Das Nützlichkeitsprinzip

Der Biologe Richard Dawkins empfahl kürzlich über Twitter die Abtreibung aller Föten mit Downsyndrom. Obwohl er sich inzwischen dafür entschuldigt hat und dabei die (nur) 140 Twitter-Zeichen für die Radikalität seiner Aussage verantwortlich machte, werden diesem „Vorstoß“ weitere folgen. Die Kräfte werden sich in diesem Feld ähnlich entfalten, wie in der Sterbehilfe-Debatte: Jeder muss das selbst entscheiden. Keiner darf hier dem anderen reinreden.

Dominik Klenk analysiert diesen Trend auf einer Metaebene und macht den Verlust der „biblischen Gravitation“ verantwortlich.

Unser Problem sind nicht die Dawkinse dieser Welt, sondern der Verlust der biblischen Gravitation und der Sprachfähigkeit in den Gemeinden, die auch vor den Schaltzentralen der verfassten Kirchen nicht Halt macht, wo in ethischen Fragen zunehmend die unsägliche Sowohl-als-auch-Rhetorik Raum greift. Wir müssen darum wieder neu lernen, die Eckpunkte einer Anthropologie grundlegend und klar auf der Basis der biblischen Botschaft zu beantworten und unseren Kompass zu justieren. Hier liegt der Auftrag christlicher Ausbildungsstätten. Wo Christen sprachfähig werden, da können sie sich fröhlich in die öffentliche Diskussion einmischen: nicht nur reagierend, sondern agierend; nicht nur reaktiv, sondern proaktiv; nicht nur defensiv, sondern offensiv und Kultur prägend. Wir sind nicht mit der hoffnungsvollsten Botschaft der Welt ausgestattet, um verlegen darüber zu schweigen. Christen sind keine Endverbraucher der Liebe Gottes. Die Geschichte lehrt nicht nur von ihrem messianischen Ende her: Dawkinse kommen und gehen – die Botschaft der Liebe bleibt.

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http://theoblog.de/das-nuetzlichkeitsprinzip/23759/

Wir glauben an den dreieinigen Gott

“Nie war es für uns wichtiger, zu erkennen, dass wir in eine gewaltige geistliche Kriegsführung verwickelt sind. Wir glauben an den dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist, drei Personen in einer Gottheit. Gott ist persönlich. Gott ist keine Kraft oder eine Macht. Genauso wenig jedoch sind die Mächte, die gegen uns gerichtet sind, lediglich eine Kraft oder Macht, sondern persönliche Wesen, persönliche Intelligenzen. Wie ich häufig dargelegt habe, können wir das Probl…em des Lebens nicht einmal ansatzweise verstehen, wenn wir die Bedeutung dieser Lehre nicht verstehen. Wir verstehen unsere eigene persönliche Erfahrung nicht, noch weniger verstehen wir, losgelöst davon, die Lage und den Zustand der Welt. Unser Kampf ist “nicht wider Fleisch und Blut”. Unser Ringen, unser Problem, ist nicht bloß mit dem Menschen und seiner Sünde und seinem Übel. Hinter dem Menschen stehen noch diese höllischen Mächte, diese teuflischen Existenzen, diese geistlichen Wesen. Es gibt keine wichtigere theologische und sogar praktische Frage als die nach dem Ursprung des Bösen.” (D. Martyn Lloyd-Jones

 

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Selbstbild und Fremdwahrnehmung

