Wer hat Angst vor dem Mann, der von Osten her kommt? Jes 41,1-20 für Angstgeplagte

Dies ist der dritte Teil einer Reihe von Reflexionen darüber, wie man Gottes Wort in Jesaja 40-55 seinen eigenen Ängsten entgegenstellen kann. Eine kurze Einleitung zu dieser Serie gibt es hier. Es wäre von großem Nutzen, den genannten Abschnitt aus Jesaja zuvor zu lesen.
Unsere schlimmsten Ängste lehren uns häufig, dass wir uns selbst zu ernst nehmen. Gleichzeitig zeigen sie uns, dass wir unsere Leiden um jeden Preis verhindern wollen. Dinge, vor denen wir Angst haben, sind oft auch Dinge, die wir unter keinen Umständen durchleben möchten.
Eventuell ist die hohe Rate der Angstgeplagten in unseren westlichen Gesellschaften ja gerade damit verbunden, dass wir es verlernt haben, den Objekten unserer Angst entgegenzutreten und ihnen vielleicht sogar etwas abzugewinnen. Die moderne Medizin hat unser Leben beschwerdefreier gemacht, die Fortschritte der Technik haben unser Leben vereinfacht und die kulturellen Einflüsse der letzten vier Jahrzehnte haben das „ich“ ins Zentrum unseres Weltbildes gerückt.
Die tragischste Entwicklung unserer Zeit ist aber die Verdrängung Gottes aus unseren modernen Glaubenssystemen. Diese Säkularisierung hat im Zusammenhang mit der Zentralität des „ichs“ im zeitgenössischen Weltbild fatale Folgen für unsere mentale Gesundheit. Wenn Gott durch das „ich“ als Zentrum und Grundlage unserer Wahrheit, Ethik, und Identität ersetzt wird, dann wird jede Gefährdung der eigenen Hoffnungen und Wünsche natürlich unendlich viel dramatischer. Angst kann auf solchem Nährboden wunderbar gedeihen.
In Jes 41,1-20 wird uns von einem Mann berichtet, der von Osten kommt und auf seinem Weg nach Westen ganze Völker gefangen nimmt. In der Zeit, die der Prophet Jesaja hier in seiner Prophezeiung anspricht, regierte das babylonische Großreich über große Teile der bekannten Welt. Die Babylonier deportierten ganze Völker und taten schreckliche Dinge an Israel, dem Volk Gottes. Sie zerstörten den Tempel in Jerusalem und führten einen großen Teil des Volkes ins Exil nach Mesopotamien. Gott beschloss aber, dieses Regime zu brechen und sein eigenes Volk in das Land Israel zurück zu bringen. Zu diesem Zweck ließ er die Perser erstarken, ein Volk aus dem Osten, welches unter seinem Führer Kyros das gesamte babylonische Reich eroberte. Der Mann aus dem Osten, von welchem in Jes 41,2 die Rede ist, ist genau dieser Kyros.
Im gesamten Abschnitt Jes 41,1-20 wird uns nun aufgezeigt, wie die Menschen des alten Orients auf die drohende Zukunft reagieren. Was tuen sie in ihrer Furcht vor Kyros? Wie versuchen die Völker dieses Gebiets ihre eigene Zukunft zu erhalten? Wer hat hier Angst vor dem Mann, der von Osten her kommt?
Im Grunde werden uns hier zwei mögliche Reaktionen auf die herannahende Gefahr aufgezeigt:
Im Angesicht des Perserkönigs, der unaufhaltsam den kompletten alten Orient eroberte, begannen die Völker in ihrer Angst damit, sich gegenseitig zu helfen (41,5). Sie unterstützen sich darin, Götzen zu bauen, die ihre Zukunft absichern sollten. Sie wollten ihre eigenen kleinen Götter haben, die ihnen gegen Gottes Handeln helfen sollten. In ihrer Angst meinten sie, dass sie Gottes Gesandten bekämpfen könnten.
Israel hingegen wurde dazu aufgefordert gerade keine Angst zu haben. Sie sollten Gott vertrauen, dass Kyros nicht zu ihrer Zerstörung, sondern zu ihrer Erlösung kommt. Ganz konkret werden uns drei Gründe genannt, warum das Volk Gottes sich nicht fürchten braucht: a) Sie sind von Gott geliebt und erwählt (41,8-10); b) Das, was ihnen Angst macht, ist nicht zu ihrer Zerstörung, sondern zur Zerstörung ihrer Feinde (41,11-13); und c) Gott wird Israel befähigen im Sturm der Dinge siegreich hervorzugehen (41,14-16).
Beide Gruppen hatten sehr wohl Angst. Gott musste Israel durch den Propheten explizit dazu auffordern, sich nicht zu fürchten. Der große Unterschied bestand aber darin, wie die zukünftige Gefahr interpretiert werden sollte. Während die Völker in ihrer Angst nur damit beschäftigt waren, etwas gegen Gottes Handeln in dieser Welt zu unternehmen, sollte Israel die herannahende Gefahr schlicht aus einer anderen Perspektive betrachten.
Viel zu häufig verhalten wir uns aber wie die Völker. Wir sehen unsere Hoffnungen und Wünsche als gefährdet und bekommen Angst. Wir verfallen in einen Modus, in dem wir uns ständig fragen: „was wäre, wenn?“. Stattdessen sollten wir uns vor Augen halten, was Gott über sein Volk ausspricht. Diejenigen, die an Jesus glauben sind Erwählte und werden niemals verloren gehen. Gleichzeitig zeigt uns die Schrift, dass Gott ihre Leiden benutzt, um sie im Glauben zu festigen und ihnen noch mehr Freude zu bereiten (Hebr. 12,7-11).
Wenn das „ich“ zum Zentrum der Wahrheit und Freude wird, dann wird es außerordentlich schwer, sich im Angesicht des Leidens nicht zu fürchten. Ich denke, die meisten Menschen wissen das und suchen daher häufig nach einem „Sinn“ für die eigenen Probleme. Wenn junge Menschen ganz tragisch an einer bestimmten Krankheit sterben müssen, werden oft Stiftungen gegründet, die sich der Erforschung oder der Bekanntheit einer solchen Krankheit widmen. Im Angesicht der Objekte unserer Angst wird uns Menschen häufig erst bewusst, dass das „ich“ nicht im Zentrum unseres Weltbildes stehen kann.
In der eigenen Angst dann auf Gott blicken zu können, dessen Verheißungen auch unsere schlimmsten Befürchtungen nicht zerstören können, ist ein wahrer Segen. Dieses Leben ist nämlich nicht „sicher“. Das Leiden kann genau so wenig umgangen werden wie der Tod. Gott nimmt uns aber unsere Angst vor Leid und Tod, indem er ihnen den Schrecken raubt. Aber noch viel wichtiger: Gott rückt in das Zentrum unseres Weltbildes. Dadurch sind wir nicht mehr selbst der Maßstab für Wahrheit, Freude und Identität. Auch wenn wir uns selbst in Gefahr wägen, wird Gott seine Liebe für uns niemals fallenlassen. Auch wenn wir meinen, dass unser Leid sinnlos und zerstörerisch sei, hat Gott seinen Weg damit.
Vor dem Mann aus dem Osten muss man eigentlich nur Angst haben, wenn man nicht erkennt, dass Gott am Werk ist und es gut mit seinem Volk meint.
Wer hat Angst vor dem Mann, der von Osten her kommt? Jes 41,1-20 für Angstgeplagte

