine Religion ist so sehr eine des DENKENS wie das Christentum

“Keine Religion ist so sehr eine des DENKENS wie das Christentum. Die Christliche Religion ist eine denkende Religion, weil sie wie keine andere den Menschen belastet, aber auch begabt mit der Verantwortung seiner Welt. Sie ist im eminenten Sinn eine geschichtliche Religion, weil sie den Anspruch der geschichtlichen Stunde, ihrer Kontingenz, verbindet mit dem göttlichen Anspruch selbst. Sie ist in einem radikalen Sinn eine eschatologische Religion, weil sie wie keine andere die Geschichte offenhält für das unbedingte Offenbarwerden des Gottes, den sie in dieser Welt nur in der Verhüllung des Kreuzes kennt.
Das Christentum ist die revolutionärste Macht der Geschichte, weil sie die Macht ihrer ständigen Veränderung und Erneuerung ist.
Das Christentum ist die universalste Religion, weil sie nichts und niemanden ausschließt, weil sie alle retten will, weil sie der Tod des Todes ist.” Aus Günter Rohrmoser, “Zäsur” (1980)

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