Zu wissen, wer man selbst ist, gehört zu den schwersten Aufgaben überhaupt. Hört man sich an, wie ein Mensch den man gut kennt sich selbst beschreibt, kann man häufig nur staunen. Der eine überschätzt sich maßlos, der andere sieht sich viel zu pessimistisch. Wenn man sie fragt meinen allerdings die Meisten, sie könnten sich recht realistisch einschätzen. Und wenn die Umgebung sie anders beschreibt als sie sich selbst sehen, müssen sich selbstverständlich die Anderen irren.
Unsere Selbstwahrnehmung ist eine verwirrende Mischung aus Wünschen, Idealen, Meinungen anderer, Vorstellungen unserer Peergroup und einigen objektiven Daten. – Jedes Jahr sind insbesondere männliche Schüler schockiert, wenn ihre Noten weit schlechter ausfallen als erwartet. Häufig meinen sie die Anforderungen gut erfüllt zu haben. Deshalb müssen an den schlechten Noten Lehrer oder missgünstige Mitschüler Schuld haben. Viele weitgehend Unfähige halten sich für vollkommen qualifiziert einen anspruchsvollen Job zu übernehmen, der ihnen dann doch nicht gegeben wird. Auch hier müssen sich natürlich die Anderen irren.
Mancher wundert sich von einem potentiellen Partner zurückgewiesen zu werden, weil man sich doch für sehr attraktiv hält oder weil man nur einen perfekten Menschen ehelichen will. Dann wundert man sich zuweilen, dass andere einen nicht für so perfekt halten wie man selbst. In der Partnerschaft sehen die meisten zwar überdeutlich die Fehler und Schwächen des Partners, weit weniger klar aber sehen und gewichten sie ihre eigenen Schwachpunkte.
Natürlich gibt es auch diejenigen, die sich chronisch schlechter, hässlicher und schwächer einschätzen als sie eigentlich sind. Die meisten tendieren mal zur einen, mal zur anderen Seite. Manchmal überschätzen sie sich manchmal fühlen sie sich vollkommen daneben. Beides führt zu fatalen Resultaten: Man müht sich mit Aufgaben ab, in denen man sich und andere immer wieder enttäuscht oder man übernimmt Aufgaben nicht, weil man seine eigenen Stärken verachtet, bzw. nicht erkennt.
Um wirklich zu erfahren, wer und wie wir sind, ist eine qualifizierte Außenwahrnehmung unerlässlich, auch wenn sie sich manchmal schmerzlich anfühlt. Damit können wir besser einschätzen, wer zu uns passt, welche Aufgabe wir in der Gemeinde übernehmen sollten und welcher Beruf für uns eher geeignet ist. Wer meint, nur selbst zu wissen wer er ist, wird das nie erfahren und immer wieder mit denselben persönlichen Illusionen kämpfen.
Sehr hilfreich ist es deshalb, bei wichtigen Lebensfragen vertrauenswürdige Menschen zu fragen, die einen gut kennen. Idealer Weise kann man sich natürlich auch an Gott wenden, der uns als unser Schöpfer natürlich am besten kennt, der uns aus seiner Erfahrung und aus seinem neutralen Blickwinkel heraus natürlich am zutreffendsten beschreiben kann. Problematischer Weise gibt Gott einem Menschen gewöhnlich aber keine schriftliche Persönlichkeitsstudie mit auf den Weg. Trotzdem können wir bei Gott anfragen und gemeinhin wird er uns durch Aussagen der Bibel, das innere Reden des Heiligen Geistes und durch andere erfahrene Christen mitteilen, wo unsere Stärken und Schwächen, unsere Fähigkeiten und Defizite liegen. Michael Kotsch

2.Petrus 2, 10 am meisten aber die, die nach dem Fleisch leben in unreiner Begierde und jede Herrschaft verachten. Frech und eigensinnig schrecken sie nicht davor zurück, himmlische Mächte zu lästern,