Vergängliches Gras: Jesaja 40:1-11 für Angstgeplagte

Dies ist der erste Teil einer Reihe von Reflexionen darüber, wie man Gottes Wort in Jesaja 40-55 seinen eigenen Ängsten entgegenstellen kann. Eine kurze Einleitung zu dieser Seite gibt es hier. Es wäre von großem Nutzen, den genannten Abschnitt aus Jesaja zuvor zu lesen.
Jesaja 40,1-11 ist die Einleitung zu den Kapiteln 40-55. Im Prinzip wird hier schon alles vorgeziechnet, um was es in den 15 folgenden Kapiteln gehen soll: Trost, Vergebung, die Unvergleichlichkeit Gottes, die Vergänglichkeit der Menschen und die Güte Gottes zu seinem Volk.
Gerade Jesaja 40,1 („Tröstet, tröstet mein Volk!“) wird in Zeiten der Trauer häufig zitiert. Doch was steckt dahinter? Worin besteht der Trost, den die Freudenboten (40,9) dem Volk hier bringen sollen?
Eine Antwort auf diese Fragen wird uns in Jes 40:1-11 mit bildreichen Metaphern gegeben. Ein Gott, dem selbst die geographischen Beschaffenheiten der Erde weichen müssen, kommt zu seinen Menschen, die durch seinen bloßen Atem vergehen könnten. Gott wird hier in seiner Herrlichkeit als stark und mächtig präsentiert. Vor ihm müssen die Berge und die Täler eben werden. Gottes Wort ist so mächtig, dass es in Ewigkeit bestehen bleibt und er ist so groß, dass die ganze Welt ihn sehen wird. Die Menschen sind dagegen nur Gras. Wer auf seinem Weg ganze Berge platt macht, der wird es ja eigentlich kaum bemerken, wenn er Graß zertritt, oder?
Doch genau hier wird der Trost greifbar. Anstatt die Menschen in ihrer Vergänglichkeit zu zerschmettern, nimmt er sich ihrer an. Die Wuchtigkeit und Gewalt Gottes, die in den ersten Metaphern beschrieben wird, weicht der Zärtlichkeit eines Hirten, der seine Lämmer hütet und bewahrt.
Wie kann das geschehen? Wie wird aus dem Gott, der wie ein Krieger zur Schlacht auszieht, ein Hirte für seine Schafe?
Die Verse 9 und 10 geben Aufschluss: „Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her.
Gott gewann sich etwas, er erwarb sich ein Volk, das vor ihm bestehen kann. Daher ist in V.11 auch von „seiner Herde“ die Rede. Das Volk Gottes ist zwar noch immer „Gras“, aber im Gegensatz zu allen anderen Völkern ist es von Gott gepflegt und beschützt. In den späteren Kapiteln wird deutlich, dass Gottes „Erwerben“ im Leiden des Gottesknechtes, Jesus Christus, selbst besteht. Gottes Volk wird uns in diesem Abschnitt deshalb als das Volk vorgestellt, dem die Schuld vergeben wurde (40,1-2) und für das Gott selbst wie ein Krieger auszieht.
Der ganze Abschnitt zeigt uns zwei grundlegende Wahrheiten auf:
1) Gott ist mächtig, ewig und herrlich, aber wir Menschen sind schwach, vergänglich und unbedeutend.
2) Trotz dieser Unterschiede zieht Gott aus, um uns zu treffen und uns in unserer Schwachheit mit Fürsorge zu begegnen.
Schwäche, Vergänglichkeit und Unbedeutsamkeit stehen dem, was wir uns wünschen aber oft diametral gegenüber. Wir wollen selbst stark, unvergänglich oder wichtig sein. Daher fürchten wir uns oft vor Krankheit, Tod oder Ablehnung.
Die Bibel ist hier sehr ehrlich mit uns und hält uns einen Spiegel dessen vor, was wir wirklich sind. Wir können nicht auf unsere eigene Stärke vertrauen, denn wir sind wie Gras, das verdorrt. Deshalb werden wir hier dazu aufgefordert, auf die Stärke und Handlung Gottes zu blicken.
Unsere Ängste offenbaren, auf was wir hoffen. Wenn wir auf Gott hoffen, dann brauchen wir keine Angst zu haben, denn sein Wort währt ewiglich. Berge und Täler müssen vor der Liebe Gottes zu seinem Volk weichen.  https://gesellschaftsfaehigblog.wordpress.com/

Denis Mukwege hilft Vergewaltigungsopfern im Kongo – allen Bedrohungen zum Trotz. Für diesen Kampf erhält er den Friedensnobelpreis. Dieses Jahr wurden die Friedensnobelpreise an genau die richtigen Persönlichkeiten verliehen.

„Der Mann, der wohl am besten weiss, was diese Bezeichnung für die betroffenen Frauen bedeutet, tigert an diesem Morgen auf und ab. Mehrmals blickt Chefarzt Denis Mukwege auf die Dutzenden Frauen, die sich noch vor dem ersten Sonnenstrahl am Zaun der Klinik versammelt haben. Seine Statur einem Bodybuilder gleich, unter seinen dunklen Augen zeichnen sich die Tränensäcke ab. Seine Stimme ist ruhig, als er von den Tausenden Frauen spricht, die in den vergangenen Jahren an seine Pforte pochten.
Mehr als 50’000 waren es seit der Eröffnung des Spitals 2008. Er erzählt ruhig ihre Geschichten, erzählt, wie sie von Milizen, Rebellen, Soldaten geschnappt und stundenlang vergewaltigt wurden, erzählt von den vergewaltigten Säuglingen, die noch in seinen Armen starben; erzählt von den Mädchen, denen in den Bauch geschossen wurde. Und Gynäkologe Mukwege versucht zu nähen, was zu nähen ist; zu pflegen, was zu pflegen ist; zu trösten, was zu trösten ist. «Ich versuche, die verstümmelten Körperteile wiederherzustellen.» Mitunter dauert es Jahre und sind mehrere Operationen nötig, bis der Arzt zu seinem Ziel kommt.
Auf der Stippvisite erzählt eine Frau an diesem Morgen, wie sie von «dem Mann, der die Frauen repariert» gelernt hat, sich nicht mehr «Opfer», sondern «Überlebende» zu nennen. Ein wichtiger Schritt in einer Welt, in der die Ehemänner bloss selten ihre geschändeten Frauen zurücknehmen.
Drei Jahre später ist der heute 63-Jährige am Freitag für seinen Einsatz in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden; dies, nachdem er bereits mehrere Jahre in Folge als Favorit gehandelt worden war. Die Jury bezeichnete Mukwege als «Symbol im Kampf gegen sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten». Zusammen mit der Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad habe er «auf seine Weise dazu beigetragen, sexuelle Gewalt besser sichtbar zu machen, sodass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden können».
Mit seinem Engagement schuf sich der tiefgläubige Arzt in seiner Heimat aber auch Feinde: Einen Monat nachdem er 2012 in einer Rede vor der UNO-Generalversammlung angeprangert hatte, dass die Regierung der Demokratischen Republik Kongo zu wenig gegen Massenvergewaltigung tue, wurden seine Kinder vorübergehend als Geiseln genommen. Kurz darauf dringen Schwerbewaffnete in sein Haus ein. Ein enger Mitarbeiter, der die Täter von dem Arzt ablenkt, wird erschossen. Mukwege flieht nach Belgien: «Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass ich diese Arbeit nicht mehr fortsetzen konnte», sagte er rückblickend, als ihm 2017 der Aurora-Preis verliehen wurde.
Bleiben kann er nicht: Es seien Briefe der Frauen gewesen, die ihn drei Monate später zur Rückkehr bewegt hätten. «Sie verkauften Obst, um mir zu helfen. Das hat mich sehr berührt.» Diese Kongolesinnen hätten nicht einmal einen Dollar pro Tag verdient und seien trotzdem bereit gewesen, alles zu geben. Zurück in der Universitätsstadt Bukavu, lebt er heute in einer mit Stacheldraht gesicherten Anlage; steht unter Personenschutz von UNO-Truppen. «Ich will nicht zum Märtyrer werden.» Baz.ch
Keine Beamten, die gegen guten Lohn einfach das tun wofür sie angestellt sind, keine NGO, die vor allem Propaganda in eigener Sache machen, keine Potentaten, die eines Tages ihre blutigen Kriege beenden weil sie am ökonomischen Ende der Fahnenstange sind, keine Präsidenten, die irgendwie sympathisch sind, mehr nicht.
Diesmal sind es wirklich Leute, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens etwas Menschlichkeit in die Hölle ihrer eigenen Länder bringen. An alle, die das Christentum für Kreuzzüge und Hexenverfolgung: Das ist, was christlicher Glaube aus einem Menschen machen kann. Totale Nächstenliebe. www.soulsaver.de/

„Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.“ Jes 40:28

Vor kurzem wurde ich mit einer Angststörung diagnostiziert, die mir aber schon seit Monaten außerordentliche Schwierigkeiten bereitet hat. Während ich mich meinen Sorgen zu Beginn dieser Zeit fast widerstandslos ergeben hatte, ist es mir gerade in den letzten Wochen wichtig geworden, dieser Angst biblische Wahrheiten entgegenzustellen.
In den letzten Tagen habe ich dann damit begonnen, meinen Ängsten die Worte Gottes aus Jesaja 40-55 vorzuhalten. Meine Reflexionen darüber, wie Gottes Wort in Jes 40-55 zu Angstgeplagten sprechen kann, würde ich daher gerne auf meinem Blog teilen.
Man darf beim lesen jedoch nicht denken, dass ich hier als Lehrer von oben herab sprechen würde. Ich wünschte, ich hätte selbst schon alle Antworten parat. Das Gegenteil ist jedoch leider der Fall. Ich befinde mich selbst noch mitten im Kampf mit meinen Ängsten (ein Kampf mit vielen Rückschlägen) und versuche lediglich, die Trostworte zu dokumentieren, die ich in der Bibel gefunden habe. Gleichzeitig ist es meine Überzeugung, dass Gottes Wort mächtig und unfehlbar ist und daher auch durch ein solch zerbrechliches Gefäß wie mich sprechen kann.
Während ich in den nächsten Tagen und Wochen verschiedene Reflexionen darüber, wie Gottes Wort uns in unsere Angst helfen kann aus Jes 40-55 posten will, soll dieser Beitrag als Einleitung zur ganzen Reihe verstanden werden. Es ist mir wichtig, hier eine entscheidende Vorbemerkung zu machen.
Wenn wir die Aussagen der Bibel über Angst auf die Stellen reduzieren, die uns dazu auffordern, keine Furcht zu haben (z.B. Jes 41,10), dann greifen wir meiner Einschätzung nach zu kurz. In seinem Buch „Running Scared“ schreibt der Seelsorger Edward Welch dazu folgende hilfreiche Worte (Welch 2007, 47-48; Übersetzung durch mich):
„Es gibt Zeiten, in denen uns die Angst sagt, dass etwas schlicht zu gefährlich ist und wir uns davor fürchten sollten. In meinem Hören auf meine Ängste bestand das Ziel aber darin, zu entschlüsseln, was sie noch so alles sagen….Ich war überrascht zu erkennen, dass es eine Verbindung zwischen meinen Ängsten und meinen Wünschen, Verlangen, Bedürfnissen und Vorlieben gibt. Wenn ich nun diese Ansammlung von Vorgängen in mir selbst erkenne, dann kann ich dadurch eine größere Hoffnung haben. Ginge es bei der Angst nur um eine gefährliche Welt, dann gäbe es fast nichts, was ich tun könnte. Geht es aber um mich, dann gibt es vielleicht einen Weg heraus.“
Welch schließt diesen Absatz mit folgender Aufforderung:
„Erinnere dich an deine Ängste und frage dich: was sagen meine Ängste darüber aus, auf wen oder was ich mein Vertrauen setze? Was sagen meine Ängste darüber aus, wen oder was ich liebe?“
Ich denke, Welchs Beobachtungen sind hilfreich und akkurat. Unsere Angst ist nicht bloß eine seelische Belastung, die lediglich auf unsere Umstände zurückzuführen ist. Es ist nicht so, dass wir ausschließlich deshalb Angst haben, weil unsere Umwelt oder Lebenssituationen furchteinflößend sind. Unser Verlangen, unsere Wünsche, unsere Bedürfnisse und unsere Vorlieben spielen eine weitere wichtige Rolle im Aufkommen unserer Ängste. Gerade an dieser Stelle ist Welchs Analyse messerscharf: Unsere Ängste sprechen zu uns. Sie teilen uns mit, was uns am liebsten ist. Sie erklären uns, was wir lieben und worauf wir unser Vertrauen setzen.
Während diese Einsicht auf den ersten Blick furchteinflößend wirken kann, sollte sie als gute Nachricht begriffen werden. Wäre unsere Angst ausschließlich von unseren Umständen und Lebenssituationen abhängig, dann gäbe es kaum etwas, was wir gegen sie tun könnten. Es gibt in diesem Leben nämlich keine absolute Sicherheiten. Dadurch, dass unsere Ängste aber mit uns und unseren tiefsten Bedürfnissen zu tun haben, können wir etwas ändern.
Im Hören auf Jes 40-55 kann es deshalb nicht bloß darum gehen, dass wir Stellen suchen, die direkt über Ängste sprechen. Wir müssen auch darauf hören, was uns Gott über unsere Wünsche, Vorlieben und Hoffnungen mitteilt.
Worauf vertrauen wir? Was lieben wir? Worauf sollten wir vertrauen und was sollten wir lieben, damit wir unseren Ängsten entkommen können? Das sollen die leitenden Fragen beim Lesen von Jes 40-55 werden.
An unseren Umständen können wir häufig nichts ändern. Die gefallene Welt bricht manchmal einfach auf uns hernieder. Im Hören auf sein Wort kann Gott uns allerdings durch seinen Geist verändern. Darum soll es gehen.
Literaturangabe:
Welch, Edward T., Running Scared: Fear, Worry and the God of Rest. Greensboro: New Growth Press, 2007. https://gesellschaftsfaehigblog.wordpress.com/

 

Hier wird das Publikum in die Irre geführt.

Der diesjährige Chemie-Nobelpreis wurde an drei Forscher vergeben, die bahnbrechende Erfolge mit „gerichteter Evolution“ erreicht haben. Der Begriff „gerichtete Evolution“ ist eigentlich ein Widerspruch in sich, da natürliche Evolution ungerichtet verläuft, wie von Evolutionstheoretikern selbst immer wieder betont wird. Auch wenn die (Wissenschafts-)Presse die Vergabe des Nobelpreises mit „Nachahmung von Evolution“ kommentiert, kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wissenschaftler nur in einem eingeschränkten Sinne den evolutiven Mutations-Selektions-Mechanismus imitiert haben. Ihre Erfolge beruhen vor allem auf einer intelligenten, zielorientierten Herangehensweise. Der Vergleich mit natürlicher Evolution ist daher irreführend.