Hiermit schließt Petrus den Kreis, indem er noch einmal die beiden Hauptmerkmale der Irrlehrer herausstellt. Das Stichwort des Abschnittes ist „lästern”.
Wie lästern die Irrlehrer diese Engelwesen? Vom Zusammenhang her stellen sie sich über die Engel (2,11) und über Jesus Christus (2,1.10a), maßen sich an, deren Wesen zu kennen (vgl. l,2f.8f; 2,12; auch 3,2-4), lehnen deren Verehrung ab und fürchten weder sie noch Satan und seine Engel (vgl. Offb 2,24), lehnen deshalb Gottes und Christi Gebote ab und verkünden Freiheit im Sinne religiöser und sittlicher Ungebundenheit (s. 2,19). Insofern vertreten sie eine besondere Heilslehre und praktizieren eine freizügige sittliche Lebensweise. Auf alle Fälle sind sie Antinomisten* aufgrund des Anspruchs, eine tiefere „Erkenntnis“ Gottes, Christi, der Engel und Geistwesen und der Erlösung zu. * (Anhänger einer christlichen Lehre bezeichnet, die die Gültigkeit der religiösen Gesetze des Alten Testamentes ablehnen.)
Petrus hat nicht das Adjektiv „schmutzig“ gebraucht, sondern in hebr Sprechweise formuliert: in Begierde der Befleckung. Das kann man als „Begierde, die befleckt” auffassen oder als „Begierde nach Befleckung”. Jedenfalls sind sie hinter Fleisch her.
Frech (authadeis) – ein Begriff, der an selbstgefällige Einbildung, Eigenwillen und Starrsinn denken lässt. Petrus möchte nun das Ausmaß dieser Vermessenheit illustrieren, von der sie nicht lassen wollen. Dazu merkt er an, dass sich diese Irrlehrer nicht fürchten, Majestäten zu lästern.
Das Wort lästern (blasphēmeō), das in dem eingedeutschten Begriff Blasphemie transliteriert wurde, meint „verunglimpfen“ oder „abfällig bzw. verunehrend von heiligen Dingen reden“ (vgl. 2Kö 19,4.22; Ps 74,18; 1Tim 1,20; Offb 16,10-11). Und Majestäten bezieht sich in diesem Kontext auf Dämonen (vgl. Jud 8), die insofern Majestäten (doxa, „Herrlichkeiten“) sind, als dass sie ein transzendentes, übernatürliches Wesen besitzen, das über die menschliche Ebene hinausgeht (Eph 6,12). Obgleich diese Irrlehrer nichts als sterbliche Menschen und von Natur aus „unter die Engel erniedrigt“ waren (Ps 8,6; Elb 2003), glaubten sie in ihrer Arroganz, sie seien den Engelwesen überlegen.
Wer Christ geworden ist, der beugt sich in Ehrfurcht unter die Herrschaft Christi, während diese Irrlehrer hier Christus als Herrn verneinen.

“Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland”