„Der diesjährige Chemie-Nobelpreis geht an drei Forscher, die die Prinzipien der biologischen Evolution für die Entwicklung neuer Enzyme und Antikörper nutzbar gemacht haben.“1 So oder ähnlich wurde am 3. Oktober die Vergabe des Chemie-Nobelpreises an drei Forscher gemeldet. Frances H. Arnold, George P. Smith und Sir Gregory P. Winter haben Methoden entwickelt, die als „gerichtete Evolution“ bezeichnet werden. Manche Pressemeldungen dazu erweckten den Eindruck, als könnten funktionale Proteine von alleine durch natürliche Prozesse entstehen und die Forscher hätten diese Prozesse nur nachgeahmt und beschleunigt.2

Wie funktioniert „gerichtete Evolution“? Es geht darum, Proteine mit gewünschten Eigenschaften herzustellen bzw. zu optimieren (z. B. in Waschmitteln, in der Lebensmittelherstellung, in der Textilindustrie oder in der Tierernährung). Dazu werden bereits vorhandene, funktionale Proteine herangezogen und künstlich in großer Zahl mutiert und die gewünschten Mutanten ausgelesen. Die frisch gebackene Nobelpreisträgerin Frances Arnold ging dabei wie folgt vor: Sie isolierte ein proteinkodierendes Gen und produzierte eine große Menge an Mutanten in einem Reagenzglas mithilfe eines Enzyms, das das Gen kopiert. Für diesen Kopiervorgang wird durch Wahl des Enzyms und des Versuchsablaufs der ganze Prozess so angelegt, dass durch Kopierfehler Varianten des Gens entstehen. Die mutierten Genkopien werden in Bakterien integriert, welche die entsprechenden Proteinvarianten produzieren. Auf diese ausgeklügelte Weise werden die Mutationsrate und damit die Vielfalt der Proteinvarianten stark erhöht. Anschließend untersuchte die Forscherin die Funktion der so erzeugten verschiedenen Proteine. Diejenigen Varianten, die die gewünschte Funktion am besten erfüllten, wurden selektiert (ähnlich wie Evolution durch Selektion der Bestangepassten).

Dieser Prozess der Erzeugung von Varianten mit nachfolgender Selektion auf die gewünschte Funktion wurde mehrfach mit den jeweils am besten funktionierenden Genen des vorhergehenden Zyklus wiederholt. Die beste Proteinvariante wurde also ausgewählt und das entsprechende variierte Gen aus den Bakterien isoliert. Dann wurden mit dieser Genvariante mit derselben Prozedur erneut Mutationen in einem Reagenzglas erzeugt und eine große Menge an Mutanten der zweiten Generation produziert. Diese neuen Mutanten wurden wieder in Bakterien platziert, diese produzierten die neuen Proteinvarianten, die besten wurden wieder ausgelesen usw. Auf diese Weise wurden im Laufe vieler Generationen spezialisierte Proteine erzeugt. In manchen Fällen gelang es sogar, Proteine mit einer neuen Funktion zu erzeugen, wobei aber auch in diesen Fällen ein bereits existierendes Gen bzw. das entsprechende Genprodukt, das Protein, optimiert wurde.

Der Mutations- und Ausleseprozess ist es, der mit gewissen Einschränkungen mit natürlicher Evolution verglichen werden kann. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede. Die beiden wichtigsten sind: 1. Die Nachahmung der Evolution startet mit natürlich vorkommenden, bereits funktionalen Proteinen; diese werden nicht durch evolutive oder Evolutions-analoge Prozesse erzeugt, sondern aus Lebewesen entnommen. 2. Die Auslese erfolgt auf ein vorgegebenes Ziel hin. Genau das kann aber in der natürlichen Evolution nicht vorausgesetzt werden und wird dort sogar ausdrücklich bestritten. Bei der „gerichteten Evolution“ ist also anders als bei natürlicher Evolution Planung entscheidend im Spiel.

Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass nur durch entsprechende Prozesssteuerung sehr hohe Mutationsraten, die dem 10.000- bis Million-fachen der natürlichen Rate entsprechen, eine genügend große Anzahl von Mutationen erzeugt werden kann, um unter diesen die seltenen (eine einzige unter einer Milliarde) positiven Mutanten zu finden. Außerdem muss ein schnelles und effektives Screening erfolgen, damit die seltenen positiven Mutanten erkannt und ausgelesen werden können. Nicht zuletzt funktioniert das Ganze nur mit sorgfältig ausgewählten Reaktionsbedingungen, dem intelligent ausgewählten Einsatz von gentechnischen Werkzeugen (Werkzeuge, die selbst intelligent gestaltet sind) und einer optimale Auswahl von Varianten für das gewünschte Ziel. Nicht umsonst wurde nun für diese bahnbrechenden Forschungen ein Nobelpreis vergeben und zwar sicher nicht dafür, dass nur ein an sich geist- und zielloser Prozess – natürliche Evolution – nachgeahmt wurde. Damit kommen wir zu einem weiteren Punkt.

Begriffliches Verwirrspiel. Der Begriff „gerichtete Evolution“ ist ein Widerspruch in sich (contradictio in adjecto), so wie zum Beispiel „hölzernes Eisen“ und täuscht etwas vor, das es gar nicht gibt. Denn mit Evolution (im stammesgeschichtlichen Sinne) ist ein Prozess gemeint, der ohne Zielvorgabe und Steuerung verläuft, eben ungerichtet. Das liegt daran, dass Mutationen ungerichtet sind, aber auch die Selektionsbedingungen keinem Ziel folgen und nicht geplant sind. Evolution kann aber nicht zugleich gerichtet und ungerichtet sein. Letztlich sind Proteine, die durch „gerichtete Evolution“ entstanden sind, durch intelligentes Design entwickelt worden, wobei der Mutationsprozess und zielorientierte Auslese intelligent eingesetzt werden. Nicht umsonst wird auch von „bioengineering“ gesprochen.

Mit dem Begriff „gerichtete Evolution“ soll ein Unterschied zum sogenannten „rationalem Design“ zum Ausdruck gebracht werden. Damit bezeichnet man die Strategie, gezielt Moleküle zu synthetisieren, auf der Basis der Kenntnisse über dieses Molekül. Auch „rationales Design“ impliziert einen Widerspruch in sich, da er suggeriert, es gebe auch „nichtrationales Design“; das aber wäre ebenfalls ein „hölzernes Eisen“ und widerspricht der üblichen Bedeutung von „Design“.