Stellungnahme des 1. Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V., Michael Kotsch, zum Beitrag “Mission unter falscher Flagge – Radikale Christen in Deutschland” im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD):
Evangelikale Christen sind geldgierig, machthungrig, hinterwäldlerisch, leichtgläubig, dumm und gefährlich. So könnte man die ARD-Dokumentation vom Montag dem 4.August 2014 zusammenfassen.
Schwerpunktmäßig geht es hier um das Stuttgarter Gospel Forum mit Peter Wenz, um Gabriele Wentlands “Mission Freedom”, um Jobst Bittner und die TOS Gemeinde in Tübingen, um Jörg Kohlhepps Verein “Zukunft für Dich” und um Walter Heidenreich mit seiner “Freien Christlichen Jugendgemeinschaft” (FCJG).
Sympathie kann man erfahrungsgemäß bei ARD-Berichten über evangelikale Christen nicht erwarten. Aber ein bisschen mehr Objektivität könnten die selbsternannten Tugendwächter schon an den Tag legen. So ist es nur schwer verständlich, dass man sich fast ausschließlich über Sexthemen und Okkultismus auslässt. Aussteiger unreflektiert als Quelle über die wahren Zustände in einer christlichen Organisation zu präsentieren ist zweifelhaft, da oftmals verzerrte Erinnerungen und menschliche Konflikte dominieren. Die Schnitte der Interviews wirken oftmals bewusst entstellend. Es ist auch höchst problematisch, dass in der ARD-Dokumentation mehrfach Mitglieder der Partei “Die Linke” als scheinbar neutrale Sachverständige interviewt wurden, obwohl deren Partei in der DDR über Jahrzehnte Christen unterdrückt und Meinungsfreiheit mit Füßen getreten hat. Eine objektive Information ist von eingeschworenen Religionskritikern kaum zu erwarten.
Offensichtlich ist den kommentierenden Journalisten jede Art engagierter Religiosität ein Dorn im Auge. Es wird in den betreffenden Beitrag nicht einmal der Versuch gemacht, die positiven Erfahrungen evangelikaler Christen und ihre Weltanschauung einfach stehenzulassen oder gar zu würdigen.
Nach der Dokumentation ist vor der Dokumentation. – Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächste kritisch-diskriminierende Fernseh-Reportage über Evangelikale gesendet wird. Einige führende Journalisten der staatlichen Medien-Anstalten sind offenbar fest entschlossen, evangelikale Christen zu den religiösen Hauptfeinden der modernen Gesellschaft zu stilisieren. Dabei geben sie sich als weltanschauliche Gesinnungswächter, die jede Abweichung von ihrer eigenen, säkularen Weltsicht strikt verurteilen und lächerlich machen.
Fehlentwicklungen erkennen und korrigieren
Trotz aller Kritik an einer bewusst verzerrenden Darstellung evangelikaler Christen in dieser ARD-Dokumentation müssen von Gemeinden und Werken eigene Missstände selbstkritisch wahrgenommen werden: Tatsächlich gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Probleme mit geschönten oder ganz erfundenen Bekehrungs- und Heilungsgeschichten, die werbend in der Öffentlichkeit verbreitet wurden. Tatsächlich gibt es in manchen christlichen Kreisen einen nicht akzeptablen Macht- und Geldmissbrauch. Tatsächlich ist in einigen charismatischen Gruppen eine unbiblisch verkürzte Wirklichkeitswahrnehmung zu beobachten, bei der vorschnell rein irdische Probleme auf Dämonen und Teufel zurückgeführt werden. Tatsächlich gibt es Manipulationsversuche von Gemeindegliedern durch vorgeblich göttliche Offenbarungen, Prophetien oder „gesalbte Führer“. Tatsächlich dominiert in manchen Kreisen eine problematische emotionale Stimulation, die fälschlich als Wirken des Heiligen Geistes ausgegeben wird.
Die polemische Einseitigkeit religionskritischer Journalisten darf nicht über vollkommen berechtigte Hinweise auf interne Schwächen hinwegsehen lassen. Christen sollten gerade nach solch einer verzerrten Darstellung eigene Fehlentwicklungen erkennen und korrigieren.
http://agwelt.de/2014-08/mission-unter-falscher-flagge-radikale-christen-in-deutschland

Rückblick: Ein Christus-freier Urlaub?

Es ist schon zur Gewohnheit geworden, einen Urlaubsrückblick zu halten. Die folgenden Zeilen können – wie so manche andere meiner Reflexionen – missverstanden werden. Erst wer meine dahinter stehende Grundüberzeugung verstanden hat, kann etwas damit anfangen: Das Evangelium betrifft das ganze Leben. Es geht mir nicht darum zu “frömmeln”, etwa um eine selbstgerechte Latte zu errichten und alle anderen danach zu messen. Timothy Keller hat treffend aufgezeigt, wie sowohl der Moralismus wie auch der Relativismus “Diebe des Evangeliums” sind.
Der Urlaub eignet sich besonders dazu, Christus aus einigen Tagen oder Wochen unseres Lebens zu verbannen. Das Grundmuster scheint mir dasselbe zu sein, wie ich an anderer Stelle als “Kreislauf des postmodernen Konsumstrebens” beschrieben habe. Ja, es scheint sich noch zuzuspitzen: ICH bin zu kurz gekommen, also muss ICH besonders gut für MICH sorgen. Ich stellte bei mir selbst vier Einstiegspunkte bzw. Auslöser für einen Christus-freien Urlaub fest:
1. Stark verschobener Schlafrhythmus: Es ist schwieriger zeitig ins Bett zu gehen als rechtzeitig aufzustehen.
2. Zügellose Ernährung: Das Essen beginnt einen übermässig wichtigen Platz im Tagesablauf einzunehmen.
3. Die ersten Stunden am Tag: Wie ich den Tag beginne, bestimmt oft seinen Verlauf.
4. Konflikte abschieben oder vermeiden: Urlaube bieten Reibungsflächen!
Umgekehrt erlebe ich einen befreienden Urlaub durch
1. eine konsequente Orientierung am Lebensziel, Gott zu ehren und mich an ihm zu freuen. Wenn ich dieses übergeordnete Ziele meinen Plänen und Unternehmungen voranstelle, nehmen die Tage einen anderen Verlauf.
2. genügend Zeit um Fragen zu besprechen und Konflikte anzugehen. Wer nach den tieferen Ursachen für Konflikte fragt und sie im Licht des neuen Lebens betrachten will, wird mit dem eigenen “Morast” konfrontiert. Dann ist es herrlich den “fröhlichen Tausch” vollziehen zu dürfen.
3. genügend Raum für Familienandachten. Mehrmals im Tag kurz und gezielt über sein Wort nachzudenken, Geschichten zu lesen, Heilsgeschichte nachzuverfolgen oder sich mit Bibelversen zu sättigen verändert die Familienatmosphäre.
4. gemeinsames Gebet. Die Ruhe vor Gott hilft zu fokussieren: Wie erfahren wir seine Güte? Wie können wir ihn preisen? Für wen können wir Fürbitte tun?
5. körperliche Anstrengung und seelische Entspannung. Ich tendiere dazu der körperlichen Entspannung zu viel Raum geben und mich seelisch – zum Beispiel durch medialen Konsum – anzustrengen.
6. ein gesundes Mass an Aussenorientierung. Urlaube bieten die Möglichkeit neue Menschen kennenzulernen, Fragen zu stellen und von anderen zu lernen.
http://www.hanniel.ch/?p=11213

Abendmahl auf dem Mond

Vor 45 Jahren, am 21. Juli 1969, betraten die ersten Menschen den Mond. Das dürfte allseits bekannt sein. Was weniger bekannt ist: Die ersten Dinge, die auf dem Mond verspeist wurden, waren Brot und Wein. Denn Buzz Aldrin, der zweite Mensch auf dem Mond, feierte kurz vor dem Ausstieg aus dem „Eagle“ das Abendmahl.
Aldrins Pastor hatte öfters darüber gesprochen, dass Gott sich in den Dingen des Alltags offenbare. In biblischer Zeit waren Brot und Wein ganz normale Lebensmittel.
Aldrin, heute 84 Jahre alt, war damals Mitglied einer Presbyterkirche in Texas. Vor dem Abflug Richtung Mond bat er seinen Pastor darum, ihm ein bisschen Wein, ein wenig Brot und einen kleinen Silberkelch zu geben. Diese Dinge nahm der Astronaut mit auf den Mond. Aldrin goss den Wein in den Kelch und las den Bibelvers Johannes 15, 5, wie es wenige Stunden zuvor in seiner Gemeinde gemacht worden war. Dann aß er das Brotstück und trank den Wein. Aldrin schrieb später: „Ich spürte besonders stark die Verbundenheit mit meiner Gemeinde zu Hause und mit der Kirche überhaupt.“ Neil Armstrong sah schweigend zu. Wenig später betrat er als erster Mensch den Mond, und Aldrin folgte ihm.
Die NASA versagte ihm die Übertragung an die Zuhörer auf der Erde. Sie war nämlich in einem laufenden Gerichtsverfahren, das eine Atheistin gegen die NASA angestrengt hatte, weil die drei Apollo-8-Astronauten am Heiligen Abend 1968 öffentlich aus der Bibel vorgelesen hatten. Abendmahl auf dem Mond! Was für eine wunderbare Vorstellung: Menschen, die Brot und Wein teilen und in deren Mitte Gott ist, der lebendige Gott. Es gibt keinen einzigen Platz in diesem ganzen riesigen Universum, der ohne Gott ist.
Sogar in den kühnsten Unternehmungen, ja gerade dann, ist er da, gibt Kraft und macht Mut. Und so ist Gott auch heute da, für Sie und für mich. Stärkt uns und macht uns Mut, damit unsere kleinen Schritte gelingen und die großen Sprünge.