Grenzen gerichteter Evolution. Änderungen erfolgen nur, wenn einzelne Mutationen (seien sie künstlich erzeugt oder in der Natur auftretend) bereits einen Vorteil ermöglichen und daher ausgelesen werden können. Die Entstehung neuer Proteindomänen oder neuer Proteinfolds erfordert jedoch gemäß experimenteller Daten zahlreiche Änderungen gleichzeitig. Der Biochemiker Michael Behe hat in seinem Buch „The Edge of Evolution“ (Behe 2007) aufgrund von Forschungen zu E. coli-, Malaria- und HIV-Mutationen gezeigt, dass Änderungen auch in evolutionären Zeiträumen nicht zu erwarten sind, wenn nur drei (oder mehr) passende Zufallsmutationen gleichzeitig auftreten müssten.3 Wichtig ist also: Bei gerichteter Evolution geht es um Optimierung, nicht um Innovationen.

Tatsächlich können die Wissenschaftler mit gerichteter Evolution in Bezug auf Optimierung mehr erreichen als die Natur. Beispielsweise produzierte Arnold eine Variante eines proteinabbauenden Enzyms mit 10 Mutations- und Selektionszyklen, das in einem organischen Lösungsmittel mehr als 200 mal stabiler war als die natürliche Variante. Wissenschaftler können mehr erreichen als zukunftsblinde Evolution, weil sie sich für ein Ziel entscheiden: In der ersten Runde können sie ein mutiertes Gen mit z.B. zwei gleichzeitig auftretenden Mutationen erhalten. Wenn dieses neue Gen ausgewählt und mutiert wird, können zwei weitere Mutationen und damit insgesamt vier Mutationen im ursprünglichen Gen erhalten werden. Doch all das betrifft – um es nochmals zu betonen – die Optimierung einer bestehenden Struktur  bzw. eines funktionalen Proteins – nicht die Schaffung qualitativ neuer Strukturen oder Proteine.4

Dank. Ich danke Prof. Dr. Matti Leisola, der selbst auf dem Gebiet der Biotechnologie gearbeitet hat, und Dr. Harald Binder für wertvolle Hinweise. Matti Leisola hat ebenfalls eine Stellungnahme zur Vergabe des Nobelpreises verfasst: https://evolutionnews.org/2018/10/how-the-2018-nobel-laureates-in-chemistry-harnessed-intelligent-design/

Weitere Stellungnahme des Discovery-Instituts: https://evolutionnews.org/2018/10/its-not-evolution-a-nobel-prize-award-for-engineering-enzymes/

Anmerkungen

[1] https://www.wissenschaft.de/gesundheit-medizin/chemie-nobelpreis-fuer-gelenkte-evolution

[2] Z. B.: „Sie bauen die Natur im Schnelldurchlauf nach“ (https://www.zeit.de/wissen/2018-10/nobelpreis-in-chemie-fuer-proteinforscher-frances-arnold-george-smith-und-sir-gregory-winter); „die Prinzipien der biologischen Evolution für die Entwicklung neuer Enzyme … nutzbar gemacht“ (http://www.scinexx.de/newsletter-wissen-aktuell-23225-2018-10-04.html); „Demnach baut ihr Werk auf niemand Geringerem auf als auf Charles Darwin, dem Begründer der Evolutionstheorie“ (https://www.sueddeutsche.de/wissen/nobelpreis-fuer-chemie-so-kam-die-evolution-ins-reagenzglas-1.4154859)

[3] Vgl. Romero PH & Arnold FH (2009) Exploring Protein Fitness Landscapes by Directed Evolution. Nat. Rev. Mol. Cell Biol. 10, 866-875. „Man muss sehr lange warten, bis vier oder fünf spezifische Mutationen auftreten, die eine gewünschte Funktion erfüllen. In einer Bakterienpopulation wie E. coli kann die Wartezeit auf vier Mutationen 1015 Jahre betragen, wenn man die global anzunehmenden Populationsgrößen zugrunde legt. (Das Universum ist nach üblicher Auffassung nur 1014 Jahre alt.)“ (in Übersetzung); siehe auch: Reeves MA, Gauger AK & Axe DD (2014) Enzyme families — Shared evolutionary history or shared design? A study of the GABA-aminotransferase family. BIO-Complexity 2014 (4):1−16.

[4] Mit den Möglichkeiten der Wissenschaftler im Vergleich zu natürlichen Vorgängen befassen sich B. Kozulik & M. Leisola im Artikel „Have Scientists Already Been Able to Surpass the Capabilities of Evolution?“ (http://vixra.org/abs/1504.0130). Sie schreiben im Vorwort: „Die im Titel dieser Arbeit gestellte Frage wird für manche Leser paradox, rätselhaft oder einfach dumm klingen. Sie werden denken: Wenn Wissenschaftler wie alle anderen lebenden Organismen das Produkt der Evolution sind, wie konnten sie dann ihre „Fähigkeiten“ überbieten, wenn wir doch nicht einmal in der Lage sind, einen einzigen wirklich neuen lebenden Organismus zu produzieren? Wie kann es wahr sein, dass die Wissenschaftler, nachdem sie nur eine kurze Strecke auf dem Weg zur Schaffung eines neuen lebenden Organismus zurückgelegt haben, bereits mehr als die Evolution leisten konnten? Und wenn eine Gruppe von Wissenschaftlern dies tatsächlich erreicht hat, wie kommt es dann, dass sie für ihren Publikationen keine Anerkennung für eine so große Leistung erhalten haben? Das Ziel dieses Artikels ist es, zu zeigen, dass die Antwort auf die Titelfrage „ja“ ist.“ Autor dieser News: Reinhard Junker
http://www.genesisnet.info/?Aktuelles=1