Neuer alter Antisemitismus

Zuletzt brandet in Deutschland und Europa ein nicht zu überhörender Antisemitismus wieder auf. Auf den Straßen demonstrieren die Menschen gegen den Staat Israel und den neu auflodernden Gaza-Konflikt. Gewiss, viele Dinge, die dort passieren, sind nicht zu rechtfertigen und falsch. Der Staat Israel ist nunmal nicht eine Wohlfahrtsorganisation und auch nicht Allerheiligen. Doch sind die Sprüche wie in Berlin gerechtfertigt, wo Menschen vor den anwesenden Polizisten schreien: Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein? Mitnichten. Die Juden allerdings dürften das schon kennen. Weiterlesen

Das alte und das neue Evangelium Oder: Was ist die Botschaft der Bibel?

Zweifellos befindet sich der Evangelikalismus heute in einem Zustand der Verwirrung und der Verunsicherung. In Fragen wie der Praxis des Evangelisierens, der Unterweisung in der Heiligung, der Seelsorge und der Ausübung von Gemeindezucht gibt es Anzeichen für eine weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Zustand und eine ebenso weitverbreitete Ungewissheit, was den Weg in die Zukunft betrifft. Dies ist ein komplexes Problem, zu dem viele Faktoren beigetragen haben; doch wenn wir auf seine Wurzeln zurückgehen, werden wir finden, dass diese Verunsicherungen nur daraus entstehen, dass wir das biblische Evangelium aus dem Blick verloren haben. Ohne es zu merken, haben wir während des letzten Jahrhunderts dieses Evangelium für ein Ersatzprodukt eingetauscht, das, wenn es auch in Einzelheiten sehr ähnlich aussieht, dennoch in seiner Gesamtheit etwas völlig anderes ist. Daher stammen unsere Probleme; denn das Ersatzprodukt ist untauglich hinsichtlich der Ziele, für die sich das echte Evangelium in vergangenen Zeiten als so mächtig erwiesen hat. Das neue Evangelium versäumt es auf bemerkenswerte Weise, tiefe Ehrfurcht und Reue, echte Demut, einen Geist der Anbetung und herzliche Anteilnahme am Wohl der Gemeinde hervorzubringen. Und warum? Ich behaupte, die Ursache hierfür liegt in seinem eigentlichen Wesen und Inhalt. Es kann die Menschen nicht dazu bringen, dass sie Gott im Mittelpunkt ihres Denkens und die Furcht Gottes in ihren Herzen haben. Das ist auch gar nicht sein eigentliches Anliegen. Man kann sagen, es unterscheidet sich von dem alten Evangelium dadurch, dass es ausschließlich darum bemüht ist, dem Menschen “dienlich” zu sein – ihm Frieden, Trost, Freude und Erfüllung zu bringen – und zu wenig daran interessiert ist, Gott zu verherrlichen. Das alte Evangelium war auch dem Menschen “dienlich” ja, mehr noch als das neue -, doch sozusagen eher beiläufig, denn sein primäres Anliegen war es, Gott Ehre zu bringen. Es war immer und wesentlich eine Verkündigung göttlicher Souveränität – in der Barmherzigkeit, wie im Gericht; ein Aufruf, sich zu beugen und den mächtigen Herrn anzubeten, von dem der Mensch in allen Dingen abhängig ist, sei es in der natürlichen Versorgung oder in der Gnade. Sein eindeutiger Bezugspunkt war Gott. Aber in dem neuen Evangelium ist der Bezugspunkt der Mensch. Das alte Evangelium war auf eine Weise religiös, wie es das neue Evangelium nicht ist.