Revolution oder Reformation? Auseinandersetzung mit der 1968er-Ideologie

In diesem Jahr jährt sich die kulturelle und sexuelle Revolution von 1968 zum fünfzigsten Mal. Von einem Jubiläum kann man nicht sprechen, weil es nichts zu feiern gibt: Die Ideologie der Achtundsechziger hat unsere westliche Gesellschaft zerstört und zerstört sie weiterhin.
Anhand einer tabellarischen Gegenüberstellung der Aussagen der Achtundsechziger mit dem biblischen Christentum sei der Gegensatz deutlich gemacht. Es ist mir klar, dass eine solche Form der Auseinandersetzung holzschnittartig und Stückwerk bleiben muss. Trotzdem soll sie Grundlinien aufzeigen: erstens anhand des Themenbereiches Religion, zweitens anhand der unterschiedlichen Politik, drittens anhand der verschiedenen Sichtweisen auf die Sexualität und viertens anhand der differierenden Werte.
Weiterlesen siehe Link

Revolution oder Reformation? Auseinandersetzung mit der 1968er-Ideologie

 

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte

“Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben, würde mehr riskieren.
Ich würde mehr reisen, mehr Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.
Ich würde an mehr Orte gehen, wo ich vorher noch nie war.
Ich würde mehr Eis essen und weniger dicke Bohnen.
Ich würde mehr echte Probleme als eingebildete haben.
Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten.
Freilich hatte ich auch Momente der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weißt, aus diesen besteht nämlich das Leben, nur aus Augenblicken.
Vergiss nicht das Jetzt!
Ich war einer derjenigen, die nirgendwo hingingen
ohne ein Thermometer, eine Wärmeflasche, einen Regenschirm und Fallschirm.
Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich leichter reisen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Ich würde mehr Karussell fahren, mir mehr Sonnenaufgänge ansehen und mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie… ich bin 85 Jahre alt und weiß, dass ich bald sterben werde.“ Von Jorge Luis Borges

Die Tötung der Frucht im Mutterleib ist Verletzung des dem werdenden Leben von Gott verliehenen Lebensrechtes.

“Die Tötung der Frucht im Mutterleib ist Verletzung des dem werdenden Leben von Gott verliehenen Lebensrechtes. Die Erörterung der Frage, ob es sich hier schon um einen Menschen handele oder nicht, verwirrt nur die einfachen Tatsache, daß Gott hier jedenfalls einen Menschen schaffen wollte und daß diesem werdenden Menschen vorsätzlich das Leben genommen worden ist. Das aber ist nichts anderes als Mord.
Daß die Motive, die zu einer derartigen Tat führen, sehr verschieden sind, ja daß dort, wo es sich um eine Tat der Verzweiflung in höchster menschlicher oder wirtschaftlicher Verlassenheit und Not handelt, die Schuld oft mehr auf die Gemeinschaft als auf den einzelnen fällt, daß schließlich gerade in diesem Punkt Geld sehr viel Leichtfertigkeit zu vertuschen vermag, während gerade bei den Armen auch die schwer abgerungene Tat leichter ans Licht kommt, dies alles berührt unzweifelhaft das persönliche und seelsorgerische Verhalten gegenüber den Betroffenen ganz entscheidend, es vermag aber an dem Tatbestand des Mordes nichts zu ändern.”Dietrich Bonhoeffer, Ethik, 8. Auflage, München 1975, Seite 187

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Gewalttätige Christenfeinde

Nach Jahrzehntelanger Stimmungsmache gegen überzeugte Christen und die von ihnen geäußerten Meinungen wächst der unterschwellige Christenhass in der westlichen Welt. Immer mehr Menschen fühlen sich gut und fortschrittlich, wenn sie gegen Christen polemisieren, diese in aller Öffentlichkeit lächerlich machen oder sogar mit Gewalt gegen Gläubige vorgehen.
Aufgrund des massiven gesellschaftlichen Drucks, der von atheistischen Netzwerken erzeugt wird, ist es zwischenzeitlich vielen Christen peinlich, sich zu den Aussagen Jesu Christi zu stellen. Fragt man sie nach ihrer Religionszugehörigkeit, versäumen sie nicht schnell darauf hinzuweisen, dass sie die ganze Sache natürlich nicht so ernst nehmen, kaum Gottesdienste besuchen und generell ihren Glauben nicht praktizieren. Um nicht negativ aufzufallen beteuern sie, eigentlich doch genauso so zu denken und zu leben wie alle anderen säkular orientierten Mitbürger auch. Heute ist es weitaus peinlicher sich als bewusster Christ vorzustellen, als öffentlich über seine Homosexualität zu sprechen.
Dumm und hoffnungslos altmodisch
In Schulklassen werden Christen häufig nicht nur von Mitschülern wegen ihres Glaubens gemobbt sondern immer wieder auch von Lehrern. Vor der ganzen Klasse werden sie als dumm und hoffnungslos altmodisch dargestellt, weil sie der Bibel vertrauen, an ein Leben nach dem Tod glauben, an die Jungfrauengeburt oder an die Vergebung der Schuld durch den Tod Jesu Christi. Wer sich heute in jeder freien Minute für Musik, Kunst oder Sport engagiert, gilt als Vorbild. Wer sich hingegen ebenso stark für Gott oder für seine Gemeinde einsetzt, gilt als verschroben oder als religiöser Fundamentalist. Und das ist nicht gerade freundlich gemeint.
„Weil ihr Christen seid, werdet ihr Gott schon in wenigen Sekunden gegenüberstehen“
Beim jüngsten Amoklauf in den USA hatte sich der Täter besonders Christen als Opfer ausgesucht. Am Umpqua Community College in Roseburg bei Portland (Oregon) wurden bei einem Amoklauf am vergangenen Donnerstag zehn Menschen getötet und mindestens sieben weitere verletzt – drei davon schwer. Der bei seiner geschiedenen Mutter lebende 26-jährige Chris Harper-Mercer wollte offenbar insbesondere Christen ermorden. Außerdem ging es ihm darum als Amokläufer ganz groß in den Medien herauszukommen. Zuerst hatte er die Studenten gefragt, ob sie Christen seien, zitierte der Sender CNN am Freitag eine 18-Jährige, die von einer Kugel am Rücken getroffen wurde. „Weil ihr Christen seid, werdet ihr Gott schon in wenigen Sekunden gegenüberstehen“, antwortete der Täter. Auch die „New York Post“ berichtet, dass der Täter systematisch gegen Menschen christlichen Glaubens vorgegangen ist. Die Zeitung schreibt, dass Mercer seine Opfer aufforderte, sich auf den Boden zu legen. Anschließend soll er sie einzeln gefragt haben, ob sie christlichen Glaubens seien. Wenn diese mit „Ja“ antworteten, soll er ihnen direkt in den Kopf geschossen haben. Wenn sie nicht oder mit „Nein“ antworteten, schoss er ihnen in die Beine.
Christenfeindliche Tendenzen in Medien und Gesellschaft
So etwas spiegelt deutlich den allgemeinen Stimmungswandel in den westlichen Gesellschaften wider. Alles engagiert Christliche oder spezifisch Biblische wird kritisch kommentiert, lächerlich gemacht oder geradewegs abgelehnt. Christophobe Atheisten schüren diese Tendenz beständig. Wenn in einem zeitgenössischen Spielfilm oder Roman ein Christ auftaucht, ist der entweder ein fürchterlicher Langweiler oder der von einem religiösen Wahn befallene Mörder. Bibelverse an Wänden oder in Briefen deuten fast ausschließlich in dieselbe Richtung. Diese christenfeindlichen Tendenzen in Medien und Gesellschaft werden vermutlich auch in der nächsten Zukunft weiter dazu beitragen, dass Christen und ihre Meinungen diskriminiert werden. Weil sich die dafür verantwortlichen Unterdrücker voll im Einklang mit dem gerade vorherrschenden Zeitgeist wissen, meinen sie mit ihrem Mobbing sogar noch etwas Gutes zu tun.
Christen sollten trotz dieses Drucks mutig an ihrem Glauben festhalten. Jesus verspricht: „In der Welt wird man Druck auf euch ausüben. Aber verliert nicht den Mut! Ich habe die Welt besiegt!“ (Johannes 16,33) Michael Kotsch
https://agwelt.de/2015-10/gewalttaetige-christenfeinde/