Während es das Hauptziel des alten war, die Menschen Gottes Wege zu lehren, so scheint das Anliegen des neuen darauf beschränkt zu sein, ihr Wohlbefinden zu fördern. Das Thema des alten Evangeliums waren Gott und seine Wege mit den Menschen; das Thema des neuen sind der Mensch und die Hilfe, die Gott ihm gibt. Das ist ein großer Unterschied. Ausblick und Schwerpunkt der Evangeliumspredigt haben sich grundlegend gewandelt.
Aus dieser Wandlung in der Zielsetzung ist eine Wandlung im Inhalt erwachsen, denn das neue Evangelium hat die biblische Botschaft effektiv im vermeintlichen Interesse der “Dienlichkeit” umformuliert. Dementsprechend wird heute nicht mehr gepredigt, dass der Mensch von Natur aus zum Glauben unfähig ist; dass Gottes bedingungslose Erwählung die letzte Ursache des Heils ist; und dass Christus für Seine Schafe starb. Diese Lehren, so würde man sagen, sind nicht “dienlich”, sie würden Sünder zur Verzweiflung treiben, weil sie ihnen nahelegen, dass es nicht in ihrer Macht liegt, sich durch Christus retten zu lassen. (Die Möglichkeit, dass solche Verzweiflung heilsam sein könnte, wird nicht bedacht; man hält es für ausgeschlossen, weil unsere Selbstachtung dadurch so grundlegend zerschmettert wird.) Wie dem auch sei, das Ergebnis dieser Unterschlagungen ist, dass ein Teil des biblischen Evangeliums heute so gepredigt wird, als sei es das ganze Evangelium; und eine Halbwahrheit, die sich als ganze Wahrheit ausgibt, wird zur ganzen Unwahrheit. So appellieren wir an die Menschen, als hätten alle die Fähigkeit, Christus zu jeder Zeit anzunehmen; wir reden von Seinem Erlösungswerk so, als hätte Er durch Sein Sterben nichts weiter erreicht, als es uns zu ermöglichen, uns durch Glauben selbst zu retten; wir reden von Gottes Liebe, als wäre sie nicht mehr als eine allgemeine Bereitschaft, jeden zu retten, der umkehrt und glaubt; und wir beschreiben den Vater und den Sohn nicht als souverän Handelnde, indem sie Sünder zu sich ziehen, sondern als solche, die in stiller Ohnmacht “an der Tür unseres Herzens” warten, dass wir ihnen Einlass gewähren. Unbestreitbar ist es das, was wir predigen; vielleicht ist es auch das, was wir wirklich glauben. Aber es muss mit Nachdruck gesagt werden, dass diese Sammlung verdrehter Halbwahrheiten etwas anderes ist als das biblische Evangelium. Wir haben die Bibel gegen uns, wenn wir so predigen; und die Tatsache, dass solche Art der Predigt beinahe zum Standard unter uns geworden ist, zeigt nur, wie nötig es ist, dass wir die Angelegenheit überdenken. Das alte, authentische, biblische Evangelium wieder aufzurichten und unsere Predigt und Praxis damit in Einklang zu bringen, ist gegenwärtig vielleicht die dringlichste Aufgabe. James I. Packer
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