 

Dispensationalismus und Bundestheologie im Vergleich

Sergej Pauli hat auf biblipedia.de, ausgehend von einer Vorlesung von Ligon Duncan, tabellenartig Dispensationalismus und Bundestheologie gegenübergestellt. Hanniel Strebel hat die Gegenüberstellung gekürzt und leicht überarbeitet. http://hanniel.ch/2018/09/20/input-dispensationalismus-und-bundestheologie-im-vergleich/

DISPENSATIONALISMUS BUNDESTHEOLOGIE
Hohe Betonung auf „wörtlicher“ Interpretation der Bibel Akzeptiert sowohl die wörtliche wie die bildliche Auslegung der Bibel
Akzeptiert normalerweise nicht die Idee der „Analogie des Glaubens“ Akzeptiert so gut wie immer  die Idee der „Analogie des Glaubens“
„Israel“ meint immer nur die tatsächlichen, physischen Nachkommen Jakobs „Israel“ kann entweder die wörtlichen, physischen Nachkommen Jakobs oder das bildliche geistliche Israel meinen, je nach Kontext
„Israel Gottes“ in Gal 6,16 meint nur das physische Israel „Israel Gottes“ in Gal. 6,16 meint das geistliche Israel, so wie auch Gal. 3,29; Rom 2,28-29; 9,6; Phil. 3,3
Gott hat zwei Völker mit zwei unterschiedlichen Zielen: Israel (irdisch) und die Gemeinde (himmlisch) Gott hatte immer nur ein Volk; die Gemeinde entwickelte sich schrittweise
Die Gemeinde entstand zu Pfingsten Die Gemeinde begann im AT (Apg. 7,38) und erreichte ihre Erfüllung im NT
Die Gemeinde wurde nicht im AT vorhergesehen, sondern war ein verstecktes Mysterium bis zum NT Es gibt viele Prophezeiungen des AT über die neutestamentliche Gemeinde
Alle Prophezeiungen des AT für „Israel“ sind für das physische Israel, nicht für die Gemeinde Einige Prophezeiungen des AT sind für das physische Israel, andere für das geistliche Israel
Gottes Hauptanliegen in der Geschichte ist das physische Israel Gottes Hauptanliegen in der Geschichte ist zunächst Christus und dann auch die Gemeinde
Die Gemeinde ist ein Einschub in Gottes Programm für alle Zeitalter Die Gemeinde ist der Höhepunkt des Anliegen Gottes für alle Zeitalter
Der Haupterbe des Bundes mit Abraham war Isaak und das physische Israel Der Haupterbe des Bundes mit Abraham war Jesus und das geistliche Israel
Es gab keinen ewigen Bund der Erlösung in der Dreieinigkeit Der ewige Bund der Erlösung war in der Dreieinigkeit um Erwählung zu bewirken
Es gab keinen Bund der Werke mit Adam im Garten Eden Gott schloss einen bedingten Bund der Werke mit Adam als einem Stellvertreter aller seiner Nachkommen
Es gab  bezüglich Adam keinen Bund der Gnade Gott machte einen Bund der Gnade mit Christus und seinen Leuten, einschließlich Adam
Israel handelte übereilig, als es den Bund am Berge Sinai annahm Israel handelte richtig, als es den Bund  am Berge Sinai annahm
Der neue Bund in Jer. 31,31-34 ist nur für das physische Israel und ist nicht der neue Bund in Lk. 22,20 Der neue Bund in Jer. 31 ist derselbe wie in Lk 22. Beide sind gemäß Hebr. 8 für das geistliche Israel